Diese Vorsignale sorgen für Sicherheit bei Ihrer Bahnfahrt

Bei hohen Zuggeschwindigkeiten reichen Hauptsignale für den Bremsweg nicht mehr aus. Hier werden Vorsignale für eine sichere Bahnfahrt notwendig. Wir stellen Ihnen die Signale vor.

Sichere Bahnfahrt durch Vorsignale

Bei einem Tempo von 160 km/h benötigen die Züge einen Bremsweg von ca. 1.000 m. Vorsignale sollen ausschließen, dass das Lokpersonal ein Hauptsignal übersieht. Die Signalbilder warnen also rechtzeitig vor einer Streckenänderung, die ein Abbremsen notwendig macht. Hierfür zeigen die Eisenbahnsignale an, welches Signalbild den Zugführer am zugehörigen Hauptsignal erwartet. Ziel ist es, dass der Lokführer den Zug noch vor dem Hauptsignal zum Stehen bringen kann.

Diese Signalbilder gibt es als Vorsignale:

  • Vr 0: Halt erwarten. Die runde Scheibe steht senkrecht. Ist ein Flügel vorhanden, zeigt dieser senkrecht nach unten.
  • Vr 1: Fahrt mit Buchfahrplangeschwindigkeit erwarten. Die runde Scheibe liegt waagerecht. Ist ein Flügel vorhanden, zeigt dieser senkrecht nach unten.
  • Vr 2: Langsamfahrt bzw. Fahrt mit Geschwindigkeitsbeschränkung erwarten. Die runde Scheibe steht senkrecht. Der Flügel zeigt schräg rechts abwärts.

Bild Vorsignale: Urheber WWSS1, CC BY-SA 3.0

Standorte der Vorsignale

Vorsignal und Hauptsignal stehen in einem Abstand zueinander, der dem Bremsweg entspricht. Diesen Bremswegabstand benötigen die Züge maximal, um vor dem Halt zeigenden Hauptsignal sicher zum Stehen zu kommen. Je nach Strecke und den örtlichen Begebenheiten wird der Regelbremsweg festgesetzt. Bei Hauptbahnen beträgt er in der Regel 1.000 oder 700 m. Auf Nebenbahnen kann dieser Abstand hingegen nur 400 m sein.

Führt die Strecke über einen Gleisbogen, ist das Hauptsignal für den Triebfahrzeugführer nicht einsehbar. Die Mindestsichtbarkeit, die abhängig von der Streckengeschwindigkeit zwischen 300 und 500 m liegt, ist demnach nicht mehr gegeben. Zwischen dem Vor- und dem Hauptsignal sind ein oder mehrere Vorsignalwiederholer notwendig, die das Hauptsignal ankündigen. Auf diese Weise wird die Mindestsichtbarkeit des Hauptsignals künstlich hergestellt.

Vorsignale werden prinzipiell rechts vom befahrenen Gleis aufgestellt. Ist eine eindeutige Zuordnung nicht möglich oder herrscht Platzmangel, dann wird das Signal über dem Gleis mittels Signalbrücken oder -ausleger befestigt.

Erhöhte Sicherheit durch Vorsignale

Durch die Vorsignalwiederholer kann auch ein unnötiges Abbremsen des Zuges verhindert werden: Beispielsweise wenn das Signal ursprünglich Halt angekündigt und das Hauptsignal inzwischen die Fahrtstellung eingenommen hat. Oder, wenn zwischen Vorsignal und Hauptsignal ein Halteplatz liegt und von diesem das Hauptsignal nicht erkennbar ist. Auch während des Halts zeigt der Vorsignalwiederholer die Stellung des Hauptsignals an. Dadurch wird das Sicherheitsrisiko gesenkt, dass der Triebfahrzeugführer die Vorsignalinformation während des Verkehrshalts vergisst.

Als Vorsignalwiederholer werden nur Lichtsignale genutzt. Dies gilt auch bei ansonsten rein mechanischen Stellwerksbereichen.

