Mit Kindern sicher Bahn fahren

Bahnreisen mit Kindern sind: aufregend, umweltfreundlich und sparsam. Mit unseren Tipps wird die Fahrt auch noch entspannt und sicher.

1. Vor der Bahnreise: Die richtige Planung

Mit einer Zugreise ist es wie mit allen Unternehmungen: Die richtige Planung macht es.

Das Ticket

Buchen Sie Ihr Ticket möglichst weit im Voraus, so profitieren Sie von Sparpreisen. Das ist besonders auf beliebten Strecken, in den Schulferien oder an Feiertagswochenenden wichtig. Falls Sie nicht an einen Reisetag gebunden sind: Vermeiden Sie Bahnfahrten am Freitag Nachmittag oder Abend sowie am Sonntag Nachmittag und Abend. Denn zu diesen Zeiten sind viele Berufspendler unterwegs.

Die Reservierung

Wenn Sie mit kleinen Kindern reisen, ist ein Kleinkindabteil ideal. Dieses Abteil finden Sie in ICEs und IC/ECs – es ist für Reisende mit Babys und Kindern bis 3 Jahre gedacht. Hier gibt es Platz zum Krabbeln, Spielen und für den Kinderwagen. Einige Zugtypen haben keine Abteile, sondern Kleinkindbereiche. Da die Abteile bei Familien sehr beliebt sind, sollten Sie diese vorab reservieren. Ein Abteil ist auch für längere Fahrten mit großen Kindern ideal: Damit sich alle ausruhen und mal die Beine hochlegen können. Ansonsten ist der Großraumwagen für ältere Kinder geeignet. Am Tisch können Sie mit Ihren Kindern bequem spielen, malen oder essen.

Der Mobilitäts-Service

Sie können als Reisende mit Kinderwagen bei der Bahn den Mobiliäts-Service nutzen. Sie treffen Ihren Service-Mitarbeiter am Service Point im Bahnhof. Er bringt Sie dann zum Zug und hilft Ihnen beim Einsteigen mit dem Kinderwagen. Falls Sie umsteigen, wartet am Umsteigebahnhof der nächste Bahn-Mitarbeiter auf Sie.

Das Gepäck

Buggys und Kinderwagen sollten mit wenigen Handgriffen zusammenklappbar sein, damit Sie diese schnell in und aus dem Zug bekommen. Bereiten Sie sich am Bahngleis auf das Einsteigen vor: Leeren Sie das Gepäcknetz und das Bodenfach und klappen Sie den Wagen bereits zusammen, bevor der Zug einfährt. Ideal ist es, wenn Sie den Wagen mit einer Hand tragen können. Dann können Sie Ihr Kind beim Einsteigen mit der anderen Hand unterstützen.

Der Gepäckservice

Man reist am besten mit leichtem Gepäck. Schicken Sie doch Ihre sperrigen und großen Gepäckstücke direkt an die Zieladresse – hierfür bietet die Bahn einen Gepäckservice an.

Verspätungen einplanen

Verspätungen passieren schnell mal. Pufferzeiten um den Anschlusszug bequem zu erreichen, sollten Sie also unbedingt einplanen. Falls Sie an fremden Bahnhöfen umsteigen müssen, fragen Sie vorab das Bahnpersonal, wie Sie am besten zum anderen Gleis gelangen.

2. Auf dem Bahnhof: Die wichtigsten Sicherheitsregeln

Die meisten Gefahrenstellen auf Ihrer Reise gibt es auf den Bahnhöfen. Schauen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind die Hinweis- und Warnschildern an und erklären Sie die Bedeutung. Weisen Sie Ihr Kind darauf hin, dass solche Schilder immer zu beachten sind. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran: Zeigen Sie, dass Sie sich an die Warnhinweise halten.

