Die Aktion „Tu Was“ für mehr Zivilcourage

Immer wieder kommt es im öffentlichen Nahverkehr zu Vandalismus, verbalen Attacken und gewalttätigen Übergriffen auf Reisende. Potenzielle Helfer und Helferinnen, die sich am Ort des Geschehens befinden, sind in solchen Situationen häufig verunsichert und wissen nicht, wie sie reagieren sollen. Daher hat die Polizei die Aktion „Tu was“ ins Leben gerufen.

Tu was gegen…

Gewalt. Vandalismus. Belästigung. Diskriminierung und Ausgrenzung. Zu all diesen Themen liefert die landesweite Kampagne für mehr Zivilcourage im Öffentlichen Personennahverkehr und die in diesem Rahmen gestartete Aktion „Tu was“ Informationen und Ratschläge. Teil der Kampagne sind Workshops und Informationsveranstaltungen für verschiedene Altersgruppen, das Anbringen von großflächiger Werbung auf beispielsweise Straßenbahnen, das Verteilen von Informationsmaterial in Kooperation zwischen Polizei und den Mitarbeitern der Verkehrsbetriebe sowie kurze Informationsvideos, die vor allem Jugendliche und junge Erwachsene ansprechen sollen.

Ziel ist es, die Zivilcourage im öffentlichen Personenverkehr zu stärken. Denn wer nichts tut, macht mit! Was viele nicht wissen: Ein jeder Bürger ist dazu verpflichtet, bei Not- und Unglücksfällen oder bei Gefahr Hilfe zu leisten. Doch nur wer weiß, wie er sich in bestimmten Situationen zu verhalten hat, kann handeln, ohne sich selbst und anderen noch mehr in Gefahr zu bringen. Daher ist es wichtig, sich vorab mit möglichen Gefahrensituationen auseinander zu setzen. Sie können sich auf entsprechenden Informationsseiten wie der Webseite der Aktion „Tu was“ belesen, mit anderen darüber sprechen und in Gedanken durchspielen, wie Sie sich verhalten und was Sie sagen würden. So sind Sie gut auf einen Ernstfall vorbereitet.

Regeln für den Ernstfall

Wenn es zum Ernstfall kommt, ist schnelle Hilfe für Betroffene gefragt. Die Polizei hat dafür einen Leitfaden aus sechs Punkten erstellt, die Helfende unbedingt beachten sollten:

Regel 1: Helfen Sie, aber bringen Sie sich nicht selbst in Gefahr.

Regel 2: Rufen Sie die Polizei unter 110.

Regel 3: Bitten Sie andere um Mithilfe.

Regel 4: Prägen Sie sich Tätermerkmale ein.

Regel 5: Kümmern Sie sich um Opfer.

Regel 6: Sagen Sie als Zeuge aus.

Weitere Details, Tipps und Informationen zu den einzelnen Schritten gibt es auf aktion-tu-was.de. Hier finden Sie auch ergänzende Materialien zum Thema Zivilcourage und Links zu anderen Institutionen, Kampagnen und Initiativen, die sich mit dem Thema befassen. Wenn Sie sich zu Zivilcourage im Zug belesen wollen, empfehlen wir unsere verschiedenen Blogartikel dazu.

Bild Quelle: www.aktion-tu-was.de

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Wie sicher sind automatische Türen?

Sie sind mittlerweile an zahlreichen Gebäuden und Fahrzeugen zu finden: Automatische Türen in verschiedenen Formen und Varianten. Sie öffnen sich für den Einkauf im Supermarkt und schließen sich nach dem Verlassen des Fahrstuhls, ohne dass wir darüber nachdenken. Auch in öffentlichen Verkehrsmitteln kommen automatische Türsysteme zum Einsatz. Doch woher wissen die Türen, wann sie auf- und zugehen sollen? Und sind die Mechanismen wirklich sicher?

So funktionieren Zugtüren

Wer mit dem Zug unterwegs ist, kommt an automatischen Türen nicht vorbei. Um Vertrauen in das ausgeklügelte Systeme zu gewinnen, ist es hilfreich zunächst die Funktionsweise zu verstehen. Das Öffnen und Schließen der Türen kann in vier Schritte unterteilt werden:

1. Die Türen werden freigegeben

Ist der Zug an seiner Haltestelle angekommen, muss der Zugführer die Türsysteme zunächst freigeben. Bevor dies geschehen ist, wird sich keine der Türen über den Türknopf öffnen lassen. Ist die Freigabe erfolgt, können Reisende den Türknopf betätigen. In den meisten Fällen reicht es, ihn leicht zu berühren.

2. Die Türen öffnen sich

Nachdem der Türknopf betätigt wurde, öffnen sich die Türen automatisch. Dies kann manchmal einen Moment dauern, da je nach Bahnsteighöhe und Abstand zum Zug zunächst der sogenannte Schiebetritt ausgefahren wird. Dieser überbrückt die Lücke zwischen Zug und Bahnsteig und ermöglicht so ein sicheres Aussteigen.

3. Die Türen schließen sich

Je nach Steuerungssystem bleiben die Türen anschließend bis zur sogenannten Zwangsschließung durch den Fahrzeugführer geöffnet oder schließen sich nach einer bestimmten Zeit von allein. Dieser Vorgang wird in den meisten Fahrzeugen von einem akustischen Signal begleitet. Ertönt dieses Signal, sollten Sie sich umgehend aus dem Türbereich entfernen.

4. Die Türen sind blockiert

Bei einer Zwangsschließung, die durch den Zugführer kurz vor der Weiterfahrt erfolgt, werden alle Türen blockiert und die Türknöpfe deaktiviert. Die meisten Züge fahren erst weiter, wenn die Zwangsschließung erfolgreich war. Es ist während der Fahrt nicht mehr möglich, die Türen zu öffnen: Dies wäre aufgrund der hohen Geschwindigkeiten auch sehr gefährlich.

