Fahrgast schlafend im Zug

Ruhebereich im Fernverkehr: Diese Regeln gelten hier

Das Verhalten im Ruhebereich von Zügen ist immer wieder ein konfliktreiches Thema. Was ist erlaubt? Darf ich telefonieren? Mit der Chipstüte knistern? Und was ist mit Kindern? Wir haben Ihnen die wichtigsten Verhaltensregeln im Ruhebereich zusammengefasst.

So erkennen Sie den Ruhebereich

Zwei Piktogramme weisen im Zug auf das besondere Abteil hin. Sie zeigen ein durchgestrichenes Handy sowie ein Gesicht mit dem Zeigefinger auf den Lippen. Den Ruhebereich gibt es in allen Intercity- und Intercityexpress-Zügen der Deutschen Bahn. Ruhebereiche sind meist durch Glastüren von anderen Abteilen getrennt und können ganze Abteile, Lounges oder komplette Wagen sein. Bei Ihrer Ticketbuchung gibt es die Möglichkeit, einen Ruhebereich auszuwählen.

Was genau bedeutet Ruhe?

Jeder hat ein anderes Verständnis davon, was Ruhe bedeutet. Deswegen hat das Thema auch so viel Konfliktpotential. Laut Deutscher Bahn sind in den Ruhebereichen „Handytelefonate, Klingeltöne, lautes Musikhören (auch via Kopfhörer) oder sonstige lärmende Tätigkeiten nicht erwünscht“. Ausdrücklich untersagt werden sie nicht. Geräusche, die von Kindern ausgehen, sind im Ruhebereich von den Vorgaben ausgenommen. Weitere Tipps für eine sichere Reise mit Kindern erhalten Sie auf unserem Beitrag dazu.
Natürlich dürfen Sie im Ruhebereich essen und trinken. Jedoch sollten Sie versuchen, anhaltendes Knistern zu vermeiden.Telefonieren können Sie zum Beispiel in den extra ausgeschriebenen Handybereichen. Diese sind mit einem Handysymbol gekennzeichnet und mit Signalverstärkern ausgestattet.

Diese Strafen warten bei Verstößen

Die Deutsche Bahn verhängt keine Geldstrafen bei Verstößen im Ruhebereich. Im schlimmsten Fall kann ein Fahrgast von der Weiterfahrt ausgeschlossen werden. Abgesehen davon setzt die Deutsche Bahn auf soziale Kontrolle. Auch das Zugpersonal ist nicht verpflichtet, bei Uneinigkeiten einzugreifen.

Anders ist dies zum Beispiel in den Bundesbahnen Österreichs. Hier zahlen Fahrgäste, die sich im Ruhebereich falsch verhalten, 40 Euro. In den TGV-Zügen in Frankreich weisen Zugdurchsagen auf die geltenden Regeln im Ruheabteil hin.

So sprechen Sie Mitreisende an

Ein freundlicher und höflicher Ton ist in jedem Fall angebracht, wenn Sie Mitreisende auf etwas hinweisen wollen. So gelangen Sie in den meisten Fällen am schnellsten zu einer Einigung. Seien Sie sich darüber bewusst, dass es kein Rechteverhältnis gibt, auf das Sie sich berufen können. Will der Reisende nicht mit sich reden lassen, sprechen Sie am besten mit dem Zugpersonal. Diese werden den Fahrgast in den meisten Fällen noch einmal darauf hinweisen, die lärmende Tätigkeit einzustellen. Eine Garantie, dass Sie im Ruheabteil ohne Störung reisen können, gibt es nicht.

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Corona: Im Zug ist es sicherer als gedacht

Zugfahren während Corona sicherer als gedacht

Von der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs wurde seit Beginn des ersten Lockdowns abgeraten. Zu hoch sei das Übertragungsrisiko, zu gering die Abstände. Nun gibt es erste Studien, die diese Befürchtungen relativieren.

Schwere Zeiten für den Personennahverkehr

Der öffentliche Personennahverkehr ist eine der Branchen, die wirtschaftlich von Corona am schwersten betroffen ist. Auf der ganzen Welt brachen die Fahrgastzahlen ein. Die Angst vor einem erhöhten Ansteckungsrisiko hält bis heute an und lässt die Menschen Busse und Bahnen meiden, wann immer es geht. Die Menschen, die nicht Zuhause arbeiten können, sind vermehrt mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs.

Erste Studien überraschen

Das Robert-Koch-Institut hatte Ende vergangenen Jahres jedoch bereits Entwarnung gegeben. Das Risiko, sich beim Bahnfahren anzustecken, sei nicht höher als an anderen öffentlichen Orten. Als „sehr gering“ stufte das Institut die Infektionsgefahr ein. Für diese Einschätzung erfassten Forscher die Orte, an denen sich Menschen mit dem Corona-Virus infiziert hatten. Überraschend ist: Eine Infektion kam im häuslichen Umfeld häufiger vor als im ÖPNV.

Wie sieht es in anderen Ländern aus?

Auch andere Länder haben damit begonnen, das Infektionsgeschehen in Nahverkehrsmitteln zu analysieren. In Österreich wurden die Ursprünge von Infektionsketten untersucht. Dabei konnte keine Infektion auf den ÖPNV zurückgeführt werden. Ein ähnliches Bild zeigt sich in Frankreich. Hier machten die im August untersuchten Infektionen in Bussen, Bahnen, Flugzeugen oder Schiffen etwa 1% der Fälle aus. Öffentliche Verkehrsmittel spielen in japanischen Städten eine große Rolle. Doch auch hier zeigte eine Studie, dass die Infektionsherde woanders liegen. Hotspots seien Restaurants, Fitnessstudios, Konzerthallen, Arbeitsplätze, Altenheime oder Karaoke-Bars.

