So sicher ist ein Bahnübergang

An rund 19.400 Stellen in Deutschland sorgen Bahnübergänge für eine reibungslose Begegnung von Zug- und Straßenverkehr. Wie die Bahnübergänge funktionieren und für Ihre Sicherheit sorgen, haben wir uns genau angeschaut.

Diese Verkehrszeichen weisen auf einen Bahnübergang hin

Andreaskreuz: In der Regel sehen Sie am Bahnübergang das Andreaskreuz. Eine Ausnahme sind Bahnübergänge an Fußwegen. Hier sind die Übergänge mit Umlaufsperren ausgestattet. Das Zeichen räumt dem Schienenverkehr Vorrang vor dem Straßenverkehr ein. Aufgrund der großen Masse von Zügen und der hohen Geschwindigkeiten haben sie nämlich einen viel längeren Bremsweg als ein PKW.

An verkehrsarmen Strecken werden die Bahnübergänge nicht technisch gesichert. Das bedeutet, dass Sie sich vor dem Überqueren des Bahnübergangs selbst versichern müssen, ob ein Zug naht. Schauen Sie sorgfältig in beide Richtungen und verschaffen Sie sich eine Übersicht auf die Bahnstrecke. Achten Sie auch auf hörbare Signale der Eisenbahnfahrzeuge.

 

Achtung Bahnübergang: Dieses Schild kündigt einen Bahnübergang an. Es ist dabei egal, ob dieser technisch oder nicht technisch gesichert ist. Sobald Autofahrer dieses Hinweisschild passieren, müssen sie mit angemessener Geschwindigkeit fahren. Außerdem gilt ab dem Schild Überholverbot.

Technisch gesicherte Bahnübergänge

Die Art der Bahnstrecke bestimmt, wie der Bahnübergang gesichert wird. Dies hängt von folgenden Faktoren ab: Handelt es sich um eine Hauptbahn oder Nebenbahn? Mit welcher Geschwindigkeit dürfen Züge die Strecke befahren? Wie ist die Verkehrsstärke auf der
kreuzenden Straße? Hieraus ergibt sich eine Staffelung an Sicherheitsvorkehrungen.

An eingleisigen Nebenstrecken, die mit einer maximalen Geschwindigkeiten von
80 km/h befahren werden dürfen, sind nicht technisch gesicherte Bahnübergänge zulässig. Darf die Strecke jedoch von Zügen mit einer Geschwindigkeit von max. 160 km/h befahren werden, so sind technisch gesicherte Bahnübergänge notwendig. Auf Schnell- und Neubaustrecken, also auf Strecken mit Geschwindigkeiten über 160 km/h sind hingegen Bahnübergänge generell nicht erlaubt. Hier gibt es ausschließlich Über- und Unterführungen.

Technisch gesicherte Bahnübergänge sind ausgestattet mit:

  • (Voll-)Schranken mit und ohne Lichtzeichen
  • Halbschranken mit Lichtzeichen bzw. Blinklicht
  • Blinklicht oder Lichtzeichen
  • Anrufschranken

Bahnübergangssicherungsanlagen (Büsa)

Besonders verkehrsreiche Kreuzungspunkte werden zusätzlich mit sogenannten Bahnübergangssicherungsanlagen (Büsa) betrieben. 62 Prozent der 19.423 Bahnübergänge verfügen über eine technische Sicherung. Man unterscheidet zwei Kategorien: die signalgesteuerte Büsa mit Anbindung an ein Stellwerk und die zuggesteuerte.

Zuggesteuerte Bahnübergangssicherungsanlage

Bei der zuggesteuerten Sicherung löst der Zug selbst die Sicherung aus. Der Lokführer oder der Fahrdienstleiter überwachen den Vorgang. Fährt der Zug in den sogenannten Einschaltabschnitt vor dem Bahnübergang ein, wird ein Signal ausgelöst. Nun schließen die Halbschranken. Somit ist der Bahnübergang für den Straßenverkehr blockiert. Zusätzlich warnen Lichtzeichen den Straßenverkehr vor dem nahenden Zug: Erst leuchten sie gelb, kurz danach rot.

Bereits einen Kilometer vor dem Bahnübergang wird dem Lokführer durch ein weißes Standlicht-Signal angezeigt, ob die Sicherung erfolgt ist. Dieser Vorlauf ist wichtig, um den Zug rechtzeitig abbremsen zu können. Bleibt das Signal aus, muss der Lokführer vor dem Übergang halten.

Kurz nach dem Passieren gibt der Zug den Bahnübergang automatisch wieder frei, in dem er den Ausschaltabschnitt befährt. Die Schranken öffnen sich wieder und die roten Lichtzeichen erlöschen.

Signalgesteuerte Bahnübergangssicherungsanlage

Die signalgesteuerte Büsa ist mit einem Stellwerk verbunden und wird von dort bedient. Dabei steuert und überwacht das Stellwerk den Vorgang. Ist der Bahnübergang gesichert, wird dem Lokführer das Hauptsignal „Fahrt“ angezeigt.

Hinweis: Lesen Sie auch, welche Signale es für die Bahn gibt und wie die Hauptsignale und Vorsignale aussehen.

Worauf achten Sie, wenn Sie sich einem Bahnübergang nähern? Steigen Sie bei geschlossenen Schranken aus und beobachten den näher kommenden Zug? Erzählen Sie uns von Ihren Erfahrungen und Eindrücken in unserem Kommentarfeld.

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Das ist der sicherste Sitzplatz im Zug

Unter allen Verkehrsmitteln ist die Bahn das sicherste Fortbewegungsmittel. Dennoch können auch bei einer Zugfahrt Unfälle passieren. Wir sagen Ihnen, welcher Sitzplatz im schlimmsten Fall der sicherste ist.

Züge sind das sicherste Verkehrsmittel

Auto versus Bahn: Laut der Allianz pro Schiene ist Bahnfahren überall in Europa sicherer als Autofahren.

So war im deutschen Zehnjahresschnitt von 2008 bis 2017 die Wahrscheinlichkeit für Insassen eines PKW 56-mal höher tödlich zu verunglücken als für Bahnreisende. Das Verletzungsrisiko ist für Autofahrende sogar 105-mal höher.

Wo ist der sicherste Sitzplatz im Zug?

Da Unfälle unterschiedlich sind, gibt es nicht den einen sichersten Sitzplatz im Zug. Denn je nach Art des Unfalls wirken die auftreffenden Kräfte unterschiedlich und verteilen sich anders. Während bei einem Frontalzusammenstoß die hinteren Zugabteile geschützter sind, sind die Überlebenschancen im vorderen Teil des Zuges bei einem Auffahrunfall am größten.