Verhalten am Gleis

Die häufigsten Unfälle passieren bei den Gleisen. Schauen Sie sich daher als erstes den Wagenstandsanzeiger an. Damit Sie gleich wissen, an welcher Stelle der Wagon mit Ihrem reservierten Platz halten wird. So müssen Sie weder zu Ihrem Wagon rennen noch nach dem Einsteigen durch den Zug irren. Achten Sie außerdem darauf, dass im Bahnsteigbereich die Gleise nicht abgezäunt sind. Bleiben Sie mit Ihrem Kind immer hinter der breiten, weißen oder gelben Haltelinie. Überqueren Sie die Haltelinie erst, wenn der Zug vollständig angehalten und die Türen geöffnet hat.

Gepäck zuerst

Lassen Sie Ihr Kind nie zuletzt ein- oder aussteigen. Heben Sie stets zuerst das Gepäck in und aus dem Wagon, bevor Sie Ihrem Kind beim Ein- oder Aussteigen helfen. Bitten Sie andere Passagiere oder das Bahnpersonal um Unterstützung.

Automatische Türen ohne Sicherheitsstopp

In einigen Zügen, S-Bahnen oder Trams schließen die Türen automatisch. Diese Türen haben jedoch keinen eingebauten Sicherheitsstopp, der ein Schließen verhindert, sobald sich jemand zwischen der Tür befindet. Achten Sie daher beim Ein- und Aussteigen besonders auf Ihr Kind: Nehmen Sie es an die Hand und passieren Sie die Tür zügig. Damit keine Kleidung eingeklemmt wird, stecken Sie lose Schalenden in die Jacke und schließen Sie diese.

Treffpunkt ausmachen

Schauen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind auf dem Bahnhof um. Machen Sie sich einen Treffpunkt für den Fall aus, dass sie sich verlieren. Markante Punkte wie eine Bahnhofsuhr oder ein Laden mit einem bunten Schriftzug sind leicht zu merken und zu finden. Sicherheitshalber können Sie ja Ihre Telefonnummer mit einem Kugelschreiber auf den Arm Ihres Kindes schreiben. Sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrem Kind darüber, was es machen soll, wenn sie sich verlieren. So kennt Ihr Kind die Situation bereits theoretisch und kann sicherer agieren.

3. Die Bahnreise

Und endlich gehts in den Zug. Was sollten Sie hier bei Ihrer Reise mit Ihren Kindern beachten?

Der Weg durch den Zug

Auf dem Weg zum Sitzplatz sollte sich Ihr Kind festhalten: entweder an Ihnen oder an Handläufen und Sitzen. An Türen sollten Sie sich hingegen nie anlehnen, da diese dann aufschwingen. Besonders kleine Kinder sind noch sehr wackelig auf den Beinen, sobald sich der Zug bewegt. Oft reicht es aus, sich breitbeiniger hinzustellen und zu laufen. Bei der Einfahrt in den Zielbahnhof sollten Sie daher so lange wie möglich sitzen bleiben. In den engen Gängen werden kleinere Kinder oft von anderen Reisenden umgestoßen oder angerempelt. Tragen Sie am besten Ihr Kind, solange es noch leicht genug dafür ist. Gehen Sie zügig durch die Verbindungsstücke zwischen den Waggons hindurch.

Die Platzwahl

Falls Ihr Kind während der Fahrt im Kinderwagen oder Buggy sitzt, dann schnallen Sie es unbedingt an. Achten Sie darauf, dass es nicht unbemerkt herausklettert. Besonders im Gedränge beim Ein- und Aussteigen ist es wichtig, dass die Hände Ihres Kindes im Wagen sind. Ansonsten könnten sie sich leicht einklemmen und verletzen. Setzen Sie Ihr Kind lieber auf einen Sitzplatz oder Ihren Schoß. Auch wenn offene Fenster verlockend sind: Kopf oder Hände müssen im Zug bleiben. Denn die Geschwindigkeit des Zuges macht selbst aus einem entgegenkommenden Zweig ein hohes Verletzungsrisiko.

Hinweis: Die Steckdosen im Zug besitzen übrigens alle eine Kindersicherung.