Das macht den ÖPNV sicher

Wie kann es sein, dass Zugfahren trotz der anfänglichen Sorgen so sicher ist? Grund ist vor allem das konsequente Einhalten von Hygieneregeln. Die Maskenpflicht senkt das Ansteckungsrisiko drastisch, so die Ergebnisse aus Frankreich. Weiterhin ist es aufgrund der niedrigen Fahrgastzahlen gut möglich, Abstände einzuhalten. Da die meisten Fahrgäste allein unterwegs sind, wird nicht viel geredet. Dadurch fliegen weniger Tröpfchen und Aerosole durch die Luft. Hinzu kommt, dass der Aufenthalt in Bahnen und Bussen meist nur kurzweilig ist. Eine Sorge zu Beginn des Lockdowns waren Oberflächen als Virusherde. Diese werden mittlerweile in den meisten Unternehmen von Hygieneteams regelmäßig gereinigt. Auch das Lüften stellt in Bussen und Bahnen kein Problem dar, da dies an jeder Haltestelle automatisch geschieht. Schlussendlich liegt es aber vor allem an Ihnen, wie sicher Sie eine Zugfahrt für sich und für andere gestalten. Wichtige Tipps erhalten Sie in unserem Beitrag zu einer sicheren Zugfahrt in Corona-Zeiten.

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Tipps für die sichere Zugfahrt in Corona-Zeiten

Ob Pendeln zur Arbeit, Dienstreise oder Hilfe für Angehörige: Für viele gehört der Zug zu einem der wichtigsten Verkehrsmittel. Wegen der Corona-Pandemie sind einige aber verunsichert, wie sie sich vor einer Ansteckung am besten schützen können. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie auch in Corona-Zeiten sicher im Zug reisen.

Maskenpflicht befolgen

Wie in allen öffentlichen Bereichen gilt auch in Bahnhöfen, an Bahnsteigen und in den Zügen: Nase und Mund müssen bedeckt sein, um das Übertragungsrisiko zu minimieren. Den besten Schutz vor Ansteckung bieten Ihnen die FFP2- und FFP-3-Masken. Aber egal, welche Maske Sie letztlich nutzen: Achten Sie immer darauf, dass sie Mund, Nase und Kinn bedeckt, eng anliegt und regelmäßig gewechselt bzw. gewaschen wird.

Abstand halten

Ob auf dem Bahnsteig oder im Zug: Einen sicheren Abstand zu Mitreisenden zu halten, ist besonders wichtig. Beim Warten auf den Zug können Sie beispielsweise die gesamte Länge des Bahnsteigs nutzen.

Steht der Zug, lohnt sich oft ein Blick durch die Fenster, um zu sehen, wo sich freie Sitzplätze befinden. So vermeiden Sie unnötige Wege innerhalb der Zugabteile, indem Sie den nahesten Einstieg nutzen.

Haben Sie eine große Auswahl an freien Sitzplätzen, ist es natürlich sinnvoll, genügend Abstand zu Sitznachbarn zu halten. Zeigen Sie sich aber auch solidarisch, zum Beispiel indem Sie als Alleinreisende*r nicht unbedingt eine Vierer-Sitzgruppe belegen.

Hygiene-Etikette beachten

Achten Sie darauf, dass Sie in die Armbeuge niesen oder husten. Auch das Wegdrehen kann helfen: sowohl wenn Sie als auch Ihre Sitznachbar*innen in eine solche Verlegenheit kommen.

Regelmäßiges Händewaschen und Desinfizieren fällt auf Zugreisen nicht immer leicht. Beides bietet jedoch weiterhin einen effektiven Schutz. Die Züge werden in Corona-Zeiten zwar verstärkt gereinigt, es ist aber auch keine schlechte Idee, zusätzlich ein kleines Reiseset mit Desinfektionsmittel und Reinigungstüchern dabeizuhaben.

Randzeiten nutzen

Nicht jeder ist zeitlich flexibel beim Zugfahren. Haben Sie jedoch die Möglichkeit, Ihre Reisezeiten selbst zu bestimmen, meiden Sie Stoßzeiten bewusst. Denn weniger Mitreisende bedeuten mehr Platz im Zug, mehr Abstand und weniger Kontakte mit anderen.

Wenn möglich planen Sie Ihre Reise z. B. nicht am Anfang oder Ende des Wochenendes, der Feiertage oder der Schulferien. Pendler könnten prüfen, ob der Arbeitgeber bereit ist, Gleitzeitvereinbarungen zu ermöglichen. Das würde ihnen erlauben, die Zeit des Berufsverkehrs zu meiden.

Kontaktlos Tickets kaufen

Viele Zugunternehmen bieten mittlerweile die Möglichkeit, Tickets kontaktlos per App zu kaufen. Diese haben zusätzlich den Vorteil, dass Sie meist auch Auskünfte zu Fahrplänen, Verkehrsnachrichten und Anschlusszeiten einholen können. Und das ohne zusätzlichen Kontakt mit Kundenbetreuern und Mitreisenden, die sich an Aushängen drängen.

Verhalten Sie sich solidarisch

Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und achten Sie auch im Reisestress auf andere. So wird Abstandhalten leichter und Sie gehen möglichen Reibereien und Konflikten von vornherein aus dem Weg.

Außerdem erkennen Mitreisende so meist intuitiv, auf welche Verhaltensweisen Sie wertlegen. Sollte einmal eine andere Person keine Maske tragen oder nicht auf weitere geltende Regeln achten, reagieren Sie höflich, umsichtig und bestimmt. Lassen Sie sich allerdings nicht auf eine Diskussion ein: Ein Streitgespräch erhöht eher das Risiko einer möglichen Ansteckung.

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Reiseübelkeit: So vermeiden Sie Schwindel und Unwohlsein auf Ihrer Bahnfahrt

Schwindel, Übelkeit oder gar Erbrechen: Die Reisekrankheit, Kinetose genannt, ist für Betroffene äußerst unangenehm. Wir verraten Ihnen, was Sie auf Ihrer nächsten Bahnfahrt dagegen tun können.