Demnach ist der sicherste Sitzplatz jeweils am weitesten entfernt vom Unfallzentrum, weil ein Großteil der Aufprallenergie bereits absorbiert wurde, ehe sie den Fahrgast erreicht hat. Sollte der mittlere Teil des Zuges entgleisen, sind hingegen die vorderen und hinteren Bereiche im Zug sicherer.

So finden Sie Ihren sicheren Sitzplatz

Im vorderen Zugbereich, mittig oder im letzten Wagenabteil: Wo sollte man sich nun einen Sitzplatz suchen? Besonders gefährlich sind die Stehplätze zwischen den Sitzreihen. Vor allem im Bereich der Ausstiegstüren befinden sich etliche Hindernisse wie Stufen, Feuerlöscher oder Geländer, gegen die Sie fallen könnten. Daher raten wir von einem Sitz- oder Stehplatz in diesem Bereich ab. Gerade wenn Sie stehen, sind Sie der kinetischen Energie schutzlos ausgeliefert. Sie sollten sich daher stets einen Sitzplatz für Ihre Bahnfahrt wählen.

Wählen Sie einen Sitzplatz mittig im Zug

Bei einem Aufprall- oder Auffahrunfall sind Sie in der Zugmitte am besten geschützt, da die jeweiligen Zugenden wie eine Knautschzone wirken.

Setzen Sie sich entgegen die Fahrtrichtung

Setzen Sie sich entgegen die Fahrtrichtung. So wirken die Verzögerungskräfte von vorne nach hinten auf Ihren Körper. Denn der Sitz fängt bereits einen Großteil der Aufprallenergie ab. Außerdem stützt und schützt Sie der Sitz vor schweren Verletzungen. Wenn Sie hingegen mit dem Blick in Fahrtrichtung sitzen, könnten Sie ungehindert auf den vorderen Sitz prallen. So steigt das Verletzungsrisiko deutlich.

Wählen Sie einen Gangplatz

Setzen Sie sich außerdem nah an den Gang. Ein Gangplatz ist bei einem seitlichen Zusammenstoß der sicherere Platz. Reduzieren Sie außerdem die Gefahr durch entgegenkommende Züge und entscheiden Sie sich für einen Sitzplatz auf der rechte Seite (in Fahrtrichtung gesehen).

Abteil statt Großraumwaggon

Umherfliegendes Gepäck stellt eine große Gefahrenquelle bei einem Umfall dar. Bevorzugen Sie daher einen Sitzplatz in einem Abteil statt in einem Großraumwaggon. Denn hier gibt es deutlich weniger Gepäck.

Hinweis: Lesen Sie in unserem Beitrag, wie Sie Ihr Gepäck am besten verstauen.

Schauen Sie sich bereits beim Beginn Ihrer Bahnfahrt nach dem Notausstieg um. So wissen Sie, wo Sie im Notfall den Zug verlassen können.

Sie haben sicher Ihre persönlichen Vorlieben und Vorstellungen vom perfekten Sitzplatz. Suchen Sie den Platz nach Sicherheitskriterien aus oder spielen diese Gedanken für Sie keine Rolle? Schreiben Sie uns doch einen Kommentar, wie Sie sich für Ihren perfekten Sitzplatz entscheiden.

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Sommerhitze während der Bahnfahrt: So reisen Sie sicher

Bei sommerlichen Rekordtemperaturen wird alles zur Belastungsprobe: so auch eine Bahnfahrt. Wie Sie trotz Sommerhitze sicher mit der Bahn reisen und was das Projekt „weiße Schiene“ damit zu tun hat, verraten unsere Tipps.

Bei Sommerhitze Bahn fahren: Herausforderung Klimaanlagen

In einigen Zügen gibt es Klimaanlagen. Diese sind jedoch nur für Außentemperaturen bis 32 Grad ausgelegt. Steigt das Thermometer über diese Marke, fällt die Kühlung im Zug schon mal aus.

Wie gut die Anlagen arbeiten, hängt auch vom Alter und Typ des Zuges sowie der Passagierzahl ab. So funktionieren die Klimaanlagen an und für sich selbst bei ungewöhnlich hohen Temperaturen solange kein technischer Defekt vorliegt. Sitzen jedoch besonders viele Fahrgäste im Zug, wird dadurch die effektive Kühlwirkung reduziert. Selbst wenn kein technischer Defekt vorliegt, wird es also wärmer im Zug.

In Zügen ohne Klimaanlage können Fahrgäste zur Abkühlung nur das Fenster öffnen. Doch auch in diesem Fall können Sie sich gegen die Hitze auf Ihrer Bahnfahrt wappnen.

Diese Utensilien gehören in Ihr Gepäck, wenn Sie im Sommer Bahn fahren

Sie können zwar nicht die Sommerwärme verhindern, jedoch Ihr Gepäck entsprechend vorbereiten. Wir verraten Ihnen, mit welchen Utensilien Sie optimal für Ihre nächste Bahnreise bei tropischen Temperaturen ausgerüstet sind.

Ausreichend Wasser

Achten Sie bei hohen Temperaturen darauf, dass Sie ausreichend trinken. Mindestens 2 bis 3 Liter pro Tag sollten Sie an Flüssigkeit aufnehmen. Denn Ihr Körper leistet Schwerstarbeit, um Ihre Körpertemperatur durch Schwitzen abzukühlen oder konstant zu halten. Dadurch verlieren Sie stetig Wasser. Steigt die Außentemperatur, steigt auch Ihr Wasserverlust. Sorgen Sie also für Nachschub. Hierfür sind Wasser und Fruchtschorlen am besten geeignet.

Seit dem Extremsommer 2018 stehen an großen Bahnhöfen Wasservorräte zur Verfügung, mit denen Reisende im Notfall versorgt werden können. In einigen Zügen gibt es ebenfalls in Tetra Paks abgefülltes Notfallwasser. Über das Austeilen dieses Wassers wird jedoch situativ entschieden. Denn es gibt keine Vorschriften, wann es ausgeteilt werden soll.

Neben dem Trinken ist auch die richtige Ernährung auf Ihrer Bahnreise wichtig. Unterstützen Sie Ihren Körper mit Salzen und Proteinen. Ein idealer Snack sind daher Nüsse oder Wassermelone. Stark gewürzte Speisen sollten Sie hingegen meiden. Denn diese verstärken nur das Durstgefühl.