Automatische Türöffnung

Neben einer Öffnung der Türen über den Türknopf können Zugtüren auch automatisch geöffnet und geschlossen werden. Dafür betätigt der Zugführer einen zentralen Mechanismus, der alle Türen gleichzeitig steuert. Seit Beginn der Corona-Pandemie versuchten die Bahngesellschaften dafür zu sorgen, dass Reisende so wenig Kontakt wie möglich zu Oberflächen in öffentlichen Verkehrsmitteln haben mussten. Daher wurde die automatische Türöffnung zum gängigen Standard. Dies sorgte gleichzeitig dafür, dass der gesamte Fahrgastbereich regelmäßig durchlüftet wurde. Der Zugführer muss selbst im Auge behalten, wann alle Reisenden ein- und ausgestiegen sind, um anschließend die Türen wieder zu schließen. Mittlerweile öffnen die meisten Türsysteme jedoch wieder auf Knopfdruck durch die Reisenden. Eine automatische Türöffnung wird in der Regel angesagt.

Sicherungssysteme im Türbereich

Immer wieder kommt es vor, dass sich die Türen eines Zuges schließen, obwohl noch Reisende oder Gepäckstücke im Einstiegsbereich sind. Damit sich in einem solche Fall niemand verletzt, gibt es verschiedene automatische Sicherungssysteme. Dazu zählen Lichtschranken in der Tür, empfindliche Druckplatten im Boden und Druckwellenschalter in den Dichtungsgummis der Türflügel. Nehmen diese Sensoren ein Hindernis wahr, wird der Schließvorgang unterbrochen und die Tür öffnet sich wieder. Die Funktionsweise der Sicherungssysteme muss in Deutschland regelmäßig überprüft werden.

Wenn sich trotzdem eine Tür schließt, obwohl sich noch Personen im Türbereich befinden, gibt es die Möglichkeit, die Türautomatik per Hand außer Kraft zu setzen. Dafür befindet sich eine Notentriegelung im Eingangsbereich. Diese darf auch benutzt werden, wenn die Türautomatik nach einem Stromausfall nicht mehr funktioniert oder Fahrgäste den Zug aufgrund eines Notfalls, zum Beispiel bei einem Brand, verlassen müssen. Die Entriegelung funktioniert jedoch nur, wenn der Zug steht. Ist Ihr Leben oder das anderer nicht in direkter Gefahr, sollten Sie zunächst versuchen den Kontakt zum Zugführer aufzubauen, bevor Sie eigenmächtig die Türen öffnen.

 

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Wenn Personen auf der Bahnfahrt verloren gehen

„Wenn wir uns verlieren, treffen wir uns hier wieder!“ – Ein Satz, der auf größeren Veranstaltungen oder öffentlichen Plätzen mit vielen Menschen sehr wichtig sein kann. Vor allem dann, wenn Sie mit Kindern und Senioren auf Reisen sind, kann es schnell passieren, dass Sie getrennt werden. Was in einer solchen Situation zu tun ist, erfahren Sie auf diesem Blog.

In den Ferien, an Wochenenden oder zu Pendler-Stoßzeiten kann in einer Bahnhofshalle viel Betrieb herrschen. Wenn Sie mit großem Reisegepäck unterwegs sind und es dazu noch eilig haben, ist der Stress vorprogrammiert. Häufig sind Sie auf der Bahnfahrt nicht nur für sich allein verantwortlich: Kleine Kinder und ältere Senioren können in der Regel nicht allein reisen. Das Horrorszenario: Sie verlieren sich auf dem Weg zum Gleis, und alles Suchen hilft nichts. Nun haben Sie verschiedene Möglichkeiten.

Zunächst sollten Sie versuchen, Ruhe zu bewahren. Panik und Hysterie bringen Sie in einer solchen Situation nicht weiter. Bleiben Sie stehen und verschaffen Sie sich einen Überblick. Rufen Sie laut den Namen der vermissten Person, und bitten Sie Passanten um Hilfe. Wenn Sie sich mit dem Mitreisenden einen Treffpunkt ausgemacht haben (dieser sollte von überall gut sichtbar und erreichbar sein), begeben Sie sich als nächstes dort hin. Sind Sie zu zweit unterwegs, sollte eine Person an der Stelle bleiben, wo die verloren gegangene Person das letzte Mal gesehen wurde. Halten Sie außerdem Ausschau nach dem Bahnhofspersonal und nach Beamten der Bundespolizei. Wird ein elternloses Kind oder eine ältere orientierungslose Person gefunden, sind diese Mitarbeiter in der Regel die erste Ansprechstation. Melden Sie den Vorfall den Mitarbeitern und suchen Sie ein Foto der Person heraus. Wenn die vermisste Person eine „Markierung“ (Name, Telefonnummer der Eltern) bei sich trägt, halten Sie Ihr Telefon bereit. In den meisten Fällen klärt sich die Situation schnell wieder auf und alle kommen mit einem Schrecken davon.

Verloren am Bahnsteig

Das Ein- und Aussteigen auf einer Zugfahrt ist meist sehr unübersichtlich. Viele Menschen drängen sich dicht aneinander vorbei. Dabei kann es schnell passieren, dass Sie ihre Mitreisenden verlieren. Bewahren Sie auch hier Ruhe und sprechen Sie das Zugpersonal an. In den meisten Fällen befindet sich mindestens ein Mitarbeiter am Gleis und kontrolliert, ob alle eingestiegen sind. Solange die verlorene Person nicht wieder aufgetaucht ist, wird der Zug mit der Weiterfahrt warten. Ist kein Zugpersonal in der Nähe, können Sie den Notknopf an den Türen im Zug drücken. Es wird sofort eine Verbindung zum Fahrzeugführer hergestellt.