Schnupfen und Co. vorbeugen

Neben Feuchttüchern sind Toilettensitzauflagen und Desinfektionsmittel gut für Ihre Grundausstattung. Besonders kleine Kinder, die gerade mit dem Töpfchen- und Toilettentraining starten, haben es schwer: ein wackliger Wagon und oft nicht die saubersten WC-Kabinen. Außerdem ist das Wasser in den Toiletten kein Trinkwasser. Da Kinder alles ertasten und dann gerne die Finger in den Mund nehmen, sollten Sie auf der Fahrt regelmäßig die Hände säubern und desinfizieren. Denn Keime sind nicht nur auf der Zugtoilette, sondern auch an den Handläufen und Türen. So überstehen Sie die Zugfahrt ohne Schnupfen oder Magenprobleme.

Welche Erlebnisse hatten Sie gemeinsam mit Ihrem Kind in der Bahn? Erzählen Sie uns doch in dem Kommentarfeld, wie Ihre letzte Familienbahnfahrt war.

Teilen Sie diesen Beitrag:

So sicher ist Bahnfahren: Die wichtigsten Sicherheitsfragen zu Ihrer Zugreise

Welcher Platz ist bei einem Zugunglück der sicherste? Wie oft werden Züge durchgecheckt? Und gibt es eine DIN für Züge? Wir stellen die wichtigsten Sicherheitsfragen zum Reisen mit der Bahn und geben die Antworten.

Wo ist der sicherste Sitzplatz im Zug?

Als erstes die schlechte Nachricht: Es gibt nicht den einen sichersten Platz im Zug. Je nach Art des Unfalls verteilen sich die auftreffenden Kräfte unterschiedlich. Bei einem Frontalzusammenstoß sind die Überlebenschancen im hinteren Teil des Zuges am größten. Denn ein Großteil der Aufprallenergie wurde am Zugende bereits absorbiert. Handelt es sich hingegen um einen Auffahrunfall, ist es im vorderen Teil des ersten Zuges sicherer. Neben Aufprall- und Auffahrunfällen gibt es jedoch auch diese, bei denen der mittlere Teil des Zuges entgleist. Vorn, hinten oder mittig im Zug: Welcher Platz ist denn nun zu empfehlen? Im Gegensatz zu Flugreisen und den sichersten Sitzplätzen gibt es für Züge leider keine entsprechenden Untersuchungen oder Statistiken.

Argumente für einen möglichst sicheren Sitzplatz

  • Wählen Sie einen Sitzplatz in der Zugmitte: Sicherste Knautschzone bei Aufprall- oder Auffahrunfall
  • Wählen Sie einen Gangplatz: Bester Platz bei einem seitlichen Zusammenstoß
  • Setzen Sie sich in Fahrtrichtung gesehen auf die rechte Seite: So reduzieren Sie die Gefahr durch entgegenkommende Züge
  • Setzen Sie sich entgegen der Fahrtrichtung: Der Sitz fängt einen Großteil der Aufprallenergie ab
  • Bevorzugen Sie ein Abteil statt eines Großraumwaggons: Hier gibt es weniger Gepäck, das bei einem Unfall umherfliegen könnte

Ist Bahn gefährlicher als Auto fahren?

Jetzt die gute Nachricht: Die Bahn ist statistisch gesehen das sicherste Verkehrsmittel. Denn laut den Berechnungen der Allianz pro Schiene ist Bahnfahren überall in Europa viel sicherer als Autofahren. So enden in Deutschland 55-mal mehr PKW- als Bahnunfälle tödlich. Und auch das Verletzungsrisiko ist bei PKW-Insassen 105-mal höher.

Gibt es einen Crashtest für Züge?