Kühltasche

Ist es warm, sind gekühlte Snacks eine Wohltat. Wasserreiches Obst wie Wassermelone, Erdbeeren oder Pfirsiche bleiben in einer Kühltasche über mehrere Stunden lang kühl. In den robusten Taschen lässt sich das Obst besser transportieren. Außerdem bleibt es hier länger frisch.

Fächer oder Mini-Ventilator

Mit einem Fächer oder einem kleinen Hand-Ventilator sorgen Sie unterwegs für Abkühlung. Durch die kompakte Größe passen die kleinen Hilfsmittel bequem in fast jede Tasche.

Sprühflasche

Mit fein zerstäubtem Wasser können Sie sich abkühlen und erfrischen. Hierfür eignen sich Sprühflaschen. Kleine Modelle passen gut ins Handgepäck und sind wiederbefüllbar.

Hinweis: Falls Sie während Ihrer Bahnfahrt unerträgliche Kopfschmerzen bekommen, Schwindel einsetzt oder Übelkeit auftritt, sollten Sie beim nächsten Halt den Zug verlassen. Es könnte ein Hitzeschlag drohen. Suchen Sie umgehend eine kühlere Umgebung auf.

Hitze-Schutzverfahren „weiße Schiene“

Die Bahn weitet ihre Hitze-Schutzverfahren für Bahnschienen aus. Künftig müssen Hitzeperioden einkalkuliert werden. Daher werden derzeit im Zuge des Projekts weiße Schiene kühlende „Sunblocker“ für Bahnschienen getestet. Hierbei wird die möglicherweise kühlende Wirkung eines weißen Farbanstrichs auf den Schienen im Praxistest überprüft. Labortests ergaben, dass weiße Schienen zwischen sieben und acht Grad kühler blieben als Schienen ohne Anstrich. Durch den Farbanstrich soll verhindert werden, dass sich die Schiene beziehungsweise der Stahl ausdehnt. Denn diese Ausdehnung wirkt sich stark auf die Schienen und das Gleisbett aus.

Seit September 2019 läuft der Praxistest auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Hannover-Würzburg. Auf der 61 Meter hohen und 14 Meter breiten Pfieffetalbrücke bei Melsungen bietet kein Baum oder Strauch Schatten. Im Halbstundentakt fahren tagsüber ICE-Züge, nachts Güterzüge, über die Gleise. Um einen Vergleich zu haben wurde eines der beiden Gleise auf der Brücke weiß angestrichen. Das zweite blieb hingegen unverändert. Temperatursensoren an den Gleisen messen rund um die Uhr die Temperatur des Stahls. Diesen Sommer soll noch getestet werden, damit ein Expertenteam gegen Ende diesen Jahres die Daten auswerten kann.

Neben dem Projekt weiße Schiene sollen etwa Aerogel oder Erkenntnisse aus der Bionik der Technik und den Bahnanlagen Kühlung verschaffen. Ziel ist es, Klima- und Umweltverträglichkeit sowie den sicheren und zuverlässigen Eisenbahnbetrieb für die Fahrgäste zu vereinen.

Wie bereiten Sie sich auf eine Bahnfahrt bei Hitze vor? Wir sind auf Ihre Erlebnisse und Tipps gespannt. Schreiben Sie uns diese einfach ins Kommentarfeld.

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Zugverspätung oder Ausfall – Ihre Rechte im Entschädigungsfall

Natürlich bemühen sich alle Bahnunternehmen Ihnen eine pünktliche und angenehme Fahrt zu ermöglichen. Doch manchmal gelingt dies nicht – Zugverspätung und Zugausfall sind die Folge. Welche Rechte Sie im Entschädigungsfall haben, zeigen wir Ihnen.

Falls sich durch Verspätungen oder Zugausfälle Ihre Reiseplanung ändert, können Sie als Fahrgast von Ihren gesetzlich festgeschriebenen Rechten Gebrauch machen. Laut EuGH-Urteil gelten diese auch bei höherer Gewalt wie Suizid, Unwetter oder Streikauswirkungen. Also dann, wenn nicht das Bahnunternehmen für die Verspätung verantwortlich ist. Welche Rechte Sie im Entschädigungsfall bei einer Zugverspätung haben, haben wir aufgelistet.

Entschädigungsfall bei Zugverspätung am Zielbahnhof

Trifft Ihr Zug am Zielbahnhof 60 Minuten oder mehr zu spät ein, erhalten Sie eine Entschädigung von 25 Prozent Ihrer Fahrkarte. Ab 120 Minuten Verspätung steht Ihnen ein Ausgleich der Fahrtkosten von 50 Prozent zu.

Für Zeitfahrkarten wie Länder-Tickets oder besondere Angebote gelten pauschale Entschädigungsbeträge, die je Verkehrsverbund variieren:

  • Im Nahverkehr sind für die 2. Klasse etwa 1,50 Euro und der 1. Klasse zwischen 2,25 und 2,50 Euro veranschlagt.
  • Im Fernverkehr für die 2. Klasse 5,00 und die 1. Klasse 7,50 Euro.
  • Besitzen Sie eine Abo-Karte wie die BahnCard 100 oder ähnliche Vergünstigungen steht Ihnen im Verspätungsfall ein Ausgleich von 10,00 Euro (2. Klasse) bzw. 15,00 Euro (1. Klasse) zu.

Diese Beträge gelten ab 60 Minuten Verspätung.

Hinweis: Bei Zeitfahrkarten erhalten Sie eine maximale Entschädigung von 25 % des Zeitkartenpreises. Entschädigungsbeträge unter 4,00 Euro werden nicht ausgezahlt. Hier sollten Sie mehrere Zeitkarten gesammelt einreichen.

Weiterfahrt mit einem anderen Zug oder weiteren Verkehrsmitteln

Ist eine Verspätung am Zielbahnhof von mindestens 20 Minuten absehbar, dürfen Sie Ihre Bahnfahrt mit jedem anderen, nicht reservierungspflichtigen Zug fortsetzen. Um Ihre Ankunftszeit zu verringern, dürfen Sie auch höherpreisige Züge nutzten. In diesem Fall müssen Sie jedoch vorerst die Kosten übernehmen und können sich diese im Anschluss erstatten lassen.