Verloren im Zug

Auch im Zug kann es passieren, dass sie sich untereinander verlieren. Sie gehen beispielsweise auf die Toilette und sagen der dementen mitreisenden Person, dass Sie sofort wieder da sind. Oder das Kleinkind hat Hunger und Sie machen sich auf den Weg zum Bordbistro. Sie kommen zurück, und der Platz ist leer – Was nun? Zunächst sollten Sie andere Personen im Abteil fragen, ob sie etwas gesehen haben. Suchen Sie anschließend das Zugpersonal auf und informieren Sie die Mitarbeiter über die Situation. Wenn sich der Zug kurz vor der Einfahrt in einen Bahnhof befindet und Sie kein Zugpersonal finden können, drücken Sie den Notknopf. Kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Kind oder die Seniorin den Zug verlassen haben, wird die Bundespolizei alarmiert.

Kind oder verlorengegangene Person gefunden – Was ist zu tun?

Wenn Sie ein elternloses Kind oder eine orientierungslose Person am Bahnhof oder im Zug finden, können Sie helfen. Sprechen Sie der Person zunächst gut zu und versuchen Sie sie zu beruhigen. Fragen Sie nach, mit wem die Person unterwegs war und wohin die Reise gehen sollte. Anschließend sollten Sie das Bahnhofs- oder Zugpersonal oder die Bundespolizei aufsuchen und die Situation schildern. Wichtig dabei: Lassen Sie das Kind oder die orientierungslose Person nicht allein! Suchen Sie außerdem nach einem Zettel oder einer Markierung, auf der sich die Telefonnummer einer verantwortlichen Person befinden könnte.

Auf unserem Blog finden Sie weitere Informationen zur sicheren Reise mit Kindern und Senioren. Was Sie außerdem tun können, wenn eine demente Person verloren geht, steht in dem Ratgeber der Malteser Hilfe.

 

Photo by Yin Wong on Unsplash

 

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Mögliche Betriebsstörungen auf der Bahnfahrt

Eine der häufigsten Ursachen für Verspätungen im Bahnverkehr sind sogenannte Betriebsstörungen. Gibt es am Bahnsteig eine entsprechende Durchsage, bleibt offen, was genau passiert ist. Denn der Begriff Betriebsstörung fasst eine Vielzahl von Vorfällen auf der Bahnstrecke zusammen, die unerwartet auftreten können und den Verkehr für eine bestimmte Zeit einschränken.

Technische Störungen

Technische Störungen stellen den größten Teil der Betriebsstörungen dar. Immer wieder gibt es Komplikationen an der empfindlichen Leit- und Sicherheitstechnik, also zum Beispiel an Weichen oder Signalanlagen. Daher werden diese Komponenten besonders häufig kontrolliert und gewartet.

  • Signalstörung

Die Signale an den Gleisen regeln den Zugverkehr, so wie es Ampeln im Straßenverkehr tun. Ursachen für eine Signalstörung können zum Beispiel defekte LED-Lampen, verkeilte Weichen oder Überschwemmungen nach starken Regenfällen sein. Die automatischen Sicherungssysteme sorgen dafür, dass der Zug zunächst stehen bleibt. Erst wenn das Problem beseitigt ist, darf der Zug weiterfahren.

  • Weichenstörung

Weichen sind ein elementarer Teil des deutschlandweiten Schienennetzes. Sie kommen an zahlreichen Knotenpunkten zum Einsatz und dürfen ihren Dienst nie versagen. Zu einer Störung kann es kommen, wenn sich eine Weiche verkeilt (zum Beispiel aufgrund eines Steines oder Astes) oder wenn die Anlage extremen Wetterbedingungen ausgesetzt ist. Diese Störungen können meist schnell behoben werden. Längere Verzögerungen entstehen, wenn der Antriebsmotor der Weiche ausfällt oder im schlimmsten Fall eine technische Störung im Stellwerk vorliegt. Es muss ein Techniker gerufen werden, der den Schaden beheben kann.

  • Oberleitungsstörung

Etwa 60 % der Strecken im deutschen Schienennetz sind mit Oberleitungen ausgestattet. In bestimmten Situationen sind sie besonders anfällig für Störungen. Extreme Wetterlagen oder Vogelflug können ein Grund dafür sein, warum die Strecke für eine bestimmte Zeit nicht mehr befahrbar ist. Reißt eine Oberleitung, nimmt die Instandsetzung viel Zeit in Anspruch.

  • Stellwerkstörung

Stellwerke verschalten auf allen Bahnstrecken die zentralen Elemente des Zugsicherungssystems. Sie können sowohl ober- als auch unterirdisch liegen. Dass das Stellwerk „fälschlicherweise“ auf Rot schaltet, kann zum Beispiel an einer Weichen- oder Signalstörung liegen. Doch auch ein Fehler im Stellwerk selbst ist denkbar. Bei den elektronischen Systemen kann es an verschiedenen Stellen zu Fehlermeldungen kommen: Dementsprechend lässt sich nur schwer sagen, wie lange eine Stellwerkstörung andauert.

Liegengebliebener Zug

Trotz regelmäßiger Wartung und Überprüfung der Fahrzeuge im Zugverkehr kann es dazu kommen, dass ein Zug nothalten muss und nicht weiterfahren kann. Neben externen Faktoren wie einer Blockade auf der Strecke können Störungen in der Elektronik oder den automatischen Sicherheitssystemen auftreten. Einige der Probleme können direkt vor Ort gelöst werden, für andere müssen Experten kommen. Im Extremfall wird der Zug abgeschleppt.

Rettungseinsatz auf den Gleisen

Kommt es auf der Fahrt zu einem medizinischen Notfall oder einer Situation, in der die Polizei oder Feuerwehr angefordert werden muss, erfahren Sie dies meist über die Durchsage. „Notarzteinsatz am Gleis“ ist beispielsweise eine Beschreibung, die in solchen Fällen verwendet wird. Befinden Sie sich selbst im entsprechenden Zug, sollten Sie Ruhe bewahren und auf Anweisungen des Personals warten. Erfahren Sie am Gleis von dem Rettungseinsatz, sollten Sie sich auf längere Wartezeiten und Fahrplanänderungen einstellen.

