Sichere Bahnfahrt mit dem Rollator

Für Menschen mit Gehbehinderung wird der kleine Spalt zwischen Bahnsteigkante und Zug oft zur Riesenlücke. Wir verraten, wie Sie diese mit Ihrem Rollator überwinden und worauf Sie bei Ihrer Bahnfahrt achten sollten.

Mobil und unabhängig bis ins hohe Alter zu sein – das wünschen sich alle Menschen. Die Bahn ist dabei ein wichtiges und häufig genutztes Transportmittel. Mit dem Rollator als ständigen Begleiter gibt es ein paar Herausforderungen, um die Bahnfahrt unbeschwert genießen zu können. So befürchten viele ältere Menschen Komplikationen beim Ein- und Aussteigen: Etwa den Einstieg nicht rechtzeitig zu schaffen und dann mitgerissen zu werden. Oder, dass sich der Rollator zwischen Zug und Bahnsteigkante verkeilt und der Bahnreisende es nicht aus eigener Kraft heraus schafft, diesen wieder in den Zug zu heben. Oder, dass der Rollator beim Heben in den Zug wackelt und den Reisenden derart aus dem Gleichgewicht bringt, dass dieser stürzt. Mit einigen Tipps gelingt jedoch die sichere Bahnfahrt mit dem Gehwagen problemlos.

Planen Sie Ihre Reise im Vorfeld

Für eine entspannte Bahnfahrt sollten Sie zunächst Ihre Reise gut vorbereiten. Informieren Sie sich im Vorfeld über die beste Strecke und lassen Sie sich hierbei im Mobilitätszentrum beraten. Bei längeren Strecken empfehlen wir, das Ticket bereits im Vorfeld zu kaufen. Gehen Sie außerdem rechtzeitig von zu Hause zum Bahnhof los und planen Sie eine Zeitreserve für etwaige Umwege oder rote Ampelphasen ein. Mit diesem Puffer startet Ihre Reise bereits mit einem beruhigenden Gefühl.

So steigen Sie mit dem Rollator sicher ein und aus

Einsteigen mit dem Rollator: Nutzen Sie zum Einsteigen am besten die weniger genutzten hinteren Türen. Warten Sie hierfür bereits eher am Ende des Gleises auf Ihren Zug, so können Sie direkt einsteigen. Achten Sie darauf, dass Ihre Gehhilfe nicht zu sehr beladen ist. Sie sollten sie problemlos und mit möglichst wenig Kraftanstrengung bewegen können. Kippen Sie beim Einsteigen Ihren Rollator leicht an und schieben Sie zuerst die Vorderräder des Rollators und dann die Hinterräder in den Zug. Ist der Rollator im Wagon, steigen Sie anschließend selbst hinterher. Niederflurbahnen sind ideal, da diese ein stufenfreies Ein- und Aussteigen mit dem Rollator ermöglichen.

Aussteigen mit dem Rollator: Behalten Sie die Haltestellen im Blick, um sich rechtzeitig auf den Ausstieg vorbereiten zu können. Bleiben Sie jedoch so lange wie möglich sitzen, damit Sie beim Bremsen des Zuges nicht das Gleichgewicht verlieren. Beim Aussteigen selbst ist es am sichersten, wenn Sie andersherum als beim Einsteigen agieren. Stellen Sie den Rollator mit den Griffen in Richtung der Tür und verlassen Sie zunächst rückwärts den Wagen. Halten Sie Ihren Rollator entweder dabei fest, damit dieser nicht losrollt oder stellen Sie die Bremse ein.

Tipp: Benutzen Sie die Handbremse und halten Sie sich zusätzlich an den Griffen der Tür fest.

Holen Sie anschließend den Rollator nach draußen. Indem Sie rückwärts aussteigen, senken Sie das Risiko vom Gewicht Ihres Gehwagens förmlich aus dem Zug gezogen zu werden oder das Gleichgewicht zu verlieren.

Hinweis: Falls Sie Unterstützung beim Ein- und Aussteigen benötigen, helfen Ihnen die Zugbegleiter gerne.

Sicher reisen im Zug

Wählen Sie für Ihre Zugfahrt einen Sitzplatz in Fahrtrichtung und in der Nähe der Türen. So ist der Weg zum Ausstieg nicht so weit. Nutzen Sie einen Sitzplatz des Zuges und nicht Ihren Rollator. Bremst der Zug abrupt oder fährt in eine steile Kurve, könnte der Rollator umkippen oder Sie vom Rollator fallen und sich dabei verletzen. Ziehen Sie während der Fahrt die Feststellbremsen Ihres Gehwagens an und lösen Sie diese erst wieder, wenn das Fahrzeug steht.

Tipp: Alle Regionalwagen verfügen über Mehrzweckbereiche, in denen Sie ausreichend Platz für Ihren Rollator finden.

