Taschendiebstahl

Taschendiebe: So schützen Sie sich vor den Langfingern

Ein Handgriff und der Geldbeutel ist weg: In deutschen Zügen und Bahnhöfen stieg die Zahl der Taschendiebstähle in den vergangenen Jahren immer weiter an. Unter den Tätern sind oft professionelle Gruppierungen, die mit raffinierten Tricks vorgehen. Wir zeigen Ihnen in diesem Beitrag, wie sie sich am besten vor Taschendiebstahl schützen.

Wie gehen Taschendiebe vor?

Taschendiebe nutzen gerne anonyme Menschenmengen. An Bahnhöfen und Zügen sind die Reisenden oft unter Stress und Zeitdruck: ideale Bedingungen für die Langfinger. Trotz Videoüberwachung und Streifen der Bundespolizei bleiben die meisten der Diebstähle unaufgeklärt, da die Opfer den Diebstahl erst dann bemerken, wenn die Täter schon weit entfernt sind. 2017 wurden nur 6,4 Prozent der Diebstähle aufgeklärt. (1)

Taschendiebe arbeiten darüber hinaus oft mit Komplizen. Während einer das Opfer ablenkt, stiehlt der zweite die Beute und gibt sie an einen dritten weiter. So wird die Beweisaufnahme für die Polizei zusätzlich erschwert. Denn selbst wenn ein Dieb erwischt wird, hat er die Beute nicht mehr bei sich.

Besonders beliebter Tatort für Taschendiebstahl ist das Bahngleis. Hier sind oft viele Menschen unterwegs und gerade beim Einsteigen in den Zug unaufmerksam und abgelenkt. Geldbeutel in Gesäßtaschen oder offenen Handtaschen sind so ein leichtes Opfer für die Diebe.

Beliebte Tricks der Taschendiebe im Zug und am Bahnhof

Blockier- oder Drängel-Trick: Hier versperrt einer der Täter dem Opfer den Weg, z. B. beim Einsteigen in den Zug. Das Opfer kommt nicht an dem Täter vorbei und wird zum Halten gezwungen. Währenddessen entwendet ein zweiter geschickt von hinten die Wertsachen.

Münz-Trick: Einer der Langfinger lässt absichtlich Münzen fallen. Während das Opfer beim Aufsammeln hilft und sein Gepäck nicht mehr im Blick hat, klaut der Komplize alles, was griffbereit ist.

Der Taschen-Trick: Viele verstauen ihr Gepäck, wie Taschen und Rucksäcke auf Zugreisen unter ihrem Sitz. Damit werden sie für Taschendiebe jedoch ein leichtes Opfer. Diese setzen sich im Zug hinter das Opfer und ziehen das Gepäck unter dem Vordersitz hervor. Bevor der Reisende etwas bemerkt, haben sie die Wertsachen längst entwendet und das Gepäckstück wieder unter den Sitz geschoben.

So schützen Sie sich am besten vor Taschendiebstahl

Auch wenn die Methoden der Täter mitunter sehr trickreich sind, können Sie sich vor Taschendiebstahl sehr wohl schützen. Dazu sollten Sie diese Hinweise befolgen:

  • Seien Sie vorsichtig bei Gedränge und Menschenansammlungen! Bleiben Sie insbesondere dann skeptisch, wenn Sie jemand anrempelt und behalten Sie Ihre Wertsachen im Blick.
  • Lassen Sie Ihr Gepäck nie unbeaufsichtigt.
  • Verwahren Sie Ihre Wertgegenstände dort, wo Langfinger schlecht herankommen, z. B. in den Innentaschen Ihrer Jacke oder Handtasche.
  • Halten Sie Rucksäcke und Jackentaschen immer geschlossen. Rucksäcke tragen Sie am besten vor dem Bauch und Handtaschen mit der Öffnung zum Körper.
  • Nehmen Sie Ihre Wertsachen mit, wenn Sie im Zug auf die Toilette gehen oder lassen Sie jemand vertrauenswürdigen auf Ihr Gepäck aufpassen.
  • Versuchen Sie während der Zugreise nicht einzuschlafen und bewahren Sie Ihre Wertgegenstände sowie Ihr Gepäck sicher auf, wenn Sie doch ein Nickerchen machen.