Für Wagenkästen, also die Rahmen und Fahrgestelle der Züge, gibt es seit 2008 die europaweite DIN 15227. Nach dieser Norm müssen Züge den festgelegten Sicherheitsstandards bei Zusammenstößen mit Gegenständen entsprechen. Die DIN beschreibt zahlreiche bauliche Maßnahmen für den Innenraum sowohl des Lokführers als auch der Fahrgäste, um den Wagenkasten so sicher wie möglich zu machen. Beispielsweise nehmen besonders steife Chassis, Absorber und Puffer die Aufprallenergie auf und leiten sie ab. Hierbei wurden typenspezifische Crashanforderungen definiert. Das heißt, dass S-Bahnen, Regional- und Hochgeschwindigkeitszüge unterschiedliche Sicherheitsprüfungen für ihre Zulassung erfüllen müssen. Je höhere Geschwindigkeiten ein Zug erreichen kann, desto umfangreicher sind die Sicherheitsauflagen.

Während verschiedener Tests rammt das jeweilige Fahrzeug mit diversen Geschwindigkeiten gegen ein Hindernis. Es wird geprüft, wie die Wagenkästen die entstehenden Kräfte aushalten. Und auch nach der Zulassung werden die sicherheitsrelevanten Auflagen regelmäßig geprüft.

Sind ältere Züge unsicherer als aktuelle Bauarten?

Nein. Bei regelmäßigen gesetzlich vorgeschriebenen Kontrollen der Züge wird überprüft, ob die Fahrzeuge den aktuellen Sicherheitsansprüchen entsprechen. Werden dabei Abweichungen festgestellt, werden diese umgehend behoben. Nur technisch einwandfreie Fahrzeuge werden eingesetzt.

Kann eine Gurtpflicht für mehr Sicherheit sorgen?

Natürlich würde ein Sicherheitsgurt bei diversen Unfällen für mehr Sicherheit sorgen. Dennoch ist davon auszugehen, dass viele Fahrgäste den Sicherheitsgurt nicht nutzen. Eine Bahnreise ist gerade wegen der gebotenen Bewegungsfreiheit attraktiv. Für viele Bahnreisende gehört gerade dieser Freiraum zur Reise dazu. Und wie sollte die Gurtpflicht in stark frequentierten Zügen umgesetzt werden? Hier stehen viele Fahrgäste, so entstünde ein Sicherheitsniveau zweiter Klasse.

Welche technischen Systeme sorgen für Sicherheit?

Für eine optimale Sicherheit werden das Schienennetz und die Bahnen permanent überwacht. Jede Zugfahrt ist genau getaktet und auf die Fahrpläne anderer Bahnen abgestimmt. So ist ein ausreichend großer Sicherheitsabstand zwischen den Zügen gewährleistet. Sensoren in den Zügen sowie an Gleisen und Kontrollpunkten überwachen ständig den geforderten Sicherheitsabstand. Die gesammelten Daten werden an Kontrollinstanzen gesandt, die in Leitstellen aufgeteilt sind. Die Leitstelle stimmt alle Bewegungen auf den Schienen mit den Fahrdienstleitern ab. Im ständigen Kontakt mit den Lokführern erteilt die Leitstelle dann Anweisungen und Fahrerlaubnisse. Neben der manuellen Überwachung sorgen technische Systeme für mehr Sicherheit: Entlang der Strecke sind Signale installiert, an denen sich der Lokführer orientiert. Licht- und Scheibensignale informieren über die jeweiligen Gleisabschnitte und die erlaubte Geschwindigkeit. Zusätzliche elektronische Signale werden von der Leitstelle gesteuert und im Cockpit angezeigt.

Diese modernen Sicherungs- und Zugbeeinflussungssysteme setzen die Bahnunternehmen ein

  • Punktförmige Zugbeeinflussung (PZB)
  • Linienzugbeeinflussung (LZB)
  • Sicherheitsfahrschaltung (Sifa)

Die Punktförmige Zugbeeinflussung (PZB) bremst oder stoppt Züge, wenn sie die Signale nicht beachten oder die zulässige Geschwindigkeit nicht einhalten. Bei Zügen, die über 160 km/h fahren, wird die Linienzugbeeinflussung (LZB) eingesetzt. Hierbei wird der Zug nicht nur punktförmig sondern permanent überwacht und geführt. Der längere Bremsweg aufgrund der höheren Geschwindigkeit wird durch eine frühzeitige Information an den Lokführer ausgeglichen. Außerdem wird dauerhaft kontrolliert, ob die korrekte Geschwindigkeit eingehalten wird. Wird diese überschritten, reagiert die Technik automatisch und bremst den Zug ab. Sollte das LZB-System einmal ausfallen, wird automatisch die PZB aktiviert.