Sollte Ihr Zug planmäßig den Zielbahnhof erst zwischen 0 und 5 Uhr erreichen und hierbei 60 Minuten verspätet sein, dürfen Sie auch andere Verkehrsmittel nutzen. Dies gilt auch, wenn Sie mit der letzten planmäßigen Verbindung unterwegs sind und ohne andere Verkehrsmittel Ihr Ziel nicht bis Mitternacht erreichen könnten. Die Kosten werden bis maximal 80 Euro erstattet.

Hinweis: Falls Ihnen das Bahnunternehmen eine Möglichkeit zur Weiterfahrt organisiert, hat diese Vorrang vor selbstorganisierten Alternativen.

Wenden Sie sich daher zunächst an die Mitarbeiter des Bahnunternehmens mit dem Sie unterwegs sind. Diese regeln Ihre Weiterfahrt bzw. Übernachtung. Wenn Sie Ihre Weiterfahrt oder Übernachtung auf eigene Faust organisieren, haben Sie nur auf Kulanzbasis des Unternehmens die Möglichkeit, Ihre Auslagen wieder zu bekommen. Sie können keinen Ersatz der Kosten für ein anderes Verkehrsmittel oder eine Übernachtung verlangen, wenn Sie sich nicht erfolglos um Kontaktaufnahme vor Ort mit der Fahrkartenverkaufsstelle- oder Informationsstelle oder Personal des genutzten Zuges bemüht haben.

Erstattung der Reisekosten bei Reiseabbruch

Wird Ihr Zug am Zielbahnhof mehr als 60 Minuten verspätet eintreffen, können Sie sich einen Teil Ihrer Reisekosten erstatten lassen – bis maximal 80 Euro. Diese Erstattung greift bei Nichtantritt oder Abbruch der Reise wegen Verspätung, Zugausfall oder Anschlussverlust. Eine Erstattung erhalten Sie, wenn Sie aufgrund der Verspätung von Ihrer Reise zurücktreten. Brechen Sie Ihre Fahrt unterwegs ab, da sie durch die Verspätung sinnlos wird, können Sie die Fahrkosten auch für die bereits durchfahrene Strecke sowie die Fahrkarte für die Rückfahrt zum Ausgangsbahnhof beanspruchen. Nutzen Sie hingegen eine Teilstrecke, dann können Sie sich den nicht genutzten Anteil erstatten lassen.

Übernahme Übernachtungskosten

Ist aufgrund einer Verspätung die Weiterreise am selben Tag nicht zumutbar, kann eine Übernachtung erforderlich sein. In diesem Fall werden angemessene Übernachtungskosten erstattet. Die Bahngesellschaft kann Ihnen hierfür eine Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung stellen. Diese hat Vorrang vor selbst organisierten Alternativen.

Achtung: Für die verschiedenen Verkehrsverbünde und Landestarife können abweichende Regelungen gelten. Erkundigen Sie sich daher beim jeweiligen Verbund.

Wie werden Ansprüche Im entschädigungsfall bei zugverspätung geltend gemacht?

Bevor Sie Ihre Ansprüche geltend machen können, muss geklärt werden, wer der Verursacher ist. Ist das Bahnunternehmen in der Verantwortung, wenden Sie sich an den jeweiligen Kundenservice. Um Ihre Ansprüche geltend zu machen, haben Sie verschiedene Möglichkeiten:

  • Ausfüllen des Fahrgastrechteformular (online oder postalisch): Hierbei fügen Sie Ihre Fahrkarte entweder als Scan oder als Original bei.
  • Anspruch im Servicecenter des jeweiligen Verkehrsunternehmens einfordern: Auch hier müssen Sie ein Fahrgastrechteformular ausfüllen und mit Ihrem Fahrschein belegen.

Hinweis: Alle Rechte im Detail finden Sie hier.

Die wichtigsten Fragen rund um Ihre Reise mit dem Zug und wie sicher eine Bahnfahrt ist, erfahren Sie in unserem Blogbeitrag.

Haben Sie schon mal wegen einer Zugverspätung einen Entschädigungsfall wie Übernachtung oder eine Erstattung in Anspruch genommen?  Schreiben Sie uns gerne einen Kommentar und lassen Sie uns an Ihren Erfahrungen teilhaben.

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Klassenfahrt oder Gruppenreise – sicher mit der Bahn

Mit der Klasse oder einer großen Gruppe verreisen macht Spaß. Neben dem Bus steht Ihnen die Bahn für Ihre sichere Gruppenreise zur Verfügung. Wir verraten, worauf Sie achten sollten und wie die Reise mit größeren Gruppen gelingt.

Vor der Fahrt: Die Planung Ihrer Gruppenreise mit der Bahn

Sie planen eine Gruppenreise oder Klassenfahrt? Dann lassen Sie sich bei der Organisation vom Servicepersonal des jeweiligen Bahnunternehmens unterstützen. Im Kundencentern oder in Partner-Agenturen sowie telefonisch über das Service-Telefon erhalten Sie vom Kundenberater neben Vorschlägen für die günstigsten Verbindungen auch eine umfassende und individuelle Beratung.

Im Fernverkehr sowie in einigen Nahverkehrszügen ist eine Reservierung möglich. Buchen Sie Ihre Bahnreise langfristig und reservieren Sie entsprechend Ihre Sitzplätze im gleichen Wagen oder Abteil. So kann Ihre Gruppe zusammensitzen und Sie müssen nicht im Zug umherlaufen, um Ihre Gruppe zu beaufsichtigen.

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Für Ihre Reise mit Mitteldeutsche Regiobahn empfehlen wir, Ihre Gruppenreise ab 15 Personen mindestens 14 Tage im Voraus anzumelden. Hierfür stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.

So buchen Sie Ihre Klassenfahrt oder Gruppenreise mit der MRB:

  • Über das Kontaktformular
  • Über das Service-Telefon zum Ortstarif: 0341 231898288
  • Persönlich in den MRB-Kundencentern

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Hinweis: Die Anmeldung Ihrer Gruppenreise ist besonders für Ihre geplante Reise an einem Wochenende notwendig, denn hier reisen viele mit der Bahn. Auch kurz vor den Sommerferien gibt es viele Schulausflüge und die Züge sind entsprechend voll. Erfahrungsgemäß sind die Strecken dann sehr stark ausgelastet. Trotz des hohen Reiseaufkommens ist es oft nicht möglich, weitere Züge einzusetzen.

Speichern Sie sich den Reiseverlauf ab oder drucken Sie den Reiseplan aus, damit Sie stets Ihre Reisedaten im Blick haben. Sollten Sie eine Reservierung haben, erkundigen Sie sich, in welchem Bereich des Bahnsteigs Ihr reservierter Wagen hält. So können Sie direkt einsteigen und müssen nicht alle auf der Suche nach den Sitzplätzen durch den Zug laufen.