(1) Statistik der Bundespolizei

Wurden Sie schon einmal Opfer von Taschendieben? Oder haben Sie Bekannte, denen im Urlaub oder auf Reisen schon einmal etwas gestohlen wurde? Teilen Sie gerne Ihre Erfahrung und Meinung mit uns. Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.

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Fahrräder im Zug

Mit dem Fahrrad im Zug: So sorgen Sie für mehr Sicherheit

Mit dem Fahrrad in den Zug steigen und im nächsten Ort weiterfahren: Es ist ein praktisches Konzept für Urlauber, Pendler und Radsportler. Doch die Zweiräder können schnell zur Gefahr für die Sicherheit im Zug werden. Hier erfahren Sie, wie Sie selbst für mehr Sicherheit im Zug sorgen können, wenn Sie mit dem Fahrrad reisen.

Sie können Ihr Rad in vielen Regionalbahnen, Intercity-Zügen, sowie im Fernverkehr  mitnehmen. Dazu benötigen Sie meist ein entsprechendes Fahrrad-Ticket – die Kosten belaufen sich auf etwa 5 bis 10 Euro, je nach Anbieter. Dieses Angebot ist besonders in den Sommermonaten sehr beliebt.

Problematisch wird es jedoch, wenn zu viele Ihre Fahrräder auf diese Weise transportieren wollen. Dann sind die überfüllten Fahrradabteile für Mitreisende oft ein Hindernis: Sie versperren wichtige Fluchtwege.

So reisen Sie sicher mit dem Fahrrad im Zug

Damit auch in vollen Zügen alle Fahrräder Platz finden und die allgemeine Sicherheit nicht darunter leidet, ist Ihre Mithilfe wichtig. Deshalb möchten wir Ihnen einige Tipps an die Hand geben, mit denen Sie selbst für mehr Sicherheit in Zügen sorgen, wenn Sie mit dem Fahrrad verreisen.

  • Achten Sie darauf, dass Seitengänge, Einstiegsbereiche und Fluchtwege passierbar bleiben und die Toiletten nicht blockiert werden.
  • Meiden Sie am besten den Berufsverkehr und starten Sie Ihre Radtour außerhalb der Hauptverkehrszeit. An Wochenenden in den Sommermonaten müssen Sie sich wohl oder übel auf Engpässe einstellen und Geduld bewahren.
  • Achten Sie darauf, dass Sie mobilitätseingeschränkten Reisenden und Personen mit Kinderwagen genügend Platz einräumen.
  • Stellen Sie Ihr Fahrrad sicher ab, sodass es auch bei Kurven nicht umfallen kann.
  • Nehmen Sie spätestens nach dem Einladen das Gepäck vom Rad. So können die vorhandenen Stellplätze optimal genutzt werden.
  • Klären Sie mit den anderen Radfahrern ab, wer wo aussteigt und sortieren Sie die Räder entsprechend. Das vereinfacht Ihnen den Ausstieg wesentlich.
  • Bleiben Sie die ganze Fahrt über in der Nähe Ihres Fahrrades.

Die Fahrradmitnahme richtet sich immer nach den zur Verfügung stehenden Kapazitäten in den Zügen. Das bedeutet, dass Sie mitunter nicht mehr mitfahren dürfen, selbst wenn Sie eine Fahrkarte haben. Daher sollten Sie sich insbesondere dann vorher anmelden, wenn Sie in größeren Gruppen mit dem Fahrrad reisen.

Reisen Sie öfter mit dem Fahrrad im Zug? Haben Sie Erfahrungen, die Sie gern teilen möchten? Wie erleben Sie als Reisender die Thematik? Wir freuen uns über Ihren Kommentar zum Thema.