Hinweis: Die Hauptsignale für Ihre sichere Bahnfahrt lernen Sie in unserem gesonderten Beitrag kennen.

Achten Sie während Ihrer Bahnfahrt auf Haupt- und Vorsignale? Wir freuen uns auf Ihre Erfahrungen: Hinterlassen Sie uns im Kommentarfeld Ihre Eindrücke.

Foto:  Olga Ernst & Hp.Baumeler, CC-BY-SA-4.0

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Diese Hauptsignale sorgen für Sicherheit bei Ihrer Bahnfahrt

Signale am Streckenrand zeigen dem Lokführer, ob er eine Strecke befahren kann und wie schnell. Wir stellen Ihnen die Hauptsignale für eine sichere Bahnfahrt vor.

In der Frühzeit der deutschen Eisenbahngeschichte benutzte jede Bahngesellschaft ihr eigenes Signalsystem. Mit der Verstaatlichung dieser Gesellschaften ab 1875 trat in ganz Deutschland eine einheitliche Signalordnung für die Eisenbahnen Deutschlands in Kraft. Diese gilt noch heute.

Bedeutung der Hauptsignale für die Bahnfahrt

Die Signalordnung umfasst verschiedene Signalarten. Grob lassen sie sich in Haupt- und Vorsignale sowie Zusatzsignale gliedern. Über die Hauptsignale (Hp) erfährt der Zugführer, ob er in den nachfolgenden Streckenabschnitt einfahren darf oder nicht. Das Hauptsignal kann sich aus bis zu drei Signalbildern zusammensetzen.

Zwischen diesen Signalen wird unterschieden:

  • Im Bahnhof: Einfahr-, Zwischen- und Ausfahrsignale
  • Auf freier Strecke: Blocksignale
  • Vor Gefahrenstellen: Deckungssignale

So sind Hauptsignale für eine sichere Bahnfahrt aufgebaut

Hauptsignale setzen sich aus Form- und Lichtsignalen zusammen. Die Formsignale bestehen aus zwei Signalflügeln, die ihre Stellung je nach Information ändern. Als Nachtzeichen beziehungsweise Lichtzeichen werden zwei Lichter eingesetzt, deren Farbe je nach Signal wechselt.

Damit man die Maste der Formhauptsignale besser erkennt, sind sie mit rot-weiß gestreiften Mastblechen ausgerüstet.

Hauptsignale
Grafik Übersicht Signale: WWSS1, CC BY-SA 3.0

Hauptsignal Hp 0: Halt

Vor dem Hauptsignal Hp 0 muss der Zug anhalten. Denn der nachfolgende Streckenabschnitt ist entweder von einer anderen Zugfahrt besetzt, oder die Fahrt endet hier. So sieht das Hp-0-Signal aus: Der obere Signalflügel zeigt waagerecht nach rechts. Als Lichtsignal erscheint ein rotes Licht.

Hauptsignal Hp 1: Fahrt

Wird dieses Signal angezeigt, kann die Zugfahrt mit der zulässigen Streckengeschwindigkeit fortgesetzt werden. So sieht das Hp-1-Signal aus: Der obere Signalflügel zeigt schräg nach rechts oben. Als Lichtsignal erscheint ein grünes Licht.

Hauptsignal Hp 2: Langsamfahrt

Die folgende Strecke darf nach dem Hauptsignal befahren werden – jedoch nur mit einer gedrosselten Geschwindigkeit. Im anschließenden Weichenbereich gilt die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h. Abweichungen von dieser Geschwindigkeit werden im sogenannten Buchfahrplan hinterlegt oder werden per Befehl oder durch einen Geschwindigkeitsanzeiger übermittelt.

So sieht das Hp-2-Signal aus: Zwei Signalflügel zeigen schräg nach rechts oben. Als Lichtsignal erscheint ein grünes über einem gelben Licht.