„Verzögerungen im Betriebsablauf“ – Was bedeutet das?

Immer wieder hört man im Bahnverkehr die Durchsage: Es gibt eine Verzögerung im Betriebsablauf. Mit dem Ausdruck sind meist kleinere Verspätungen gemeint. Dazu zählen zum Beispiel ein Personenstau im Eingangsbereich oder die verspätete Bereitstellung eines Zuges. In der Regel kann die Fahrt nach einer kurzen Pause fortgesetzt werden.

Die Entschädigungsleistungen der Bahngesellschaften

Wenn sich Ihre Fahrt aufgrund einer Betriebsstörung verzögert und die Ursache dafür bei der Bahngesellschaft liegt, haben Sie Anspruch auf eine Entschädigung. Erreicht Ihr Zug den Zielbahnhof mit 60 Minuten Verspätung, erhalten Sie eine Entschädigung von 25 % des gezahlten Fahrpreises. Ab einer Verspätung von 120 Minuten beträgt die Rückzahlung 50 %. Wie Sie einen Antrag auf Entschädigung einreichen können und was zu beachten ist, erfahren Sie auf der Website des verantwortlichen Verkehrsunternehmens. Informationen zu Entschädigungsleistungen der Mitteldeutschen Regionalbahn erhalten Sie unter der Kategorie „Fahrgastrechte“.

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Schulungen und Trainings der Mitarbeiter im Bahnverkehr

Mitarbeiter im Bahnverkehr müssen regelmäßig an verschiedenen Schulungen, Trainings und Weiterbildungen teilnehmen, um den aktuellen Sicherheitsstandards und Vorschriften nachzukommen. Die Ziele dieser Maßnahmen sind unterschiedlich: Grund- und Basiswissen auffrischen, Abläufe festigen oder neue Technologien und Praktiken aneignen. Schlussendlich können sowohl Arbeitgeber und Mitarbeiter als auch die Reisenden davon profitieren.

Die meisten Mitarbeiter im Regionalverkehr absolvieren vor dem Berufseinstieg eine Ausbildung. Mittlerweile kann auch das Angebot der 14 dualen Studiengänge genutzt werden. Die Inhalte aus dieser Grundausbildung müssen jährlich im sogenannten regelmäßigen Fortbildungsunterricht (RFU) aufgefrischt werden. In der Regel dauert diese verpflichtende Maßnahme einen Tag. Dabei werden Themen wie Bahnbetrieb, Unfallverhütung, Gefahrgut, Wagentechnik, Bremstechnik und Arbeitsschutz behandelt. Auch neue gesetzliche Regelungen und Vorschriften sind Teil des RFUs. Zusätzlich können die Bahnunternehmen ihre Mitarbeiter in zahlreichen verschiedenen Bereichen weiterbilden lassen.

Fort- und Weiterbildungsinstanzen

Deutschlandweit existieren zahlreiche Instanzen, bei denen Eisenbahnunternehmen ihre Mitarbeiter weiterbilden lassen können. Diese Instanzen bieten für die verschiedenen Berufsbilder im Bahnverkehr die passende Schulung an. So können Triebfahrzeugführer beispielsweise mit Hilfe eines Simulator-Trainings auf Situationen vorbereitet werden, die im Regelfahrbetrieb nicht alltäglich sind. Rangierbegleiter erhalten wiederum regelmäßige Schulungen im Bereich Sicherheit und Arbeitsschutz. Innerhalb eines erlernten Berufes können sich Mitarbeiter neue Qualifikationen, wie der des Bremsprobeberechtigten, aneignen. Qualifizierte Instanzen für Fort- und Weiterbildungen sind zum Beispiel die SES Aus- und Fortbildung e. K., die Eisenbahn-Technische Bildung GmbH oder die Aus- und Weiterbildungszentrum Verkehrsgewerbe Leipzig GmbH .

Individuell auf die Mitarbeiter zugeschnitten sind sogenannte Inhouse Schulungen. Dabei geben externe Trainer Seminare, die sowohl die Kompetenzen des Einzelnen als auch die Arbeit im Team verbessern. Der Vorteil für die Bahnunternehmen ist dabei, dass die Seminar-Themen individuell zusammengestellt werden können und die Termine und Uhrzeiten sehr variabel sind. Um Reisekosten zu sparen, finden viele Schulungen mittlerweile online statt.

DB Training

Auch die Deutsche Bahn bietet Weiterbildungen an. Der Anbieter „DB Training, Learning & Consulting“ ermöglicht Qualifizierungs- und Beratungsleistungen für verschiedene Mitarbeitergruppen im europäischen Mobilitäts- und Logistikmarkt. Die Themen, die dabei hauptsächlich im Fokus stehen, sind der Bahnbetrieb, die Infrastruktur, die Fahrzeugtechnik und verschiedene Business Skills. Doch auch Veranstaltungen zu erster Hilfe, dem Umgang mit rassistischen Angriffen oder der Unterstützung von Reisenden mit Behinderung werden von DB Training angeboten.
Als neue Weiterbildungs-Sparte sind Umweltschulungen Teil des Angebotes von DB Training. Von rechtlichen Grundlagen zum Naturschutz bei Bauvorhaben, über Einsichten in eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft bis hin zu Maßnahmen im Artenschutz können sich Mitarbeiter zum Thema Umwelt informieren lassen.

Die Schulungen der DB Sicherheit behandeln Themen wie Deeskalation in persönlichen Gefährdungslagen, Methoden zur Informationsgewinnung und -sicherung bei Drohanrufen oder dem taktischen Umgang mit Spurenträgern (zum Beispiel Drohbriefe).