 

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Zeugenkarten

Zeugenkarten: Sehen, helfen, erinnern

In Zügen oder an Bahnhöfen kann es leider immer wieder zu unvorhergesehenen Situationen kommen. Insbesondere, wenn Gewalt im Spiel ist oder jemandem Unrecht zugefügt wird, ist Ihre Zivilcourage gefragt. Doch Sie müssen sich nicht selbst in Gefahr bringen, um zu helfen. Schon genaues Beobachten kann helfen, die Tat aufzuklären – und mithilfe von Zeugenkarten vergessen Sie kein Detail.

Genau hinsehen bei Straftaten

Beherztes Eingreifen in Notsituationen ist nicht immer die richtige Art, dem Opfer zu helfen. Durch unüberlegtes Handeln können Sie nicht nur sich, sondern auch andere gefährden. Wie Sie im Ernstfall richtig handeln, lesen Sie in unserem Beitrag über Zivilcourage.

Wenn Sie Zeuge einer Straftat werden und die Polizei einmal nicht zur Stelle ist, sollten Sie die Situation beobachten. Prägen Sie sich die Merkmale der Täter genau ein. Wenn es Ihnen möglich ist, können Sie auch ein Foto oder Video aufnehmen. Dies hilft der Polizei im Nachhinein den Tathergang nachzuvollziehen und womöglich sogar Täter zu identifizieren.

Zeugenkarten helfen bei der Aufklärung

Als Hilfsmittel für Ihre Beobachtung dienen die sogenannten Zeugenkarten. Sie helfen der Polizei bei der Aufklärung von Straftaten.

Auf der Karte finden sich leere Felder für die Personenbeschreibung sowie Angaben zu Datum, Uhrzeit und Hergehen der Straftat. Außerdem können Sie Informationen zu Körperform, Frisur, Haarfarbe, Bekleidung und besonderen Merkmalen des Täters ergänzen. Als Zeuge füllen Sie die Karte am besten direkt im Anschluss an die Tat aus – so gerät kein Detail in Vergessenheit. Sollten Sie anschließend zur Zeugenaussage gebeten werden, dient Ihnen die Zeugenkarte auch als Merkhilfe für Details.

Wo erhält man die Zeugenkarte?

Die Zeugenkarten sind kostenlos auf den Revieren der Polizei erhältlich. Wenn Sie kein Revier aufsuchen möchten, finden Sie die Zeugenkarte der Bundespolizei auch online zum Ausdrucken. Sogar einige Bürgerämter oder Bahnhofsinformationen halten Zeugenkarten bereit.

Die praktischen Karten kommen oft im handlichen Format daher. Sie können sie daher immer im Geldbeutel mit sich tragen und haben die Zeugenkarte für den Ernstfall immer zur Hand.

 

Haben Sie schon einmal eine Zeugenkarte benutzt? Halten Sie diese für ein geeignetes Hilfsmittel? Haben Sie Situationen erlebt, in denen Sie sich gewünscht hätten, eine Zeugenkarte dabei zu haben? Teilen Sie Ihre Erfahrungen und Ihre Meinung in den Kommentaren mit uns und anderen Lesern.

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Kurse Zivilcourage

Kurse und Workshops zum Thema Zivilcourage

Wenn es im Zug oder am Bahnhof zu bedrohlichen Situationen kommt, ist Ihre Zivilcourage gefragt. Sie sollten hinsehen, eingreifen, wenn Ungerechtigkeit geschieht, und Hilfe holen. Es ist jedoch auch wichtig, dass Sie sich dabei nicht selbst in Gefahr begeben. Aus diesem Grund bieten Polizeistellen, Volkshochschulen oder Vereine Seminare und Kurse zum Thema Zivilcourage an. Dort lernen Sie vielfältige Möglichkeiten kennen, mit denen Sie im Notfall helfen können.