Während der Fahrt: So gelingt die sichere Gruppenreise

Der Tag der Fahrt

Vereinbaren Sie einen Treffpunkt an einem zentralen Punkt im Bahnhof, nicht am Gleis. Direkt am Bahnsteig warten auch anderen Fahrgäste, es herrscht mehr Gedränge. Daher ist es am Gleis schwerer, die Ankunft verschiedener Gruppenteilnehmer zu überblicken und für deren Sicherheit zu sorgen. Teilen Sie Ihre Gruppe beim Einsteigen auf und lassen Sie nicht die gesamte Gruppen an einer Tür einsteigen. Dadurch entspannt sich das Einsteigen.

Hinweis: Bestimmen Sie eine Begleitperson, die als Letzte ein- und als Erste aussteigt.

Auf Ihrer Bahnfahrt managen Sie eine große Gruppe verschiedenster Kinder, Jugendlicher oder Erwachsener und die Kontrolle über die Bahntickets. Nicht zu vergessen: Die Stimmung Ihrer Mitreisenden über möglicherweise mehrere Stunden Zugfahrt. Als Begleitperson benötigen Sie daher eine wohlüberlegte Planung, Achtsamkeit und gleichzeitig Unterhalterqualitäten.

Das Gruppenticket

Nachdem Sie Ihr Gruppenticket frühestmöglich gebucht haben, sollten Sie dieses an einem festen Platz verstauen. So erleben Sie keine Überraschung oder langes Suchen. Ideal sind verschließbare Umschläge aus einem festen Material. Hier können Sie alle notwendigen Unterlagen zu Ihrer Reise verstauen und haben alles schnell griffbereit.

Die Mitreisenden

Sie kennen Ihre Gruppe am besten. Lassen Sie Kinder und Jugendliche bereits vor Abreise den gewünschten Sitzpartner wählen, dies vermeidet Stress im Waggon.

Das Gepäck

Taschen, Koffer und Co. sollten sicher verstaut werden. Große Koffer und Taschen in den vorgesehenen Zwischenräumen am Boden und leichtes Gepäck sowie Jacken in der Hutablage über den Sitzen. Wie Sie das Gepäck am besten verstauen, lesen Sie hier. Damit nichts vergessen wird: Weisen Sie Ihre Gruppe zeitig genug darauf hin, dass sie bald den Zielbahnhof erreichen.

Hinweis: Sie haben doch etwas im Zug vergessen? In unserem Blogartikel  erfahren Sie, wie Sie Ihre Fundsachen wiederbekommen.

Die Stimmung

Ältere Kinder beschäftigen sich selbständig. Bei jüngeren Reisenden können Sie kleine Spiele im Vorfeld vorbereiten. Lustig sind Spiele, die thematisch etwas mit einer Reise zu tun haben. Fragen Sie vor der Reise, was sich die Gruppe wünscht. Vielleicht gibt es Anregungen oder sogar Spielvorschläge. Im Notfall hilft ein kleiner Snack, um die Laune aufzuhellen. Schreiben Sie auf den Packzettel für die Eltern ein kleines Lunchpaket für die Bahnfahrt.

Mit einer frühzeitigen, gezielten Reiseplanung sorgen Sie für eine sichere und sorgenfreie Bahnreise. Sind Sie bereits mit einer Klasse oder Gruppe mit der Bahn gefahren? Wie waren Ihre Erfahrungen? Haben Sie weitere Tipps und Hinweise, damit die Bahnfahrt gelingt? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.

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So verstauen Sie Ihr Gepäck sicher im Zug

Rucksack, Handtasche, Reisekoffer: Meist reist man mit Gepäck in der Bahn. Doch wo stellt man sein Gepäck am besten hin? Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie Koffer und Co. sicher verstauen.

Beim Verstauen Ihres Gepäcks gibt es eine wichtige Regel: Gänge, Türen und Sicherheitseinrichtungen wie Feuerlöscher müssen frei bleiben! Denn die Gänge sind sowohl der Arbeitsplatz des Zugpersonals als auch Fluchtwege. Fluchtwege dienen auch Ihrer Sicherheit. Blockieren Sie außerdem mit Ihrem Gepäck weder die gekennzeichneten Stellplätze für Rollstühle noch andere Sitzplätze. So erleichtern Sie Ihren Mitfahrern und dem Personal die Fahrt. Und sorgen für Ihre eigene Sicherheit.

Um Ihren Koffer oder anderes Gepäck sicher auf Ihrer Bahnfahrt unterzubringen, gibt es verschiedene Orte.

Flaches Gepäck unter dem eigenen Sitz platzieren

Ihr kleiner Koffer oder Ihre Tasche passt bequem unter den Sitzplatz. Schieben Sie Ihr flaches Gepäck ähnlich wie das Handgepäck im Flugzeug einfach unter die Sitzfläche. Sie können kleine Koffer auch wischen Ihren Füßen abstellen und diese so arretieren. Achten Sie hierbei jedoch darauf, dass Sie keinen Sitzplatz blockieren oder Gurte und Griffe Ihrer Taschen zur Stolperfallen werden.

Kleine Koffer zwischen den Sitzen verstauen

Trifft ein Sitzpaar in Fahrtrichtung auf ein Sitzpaar gegen die Fahrtrichtung, so entsteht zwischen diesen Sitzreihen ein Zwischenraum. Hier können Sie kleinere bis mittlere Gepäckstücke oder schmale Koffer reinschieben. Durch die sich zugewandten Sitzlehnen ist Ihr Gepäck begrenzt und kann nicht umfallen.

Hinweis: Schieben Sie Rollkoffer mit den Rollen parallel zum Gang in den Zwischenraum, sonst kann dieser in Kurven auf den Gang rollen.

Schmale Taschen passen zwischen Tür und Sitzplatz

In einigen Zügen ist ein schmaler Platz zwischen der Großraumbereichstür und der hintersten Sitzreihe. Hier können Sie besonders schmale Taschen deponieren. Vergewissern Sie sich, dass Ihr Gepäck die Tür nicht behindert und sich diese ohne Probleme schließt.