Weitere Signale für schnelle Züge notwendig

Bei schnellen Zügen reicht das Hauptsignal nicht aus, um nach dem Signal noch entsprechend abzubremsen. Ab einer Geschwindigkeit von 160 km/h benötigen die Züge einen Bremsweg von ca. 1000 m. Daher wird das Hauptsignal bereits 1000 m vorab mithilfe eines Vorsignals angekündigt. So kann der Lokführer rechtzeitig die Bremsung einleiten.

Hinweis: Die Vorsignale stellen wir Ihnen in einem gesonderten Beitrag vor.

Da die Ausrüstung des Streckennetzes mit diesen Signalen kostspielig und wartungsintensiv ist, sollen die Informationen künftig direkt in den Führerstand übertragen werden. Bisher werden die Systeme auf ihre Umsetzbarkeit überprüft.

Achten Sie auf Ihrer Bahnfahrt auf die Hauptsignale? Erzählen Sie uns doch im Kommentarfeld, welche Sicherungssysteme Sie bereits kennen.

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Sicher am Bahnsteig: Deshalb sollten Sie auf die weiße Linie achten!

Ein voller Bahnsteig und Sie kämpfen sich durch das Getümmel bis zu Ihrem Waggon: Haben Sie dabei schon einmal den Platz hinter der weißen Linie als Überholspur genutzt? Wir erklären Ihnen,wie wichtig die weiße Linie am Bahnsteig ist und warum Sie das Überholen in der nächsten Rushhour am Gleis lassen sollten.

Sicher wissen Sie, dass die weiße Linie am Bahnsteig den Sicherheitsabstand zur Bahnsteigkante markiert. Dass es lebensnotwendig ist einen ausreichenden Abstand zur Bahnsteigkante zu halten, wissen hingegen wenige. Um sich zu schützen, sollten Sie sich mindestens einen Meter oder mehr vom Gleis entfernt aufhalten.

Gefährliche Sogwirkung

Fährt ein Zug in oder aus dem Bahnhof entsteht eine Sogwirkung. Vorbeifahrende Züge entwickeln einen derart kräftigen Sog, dass Gegenstände oder sogar ein Mensch mitgerissen werden können. Sie werden vom Zug förmlich angesaugt und mitgenommen. Personenunfälle sind durch aufmerksames und umsichtiges Verhalten jedoch vermeidbar.

Diese Aktivitäten am Bahnsteig sind gefährlich

  • sich vor der weißen Linie bewegen
  • im Gleis aufhalten
  • auf der Bahnsteigkante sitzen
  • auf dem Bahnsteig toben, schupsen, rennen
  • Rad-, Skate-, Snakeboard- sowie Inlineskatesfahren

Halten Sie den Sicherheitsabstand zum Gleis auch ein, wenn der Zug bereits angehalten hat. Denn zwischen Zug und Bahnsteigkante befindet sich ein Spalt, auf den Sie achten sollten. Im Gedränge könnten Sie mit dem Fuß abrutschen oder mit Ihrem Reisegepäck hängen bleiben.

Lautsprecherdurchsagen kündigen zwar Zugeinfahrten oder -durchfahrten an, doch viele überhören die Ansagen. Achten Sie am Bahnsteig auf Ihre Sicherheit und verzichten Sie am besten auf Ablenkungen über das Handy wie Musik hören oder telefonieren.

Tipp: Weitere Hinweise, wie Sie sich sicher am Bahnsteig verhalten, finden Sie hier.

Experiment zur weißen Linie am BAHNSTEIG

Experimentieren Sie zuhause mit Ihrem Kind und zeigen Sie ihm, wie schnell eine Sogwirkung entsteht. Sie benötigen nur zwei leere Getränkedosen und einen nicht zu dünnen Strohhalm.

Legen Sie die Getränkedosen längs nebeneinander. Eine Dose ist das Gleis, die andere eine Person. Lassen Sie dabei einen Abstand von 2 bis 3 Zentimetern zwischen beiden Dosen Platz. Pusten Sie nun mit dem Strohhalm zwischen den Dosen hindurch. Ihr Luftstrom stellt im Experiment den einfahrenden Zug dar.