Beratungsmöglichkeiten der Polizei

Die Bundespolizei sorgt in Zügen und Bahnhöfen für Sicherheit und Ordnung. Bei besonderen Anlässen mit hohem Reisendenaufkommen, wie zum Beispiel in der Hauptreisezeit oder bei Fußballspielen, wird diese Präsenz zusätzlich erhöht. Um die Sicherheit im öffentlichen Raum zu gewährleisten, ist die Bundespolizei jedoch auf Ihre Mithilfe angewiesen. Denn nicht immer ist sofort ein Beamter zur Stelle. Bei drohender Gewalt oder Ungerechtigkeit ist daher Ihre Zivilcourage gefragt.

Sie sind sich unsicher, wie Sie im Notfall einschreiten und helfen können? Dann bilden Sie sich weiter! (Kriminal-)Polizeiliche Beratungsstellen in ganz Deutschland – auch in Ihrer Nähe – informieren über das Thema Zivilcourage. Außerdem bietet z. B. die Münchner Polizei einen kostenlosen Kurs rund um das Helfen in Notsituationen an. In diesem erfahren Sie, wie Sie Gefahrensituationen vermeiden, bei medizinischen Notfällen helfen und sich erfolgreich verteidigen.

Zur Beratungsstellensuche der Polizei: https://www.aktion-tu-was.de/beratungsstellensuche/

Kurse an Universitäten und Volkshochschulen

Auch an öffentlichen Volkshochschulen und Universitäten können Sie Beratungsangebote zum Thema Zivilcourage wahrnehmen. Diese finden oft in Kooperation mit gemeinnützigen Vereinen, wie dem Zivilcourage für alle e.V., statt. Die Kurse sind nicht nur für Studenten, sondern auch für andere Teilnehmer offen.

Die Workshops an Hochschulen sind ähnlich aufgebaut wie die Polizeikurse. Sie beinhalten leicht erlernbare Tipps zur Selbstbehauptung („Wie helfe ich mir selbst ?“) und Zivilcourage („Wie helfe ich anderen ?“). Außerdem zeigen Sie, wie man Gefahrensituationen vermeiden kann und geben Hinweise zum Umgang mit Rettungs- und Hilfevorrichtungen im öffentlichen Raum.

Beispiele für Kurse und Workshops an Hochschulen:

TU Dresden – „Courage – Wissen, sehen, handeln“

Ruhr Uni Bochum – „muTIGER“

Volkshochschule München – „Zivilcourage für alle“

Volkshochschule Frankfurt –  „Aktion Gewalt-Sehen-Helfen“

Es lohnt sich in jedem Fall, eine Beratung zum Thema Zivilcourage wahrzunehmen. Dort lernen Sie nicht nur die Theorie, sondern auch praktische und neuartige Handlungsansätze kennen. So stärken Sie Ihre Wahrnehmung für bedrohliche Situationen und wissen immer, wie Sie im Ernstfall richtig handeln. Für weitere Informationen empfehlen wir Ihnen außerdem unseren Beitrag über Zivilcourage. Dort haben wir Ihnen praktische Tipps und Regeln für das Helfen in Ernstfällen zusammengestellt.  

Was denken Sie über das Thema Zivilcourage? Würden Sie an einem Kurs teilnehmen, um anderen im Ernstfall besser helfen zu können? Wir freuen uns auf Ihre Gedanken und Anregungen in den Kommentaren!

 

 

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Zivilcourage

Zivilcourage zeigen: Hinsehen statt weggehen

 Ob Überfall, handgreifliche Auseinandersetzung oder Körperverletzung: An Bahnhöfen oder in Zügen kann es zu gefährlichen Situationen kommen. Sollten Sie selbst einmal in eine solche Lage geraten oder Zeuge einer Tat werden, ist Ihre Zivilcourage gefragt. Wir erklären Ihnen, wie Sie in derartigen Situationen am besten vorgehen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen.

Was bedeutet Zivilcourage?