Größeres Gepäck, Jacken und Co.: Die Gepäckregale über den Sitzen

Gepäckablagen befinden sich über den Sitzen in den meisten Fernverkehrszügen in den Großraumbereichen und in den Abteilen. Die Ablagen bieten problemlos Platz für Ihren Koffer mit den Abmessungen 70x50x30 cm oder auch für sperriges Gepäck wie Jacken, Regenschirme und Co. In Regionalzüge sind die Gepäckablagen hingegen meist unterschiedlich groß: mal passt ein Koffer hinein, häufig aber nicht. Um den Platz in der Gepäckablage effektiv zu nutzen, legen Sie Ihre Koffer und Taschen mit der kurzen Seite nach vorne zeigend hinein. So passen deutlich mehr Koffer in die Ablage und das Gepäck verrutscht weniger.

Für Ihre Jacke befinden sich in einigen Zügen Haken in Fensternähe. Im Fernverkehr sind diese meist verschiebbar. Im Nahverkehr sind die Haken, wenn vorhanden, meist fix.

Achtung: Achten Sie auf die Köpfe Ihrer Mitfahrer, wenn Sie Ihr Gepäck in die Ablage legen und wieder herausnehmen.

Für große Koffer: Die Gepäckregale im Großraumbereich

Abhängig vom Fahrzeugtyp der Bahn befinden sich in den Zügen des Fernverkehrs weitere Gepäckablagen im Einstiegsbereich oder in der Wagenmitte zwischen den Sitzreihen des Großraumbereichs. Diese sehen wie Regale aus. Hier stellen Sie besonders große Koffer oder Ihren zusammengeklappten Kinderwagen ab. Wenn Sie Ihr Gepäck lieber im Blick behalten wollen, reservieren Sie sich gezielt Ihren Sitzplatz in der Nähe eines Großgepäckregals.

Fahrräder sicher auf der Bahnreise transportieren

Informieren Sie sich vor Ihrer Bahnfahrt über die Transportbedingungen für Ihr Rad. Hier gibt es bei den unterschiedlichen Anbietern verschiedene Regelungen. Beispielsweise ist die Fahrradmitnahme in den Zügen der Mitteldeutschen Regiobahn kostenfrei. Für Ihre Bahnfahrt mit der Deutschen Bahn benötigen Sie hingegen neben der Fahrradkarte auch eine Stellplatzreservierung. Achten Sie generell darauf, dass aus Platzgründen nur eine begrenzte Anzahl von Fahrrädern im Waggon erlaubt ist. Außerdem ist das Abstellen Ihres Fahrrads nur in den entsprechend markierten Bereichen möglich.

Ausnahme: Falträder und zusammengeklappte E-Roller können hingegen in den herkömmlichen Gepäckstauräumen sicher und ohne Beeinträchtigung anderer Kunden untergebracht werden.

Sind Sie bereits mit Kind und Kegel mit der Bahn gereist? Wie waren Ihre Erfahrungen, verschiedene Gepäckstücke zu verstauen? Erzählen Sie uns davon im Kommentarfeld – Wir freuen uns auf Ihre Geschichte.

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Wie gefährlich ist eine nächtliche Bahnfahrt für Frauen?

Ist Bahn fahren für Frauen spät am Abend oder nachts gefährlicher als am Tag? Nein! Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie sich am besten bei ihrer nächtlichen Fahrt verhalten sollten.

Als erstes eine Entwarnung: Laut Polizeistatistik sind Haltestellen oder öffentliche Verkehrsmittel für Frauen genauso sicher wie andere öffentliche Orte. Daher müssen sich Frauen vor einer nächtlichen Bahnfahrt nicht per se fürchten – die Gefährdungslage ist in öffentlichen Verkehrsmitteln nicht höher. Dennoch ist bei vielen Frauen das subjektive Sicherheitsgefühl schlecht: Sie empfinden also eine Bedrohungssituation und meiden deshalb Bus und Bahn in der Dunkelheit. Die Gründe hierfür sind vielfältig und reichen bis hin zur Angst vor Belästigung und Übergriffen. Doch wie kann man dieser Kriminalitätsangst begegnen?

Informieren Sie sich vor Ihrer Bahnfahrt

Seien Sie optimal vorbereitet: Suchen Sie bereits vor Ihrer Reise die beste Verkehrsverbindung raus. Wählen Sie eine Verbindung, bei der Sie unnötige Wartezeiten an den Haltestellen vermeiden.

Suchen Sie Rückendeckung

Falls Sie an einem Bahngleis warten müssen, stellen Sie sich mit Ihrem Rücken an eine sichere Abgrenzung wie der Wand des Wartehäuschen, eine Hauswand oder eine Stützmauer. Mit dieser Rückendeckung können Sie Ihre Umgebung sicher beobachten. Stellen Sie sich außerdem ins Licht oder zu anderen Personen.

Hinweis: An einigen Bahnhöfen gibt es eine Notrufsäule – von hier aus können Sie im Notfall einen Hilferuf absetzen.

Beobachten Sie aufmerksam Ihre Umgebung

Bleiben Sie aufmerksam und schauen Sie sich Ihre Umgebung genau an: Wer sind Ihre Mitreisenden? Gibt es Konfliktpotenzial wie etwa größere Reisegruppen, die angetrunken sind? Damit Sie nicht unnötig abgelenkt werden, sollten Sie über Ihre Kopfhörer nur leise Musik hören und sich nicht zu intensiv mit Ihrem Handy beschäftigen.

Tipp: Wie Sie gewaltbereite Mitreisende erkennen, lesen Sie in unserem Blogbeitrag.

Auch wenn die wohlige Wärme im Zug gepaart mit dem gleichmäßigen Rattern über die Schienen Ihre Müdigkeit verstärkt, sollten Sie wach bleiben. Wenn Sie Ihre Umgebung im Blick haben, haben Sie im Ernstfall ausreichend Zeit zum Reagieren.

Hinweis: Vermuten Sie jedoch nicht hinter jeder Person eine Gefahr, sonst steigern Sie sich unnötig in ein Angstgefühl.

Halten Sie Sichtkontakt

Wählen Sie einen Waggon, indem bereits mehrere Fahrgäste sitzen. Optimal sind verschiedene Reisende, die nicht zu einer einzelnen, großen Gruppe gehören. Sollte der Zug jedoch ziemlich leer sein, dann suchen Sie sich einen Sitzplatz im vorderen Wagenteil. Hier sind Sie stets in der Nähe des Fahrpersonals. Generell ist ein Sitzplatz ideal, von dem Sie möglichst den gesamten Waggon überblicken können. Setzen Sie sich außerdem nicht ans Fenster. Auf den Plätzen am Gang können Sie nicht eingekesselt werden und können schneller Ihren Sitzplatz verlassen.