Sie werden sehen, dass die Dosen aufeinander zurollen. Der Zug saugt also die Person näher an das Gleis. Im schlimmsten Fall stoßen beide zusammen – die Person fällt also in das Gleis oder vor den Zug.

Halten Sie sich stets an den Sicherheitsabstand? Haben Sie schonmal jemanden beobachtet, der mit baumelnden Beinen am Gleis saß? Lassen Sie uns an Ihren Erfahrungen teilhaben und schreiben Sie uns einen Kommentar.

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Klassenfahrt oder Gruppenreise – sicher mit der Bahn

Mit der Klasse oder einer großen Gruppe verreisen macht Spaß. Neben dem Bus steht Ihnen die Bahn für Ihre sichere Gruppenreise zur Verfügung. Wir verraten, worauf Sie achten sollten und wie die Reise mit größeren Gruppen gelingt.

Vor der Fahrt: Die Planung Ihrer Gruppenreise mit der Bahn

Sie planen eine Gruppenreise oder Klassenfahrt? Dann lassen Sie sich bei der Organisation vom Servicepersonal des jeweiligen Bahnunternehmens unterstützen. Im Kundencentern oder in Partner-Agenturen sowie telefonisch über das Service-Telefon erhalten Sie vom Kundenberater neben Vorschlägen für die günstigsten Verbindungen auch eine umfassende und individuelle Beratung.

Im Fernverkehr sowie in einigen Nahverkehrszügen ist eine Reservierung möglich. Buchen Sie Ihre Bahnreise langfristig und reservieren Sie entsprechend Ihre Sitzplätze im gleichen Wagen oder Abteil. So kann Ihre Gruppe zusammensitzen und Sie müssen nicht im Zug umherlaufen, um Ihre Gruppe zu beaufsichtigen.

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Für Ihre Reise mit Mitteldeutsche Regiobahn empfehlen wir, Ihre Gruppenreise ab 15 Personen mindestens 14 Tage im Voraus anzumelden. Hierfür stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.

So buchen Sie Ihre Klassenfahrt oder Gruppenreise mit der MRB:

  • Über das Kontaktformular
  • Über das Service-Telefon zum Ortstarif: 0341 231898288
  • Persönlich in den MRB-Kundencentern

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Hinweis: Die Anmeldung Ihrer Gruppenreise ist besonders für Ihre geplante Reise an einem Wochenende notwendig, denn hier reisen viele mit der Bahn. Auch kurz vor den Sommerferien gibt es viele Schulausflüge und die Züge sind entsprechend voll. Erfahrungsgemäß sind die Strecken dann sehr stark ausgelastet. Trotz des hohen Reiseaufkommens ist es oft nicht möglich, weitere Züge einzusetzen.

Speichern Sie sich den Reiseverlauf ab oder drucken Sie den Reiseplan aus, damit Sie stets Ihre Reisedaten im Blick haben. Sollten Sie eine Reservierung haben, erkundigen Sie sich, in welchem Bereich des Bahnsteigs Ihr reservierter Wagen hält. So können Sie direkt einsteigen und müssen nicht alle auf der Suche nach den Sitzplätzen durch den Zug laufen.

Während der Fahrt: So gelingt die sichere Gruppenreise

Der Tag der Fahrt

Vereinbaren Sie einen Treffpunkt an einem zentralen Punkt im Bahnhof, nicht am Gleis. Direkt am Bahnsteig warten auch anderen Fahrgäste, es herrscht mehr Gedränge. Daher ist es am Gleis schwerer, die Ankunft verschiedener Gruppenteilnehmer zu überblicken und für deren Sicherheit zu sorgen. Teilen Sie Ihre Gruppe beim Einsteigen auf und lassen Sie nicht die gesamte Gruppen an einer Tür einsteigen. Dadurch entspannt sich das Einsteigen.

Hinweis: Bestimmen Sie eine Begleitperson, die als Letzte ein- und als Erste aussteigt.