Zivilcourage setzt sich aus dem Wort „Zivil“, gleichbedeutend mit „bürgerlich bzw. nichtmilitärisch“ und dem Wort „Courage“, das wiederum für „Mut“ steht, zusammen. Es beschreibt das selbstlose Verhalten von Menschen, die in Aktion treten, um anderen in gefährlichen Situationen zur Seite zu stehen. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn jemand bedroht wird und ein Dritter sich der Situation stellt, anstatt wegzusehen.

Was würden Sie tun, wenn ein anderer Passagier im Zug angegriffen wird? Würden Sie versuchen, den Angreifer zu stoppen, Hilfe holen oder einfach zusehen? Ob Sie es glauben oder nicht: Oft kann auch schon genaues Beobachten, oder das Fotografieren der Tat dabei helfen, die Täter zu überführen. Denn beim direkten Eingreifen in die Tat könnten Sie sich selbst in Gefahr bringen. Ganz besonders, wenn Sie in der Unterzahl sind, oder der Täter stärker ist als Sie.

Gesetzeslage

Im Strafgesetzbuch wird das Wort „Zivilcourage“ nicht erwähnt. Dennoch sind Sie durch das Gesetz zur Hilfe in Notlagen verpflichtet. In § 323c StGB heißt es, dass Sie bei Gefahr oder Not Hilfe leisten müssen. Die Hilfestellung muss für Sie als Helfer aber zumutbar sein, das heißt Sie sollten sich dabei nicht selbst in Gefahr bringen.

In den meisten Situationen können Sie schon mit einem Anruf der Polizei dazu beitragen, dem Opfer zu helfen. Wenn Sie dagegen einfach weitergehen, obwohl Sie dem Opfer helfen könnten, ist dies eine unterlassene Hilfestellung. In diesem Fall könnte Ihnen sogar eine Gefängnis- oder Geldstrafe drohen.

Sechs Regeln für kritische Situationen

Damit Sie sich selbst nicht in Gefahr bringen, wenn Sie Zeuge einer gefährlichen Situation werden, gibt es sechs praktische Regeln, die Ihnen zeigen, wie Sie in diesem Fall am besten handeln:

  1. Helfen Sie, aber halten Sie Abstand: Schreiten Sie nicht körperlich ein. Seien Sie aufmerksam, sprechen Sie andere mögliche Helfende direkt an oder sagen Sie laut, dass Sie Hilfe organisieren. Schon dies kann dazu beitragen, dass vom Opfer abgelassen wird.
  2. Fordern Sie andere aktiv und direkt zur Mithilfe auf: Holen Sie sich Hilfe von weiteren Personen im Umfeld. Sprechen Sie z. B. das Zugpersonal an oder bitten Sie andere Passagiere zur Mithilfe.
  3. Beobachten Sie genau: Prägen Sie sich genaue Merkmale der Täter ein, oder fotografieren bzw. filmen Sie die Tat wenn möglich. So helfen Sie der Polizei, die Täter zur Verantwortung zu ziehen.
  4. Notruf wählen: Der nächste Schritt ist der Notruf, wählen Sie die 110. Falls Sie kein Handy bei sich tragen, bitten Sie jemand anderen, die Polizei zu verständigen. Schildern Sie die Situation kurz und bündig.
  5. Kümmern Sie sich um die Opfer: Leisten Sie erste Hilfe, wenn es Verletze gibt. Die Notversorgung kann Leben retten! Fragen Sie ggf. andere Personen um Unterstützung.
  6. Stellen Sie sich als Zeuge für die Polizei zur Verfügung. Ihre Aussage kann dazu beitragen, die Straftat aufzuklären.

Nun wissen Sie, wie Sie in einer brenzligen Situation am besten handeln. Denn jeder – unabhängig von Alter, Geschlecht, Größe oder Körperbau – kann Hilfe leisten, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Mehr Informationen zum Thema Zivilcourage finden Sie auf der Webseite der Bundespolizei.