Notfallübungen

Um bei einem Notfall bestens vorbereitet zu sein, führen die einzelnen Bahnunternehmen spezifische Übungen durch, in denen Notfallsituationen nachgestellt werden. An einem solchen Einsatz sind meist nicht nur die Mitarbeiter der Bahn, sondern auch Einsatzkräfte der örtlichen Feuerwehr, des Technischen Hilfswerkes sowie der Bundespolizei dabei. Nur so können die Abläufe im Ernstfall auch reibungslos funktionieren. Ein Szenario könnte beispielsweise sein, dass ein Zug entgleist oder ein Feuer ausbricht.

Photo by J. Kelly Brito on Unsplash

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Was passiert mit dem Zug nach der Fahrt?

Es ist spät am Abend, und ein Zug rollt nach seiner letzten Fahrt des Tages in den Bahnhof. Alle Reisenden steigen aus und verlassen den Bahnhof – Doch was geschieht nun mit dem Fahrzeug? Wer kümmert sich darum, und wo parkt es über Nacht?

Nachdem der Zug im Zielbahnhof angekommen ist, erfolgt zunächst ein Kontrollgang. Hierbei überprüfen die Mitarbeiter, ob auch wirklich alle Reisenden ausgestiegen sind und ob es grobe Verschmutzungen oder Mängel im Innenraum gibt, die über Nacht beseitigt werden müssen. Anschließend wird der Zug in den meisten Fällen vom Zugführer oder von einem Zugbereitsteller an seinen Abstellort gefahren.

Auf dem Abstellgleis, oder im Betriebswerk?

Wird ein Zug über Nacht nicht gebraucht, landet er auf einem Abstellgleis oder in einem Betriebswerk. In der Nähe einiger Bahnhöfe befinden sich außerdem große Lagerhallen, in denen mehrere Züge neben- oder hintereinander „parken“ können. Befindet sich der Zug in einem Kopfbahnhof, und ist er am nächsten Tag der erste, der wieder abfährt, kann er auch auf dem Gleis stehengelassen werden. Je nachdem, wann der Zug das letzte Mal gesäubert wurde, rückt nun das Reinigungspersonal an. Steht eine Wartung oder Tiefenreinigung auf dem Plan, muss er in ein besonderes Werk gefahren werden.

Die Reinigung

Mehrmals in der Woche werden alle Züge der Bahngesellschaften in Deutschland, egal ob Regionalbahnen oder Züge des Fernverkehrs, einer Innen-Reinigung unterzogen. Etwa 4 000 Mitarbeiter sind dafür verantwortlich. Einige davon reinigen den Zug auf der Fahrt oder bei der Ankunft im Zielbahnhof, die meisten arbeiten jedoch in den Werken. Bei einer Tiefenreinigung wird zunächst der Müll vom Boden und aus den Abfalleimern eingesammelt. Anschließend werden alle Oberflächen, darunter auch die Sitze und Fenster, gereinigt. Besonders viel Zeit nimmt die Säuberung der sanitären Anlagen in Anspruch.

Während der aktuellen Corona-Pandemie ist Hygiene und Sauberkeit in den Zügen und am Bahnsteig von besonderer Bedeutung. Denn nur so kann eine sichere Fahrt für alle Fahrgäste gewährleistet werden. Eine neu gestartete Reinigungsoffensive der Deutschen Bahn und vieler weiterer Verkehrsunternehmen beinhaltet zusätzliches Reinigungspersonal und veränderte Reinigungspläne, sodass die Oberflächen rund um die Uhr desinfiziert sind.

Prüfung und Wartung

Wurde ein Zug final abgestellt, folgt eine Überprüfung der gängigen Systeme. Beim ICE beispielsweise wird eine automatische Bremsprobe durchgeführt, Störungen werden behoben und die Systeme der Zugsicherung werden getestet. Anschließend fährt sich die Klimaanlage oder Heizung herunter.

Die regelmäßige Wartung der Fahrzeuge ist ein weiterer elementarer Teil des Sicherheitskonzepts der Bahngesellschaften. Je mehr Strecke gefahren wurde, desto detaillierter erfolgen die Wartungen in den Werkstätten.

All diese Maßnahmen und Vorkehrungen bleiben für die Zugreisenden weitgehend unbemerkt. Sie sehen am nächsten Tag nur den vorbereiteten Zug, der am Gleis auf sie wartet.

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Gefährliches Hobby: Fotos und Selfies auf Bahnanlagen

Romantik, Reisen, Fernweh, Sehnsucht und unendliche Freundschaft: Nur ein paar der Assoziationen, die viele Menschen mit Gleisen und Zügen verbinden. Daher haben sie sich zu äußerst beliebten Fotomotiven entwickelt. Aus der Ferne kein Problem. Doch der Trend, sich selbst oder andere auf den Gleisanlagen zu fotografieren, hat sich in den letzten Jahren immer mehr etabliert. Und das kann äußerst gefährlich werden.

Der Social-Media Hype

Seitdem ästhetische Fotos und spannende Videos auf Social Media zum Lebensinhalt vieler Kinder und Jugendliche geworden sind, hat die Suche nach den besten Foto-Locations begonnen. Bahngleise, Tunnel, Bahnhöfe und Züge wurden immer beliebter. Nach Angaben der Deutschen Bahn suchen vor allem Mädchen zwischen 12 und 16 Jahren Bahnanlagen zum Fotos schießen auf. Doch auch bei Jungen und Erwachsenen ist das Phänomen zu beobachten. Genaue Angaben dazu, wie häufig sich Personen unerlaubter Weise auf den Gleisen befinden, gibt es nicht. Denn wenn Personen von Lokführern oder der Polizei entdeckt werden, ist das meist eher Zufall als gezielte Suche. In den Fokus der Öffentlichkeit gelang das Thema in der Vergangenheit vor allem durch schwere und tödliche Unfälle, die auf eine Selfieaktion folgten. Doch warum ist der Aufenthalt auf Bahnanlagen so gefährlich?