Auf Ihrer Bahnfahrt managen Sie eine große Gruppe verschiedenster Kinder, Jugendlicher oder Erwachsener und die Kontrolle über die Bahntickets. Nicht zu vergessen: Die Stimmung Ihrer Mitreisenden über möglicherweise mehrere Stunden Zugfahrt. Als Begleitperson benötigen Sie daher eine wohlüberlegte Planung, Achtsamkeit und gleichzeitig Unterhalterqualitäten.

Das Gruppenticket

Nachdem Sie Ihr Gruppenticket frühestmöglich gebucht haben, sollten Sie dieses an einem festen Platz verstauen. So erleben Sie keine Überraschung oder langes Suchen. Ideal sind verschließbare Umschläge aus einem festen Material. Hier können Sie alle notwendigen Unterlagen zu Ihrer Reise verstauen und haben alles schnell griffbereit.

Die Mitreisenden

Sie kennen Ihre Gruppe am besten. Lassen Sie Kinder und Jugendliche bereits vor Abreise den gewünschten Sitzpartner wählen, dies vermeidet Stress im Waggon.

Das Gepäck

Taschen, Koffer und Co. sollten sicher verstaut werden. Große Koffer und Taschen in den vorgesehenen Zwischenräumen am Boden und leichtes Gepäck sowie Jacken in der Hutablage über den Sitzen. Wie Sie das Gepäck am besten verstauen, lesen Sie hier. Damit nichts vergessen wird: Weisen Sie Ihre Gruppe zeitig genug darauf hin, dass sie bald den Zielbahnhof erreichen.

Hinweis: Sie haben doch etwas im Zug vergessen? In unserem Blogartikel  erfahren Sie, wie Sie Ihre Fundsachen wiederbekommen.

Die Stimmung

Ältere Kinder beschäftigen sich selbständig. Bei jüngeren Reisenden können Sie kleine Spiele im Vorfeld vorbereiten. Lustig sind Spiele, die thematisch etwas mit einer Reise zu tun haben. Fragen Sie vor der Reise, was sich die Gruppe wünscht. Vielleicht gibt es Anregungen oder sogar Spielvorschläge. Im Notfall hilft ein kleiner Snack, um die Laune aufzuhellen. Schreiben Sie auf den Packzettel für die Eltern ein kleines Lunchpaket für die Bahnfahrt.

Mit einer frühzeitigen, gezielten Reiseplanung sorgen Sie für eine sichere und sorgenfreie Bahnreise. Sind Sie bereits mit einer Klasse oder Gruppe mit der Bahn gefahren? Wie waren Ihre Erfahrungen? Haben Sie weitere Tipps und Hinweise, damit die Bahnfahrt gelingt? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.

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Sichere Bahnfahrt mit dem Rollator

Für Menschen mit Gehbehinderung wird der kleine Spalt zwischen Bahnsteigkante und Zug oft zur Riesenlücke. Wir verraten, wie Sie diese mit Ihrem Rollator überwinden und worauf Sie bei Ihrer Bahnfahrt achten sollten.

Mobil und unabhängig bis ins hohe Alter zu sein – das wünschen sich alle Menschen. Die Bahn ist dabei ein wichtiges und häufig genutztes Transportmittel. Mit dem Rollator als ständigen Begleiter gibt es ein paar Herausforderungen, um die Bahnfahrt unbeschwert genießen zu können. So befürchten viele ältere Menschen Komplikationen beim Ein- und Aussteigen: Etwa den Einstieg nicht rechtzeitig zu schaffen und dann mitgerissen zu werden. Oder, dass sich der Rollator zwischen Zug und Bahnsteigkante verkeilt und der Bahnreisende es nicht aus eigener Kraft heraus schafft, diesen wieder in den Zug zu heben. Oder, dass der Rollator beim Heben in den Zug wackelt und den Reisenden derart aus dem Gleichgewicht bringt, dass dieser stürzt. Mit einigen Tipps gelingt jedoch die sichere Bahnfahrt mit dem Gehwagen problemlos.