Als erstes zu Ihrer Erleichterung: Reiseübelkeit tritt bei Bahnfahrten viel seltener auf als etwa bei Reisen mit dem Auto, Flugzeug oder Schiff. Denn die Bahnstrecken sind häufig gerade und somit wird das Gleichgewichtsorgan nicht überfordert. Auch die konstante Fahrgeschwindigkeit minimiert die Auswirkungen der Reiseübelkeit.

Warum kommt es zur Reiseübelkeit?

Die Reisekrankheit entsteht durch unterschiedliche Sinneswahrnehmungen. Während der Fahrt registrieren die Muskeln und die Haut die Bewegung des Zuges. Konzentrieren wir uns jedoch auf ein Buch, das Smartphone oder unseren Gegenüber, dann melden die Augen dem Gehirn, dass wir in einer ruhenden Umgebung sind. Die Wahrnehmungen passen also nicht zueinander.

Hierauf reagiert unser Körper irritiert: Stresshormone werden ausgeschüttet, der Blutdruck fällt und der Herzschlag beschleunigt sich. Kopfschmerzen, Schwindel, Schweißausbrüche oder Übelkeit sind die Folge. Gleichen sich die Sinneseindrücke wieder an, dann bessern sich auch die Beschwerden und das Unwohlsein vergeht.

Wie verhindert man die Reisekrankheit?

Oft helfen kleine Tricks gegen die Reiseübelkeit.

Das hilft vor Reisebeginn gegen die Reisekrankheit

  • Bringen Sie Ihr Gleichgewichtsorgan doch mal aus dem Gleichgewicht und trainieren Sie es so. Hier bieten sich spezielle Gleichgewichtsübungen im Stand an.
  • Schlafen Sie genügend vor Reiseantritt und starten Sie Ihre Bahnfahrt möglichst stressfrei.
  • Verzichten Sie vor Fahrtantritt auf Nahrungsmittel, die Ihren Blutdruck oder Ihre Herzfrequenz beeinflussen wie Kaffee, Nikotin oder Alkohol. Essen Sie hingegen leicht verdauliche, fettarme Nahrung.
  • In besonders hartnäckigen Fällen empfehlen wir Mittel gegen Reiseübelkeit. Nehmen Sie diese rechtzeitig vor Fahrtantritt ein.

Das hilft gegen Reiseübelkeit während der Fahrt

  • Unterstützen Sie Ihr Gleichgewichtsorgan und vermindern Sie zusätzliche Irritation, indem Sie sich entweder in Fahrtrichtung setzen oder einen Sitzplatz in der Wagenmitte am Gang suchen.
  • Essen Sie während der Fahrt Kleinigkeiten und trinken Sie ausreichend. Denn ein leerer Magen ist besonders anfällig für die Reisekrankheit.
  • Drücken Sie die Übelkeit weg: Spezielle Akupressur-Armbänder stimulieren den Nei Guan-Punkt an der Innenseite des Handgelenks.
  • Verzichten Sie aufs Lesen und schauen Sie lieber aus dem Fenster. Am besten Sie suchen sich einen festen Fixpunkt am Horizont.
  • Lenken Sie sich ab. Statt dem Sehen sollten Sie das Hören ansprechen: Hörspiele oder Musik sind hierfür ideal.
  • Vielen Betroffenen hilft es, die Augen zu schließen und während der Fahrt zu schlafen.
  • Sorgen Sie für Bewegung: Stehen Sie auf und laufen Sie ab im Gang. Die Bewegung stellt wieder Harmonie zwischen den verschiedenen Sinneneindrücken her.
  • Geben Sie Ihren Geschmacksknospen etwas zu tun und beruhigen Sie Ihren Magen: Kaugummi kauen, Kräutertees oder Ingwer helfen gegen Übelkeit.

Leiden Sie unter Reiseübelkeit? Welche Tricks helfen Ihnen auf Ihrer Bahnfahrt? Wir freuen uns auf Ihre Hinweise im Kommentarfeld.

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Zivilcourage zeigen: Unterstützen Sie Mitreisende

Gerade betagten Personen oder Ortsfremden fällt es oft schwer sich am Bahnhof oder während der Zugfahrt zu orientieren. Sie sind auf Unterstützung angewiesen. Auch Sie können helfen.

Natürlich stehen für Hilfe und Beratung die Zugbegleiter bereit. In vollen Zügen ist es jedoch manchmal schwer, jedem Fahrgast die gewünschte Aufmerksamkeit zu bieten. Zeigen Sie Empathie und bieten Sie hilfesuchenden Mitreisenden Ihre Unterstützung an. Indem sich Reisende füreinander einsetzen, wird die Atmosphäre im Zug angenehmer. Außerdem steigt auch Ihr Sicherheitsgefühl. Denn wenn sich Bahnfahrende gegenseitig unterstützen, sinkt das Konfliktpotenzial. Aggressionen können bereits im Keim erstickt werden, sodass potenzielle Angreifer keine Angriffsfläche finden.

Mit diesen kleinen Gesten sorgen Sie für mehr Sicherheit auf Ihrer Bahnfahrt

  • Bieten Sie Rollstuhlfahrern oder Mitreisenden mit Kinderwagen oder Rollator Ihre Unterstützung beim Einsteigen an.
  • Sprechen Sie irritiert wirkende Mitreisende an und erfragen Sie, wie Sie helfen können. Oft reicht eine Auskunft über den kommenden Zug oder die Reisezeit.
  • Informieren Sie den Zugbegleiter, falls Sie weitere Hilfe benötigen.
  • Agieren Sie deeskalierend, wenn Sie einen Streit bemerken. Hierbei ist es wichtig, ruhig aufzutreten. Denn Gewalt zieht Gewalt an. Versuchen Sie, die Gewaltbereitschaft der Streitenden zu reduzieren und eine Lösung anzubieten. Drohungen oder Belustigung über das Verhalten steigern hingegen das Konfliktpotenzial. Tipp: Lesen Sie hier, wie Sie gewaltbereite Mitreisende erkennen.

Wichtig: Überschätzen Sie sich jedoch nicht und schützen Sie sich in einer Gefahrensituation.