Tödliche Gefahr

Das größte Gefahrenpotenzial besteht, wenn sich Personen unerlaubter Weise auf Bahngleisen aufhalten. Die Züge fahren meist mit hoher Geschwindigkeit und bewegen sich mittlerweile nahezu lautlos durch die Landschaft. Der Bremsweg ist in der Regel viel zu lang, als das der Fahrzeugführer spontan auf Hindernisse reagieren könnte. Daher ist es ein Trugschluss zu glauben, dass man einen herannahenden Zug immer frühzeitig wahrnimmt und sich von den Gleisen begeben kann.

Auch in Bahnhöfe einfahrende oder vorbeifahrende Züge können gefährlich werden. Der Luftdruck und die Strömung, die sich um den Zug herum entwickeln können, sind für unsere Augen nicht sichtbar. Daher gilt: Abstand halten, und die Markierungen am Bahnsteig beachten.

Auch auf den Dächern von Zügen werden immer wieder Fotos gemacht. Dabei ist nicht nur die Nähe zur Oberleitung sehr gefährlich: Alte, abgestellte Güterzüge können rosten und instabil werden. Immer wieder stürzen Kinder und Jugendliche beim Klettern ab und verletzten sich schwer.

Ein Selfie, das Konsequenzen hat

Auch, wenn das Fotoshooting ohne Zwischenfall stattgefunden hat, kann das Ergebnis Konsequenzen haben. Wird ein Selfie auf einer Bahnanlage auf Social Media gepostet, und der Urheber sowie der Ort kann eindeutig identifiziert werden, ist ein juristisches Nachspiel nicht unwahrscheinlich. Denn das unerlaubte Betreten von Bahnanlagen ist verboten und kann eine Geldbuße von bis zu 5.000 Euro zur Folge haben. Je nach Schwere des Verstoßes wurden auch schon Schadensersatzzahlungen und  Freiheitsstrafen verhängt.

Was kann man tun?

Die Gefahr, die von Gleisen und Bahnanlagen ausgeht, ist den meisten Kindern und Jugendlichen nicht bewusst. Daher ist Aufklärungsarbeit das A und O, wenn zukünftig folgenschwere Unfälle vermieden werden sollen. Mit der Aktion „Wir wollen, dass du sicher ankommst“ hat die Deutsche Bahn verschiedene Kurzfilme erstellt, die Jugendliche auf die Gefahr aufmerksam machen. Die Bundespolizei bietet außerdem Informationsveranstaltungen und Präventionsgespräche an Schulen an, die über das Kontaktformular angefragt werden können.

Photo by Faheem Bedizen on Unsplash

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Ansprechpartner für jede Situation auf Ihrer Zugfahrt

Vor und während ihrer Zugfahrt können Fragen und Situationen auftreten, für die Sie einen Ansprechpartner benötigen. Ihre erste Anlaufstation ist in den meisten Fällen der Zugführer. Dieser ist auf jeder Verbindungen des Nah- und Fernverkehrs dabei. Zugführer haben auf der Bahnfahrt verschiedene Aufgaben, angefangen bei der sicheren An- und Abfahrt des Zuges bis hin zur Kundenbetreuung. Zu erkennen sind sie oft an ihrer roten Armbinde, beziehungsweise ihrer Uniform. Welche Ansprechpartner Ihnen außerdem weiterhelfen können, lesen Sie auf diesem Beitrag.

Fragen zu Verbindungen und Umsteigemöglichkeiten

Haben Sie vor der Reise Fragen zu Verbindungen im Nahverkehr, können Sie das Service Telefon der Mitteldeutschen Regionalbahn anrufen (0341 231898288) oder Ihre Frage online über das Kontaktformular stellen. Die Mitarbeiter im Kundencenter in Ihrer Nähe helfen Ihnen auch vor Ort gern weiter.
Im Fernverkehr erreichen Sie den Service der Deutschen Bahn in einem der DB Reisezentren  und unter 030 2970. Haben Sie während der Fahrt eine Frage zu Ihrem Anschluss oder wollen mit einem Taxi vom Bahnhof weiterfahren, können Sie sich an das Zugpersonal wenden.

Hilfe für Menschen mit Behinderung

Für Menschen mit einer Behinderung oder Personen, die nicht mehr so mobil sind, steht auf allen Verbindungen der Mitteldeutschen Regionalbahn ein Kundenbetreuer zur Verfügung. Das Servicepersonal hilft Ihnen beim Einstieg, bei der Platzsuche und beim Ausstieg. Damit alles reibungslos funktioniert, sollten Sie Ihre Reise mindestens 24h vorher unter der Nummer 0341 231898288 (24 h, Ortstarif) anmelden.
Bei einer Reise im Fernverkehr können Sie den Mobilitätsservice der Deutschen Bahn unter 0180 6512512 (20 ct/Anruf aus dem Festnetz, Tarif bei Mobilfunk max. 60 ct/Anruf) kontaktieren. Auch hier ist es ratsam, sich bereit 24h vorher anzumelden.

Hilfe beim Gepäck

Haben Sie unhandliches oder schweres Gepäck, das Ihnen beim Ein- und Ausstieg Probleme bereitet, hilft ihnen das Zugpersonal in der Regel gern weiter. Auch Mitreisende können Sie um Unterstützung bitten. Wollen Sie entspannt und zusätzliche Belastung reisen, können Sie vor der Fernreise den DB Gepäckservice benachrichtigen, der Ihr Gepäck per Post verschickt.

Ansprechpartner in medizinischen Notfallsituationen

Bei einem medizinischen Notfall im Zug sollten Sie versuchen, die Situation richtig einzuschätzen. Ist eine Person bewusstlos oder schwebt in ernster Lebensgefahr, sollten Sie umgehend den Notruf unter der 112 wählen. Die Notrufstelle kann anschließend das Zugpersonal informieren. Besteht kein akuter Handlungsbedarf, sollten Sie das Zugpersonal aufsuchen. Dieses kann Sanitäter zum nächsten Bahnhof bestellen sowie mit einer Durchsage nach medizinischem Personal im Zug fragen.