Planen Sie Ihre Reise im Vorfeld

Für eine entspannte Bahnfahrt sollten Sie zunächst Ihre Reise gut vorbereiten. Informieren Sie sich im Vorfeld über die beste Strecke und lassen Sie sich hierbei im Mobilitätszentrum beraten. Bei längeren Strecken empfehlen wir, das Ticket bereits im Vorfeld zu kaufen. Gehen Sie außerdem rechtzeitig von zu Hause zum Bahnhof los und planen Sie eine Zeitreserve für etwaige Umwege oder rote Ampelphasen ein. Mit diesem Puffer startet Ihre Reise bereits mit einem beruhigenden Gefühl.

So steigen Sie mit dem Rollator sicher ein und aus

Einsteigen mit dem Rollator: Nutzen Sie zum Einsteigen am besten die weniger genutzten hinteren Türen. Warten Sie hierfür bereits eher am Ende des Gleises auf Ihren Zug, so können Sie direkt einsteigen. Achten Sie darauf, dass Ihre Gehhilfe nicht zu sehr beladen ist. Sie sollten sie problemlos und mit möglichst wenig Kraftanstrengung bewegen können. Kippen Sie beim Einsteigen Ihren Rollator leicht an und schieben Sie zuerst die Vorderräder des Rollators und dann die Hinterräder in den Zug. Ist der Rollator im Wagon, steigen Sie anschließend selbst hinterher. Niederflurbahnen sind ideal, da diese ein stufenfreies Ein- und Aussteigen mit dem Rollator ermöglichen.

Aussteigen mit dem Rollator: Behalten Sie die Haltestellen im Blick, um sich rechtzeitig auf den Ausstieg vorbereiten zu können. Bleiben Sie jedoch so lange wie möglich sitzen, damit Sie beim Bremsen des Zuges nicht das Gleichgewicht verlieren. Beim Aussteigen selbst ist es am sichersten, wenn Sie andersherum als beim Einsteigen agieren. Stellen Sie den Rollator mit den Griffen in Richtung der Tür und verlassen Sie zunächst rückwärts den Wagen. Halten Sie Ihren Rollator entweder dabei fest, damit dieser nicht losrollt oder stellen Sie die Bremse ein.

Tipp: Benutzen Sie die Handbremse und halten Sie sich zusätzlich an den Griffen der Tür fest.

Holen Sie anschließend den Rollator nach draußen. Indem Sie rückwärts aussteigen, senken Sie das Risiko vom Gewicht Ihres Gehwagens förmlich aus dem Zug gezogen zu werden oder das Gleichgewicht zu verlieren.

Hinweis: Falls Sie Unterstützung beim Ein- und Aussteigen benötigen, helfen Ihnen die Zugbegleiter gerne.

Sicher reisen im Zug

Wählen Sie für Ihre Zugfahrt einen Sitzplatz in Fahrtrichtung und in der Nähe der Türen. So ist der Weg zum Ausstieg nicht so weit. Nutzen Sie einen Sitzplatz des Zuges und nicht Ihren Rollator. Bremst der Zug abrupt oder fährt in eine steile Kurve, könnte der Rollator umkippen oder Sie vom Rollator fallen und sich dabei verletzen. Ziehen Sie während der Fahrt die Feststellbremsen Ihres Gehwagens an und lösen Sie diese erst wieder, wenn das Fahrzeug steht.

Tipp: Alle Regionalwagen verfügen über Mehrzweckbereiche, in denen Sie ausreichend Platz für Ihren Rollator finden.

Nutzen Sie die Unterstützung

Wenn Sie Ihre Reise im Vorfeld über die Hotline des Mobilitätszentrums planen, wird im Nahverkehr das Zugpersonal informiert. So können Ihnen die Kundenbetreuer eine abstützende Hilfe beim Ein-, Um- oder Aussteigen geben und Ihnen Ihren Rollator und das Gepäck nachreichen.

Falls Sie beim Ein- und Aussteigen weitere Hilfe benötigen, sollten Sie Ihren Reisewunsch im Voraus anmelden. Entweder über die jeweils zuständige Servicehotline der Mitteldeutschen Regiobahn oder im Falle einer Fernreise, bei der Sie nicht nur das Streckennetz der MRB nutzen, die Mobilitätszentrale der Deutschen Bahn. In unserem Blogartikel zur Bahnfahrt mit Mobilitätseinschränkung finden Sie die jeweils zuständigen Ansprechstellen.