Welche Erfahrungen haben Sie bereits auf Ihren Bahnreisen gesammelt? Wurde Ihnen bereits geholfen oder haben Sie andere Mitreisende unterstützt? Erzählen Sie uns gerne davon im Kommentarfeld.

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So sicher ist ein Bahnübergang

An rund 19.400 Stellen in Deutschland sorgen Bahnübergänge für eine reibungslose Begegnung von Zug- und Straßenverkehr. Wie die Bahnübergänge funktionieren und für Ihre Sicherheit sorgen, haben wir uns genau angeschaut.

Diese Verkehrszeichen weisen auf einen Bahnübergang hin

Andreaskreuz: In der Regel sehen Sie am Bahnübergang das Andreaskreuz. Eine Ausnahme sind Bahnübergänge an Fußwegen. Hier sind die Übergänge mit Umlaufsperren ausgestattet. Das Zeichen räumt dem Schienenverkehr Vorrang vor dem Straßenverkehr ein. Aufgrund der großen Masse von Zügen und der hohen Geschwindigkeiten haben sie nämlich einen viel längeren Bremsweg als ein PKW.

An verkehrsarmen Strecken werden die Bahnübergänge nicht technisch gesichert. Das bedeutet, dass Sie sich vor dem Überqueren des Bahnübergangs selbst versichern müssen, ob ein Zug naht. Schauen Sie sorgfältig in beide Richtungen und verschaffen Sie sich eine Übersicht auf die Bahnstrecke. Achten Sie auch auf hörbare Signale der Eisenbahnfahrzeuge.

 

Achtung Bahnübergang: Dieses Schild kündigt einen Bahnübergang an. Es ist dabei egal, ob dieser technisch oder nicht technisch gesichert ist. Sobald Autofahrer dieses Hinweisschild passieren, müssen sie mit angemessener Geschwindigkeit fahren. Außerdem gilt ab dem Schild Überholverbot.

Technisch gesicherte Bahnübergänge

Die Art der Bahnstrecke bestimmt, wie der Bahnübergang gesichert wird. Dies hängt von folgenden Faktoren ab: Handelt es sich um eine Hauptbahn oder Nebenbahn? Mit welcher Geschwindigkeit dürfen Züge die Strecke befahren? Wie ist die Verkehrsstärke auf der
kreuzenden Straße? Hieraus ergibt sich eine Staffelung an Sicherheitsvorkehrungen.

An eingleisigen Nebenstrecken, die mit einer maximalen Geschwindigkeiten von
80 km/h befahren werden dürfen, sind nicht technisch gesicherte Bahnübergänge zulässig. Darf die Strecke jedoch von Zügen mit einer Geschwindigkeit von max. 160 km/h befahren werden, so sind technisch gesicherte Bahnübergänge notwendig. Auf Schnell- und Neubaustrecken, also auf Strecken mit Geschwindigkeiten über 160 km/h sind hingegen Bahnübergänge generell nicht erlaubt. Hier gibt es ausschließlich Über- und Unterführungen.

Technisch gesicherte Bahnübergänge sind ausgestattet mit:

  • (Voll-)Schranken mit und ohne Lichtzeichen
  • Halbschranken mit Lichtzeichen bzw. Blinklicht
  • Blinklicht oder Lichtzeichen
  • Anrufschranken

Bahnübergangssicherungsanlagen (Büsa)

Besonders verkehrsreiche Kreuzungspunkte werden zusätzlich mit sogenannten Bahnübergangssicherungsanlagen (Büsa) betrieben. 62 Prozent der 19.423 Bahnübergänge verfügen über eine technische Sicherung. Man unterscheidet zwei Kategorien: die signalgesteuerte Büsa mit Anbindung an ein Stellwerk und die zuggesteuerte.

Zuggesteuerte Bahnübergangssicherungsanlage

Bei der zuggesteuerten Sicherung löst der Zug selbst die Sicherung aus. Der Lokführer oder der Fahrdienstleiter überwachen den Vorgang. Fährt der Zug in den sogenannten Einschaltabschnitt vor dem Bahnübergang ein, wird ein Signal ausgelöst. Nun schließen die Halbschranken. Somit ist der Bahnübergang für den Straßenverkehr blockiert. Zusätzlich warnen Lichtzeichen den Straßenverkehr vor dem nahenden Zug: Erst leuchten sie gelb, kurz danach rot.

Bereits einen Kilometer vor dem Bahnübergang wird dem Lokführer durch ein weißes Standlicht-Signal angezeigt, ob die Sicherung erfolgt ist. Dieser Vorlauf ist wichtig, um den Zug rechtzeitig abbremsen zu können. Bleibt das Signal aus, muss der Lokführer vor dem Übergang halten.

Kurz nach dem Passieren gibt der Zug den Bahnübergang automatisch wieder frei, in dem er den Ausschaltabschnitt befährt. Die Schranken öffnen sich wieder und die roten Lichtzeichen erlöschen.

Signalgesteuerte Bahnübergangssicherungsanlage

Die signalgesteuerte Büsa ist mit einem Stellwerk verbunden und wird von dort bedient. Dabei steuert und überwacht das Stellwerk den Vorgang. Ist der Bahnübergang gesichert, wird dem Lokführer das Hauptsignal „Fahrt“ angezeigt.

Hinweis: Lesen Sie auch, welche Signale es für die Bahn gibt und wie die Hauptsignale und Vorsignale aussehen.

Worauf achten Sie, wenn Sie sich einem Bahnübergang nähern? Steigen Sie bei geschlossenen Schranken aus und beobachten den näher kommenden Zug? Erzählen Sie uns von Ihren Erfahrungen und Eindrücken in unserem Kommentarfeld.

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Das ist der sicherste Sitzplatz im Zug

Unter allen Verkehrsmitteln ist die Bahn das sicherste Fortbewegungsmittel. Dennoch können auch bei einer Zugfahrt Unfälle passieren. Wir sagen Ihnen, welcher Sitzplatz im schlimmsten Fall der sicherste ist.