Ansprechpartner bei Vandalismus

Werden Sie Zeuge von Vandalismus am Bahnhof oder im Zug, sollten Sie zunächst für Ihre eigene und die Sicherheit von Mitreisenden sorgen. Versuchen Sie nicht, die Täter aufzuhalten, sondern wenden Sie sich direkt an das Zugpersonal. Sie können den Vorfall außerdem bei der Bundespolizei unter 0800 6 888 000 sowie der Sicherheitszentrale der Bahn unter 030 297-51114 melden. Auch die verantwortlichen Landespolizeistellen nehmen entsprechende Vorfälle auf. Merken Sie sich Ort, Zeit und eventuelle Merkmale des Täters, und geben Sie diese weiter.

Hilfe bei Bedrohung durch andere Fahrgäste

Kommt es zu einer bedrohlichen Situation, in der Sie eine Gefahr für sich und andere Mitreisende sehen, können Sie zunächst das Zugpersonal benachrichtigen. Dieses ist speziell geschult und kann versuchen, eine Situation zu eskalieren. Kommt es zu einem körperlichen Angriff wie einer Schlägerei, sollten Sie die Polizei rufen. Die Sicherheit an Bahnhöfen und Zügen fällt in den Aufgabenbereich der Bundespolizei. Wählen Sie also die 112, und entfernen Sie sich wenn möglich schnell aus der Gefahrensituation.

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Zug fahren an Weihnachten – Das sollten Sie während der Feiertage beachten

Zu den Feiertagen nutzen deutlich mehr Reisende den Zugverkehr als normalerweise. Volle Züge, keine Sitzplätze und zu wenig Platz für Gepäck können die weihnachtliche Stimmung verderben – Doch mit einigen Tipps und Tricks reisen Sie auch in der Weihnachtszeit entspannt und sicher.

Entspannter Unterwegs mit Reservierung

Wenn möglich, sollten Sie sich an den Feiertagen einen Sitzplatz im Zug reservieren. Das spart Ihnen unnötigen Stress und stellt sicher, dass Sie auch in überfüllten Zügen entspannt ans Ziel kommen. Ist eine Reservierung nicht möglich, gibt es eine weitere Möglichkeit, einen leeren Zug und damit einem Sitzplatz zu erwischen: Wählen Sie wenn möglich nicht die schnellste Verbindung, sondern eine alternative Verbindung. Verbindungen die etwas länger dauern und mit einem Umstieg verbunden sind, sind erfahrungsgemäß weniger ausgelastet.

Neue Fahrpläne beachten

Mit Beginn der Weihnachtszeit im Dezember verändert sich auch der Fahrplan der Bahngesellschaften. Im Jahr 2021 will die Deutsche Bahn ab dem 12. Dezember das Angebot an Verbindungen um 11 Prozent steigern. Pro Tag werden rund 50.000 Plätze mehr als noch im vergangenen Jahr angeboten. Vor allem auf den Hauptverkehrsstrecken werden zusätzliche Verstärkerzüge eingesetzt. Informationen zu den jeweiligen Sonderfahrplänen finden Sie auf den Webseiten der Bahngesellschaften.

Vermeiden Sie die Stoßzeiten!

Wenn es sich vermeiden lässt, sollten Sie nicht zu den zu erwartenden Stoßzeiten mit der Bahn fahren. Planen Sie die Fahrt zur Familie lieber schon ein bis zwei Tage vor Weihnachten, und nicht direkt an Heiligabend. Erfahrungsgemäß reisen in den frühen Morgen- und späten Abendstunden weniger Menschen. Informationen zur Auslastung ihres Zuges finden Sie für den Deutsche Bahn Verkehr auf der Webseite. Abhängig von diesen Informationen können Sie sich auch überlegen, spontan einen Sitzplatz zu reservieren.

Reisen mit Weihnachtsgepäck

Zu den Feiertagen kann es sein, dass etwas mehr Gepäck zu transportieren ist als normalerweise. In den einzelnen Wagons ist sowohl unter und zwischen den Sitzen, in der Gepäckablage darüber als auch in Gepäckregalen im Großraumbereich Platz für die Weihnachtsgeschenke. Informieren Sie sich am besten schon vorab, welche Stellplätze in ihrem Zug verfügbar sind.
Auch hier sollten Sie die Auslastung des Zuges beachten: Werden viele Reisende erwartet, könnte es praktischer sein ihr Gepäck vorab mit dem Gepäckservice der Deutschen Bahn zu versenden.

Reisen unter Corona-Regeln

Im öffentlichen Nahverkehr gelten aufgrund der Corona-Pandemie verschiedene Maßnahmen, die das Reisen sicher machen. Es gilt deutschlandweit die 3G-Bestimmung sowie eine länderspezifische Maskenpflicht. Aktuell ist beispielsweise in Sachsen das Tragen einer FFP2 / KN 95-Maske im ÖPNV vorgeschrieben. Achten Sie zum eigenen und zum Schutz anderer auf möglichst viel Abstand zu Mitreisenden und zum Zugpersonal. Mehr Informationen finden Sie auf unserem Blog zum Thema „Sichere Zugfahrt in Corona-Zeiten“.

Wir wünschen Ihnen eine entspannte Fahrt und frohe Weihnachten!

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Autonomes Bahnfahren

Im Rahmen der Verkehrswende werden zukünftig deutlich mehr Bahnreisende erwartet, die auf schnelleren Verbindungen transportiert werden müssen. Dafür werden autonome Systeme im Zugverkehr eine entscheidende Rolle spielen. Doch wie funktioniert autonomes Fahren? Und können wir fahrerlosen Bahnen vollkommen vertrauen?