Fühlen Sie sich mit Ihrem Rollator sicher beim Ein- und Aussteigen in die Bahn? Dann verraten Sie uns im Kommentarfeld Ihre Tipps und Tricks für eine unkomplizierte Bahnfahrt.

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Winterchaos: So bereitet sich die Bahn vor

Der Winter naht und mit ihm Glatteis und Eisregen. Wie wirkt sich dieses Wetter auf Züge aus? Und wie sollte man sich bei der Bahnreise im Winter verhalten?

Bereits vor dem Winter bereiten sich Bahnunternehmen auf den Einbruch von Schnee und Kälte vor. Schneechaos und Blitzeis bringen trotzdem oft Zugausfälle, Verspätungen oder Streckensperrungen mit sich. Denn moderne Züge sind oft wetterempfindlicher als ihre dampfbetriebenen Vorgänger und fallen bei Schnee und Eis auch mal aus. Grund hierfür ist die feingliedrige Technik.

Wie werden Züge auf den Winter vorbereitet?

Um bestmöglich auf den Wintereinbruch vorbereitet zu sein, werden die Fahrzeuge gründliche überprüft und kältefest gemacht. Hierfür werden beispielsweise Türgummis, Kupplungen oder die Stromabnehmer auf dem Dach eingefettet, sodass sie widerstandsfähiger der Kälte trotzen können. Damit die Züge während der Fahrt nicht vereisen, werden die Räder mit einem 40 Grad Celsius warmen Frostschutzmittel besprüht. Dadurch lagert sich deutlich weniger Eis und Schnee während der Fahrt auf den Rädern ab.

Aber nicht nur die Fahrzeuge werden für den Winter ausgerüstet: Die Streugutreserven werden aufgefüllt, Wintereinsatzpläne geschrieben und die Bahnmitarbeiter für den Ernstfall geschult. Außerdem wird die Strecke vorbereitet. Bereits im Herbst werden Äste und Bäume entlang der Strecke geschnitten. So können schneebedeckte Äste, die zu weit über die Schiene ragen, nicht auf die Oberleitungen oder Schienen fallen.

Liegt der Schnee, kommen Schneeschleudern und -pflüge zum Einsatz. Spurloks räumen die verschneiten Gleise und machen so die Strecke für nachfolgende Züge befahrbar. Weichen sind besonders empfindlich und können schneller einfrieren. Damit dies nicht passiert, sind sie an besonders wichtigen Stellen mit einer extra Heizung ausgestattet. Zusätzlich werden sie mit Fett eingeschmiert.

So verhalten Sie sich am besten bei Eis und Schnee

Das gefährlichste an Ihrer winterlichen Bahnfahrt ist der Weg bis in den Zug: Achten Sie auf rutschige Gehwege. Oftmals sind vereiste Bereiche unter lockerem Neuschnee nicht erkennbar. Planen Sie für Ihre Ankunft am Bahnhof vor Ihrer Zugfahrt daher mehr Zeit als sonst ein, sodass Sie ruhig und vorsichtig bis zum Zug kommen. Suchen Sie sich in der Bahn einen Sitzplatz und verstauen Sie Ihr Gepäck. Falls der Zug unvorhergesehen bremst, sitzen Sie sicher.

Hinweis: Da sich die Geschwindigkeit den Witterungsverhältnissen anpasst, sind Verzögerungen des Fahrplans möglich. Planen Sie daher genügend Umsteigezeit für Ihren Anschlusszug ein.

Verzichten Sie im Winter schon mal auf das Auto und genießen Sie eine winterliche Bahnfahrt? Oder haben Sie eine besonders skurrile Geschichte in einem verschneiten Zug erlebt? Dann erzählen Sie uns doch davon: Bitte benutzen Sie hierfür das Kommentarfeld.

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