Züge sind das sicherste Verkehrsmittel

Auto versus Bahn: Laut der Allianz pro Schiene ist Bahnfahren überall in Europa sicherer als Autofahren.

So war im deutschen Zehnjahresschnitt von 2008 bis 2017 die Wahrscheinlichkeit für Insassen eines PKW 56-mal höher tödlich zu verunglücken als für Bahnreisende. Das Verletzungsrisiko ist für Autofahrende sogar 105-mal höher.

Wo ist der sicherste Sitzplatz im Zug?

Da Unfälle unterschiedlich sind, gibt es nicht den einen sichersten Sitzplatz im Zug. Denn je nach Art des Unfalls wirken die auftreffenden Kräfte unterschiedlich und verteilen sich anders. Während bei einem Frontalzusammenstoß die hinteren Zugabteile geschützter sind, sind die Überlebenschancen im vorderen Teil des Zuges bei einem Auffahrunfall am größten.

Demnach ist der sicherste Sitzplatz jeweils am weitesten entfernt vom Unfallzentrum, weil ein Großteil der Aufprallenergie bereits absorbiert wurde, ehe sie den Fahrgast erreicht hat. Sollte der mittlere Teil des Zuges entgleisen, sind hingegen die vorderen und hinteren Bereiche im Zug sicherer.

So finden Sie Ihren sicheren Sitzplatz

Im vorderen Zugbereich, mittig oder im letzten Wagenabteil: Wo sollte man sich nun einen Sitzplatz suchen? Besonders gefährlich sind die Stehplätze zwischen den Sitzreihen. Vor allem im Bereich der Ausstiegstüren befinden sich etliche Hindernisse wie Stufen, Feuerlöscher oder Geländer, gegen die Sie fallen könnten. Daher raten wir von einem Sitz- oder Stehplatz in diesem Bereich ab. Gerade wenn Sie stehen, sind Sie der kinetischen Energie schutzlos ausgeliefert. Sie sollten sich daher stets einen Sitzplatz für Ihre Bahnfahrt wählen.

Wählen Sie einen Sitzplatz mittig im Zug

Bei einem Aufprall- oder Auffahrunfall sind Sie in der Zugmitte am besten geschützt, da die jeweiligen Zugenden wie eine Knautschzone wirken.

Setzen Sie sich entgegen die Fahrtrichtung

Setzen Sie sich entgegen die Fahrtrichtung. So wirken die Verzögerungskräfte von vorne nach hinten auf Ihren Körper. Denn der Sitz fängt bereits einen Großteil der Aufprallenergie ab. Außerdem stützt und schützt Sie der Sitz vor schweren Verletzungen. Wenn Sie hingegen mit dem Blick in Fahrtrichtung sitzen, könnten Sie ungehindert auf den vorderen Sitz prallen. So steigt das Verletzungsrisiko deutlich.

Wählen Sie einen Gangplatz

Setzen Sie sich außerdem nah an den Gang. Ein Gangplatz ist bei einem seitlichen Zusammenstoß der sicherere Platz. Reduzieren Sie außerdem die Gefahr durch entgegenkommende Züge und entscheiden Sie sich für einen Sitzplatz auf der rechte Seite (in Fahrtrichtung gesehen).

Abteil statt Großraumwaggon

Umherfliegendes Gepäck stellt eine große Gefahrenquelle bei einem Umfall dar. Bevorzugen Sie daher einen Sitzplatz in einem Abteil statt in einem Großraumwaggon. Denn hier gibt es deutlich weniger Gepäck.

Hinweis: Lesen Sie in unserem Beitrag, wie Sie Ihr Gepäck am besten verstauen.

Schauen Sie sich bereits beim Beginn Ihrer Bahnfahrt nach dem Notausstieg um. So wissen Sie, wo Sie im Notfall den Zug verlassen können.

Sie haben sicher Ihre persönlichen Vorlieben und Vorstellungen vom perfekten Sitzplatz. Suchen Sie den Platz nach Sicherheitskriterien aus oder spielen diese Gedanken für Sie keine Rolle? Schreiben Sie uns doch einen Kommentar, wie Sie sich für Ihren perfekten Sitzplatz entscheiden.

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Sommerhitze während der Bahnfahrt: So reisen Sie sicher

Bei sommerlichen Rekordtemperaturen wird alles zur Belastungsprobe: so auch eine Bahnfahrt. Wie Sie trotz Sommerhitze sicher mit der Bahn reisen und was das Projekt „weiße Schiene“ damit zu tun hat, verraten unsere Tipps.

Bei Sommerhitze Bahn fahren: Herausforderung Klimaanlagen

In einigen Zügen gibt es Klimaanlagen. Diese sind jedoch nur für Außentemperaturen bis 32 Grad ausgelegt. Steigt das Thermometer über diese Marke, fällt die Kühlung im Zug schon mal aus.

Wie gut die Anlagen arbeiten, hängt auch vom Alter und Typ des Zuges sowie der Passagierzahl ab. So funktionieren die Klimaanlagen an und für sich selbst bei ungewöhnlich hohen Temperaturen solange kein technischer Defekt vorliegt. Sitzen jedoch besonders viele Fahrgäste im Zug, wird dadurch die effektive Kühlwirkung reduziert. Selbst wenn kein technischer Defekt vorliegt, wird es also wärmer im Zug.

In Zügen ohne Klimaanlage können Fahrgäste zur Abkühlung nur das Fenster öffnen. Doch auch in diesem Fall können Sie sich gegen die Hitze auf Ihrer Bahnfahrt wappnen.

Diese Utensilien gehören in Ihr Gepäck, wenn Sie im Sommer Bahn fahren

Sie können zwar nicht die Sommerwärme verhindern, jedoch Ihr Gepäck entsprechend vorbereiten. Wir verraten Ihnen, mit welchen Utensilien Sie optimal für Ihre nächste Bahnreise bei tropischen Temperaturen ausgerüstet sind.