Nutzen Sie die Unterstützung

Wenn Sie Ihre Reise im Vorfeld über die Hotline des Mobilitätszentrums planen, wird im Nahverkehr das Zugpersonal informiert. So können Ihnen die Kundenbetreuer eine abstützende Hilfe beim Ein-, Um- oder Aussteigen geben und Ihnen Ihren Rollator und das Gepäck nachreichen.

Falls Sie beim Ein- und Aussteigen weitere Hilfe benötigen, sollten Sie Ihren Reisewunsch im Voraus anmelden. Entweder über die jeweils zuständige Servicehotline der Mitteldeutschen Regiobahn oder im Falle einer Fernreise, bei der Sie nicht nur das Streckennetz der MRB nutzen, die Mobilitätszentrale der Deutschen Bahn. In unserem Blogartikel zur Bahnfahrt mit Mobilitätseinschränkung finden Sie die jeweils zuständigen Ansprechstellen.

Fühlen Sie sich mit Ihrem Rollator sicher beim Ein- und Aussteigen in die Bahn? Dann verraten Sie uns im Kommentarfeld Ihre Tipps und Tricks für eine unkomplizierte Bahnfahrt.

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Winterchaos: So bereitet sich die Bahn vor

Der Winter naht und mit ihm Glatteis und Eisregen. Wie wirkt sich dieses Wetter auf Züge aus? Und wie sollte man sich bei der Bahnreise im Winter verhalten?

Bereits vor dem Winter bereiten sich Bahnunternehmen auf den Einbruch von Schnee und Kälte vor. Schneechaos und Blitzeis bringen trotzdem oft Zugausfälle, Verspätungen oder Streckensperrungen mit sich. Denn moderne Züge sind oft wetterempfindlicher als ihre dampfbetriebenen Vorgänger und fallen bei Schnee und Eis auch mal aus. Grund hierfür ist die feingliedrige Technik.

Wie werden Züge auf den Winter vorbereitet?

Um bestmöglich auf den Wintereinbruch vorbereitet zu sein, werden die Fahrzeuge gründliche überprüft und kältefest gemacht. Hierfür werden beispielsweise Türgummis, Kupplungen oder die Stromabnehmer auf dem Dach eingefettet, sodass sie widerstandsfähiger der Kälte trotzen können. Damit die Züge während der Fahrt nicht vereisen, werden die Räder mit einem 40 Grad Celsius warmen Frostschutzmittel besprüht. Dadurch lagert sich deutlich weniger Eis und Schnee während der Fahrt auf den Rädern ab.

Aber nicht nur die Fahrzeuge werden für den Winter ausgerüstet: Die Streugutreserven werden aufgefüllt, Wintereinsatzpläne geschrieben und die Bahnmitarbeiter für den Ernstfall geschult. Außerdem wird die Strecke vorbereitet. Bereits im Herbst werden Äste und Bäume entlang der Strecke geschnitten. So können schneebedeckte Äste, die zu weit über die Schiene ragen, nicht auf die Oberleitungen oder Schienen fallen.

Liegt der Schnee, kommen Schneeschleudern und -pflüge zum Einsatz. Spurloks räumen die verschneiten Gleise und machen so die Strecke für nachfolgende Züge befahrbar. Weichen sind besonders empfindlich und können schneller einfrieren. Damit dies nicht passiert, sind sie an besonders wichtigen Stellen mit einer extra Heizung ausgestattet. Zusätzlich werden sie mit Fett eingeschmiert.

So verhalten Sie sich am besten bei Eis und Schnee

Das gefährlichste an Ihrer winterlichen Bahnfahrt ist der Weg bis in den Zug: Achten Sie auf rutschige Gehwege. Oftmals sind vereiste Bereiche unter lockerem Neuschnee nicht erkennbar. Planen Sie für Ihre Ankunft am Bahnhof vor Ihrer Zugfahrt daher mehr Zeit als sonst ein, sodass Sie ruhig und vorsichtig bis zum Zug kommen. Suchen Sie sich in der Bahn einen Sitzplatz und verstauen Sie Ihr Gepäck. Falls der Zug unvorhergesehen bremst, sitzen Sie sicher.

Hinweis: Da sich die Geschwindigkeit den Witterungsverhältnissen anpasst, sind Verzögerungen des Fahrplans möglich. Planen Sie daher genügend Umsteigezeit für Ihren Anschlusszug ein.

Verzichten Sie im Winter schon mal auf das Auto und genießen Sie eine winterliche Bahnfahrt? Oder haben Sie eine besonders skurrile Geschichte in einem verschneiten Zug erlebt? Dann erzählen Sie uns doch davon: Bitte benutzen Sie hierfür das Kommentarfeld.

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