Machen Sie auf sich Aufmerksam

Zeigen Sie deutlich, dass Sie nicht angesprochen werden wollen. Reagieren Sie dabei höflich und doch distanziert. Hier ist ein striktes „Nein!“ und das förmliche „Sie“ hilfreich. Wenn Sie sich belästigt fühlen, machen Sie dies klar: Sagen Sie laut, dass Sie sich belästigt fühlen. So erzeugen Sie bei den anderen Fahrgästen Aufmerksamkeit. Sprechen Sie im Ernstfall die anderen Fahrgäste an oder setzen sich zu ihnen.

Übergriffe nicht bagatellisieren

Mit der Reform des Sexualstrafrechts wurden die Rechte der Frau maßgeblich gestärkt. Wurden bisher ungewollte Berührungen lediglich als Beleidigung geahndet, gilt nun derart überrumpelndes Verhalten als sexuelle Nötigung. Hierzu zählen Berührungen, die sexuell bestimmt sind und durch die sich der Angegriffene belästigt fühlt. Erleben Sie eine derartige Situation haben Sie das Recht, zur Polizei zu gehen und diese Belästigung anzuzeigen. Nutzen Sie Ihre Rechte und verharmlosen Sie das Verhalten nicht.

Wehren Sie sich

Verbal oder körperlich – viele Angreifer erwarten dies nicht und lassen überrascht ab. Für Ihr Selbstwertgefühl ist es wichtig, Ihre persönliche Grenze abzustecken. Machen Sie sich nicht klein! Gemeinsam mit anderen zu reisen schafft zudem Sicherheit. Suchen Sie unter den Reisenden doch eine weitere allein reisende Frau und schließen sie sich zusammen.

Reisen Sie nachts allein mit der Bahn? Haben Sie dabei schon einmal eine brenzlige Situation erlebt oder beobachtet? Wie haben Sie reagiert? Lassen Sie uns an Ihren Erfahrungen teilhaben und schreiben Sie einen Kommentar.

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Taschendiebstahl

Taschendiebe: So schützen Sie sich vor den Langfingern

Ein Handgriff und der Geldbeutel ist weg: In deutschen Zügen und Bahnhöfen stieg die Zahl der Taschendiebstähle in den vergangenen Jahren immer weiter an. Unter den Tätern sind oft professionelle Gruppierungen, die mit raffinierten Tricks vorgehen. Wir zeigen Ihnen in diesem Beitrag, wie sie sich am besten vor Taschendiebstahl schützen.

Wie gehen Taschendiebe vor?

Taschendiebe nutzen gerne anonyme Menschenmengen. An Bahnhöfen und Zügen sind die Reisenden oft unter Stress und Zeitdruck: ideale Bedingungen für die Langfinger. Trotz Videoüberwachung und Streifen der Bundespolizei bleiben die meisten der Diebstähle unaufgeklärt, da die Opfer den Diebstahl erst dann bemerken, wenn die Täter schon weit entfernt sind. 2017 wurden nur 6,4 Prozent der Diebstähle aufgeklärt. (1)

Taschendiebe arbeiten darüber hinaus oft mit Komplizen. Während einer das Opfer ablenkt, stiehlt der zweite die Beute und gibt sie an einen dritten weiter. So wird die Beweisaufnahme für die Polizei zusätzlich erschwert. Denn selbst wenn ein Dieb erwischt wird, hat er die Beute nicht mehr bei sich.

Besonders beliebter Tatort für Taschendiebstahl ist das Bahngleis. Hier sind oft viele Menschen unterwegs und gerade beim Einsteigen in den Zug unaufmerksam und abgelenkt. Geldbeutel in Gesäßtaschen oder offenen Handtaschen sind so ein leichtes Opfer für die Diebe.

Beliebte Tricks der Taschendiebe im Zug und am Bahnhof

Blockier- oder Drängel-Trick: Hier versperrt einer der Täter dem Opfer den Weg, z. B. beim Einsteigen in den Zug. Das Opfer kommt nicht an dem Täter vorbei und wird zum Halten gezwungen. Währenddessen entwendet ein zweiter geschickt von hinten die Wertsachen.

Münz-Trick: Einer der Langfinger lässt absichtlich Münzen fallen. Während das Opfer beim Aufsammeln hilft und sein Gepäck nicht mehr im Blick hat, klaut der Komplize alles, was griffbereit ist.

Der Taschen-Trick: Viele verstauen ihr Gepäck, wie Taschen und Rucksäcke auf Zugreisen unter ihrem Sitz. Damit werden sie für Taschendiebe jedoch ein leichtes Opfer. Diese setzen sich im Zug hinter das Opfer und ziehen das Gepäck unter dem Vordersitz hervor. Bevor der Reisende etwas bemerkt, haben sie die Wertsachen längst entwendet und das Gepäckstück wieder unter den Sitz geschoben.

So schützen Sie sich am besten vor Taschendiebstahl

Auch wenn die Methoden der Täter mitunter sehr trickreich sind, können Sie sich vor Taschendiebstahl sehr wohl schützen. Dazu sollten Sie diese Hinweise befolgen:

  • Seien Sie vorsichtig bei Gedränge und Menschenansammlungen! Bleiben Sie insbesondere dann skeptisch, wenn Sie jemand anrempelt und behalten Sie Ihre Wertsachen im Blick.
  • Lassen Sie Ihr Gepäck nie unbeaufsichtigt.
  • Verwahren Sie Ihre Wertgegenstände dort, wo Langfinger schlecht herankommen, z. B. in den Innentaschen Ihrer Jacke oder Handtasche.
  • Halten Sie Rucksäcke und Jackentaschen immer geschlossen. Rucksäcke tragen Sie am besten vor dem Bauch und Handtaschen mit der Öffnung zum Körper.
  • Nehmen Sie Ihre Wertsachen mit, wenn Sie im Zug auf die Toilette gehen oder lassen Sie jemand vertrauenswürdigen auf Ihr Gepäck aufpassen.
  • Versuchen Sie während der Zugreise nicht einzuschlafen und bewahren Sie Ihre Wertgegenstände sowie Ihr Gepäck sicher auf, wenn Sie doch ein Nickerchen machen.

(1) Statistik der Bundespolizei

Wurden Sie schon einmal Opfer von Taschendieben? Oder haben Sie Bekannte, denen im Urlaub oder auf Reisen schon einmal etwas gestohlen wurde? Teilen Sie gerne Ihre Erfahrung und Meinung mit uns. Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.