Ausreichend Wasser

Achten Sie bei hohen Temperaturen darauf, dass Sie ausreichend trinken. Mindestens 2 bis 3 Liter pro Tag sollten Sie an Flüssigkeit aufnehmen. Denn Ihr Körper leistet Schwerstarbeit, um Ihre Körpertemperatur durch Schwitzen abzukühlen oder konstant zu halten. Dadurch verlieren Sie stetig Wasser. Steigt die Außentemperatur, steigt auch Ihr Wasserverlust. Sorgen Sie also für Nachschub. Hierfür sind Wasser und Fruchtschorlen am besten geeignet.

Seit dem Extremsommer 2018 stehen an großen Bahnhöfen Wasservorräte zur Verfügung, mit denen Reisende im Notfall versorgt werden können. In einigen Zügen gibt es ebenfalls in Tetra Paks abgefülltes Notfallwasser. Über das Austeilen dieses Wassers wird jedoch situativ entschieden. Denn es gibt keine Vorschriften, wann es ausgeteilt werden soll.

Neben dem Trinken ist auch die richtige Ernährung auf Ihrer Bahnreise wichtig. Unterstützen Sie Ihren Körper mit Salzen und Proteinen. Ein idealer Snack sind daher Nüsse oder Wassermelone. Stark gewürzte Speisen sollten Sie hingegen meiden. Denn diese verstärken nur das Durstgefühl.

Kühltasche

Ist es warm, sind gekühlte Snacks eine Wohltat. Wasserreiches Obst wie Wassermelone, Erdbeeren oder Pfirsiche bleiben in einer Kühltasche über mehrere Stunden lang kühl. In den robusten Taschen lässt sich das Obst besser transportieren. Außerdem bleibt es hier länger frisch.

Fächer oder Mini-Ventilator

Mit einem Fächer oder einem kleinen Hand-Ventilator sorgen Sie unterwegs für Abkühlung. Durch die kompakte Größe passen die kleinen Hilfsmittel bequem in fast jede Tasche.

Sprühflasche

Mit fein zerstäubtem Wasser können Sie sich abkühlen und erfrischen. Hierfür eignen sich Sprühflaschen. Kleine Modelle passen gut ins Handgepäck und sind wiederbefüllbar.

Hinweis: Falls Sie während Ihrer Bahnfahrt unerträgliche Kopfschmerzen bekommen, Schwindel einsetzt oder Übelkeit auftritt, sollten Sie beim nächsten Halt den Zug verlassen. Es könnte ein Hitzeschlag drohen. Suchen Sie umgehend eine kühlere Umgebung auf.

Hitze-Schutzverfahren „weiße Schiene“

Die Bahn weitet ihre Hitze-Schutzverfahren für Bahnschienen aus. Künftig müssen Hitzeperioden einkalkuliert werden. Daher werden derzeit im Zuge des Projekts weiße Schiene kühlende „Sunblocker“ für Bahnschienen getestet. Hierbei wird die möglicherweise kühlende Wirkung eines weißen Farbanstrichs auf den Schienen im Praxistest überprüft. Labortests ergaben, dass weiße Schienen zwischen sieben und acht Grad kühler blieben als Schienen ohne Anstrich. Durch den Farbanstrich soll verhindert werden, dass sich die Schiene beziehungsweise der Stahl ausdehnt. Denn diese Ausdehnung wirkt sich stark auf die Schienen und das Gleisbett aus.

Seit September 2019 läuft der Praxistest auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Hannover-Würzburg. Auf der 61 Meter hohen und 14 Meter breiten Pfieffetalbrücke bei Melsungen bietet kein Baum oder Strauch Schatten. Im Halbstundentakt fahren tagsüber ICE-Züge, nachts Güterzüge, über die Gleise. Um einen Vergleich zu haben wurde eines der beiden Gleise auf der Brücke weiß angestrichen. Das zweite blieb hingegen unverändert. Temperatursensoren an den Gleisen messen rund um die Uhr die Temperatur des Stahls. Diesen Sommer soll noch getestet werden, damit ein Expertenteam gegen Ende diesen Jahres die Daten auswerten kann.

Neben dem Projekt weiße Schiene sollen etwa Aerogel oder Erkenntnisse aus der Bionik der Technik und den Bahnanlagen Kühlung verschaffen. Ziel ist es, Klima- und Umweltverträglichkeit sowie den sicheren und zuverlässigen Eisenbahnbetrieb für die Fahrgäste zu vereinen.

Wie bereiten Sie sich auf eine Bahnfahrt bei Hitze vor? Wir sind auf Ihre Erlebnisse und Tipps gespannt. Schreiben Sie uns diese einfach ins Kommentarfeld.

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Zugverspätung oder Ausfall – Ihre Rechte im Entschädigungsfall

Natürlich bemühen sich alle Bahnunternehmen Ihnen eine pünktliche und angenehme Fahrt zu ermöglichen. Doch manchmal gelingt dies nicht – Zugverspätung und Zugausfall sind die Folge. Welche Rechte Sie im Entschädigungsfall haben, zeigen wir Ihnen.

Falls sich durch Verspätungen oder Zugausfälle Ihre Reiseplanung ändert, können Sie als Fahrgast von Ihren gesetzlich festgeschriebenen Rechten Gebrauch machen. Laut EuGH-Urteil gelten diese auch bei höherer Gewalt wie Suizid, Unwetter oder Streikauswirkungen. Also dann, wenn nicht das Bahnunternehmen für die Verspätung verantwortlich ist. Welche Rechte Sie im Entschädigungsfall bei einer Zugverspätung haben, haben wir aufgelistet.

Entschädigungsfall bei Zugverspätung am Zielbahnhof

Trifft Ihr Zug am Zielbahnhof 60 Minuten oder mehr zu spät ein, erhalten Sie eine Entschädigung von 25 Prozent Ihrer Fahrkarte. Ab 120 Minuten Verspätung steht Ihnen ein Ausgleich der Fahrtkosten von 50 Prozent zu.