Sind Sie schon einmal in einer gefährlichen Situation selbst aktiv geworden oder haben dies miterlebt? Welches Handeln würden Sie sich selbst zutrauen? Hinterlassen Sie gerne einen Kommentar und teilen Sie Ihre Erfahrungen und Gedanken zum Thema Zivilcourage.

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Gewaltprävention und Deeskalation

Gewaltprävention: Richtig reagieren bei drohender Gefahr

Es kann sein, dass Sie nie in eine gewalttätige Situation geraten. Für den Ausnahmefall ist es dennoch gut, auf solche Vorfälle gut vorbereitet zu sein. Gewaltprävention kann Ihnen dabei helfen, drohende Gefahr zu deeskalieren und sich selbst vor Übergriffen zu schützen.

Bahnhöfe sind leider oft Anzugspunkte für zwielichtige Gestalten. Und auch in Zügen kann es sein, dass eine Gruppe angetrunkener pöbelnder Menschen zu Ihnen in die Bahn steigt. Es muss nicht unbedingt sein, dass diese Menschen gewaltbereit sind. In jedem Fall sollten Sie jedoch aufmerksam bleiben, wenn Sie sich in einer derartigen Situation wiederfinden und alles genau im Blick behalten. Seien Sie immer für den Fall bereit, dass sich die Situation verschärft, oder Sie sogar bedroht werden: Suchen Sie sich eventuelle Fluchtwege. Vergewissern Sie sich, wo die Notruftasten sind oder ob Sie mit Ihrem Handy den Notruf wählen können. 

Deeskaltation statt Aggression

Die Gewalt tritt oft nicht unmittelbar ein, sondern Täter suchen sich zunächst ein Opfer. Hier ist es wichtig, dass Sie der klassischen „Opferrolle“ nicht gerecht werden. Wer den Blick Richtung Boden wendet zeigt Schwäche. Halten Sie sich aufrecht und schauen Sie nicht herunter. Dies ist schon der erste Schritt in Richtung Gewaltprävention. Auch das direkte Anstarren kann Aggression hervorrufen und den Täter nur zusätzlich motivieren. Bleiben Sie also ruhig und entspannt. So vermitteln Sie, dass Sie souverän mit der Bedrohung umgehen.

Falls Sie verbal angegriffen werden, sollten Sie auf die herausfordernden oder auch beleidigenden Sprüche nicht eingehen. Auch hier kann es hilfreich sein, den Täter zu ignorieren. Lassen Sie sich in keinem Fall provozieren. Wenn Sie antworten, dann übernehmen Sie die führende Rolle. Siezen Sie den Täter, um die Distanz zu halten. Versuchen Sie, die Situation zu deeskalieren. Fragen sie z. B. „Warum drohen Sie mir?“ oder sagen Sie „Ich habe nichts mit Ihrer Aggression zu tun. Lassen Sie mich in Ruhe!“. Wenn es Ihnen möglich ist, sollten Sie sich von dem Täter entfernen. Gehen Sie weiter oder setzen Sie sich um, wenn Sie sich im Zug befinden. Auch das Ansprechen von anderen Personen kann helfen, den Täter zu verunsichern.

Auch verbal Abstand halten

Wenn sich der Täter trotz Ihrer Abwehrstrategie nähert, sollten Sie alarmbereit sein. Zeigen Sie, dass Sie dies nicht dulden. Spätestens jetzt müssen Sie sich verbal wehren. Ein lautes und deutliches „Halt! Bleiben Sie stehen!“ gibt Ihnen die nötige Präsenz. Indem Sie die Hand ausstrecken unterstreichen Sie Ihre selbstbewusste Konfrontation. In jedem Fall sollten Sie versuchen den Täter zu irritieren und ihn an der Annäherung hindern.

Kommt es zu körperlicher Gewalt ist die Intervention schwieriger als zuvor. Deshalb sollten Sie immer versuchen eine Eskalation so gut es geht zu verhindern. Machen Sie auf sich aufmerksam und rufen Sie nach Hilfe. Sie können auch umstehende Personen dazu auffordern, den Notruf zu wählen.