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Fahrräder im Zug

Mit dem Fahrrad im Zug: So sorgen Sie für mehr Sicherheit

Mit dem Fahrrad in den Zug steigen und im nächsten Ort weiterfahren: Es ist ein praktisches Konzept für Urlauber, Pendler und Radsportler. Doch die Zweiräder können schnell zur Gefahr für die Sicherheit im Zug werden. Hier erfahren Sie, wie Sie selbst für mehr Sicherheit im Zug sorgen können, wenn Sie mit dem Fahrrad reisen.

Sie können Ihr Rad in vielen Regionalbahnen, Intercity-Zügen, sowie im Fernverkehr  mitnehmen. Dazu benötigen Sie meist ein entsprechendes Fahrrad-Ticket – die Kosten belaufen sich auf etwa 5 bis 10 Euro, je nach Anbieter. Dieses Angebot ist besonders in den Sommermonaten sehr beliebt.

Problematisch wird es jedoch, wenn zu viele Ihre Fahrräder auf diese Weise transportieren wollen. Dann sind die überfüllten Fahrradabteile für Mitreisende oft ein Hindernis: Sie versperren wichtige Fluchtwege.

So reisen Sie sicher mit dem Fahrrad im Zug

Damit auch in vollen Zügen alle Fahrräder Platz finden und die allgemeine Sicherheit nicht darunter leidet, ist Ihre Mithilfe wichtig. Deshalb möchten wir Ihnen einige Tipps an die Hand geben, mit denen Sie selbst für mehr Sicherheit in Zügen sorgen, wenn Sie mit dem Fahrrad verreisen.

  • Achten Sie darauf, dass Seitengänge, Einstiegsbereiche und Fluchtwege passierbar bleiben und die Toiletten nicht blockiert werden.
  • Meiden Sie am besten den Berufsverkehr und starten Sie Ihre Radtour außerhalb der Hauptverkehrszeit. An Wochenenden in den Sommermonaten müssen Sie sich wohl oder übel auf Engpässe einstellen und Geduld bewahren.
  • Achten Sie darauf, dass Sie mobilitätseingeschränkten Reisenden und Personen mit Kinderwagen genügend Platz einräumen.
  • Stellen Sie Ihr Fahrrad sicher ab, sodass es auch bei Kurven nicht umfallen kann.
  • Nehmen Sie spätestens nach dem Einladen das Gepäck vom Rad. So können die vorhandenen Stellplätze optimal genutzt werden.
  • Klären Sie mit den anderen Radfahrern ab, wer wo aussteigt und sortieren Sie die Räder entsprechend. Das vereinfacht Ihnen den Ausstieg wesentlich.
  • Bleiben Sie die ganze Fahrt über in der Nähe Ihres Fahrrades.

Die Fahrradmitnahme richtet sich immer nach den zur Verfügung stehenden Kapazitäten in den Zügen. Das bedeutet, dass Sie mitunter nicht mehr mitfahren dürfen, selbst wenn Sie eine Fahrkarte haben. Daher sollten Sie sich insbesondere dann vorher anmelden, wenn Sie in größeren Gruppen mit dem Fahrrad reisen.

Reisen Sie öfter mit dem Fahrrad im Zug? Haben Sie Erfahrungen, die Sie gern teilen möchten? Wie erleben Sie als Reisender die Thematik? Wir freuen uns über Ihren Kommentar zum Thema.

 

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Zeugenkarten

Zeugenkarten: Sehen, helfen, erinnern

In Zügen oder an Bahnhöfen kann es leider immer wieder zu unvorhergesehenen Situationen kommen. Insbesondere, wenn Gewalt im Spiel ist oder jemandem Unrecht zugefügt wird, ist Ihre Zivilcourage gefragt. Doch Sie müssen sich nicht selbst in Gefahr bringen, um zu helfen. Schon genaues Beobachten kann helfen, die Tat aufzuklären – und mithilfe von Zeugenkarten vergessen Sie kein Detail.

Genau hinsehen bei Straftaten

Beherztes Eingreifen in Notsituationen ist nicht immer die richtige Art, dem Opfer zu helfen. Durch unüberlegtes Handeln können Sie nicht nur sich, sondern auch andere gefährden. Wie Sie im Ernstfall richtig handeln, lesen Sie in unserem Beitrag über Zivilcourage.

Wenn Sie Zeuge einer Straftat werden und die Polizei einmal nicht zur Stelle ist, sollten Sie die Situation beobachten. Prägen Sie sich die Merkmale der Täter genau ein. Wenn es Ihnen möglich ist, können Sie auch ein Foto oder Video aufnehmen. Dies hilft der Polizei im Nachhinein den Tathergang nachzuvollziehen und womöglich sogar Täter zu identifizieren.

Zeugenkarten helfen bei der Aufklärung

Als Hilfsmittel für Ihre Beobachtung dienen die sogenannten Zeugenkarten. Sie helfen der Polizei bei der Aufklärung von Straftaten.

Auf der Karte finden sich leere Felder für die Personenbeschreibung sowie Angaben zu Datum, Uhrzeit und Hergehen der Straftat. Außerdem können Sie Informationen zu Körperform, Frisur, Haarfarbe, Bekleidung und besonderen Merkmalen des Täters ergänzen. Als Zeuge füllen Sie die Karte am besten direkt im Anschluss an die Tat aus – so gerät kein Detail in Vergessenheit. Sollten Sie anschließend zur Zeugenaussage gebeten werden, dient Ihnen die Zeugenkarte auch als Merkhilfe für Details.

Wo erhält man die Zeugenkarte?

Die Zeugenkarten sind kostenlos auf den Revieren der Polizei erhältlich. Wenn Sie kein Revier aufsuchen möchten, finden Sie die Zeugenkarte der Bundespolizei auch online zum Ausdrucken. Sogar einige Bürgerämter oder Bahnhofsinformationen halten Zeugenkarten bereit.

Die praktischen Karten kommen oft im handlichen Format daher. Sie können sie daher immer im Geldbeutel mit sich tragen und haben die Zeugenkarte für den Ernstfall immer zur Hand.

 

Haben Sie schon einmal eine Zeugenkarte benutzt? Halten Sie diese für ein geeignetes Hilfsmittel? Haben Sie Situationen erlebt, in denen Sie sich gewünscht hätten, eine Zeugenkarte dabei zu haben? Teilen Sie Ihre Erfahrungen und Ihre Meinung in den Kommentaren mit uns und anderen Lesern.

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