Für Zeitfahrkarten wie Länder-Tickets oder besondere Angebote gelten pauschale Entschädigungsbeträge, die je Verkehrsverbund variieren:

  • Im Nahverkehr sind für die 2. Klasse etwa 1,50 Euro und der 1. Klasse zwischen 2,25 und 2,50 Euro veranschlagt.
  • Im Fernverkehr für die 2. Klasse 5,00 und die 1. Klasse 7,50 Euro.
  • Besitzen Sie eine Abo-Karte wie die BahnCard 100 oder ähnliche Vergünstigungen steht Ihnen im Verspätungsfall ein Ausgleich von 10,00 Euro (2. Klasse) bzw. 15,00 Euro (1. Klasse) zu.

Diese Beträge gelten ab 60 Minuten Verspätung.

Hinweis: Bei Zeitfahrkarten erhalten Sie eine maximale Entschädigung von 25 % des Zeitkartenpreises. Entschädigungsbeträge unter 4,00 Euro werden nicht ausgezahlt. Hier sollten Sie mehrere Zeitkarten gesammelt einreichen.

Weiterfahrt mit einem anderen Zug oder weiteren Verkehrsmitteln

Ist eine Verspätung am Zielbahnhof von mindestens 20 Minuten absehbar, dürfen Sie Ihre Bahnfahrt mit jedem anderen, nicht reservierungspflichtigen Zug fortsetzen. Um Ihre Ankunftszeit zu verringern, dürfen Sie auch höherpreisige Züge nutzten. In diesem Fall müssen Sie jedoch vorerst die Kosten übernehmen und können sich diese im Anschluss erstatten lassen.

Sollte Ihr Zug planmäßig den Zielbahnhof erst zwischen 0 und 5 Uhr erreichen und hierbei 60 Minuten verspätet sein, dürfen Sie auch andere Verkehrsmittel nutzen. Dies gilt auch, wenn Sie mit der letzten planmäßigen Verbindung unterwegs sind und ohne andere Verkehrsmittel Ihr Ziel nicht bis Mitternacht erreichen könnten. Die Kosten werden bis maximal 80 Euro erstattet.

Hinweis: Falls Ihnen das Bahnunternehmen eine Möglichkeit zur Weiterfahrt organisiert, hat diese Vorrang vor selbstorganisierten Alternativen.

Wenden Sie sich daher zunächst an die Mitarbeiter des Bahnunternehmens mit dem Sie unterwegs sind. Diese regeln Ihre Weiterfahrt bzw. Übernachtung. Wenn Sie Ihre Weiterfahrt oder Übernachtung auf eigene Faust organisieren, haben Sie nur auf Kulanzbasis des Unternehmens die Möglichkeit, Ihre Auslagen wieder zu bekommen. Sie können keinen Ersatz der Kosten für ein anderes Verkehrsmittel oder eine Übernachtung verlangen, wenn Sie sich nicht erfolglos um Kontaktaufnahme vor Ort mit der Fahrkartenverkaufsstelle- oder Informationsstelle oder Personal des genutzten Zuges bemüht haben.

Erstattung der Reisekosten bei Reiseabbruch

Wird Ihr Zug am Zielbahnhof mehr als 60 Minuten verspätet eintreffen, können Sie sich einen Teil Ihrer Reisekosten erstatten lassen – bis maximal 80 Euro. Diese Erstattung greift bei Nichtantritt oder Abbruch der Reise wegen Verspätung, Zugausfall oder Anschlussverlust. Eine Erstattung erhalten Sie, wenn Sie aufgrund der Verspätung von Ihrer Reise zurücktreten. Brechen Sie Ihre Fahrt unterwegs ab, da sie durch die Verspätung sinnlos wird, können Sie die Fahrkosten auch für die bereits durchfahrene Strecke sowie die Fahrkarte für die Rückfahrt zum Ausgangsbahnhof beanspruchen. Nutzen Sie hingegen eine Teilstrecke, dann können Sie sich den nicht genutzten Anteil erstatten lassen.

Übernahme Übernachtungskosten

Ist aufgrund einer Verspätung die Weiterreise am selben Tag nicht zumutbar, kann eine Übernachtung erforderlich sein. In diesem Fall werden angemessene Übernachtungskosten erstattet. Die Bahngesellschaft kann Ihnen hierfür eine Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung stellen. Diese hat Vorrang vor selbst organisierten Alternativen.

Achtung: Für die verschiedenen Verkehrsverbünde und Landestarife können abweichende Regelungen gelten. Erkundigen Sie sich daher beim jeweiligen Verbund.

Wie werden Ansprüche Im entschädigungsfall bei zugverspätung geltend gemacht?

Bevor Sie Ihre Ansprüche geltend machen können, muss geklärt werden, wer der Verursacher ist. Ist das Bahnunternehmen in der Verantwortung, wenden Sie sich an den jeweiligen Kundenservice. Um Ihre Ansprüche geltend zu machen, haben Sie verschiedene Möglichkeiten:

  • Ausfüllen des Fahrgastrechteformular (online oder postalisch): Hierbei fügen Sie Ihre Fahrkarte entweder als Scan oder als Original bei.
  • Anspruch im Servicecenter des jeweiligen Verkehrsunternehmens einfordern: Auch hier müssen Sie ein Fahrgastrechteformular ausfüllen und mit Ihrem Fahrschein belegen.

Hinweis: Alle Rechte im Detail finden Sie hier.

Die wichtigsten Fragen rund um Ihre Reise mit dem Zug und wie sicher eine Bahnfahrt ist, erfahren Sie in unserem Blogbeitrag.

Haben Sie schon mal wegen einer Zugverspätung einen Entschädigungsfall wie Übernachtung oder eine Erstattung in Anspruch genommen?  Schreiben Sie uns gerne einen Kommentar und lassen Sie uns an Ihren Erfahrungen teilhaben.