Gewaltprävention ist wichtig, auch wenn sie Zeuge werden

Die Techniken der Gewaltprävention können Sie nicht nur anwenden, wenn Sie selbst in Gefahr sind. Sie helfen Ihnen auch, wenn Sie selbst Zeuge einer gewalttätigen Situation werden. Denn der erste Schritt sollte es immer sein, die Gewalt zu verhindern und Hilfe zu suchen. Greifen Sie  nie überstürzt in eine Tat ein.

Befanden Sie sich schon einmal in einer brenzligen Situation? Wie haben Sie reagiert, um zu deeskalieren? Hinterlassen Sie einen Kommentar und teilen Sie Ihre Erfahrungen und Gedanken.

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medizinischer Notfall im Zug

Medizinischer Notfall im Zug – So verhalten Sie sich richtig

„Ist ein Arzt an Board?“ Vielleicht haben Sie eine solche Durchsage vom Bahnpersonal im Zug schon einmal gehört. Nicht schön, aber wahr: Medizinische Notfälle in Zügen geschehen leider ab und zu. So kann es auch Ihnen passieren, dass Sie selbst Zeuge von einem Notfall werden. Wie Sie in einer solchen Situation am besten handeln, verraten wir Ihnen in diesem Beitrag.

Im Notfall Erste Hilfe leisten

Wenn Sie bemerken, dass es einem Mitreisenden nicht gut geht, oder Sie einen Notfall miterleben, sollten Sie in jedem Fall zunächst erste Hilfe leisten. Vergewissern Sie sich, wie der Zustand der Person ist und wie Sie ihr weiterhelfen können. In jedem Zug steht ein Notfall-Koffer zur Verfügung, mit dem erste Hilfeleistungen möglich sind.

Der letzte Erste Hilfe-Kurs ist schon eine Weile her? Das Deutsche Rote Kreuz bietet viele Informationen zum Thema Erste Hilfe.

Das Zugpersonal informieren

Ihr direkter Ansprechpartner bei allen Problemen an Board ist das Zugpersonal. Der Zugbegleiter kann den Lokführer informieren und einen eventuell nötigen Halt veranlassen. Außerdem hat er auch die Möglichkeit, sich bei einem medizinischen Notfall über eine Durchsage zu vergewissern, ob sich ärztliches Personal an Board des Zuges befindet.

Notrufnummer wählen

Sollte eine Person im Zug bewusstlos sein oder in ernsthafter Lebensgefahr schweben, rufen Sie so schnell wie möglich die Notrufnummer 112. Geben Sie dabei immer an, in welchem Zug Sie sich befinden, in welche Richtung Sie fahren und welche die nächste Station ist. Die Notrufstelle nimmt dann Kontakt zu einer Notfallleitstelle der Bahn auf, die dann das Personal an Board des Zuges informiert. Bei einer Schlägerei oder anderen Bedrohung wählen Sie den polizeilichen Notruf 110. Die Polizei sollte dann am nächsten Bahnhof bereit stehen.

Im Medizinischen Notfall nicht die Notbremse ziehen

Das Betätigen der Notfallbremse ist bei Notfällen im Zug oft wenig hilfreich. Denn das Stehenbleiben des Zuges auf freiem Terrain verzögert nur die Ankunftszeit zum nächsten Bahnhof. Bei einem medizinischen Notfall könnte diese Zeit lebenswichtig sein – Die betroffene Person sollte schnellstmöglich medizinisch versorgt oder mit einem Krankenwagen in das nächste Krankenhaus transportiert werden.

Haben Sie schon einmal einen Notfall im Zug erlebt? Wie haben Sie oder andere Fahrgäste reagiert? Berichten Sie uns von Ihren Erfahrungen – und schreiben Sie diese in das Kommentarfeld.

 

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