Ergänzend bremst die Sicherheitsfahrschaltung (Sifa) einen Zug, falls der Lokführer während der Fahrt handlungsunfähig werden sollte. Als Kontrolle der Handlungsfähigkeit bedient der Lokführer mindestens alle 30 Sekunden ein Pedal oder einen Taster. Wird das Pedal nicht gedrückt, wird der Lokführer zuerst optisch und akustisch gewarnt – erfolgt keine Reaktion, wird der Zug vom System gebremst.

Welche Kontrolle gibt es für den Lokführer?

Damit der Lokführer nicht übermüdet einen Zug lenkt, gibt es vorgeschriebene Lenk- und Ruhezeiten. Durch die strikte organisatorische Planung sind Verstöße nicht möglich.

Wie sicher ist das Überqueren eines Bahnübergangs?

Auch an einem Bahnübergang gibt es Sicherungssysteme. So werden die Schranken auf zwei unterschiedliche Arten gesteuert: Zum einen vollautomatisch durch den passierenden Zug selbst, zum anderen manuell durch das Personal an den Stellwerken.

Bei der vollautomatischen Steuerung wird das Heben und Senken der Schranken mittels Sensoren im Sicherheitsbereich rund um den Bahnübergang ausgelöst. Zusätzlich kontrolliert der Lokführer, ob die Schranken tatsächlich geschlossen werden. Die manuelle Steuerung basiert hingegen auf Informationen der Überwachungskameras. Nähert sich ein Zug, werden die Schranken heruntergelassen. Einige Bahnübergänge werden außerdem von Radar- und Infrarot-Sensoren überwacht. Befindet sich hier trotz geschlossener Schranke ein Objekt auf einem Bahnübergang, wird der Lokführer gewarnt und kann rechtzeitig bremsen.

In welchem Fahrzeug fühlen Sie sich sicherer: Bus, Bahn, Flugzeug oder Auto? Woran liegt das? Schreiben Sie uns in den Kommentaren, welche Sicherheitssysteme Sie sich für eine sichere Fahrt wünschen.

Teilen Sie diesen Beitrag:

Sicher Reisen: Gewaltbereite Menschen erkennen und sich selbst schützen

Gewalt hat viele Gesichter: vom Pöbeln bis hin zum tätlichen Angriff. Wer potentielle Täter erkennt, kann gefährliche Situationen schneller ausmachen und sich selbst schützen. Unser Blogbeitrag verrät wie.

Gewalt hat viele Ursachen: Das eigene Selbstbild erhalten, Recht haben oder Ehre, Stolz und Status verteidigen. Dabei entsteht Gewalt nicht von 0 auf 100 und ist dann plötzlich da. Vielmehr entwickelt sich schrittweise das Potenzial einer gewaltbereiten Handlung. Und oft gibt es keine rational erkennbaren Auslöser hierfür. Meint der Betroffene beispielsweise, dass seine Werte angegriffen werden, wird er sie verteidigen. Vorhandene Hemmschwellen sinken nun und ein regelrechter Kampf ums Überleben beginnt. Doch das Entstehen von Gewalt zeigt sich in vielen Warnzeichen. Denn der tatsächliche körperliche Ausbruch ist meist nur der Gipfel.