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Klassenfahrt oder Gruppenreise – sicher mit der Bahn

Mit der Klasse oder einer großen Gruppe verreisen macht Spaß. Neben dem Bus steht Ihnen die Bahn für Ihre sichere Gruppenreise zur Verfügung. Wir verraten, worauf Sie achten sollten und wie die Reise mit größeren Gruppen gelingt.

Vor der Fahrt: Die Planung Ihrer Gruppenreise mit der Bahn

Sie planen eine Gruppenreise oder Klassenfahrt? Dann lassen Sie sich bei der Organisation vom Servicepersonal des jeweiligen Bahnunternehmens unterstützen. Im Kundencentern oder in Partner-Agenturen sowie telefonisch über das Service-Telefon erhalten Sie vom Kundenberater neben Vorschlägen für die günstigsten Verbindungen auch eine umfassende und individuelle Beratung.

Im Fernverkehr sowie in einigen Nahverkehrszügen ist eine Reservierung möglich. Buchen Sie Ihre Bahnreise langfristig und reservieren Sie entsprechend Ihre Sitzplätze im gleichen Wagen oder Abteil. So kann Ihre Gruppe zusammensitzen und Sie müssen nicht im Zug umherlaufen, um Ihre Gruppe zu beaufsichtigen.

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Für Ihre Reise mit Mitteldeutsche Regiobahn empfehlen wir, Ihre Gruppenreise ab 15 Personen mindestens 14 Tage im Voraus anzumelden. Hierfür stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.

So buchen Sie Ihre Klassenfahrt oder Gruppenreise mit der MRB:

  • Über das Kontaktformular
  • Über das Service-Telefon zum Ortstarif: 0341 231898288
  • Persönlich in den MRB-Kundencentern

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Hinweis: Die Anmeldung Ihrer Gruppenreise ist besonders für Ihre geplante Reise an einem Wochenende notwendig, denn hier reisen viele mit der Bahn. Auch kurz vor den Sommerferien gibt es viele Schulausflüge und die Züge sind entsprechend voll. Erfahrungsgemäß sind die Strecken dann sehr stark ausgelastet. Trotz des hohen Reiseaufkommens ist es oft nicht möglich, weitere Züge einzusetzen.

Speichern Sie sich den Reiseverlauf ab oder drucken Sie den Reiseplan aus, damit Sie stets Ihre Reisedaten im Blick haben. Sollten Sie eine Reservierung haben, erkundigen Sie sich, in welchem Bereich des Bahnsteigs Ihr reservierter Wagen hält. So können Sie direkt einsteigen und müssen nicht alle auf der Suche nach den Sitzplätzen durch den Zug laufen.

Während der Fahrt: So gelingt die sichere Gruppenreise

Der Tag der Fahrt

Vereinbaren Sie einen Treffpunkt an einem zentralen Punkt im Bahnhof, nicht am Gleis. Direkt am Bahnsteig warten auch anderen Fahrgäste, es herrscht mehr Gedränge. Daher ist es am Gleis schwerer, die Ankunft verschiedener Gruppenteilnehmer zu überblicken und für deren Sicherheit zu sorgen. Teilen Sie Ihre Gruppe beim Einsteigen auf und lassen Sie nicht die gesamte Gruppen an einer Tür einsteigen. Dadurch entspannt sich das Einsteigen.

Hinweis: Bestimmen Sie eine Begleitperson, die als Letzte ein- und als Erste aussteigt.

Auf Ihrer Bahnfahrt managen Sie eine große Gruppe verschiedenster Kinder, Jugendlicher oder Erwachsener und die Kontrolle über die Bahntickets. Nicht zu vergessen: Die Stimmung Ihrer Mitreisenden über möglicherweise mehrere Stunden Zugfahrt. Als Begleitperson benötigen Sie daher eine wohlüberlegte Planung, Achtsamkeit und gleichzeitig Unterhalterqualitäten.

Das Gruppenticket

Nachdem Sie Ihr Gruppenticket frühestmöglich gebucht haben, sollten Sie dieses an einem festen Platz verstauen. So erleben Sie keine Überraschung oder langes Suchen. Ideal sind verschließbare Umschläge aus einem festen Material. Hier können Sie alle notwendigen Unterlagen zu Ihrer Reise verstauen und haben alles schnell griffbereit.

Die Mitreisenden

Sie kennen Ihre Gruppe am besten. Lassen Sie Kinder und Jugendliche bereits vor Abreise den gewünschten Sitzpartner wählen, dies vermeidet Stress im Waggon.

Das Gepäck

Taschen, Koffer und Co. sollten sicher verstaut werden. Große Koffer und Taschen in den vorgesehenen Zwischenräumen am Boden und leichtes Gepäck sowie Jacken in der Hutablage über den Sitzen. Wie Sie das Gepäck am besten verstauen, lesen Sie hier. Damit nichts vergessen wird: Weisen Sie Ihre Gruppe zeitig genug darauf hin, dass sie bald den Zielbahnhof erreichen.

Hinweis: Sie haben doch etwas im Zug vergessen? In unserem Blogartikel  erfahren Sie, wie Sie Ihre Fundsachen wiederbekommen.

Die Stimmung

Ältere Kinder beschäftigen sich selbständig. Bei jüngeren Reisenden können Sie kleine Spiele im Vorfeld vorbereiten. Lustig sind Spiele, die thematisch etwas mit einer Reise zu tun haben. Fragen Sie vor der Reise, was sich die Gruppe wünscht. Vielleicht gibt es Anregungen oder sogar Spielvorschläge. Im Notfall hilft ein kleiner Snack, um die Laune aufzuhellen. Schreiben Sie auf den Packzettel für die Eltern ein kleines Lunchpaket für die Bahnfahrt.

Mit einer frühzeitigen, gezielten Reiseplanung sorgen Sie für eine sichere und sorgenfreie Bahnreise. Sind Sie bereits mit einer Klasse oder Gruppe mit der Bahn gefahren? Wie waren Ihre Erfahrungen? Haben Sie weitere Tipps und Hinweise, damit die Bahnfahrt gelingt? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.

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