Automatisch oder Autonom – Wo liegt der Unterschied?

Automatisierte Züge fahren in Deutschland schon seit einer ganzen Weile. Anhand des Automatisierungsgrades, auch GoA (Grade of Automation) genannt, wird angegeben, welche Prozesse automatisiert sind: Auf den unteren Stufen (GoA1 und GoA2) wird der Bahnfahrer unterstützt, auf höheren Stufen (GoA3 und GoA4) kann er sogar ersetzt werden. So bewegen sich beispielsweise einige U-Bahn-Linien in Nürnberg oder der Sky-Train am Düsseldorfer Flughafen ohne einen Fahrer, der den Zug steuert. Diese Züge werden von außen kontrolliert: Bestimmte Signale geben die Strecke frei oder sperren sie, und steuern beispielsweise die Geschwindigkeiten. Es handelt sich um geschlossene Systeme, in denen nur baugleiche Bahnen zum Einsatz kommen.

Beim autonomen Fahren wiederum fährt der Zug vollkommen selbstständig anhand der an Bord installierten Sensorik und künstlicher Intelligenz im Verkehrsraum. Die Maschine trifft eigenständig Entscheidungen, ohne von außen gesteuert zu werden.

Da die Begriffe „vollautomatisch“ und „autonom“ im öffentlichen Sprachgebrauch häufig synonym verwendet werden, wird auch in diesem Artikel von autonomem Fahren geschrieben, obwohl es sich genau genommen um automatisierte Systeme handelt.

So funktioniert autonomes Fahren

Wichtig beim autonomen Fahren ist vor allem die automatische Zugsicherung, die vorrangig die Geschwindigkeit des Zuges und die Abstände zu anderen Zügen kontrolliert. Die einzelnen Systeme der Leitstelle und der Züge stehen die ganze Zeit im Austausch miteinander. Die automatische Zugsteuerung ist eine weitere wichtige Komponente: Alle Abläufe, wie das Anfahren, Stoppen, und das Öffnen und Schließen der Türen wird über technische Sensoren gesteuert.

Im Falle einer Störung oder einer Gefahrensituation reagiert der Zug genauso wie mit Fahrer: Er bleibt stehen. Im Anschluss kann analysiert werden, wie der Fehler behoben werden kann. Vollautomatisierte Systeme unterliegen sehr strengen Sicherheitsvorkehrungen, weswegen eine Bahnfahrt ohne Fahrer allgemein als sehr sicher gilt.

Warum autonomes Fahren?

Es gibt verschiedene Gründe, warum autonomes Fahren im Bahnverkehr in Zukunft eine Rolle spielen könnte. Zum einen sind die Systeme flexibler und können besser auf zu- oder abnehmendes Fahrgastaufkommen reagieren. Außerdem sind die Abstimmung zwischen den einzelnen Bahnen und die Ankunfts- und Abfahrzeiten optimiert, was die Verbindungen pünktlicher macht. Da beim autonomen Fahren zahlreiche Sensoren arbeiten, können Fehler und Störungen frühzeitig erkannt und behoben werden. Auch die Energiebilanz ist durch den gleichmäßigeren Betrieb optimiert. Mit autonomen Fahrsystemen reagieren Bahngesellschaften außerdem auf den Mangel an Zugführern, der im Rahmen der Verkehrswende noch zunehmen wird.

Brauchen wir noch Zugführer?

Mit zunehmenden Fortschritten im Bereich künstliche Intelligenz stellt sich die Frage, inwieweit Maschinen die Aufgaben der Zugführer vollständig übernehmen könnten. Die Forschungen im Bahnverkehr liegen vorrangig auf voll automatisierten, und nicht auf autonomen Systemen. Dafür werden auch weiterhin Zugführer benötigt, die jedoch vermehrt die Abläufe koordinieren, Systeme warten und im Notfall eingreifen können – Das Berufsbild wird sich also zunehmend wandeln.

Herausforderungen beim autonomen Bahnfahren

Um die Sicherheit beim autonomen Fahren zu gewährleisten, müssen die Systeme auf jede mögliche Situation reagieren können. Dies ist bisher nur bei U-Bahnen möglich, da die Strecken vor äußeren Einflüssen wie verschiedenen Wetterlagen oder Objekten auf den Gleisen geschützt sind. Ist jedoch keine äußere Begrenzung vorhanden, gestaltet sich der Einsatz von autonomen Systemen schwieriger. Hier beeinflussen zahlreiche verschiedene Faktoren die Fahrt. Außerdem bewegen sich auf einem Schienennetz meist unterschiedliche Bahntypen, die gut aufeinander abgestimmt werden müssen.

Ohne einen Zugführer ist im Problemfall keine Person vor Ort, die eingreifen kann. Die Lösung dafür ist eine verlässliche Fernsteuerung der Bahn in entsprechenden Gefahrensituationen. Für diese Steuerung von außen sind jedoch riesige Datentransfers nötig, die nur über ein 5G-Netz abgewickelt werden können.

Autonomes Bahnfahren in Deutschland

Fahrerlose U-Bahnen kommen in Deutschland schon in verschiedenen Städten, wie beispielsweise in Nürnberg, zum Einsatz. Seit Oktober 2021 fahren in Hamburg vier automatische S-Bahnen auf der GoA3 Stufe: Sie bewegen sich erstmals in einem offenen System. Die Neuerungen sind Teil des DB-Programms Digitale Schiene Deutschland. Auch im Regional- und Fernverkehr soll zukünftig die in Hamburg angewandte Technik zum Einsatz kommen. Vollautomatische Systeme der Stufe GoA4 werden heute schon beim Rangieren der Züge genutzt.

Welche Projekte aktuell von der Deutschen Bahn geplant und umgesetzt werden, können Sie auf der Seite digitale-schiene-deutschland.de nachlesen.

Foto: Cornelius Kibelka (Lizenz: CC BY-SA 2.0)

 

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