Die Spirale der Gewalt: So entwickelt sich eine Gefahrensituation

Nimmt man die Sicht eines potenziellen Täters ein, so kann man folgende Stadien der Gewaltentwicklung ausmachen:

  1. Absicht & Intention: Täter ist konfliktbereit; entweder aufgrund länger geplanter Entscheidung oder als emotionale Reaktion auf die Umstände
  2. Potenzielles Opfer suchen (verbal und nonverbal): Täter prüft, ob Sie ein passendes Opfer sind
  3. Suche nach einer günstigen Gelegenheit: Täter prüft, wo und wie er Sie überwältigen könnte. Hinweis: In den ersten drei Phasen können Sie die Tat vermeiden, indem Sie die Situation verlassen oder deeskalierend agieren. Versuchen Sie, beruhigend auf den Angreifer einzureden. Vermeiden Sie, den potentiellen Täter zu provozieren.
  4. Angriff
  5. Reaktion des Opfers

Hinweis: Je nach Reaktion des Opfers kann in Phase 4 und 5 das Ausmaß der Gewalt gemildert werden.

Das Wissen um diese Stadien kann helfen, das Entstehen von Gewaltpotenzial leichter zu erkennen – und ihm entgegenzusteuern. Je konfliktbereiter ein Mensch ist, desto vorhersehbarer wird sein aggressives Handeln. Wenn Sie dies beobachten, sind Sie in Gefahr und sollten entweder fliehen oder deeskalieren. Denn Ihre Reaktion kann maßgeblich dazu beitragen, inwieweit sich die Situation entwickelt.

Achtung: Ist der Täter bewaffnet und eine Flucht unmöglich, setzen Sie alles daran, dass die Waffe nicht eingesetzt wird. Leisten Sie seinen Befehlen strikt Folge und versuchen Sie ihn zu beruhigen.

Aggressionstypen: Diese Menschen sind gewaltbereiter als andere

Es gibt verschiedene gewaltbereite Typen. Je nach deren Selbstbild und vorrangige Motivation zu handeln, zeigen diese Typen unterschiedliche Ausprägungen von Gewaltbereitschaft. Auch variieren je Typ die Auslöser für eine Gewalttat. Wir haben Ihnen die wichtigsten Typen gewaltbereiter Menschen und deren Beweggründe zusammengestellt.

  • Der Selbstbilddarsteller: Über Gewalt demonstriert der Selbstbilddarsteller die Bedeutung und Gewichtigkeit der eigenen Person. Härte und Status sind die Basis – Vergeltung das Mittel, um Stolz und Ehre zu verteidigen.
  • Der sich-hilflos-Fühlende: Gewalt zeigt sich hier als Ausdruck fehlender verbaler und zwischenmenschlicher Strategien sowie sozialer Fähigkeiten, um mit Konfliktsituationen umzugehen. Aus Hilflosigkeit wird Gewalt.
  • Der Ausbeuter: Wird die Ausbeutung entlarvt, reagieren diese Typen mit Gewalt, um sich der Rechenschaft zu entziehen.
  • Der Tyrann: Auslöser für Gewalt ist hier die Freude und Befriedigung durch die Reaktion der Opfer. Durch gewalttätiges Handeln wird Angst geschürt und Gehorsam erzwungen.
  • Der Misstrauische: Die allgegenwärtige Angst des Täters gipfelt in einer Gewalttat mit der sich selbst erteilten Entschuldigung „Angriff ist die beste Verteidigung“.
  • Der Verwöhnte: Als selbst-empfundene privilegierte Person meint der Täter, dass andere nach seinen Vorstellungen handeln müssen. Ist dies nicht der Fall, bestraft der Täter den „Querulant“ mit Gewalt.
  • Der Verteidiger der Gerechtigkeit: Gewalt darf laut dem Täter im Namen übergeordneter Prinzipien angewandt werden. Nicht die Problemlösung steht im Fokus, sondern der eigene Spannungsabbau.
  • Der Exkämpfer: Kämpfer und Rebellen, die in Krisen- und Nachkriegsgebieten eine Kampfausbildung antrainiert bekamen, erfahren Gewalt als Form von Normalität. Oft wird die eigene Identität hinter militärisch organisierte Gruppen gestellt und in der Identifikation mit Autoritätssymbolen gesucht.

Verdächtige Personen und Gefahren erkennen – So schützen Sie sich vor Angriffen

Um verdächtige Personen, wie die oben beschriebenen Aggressionstypen, zu erkennen, beobachten Sie die Mimik und Gestik Ihrer Mitreisenden. Bestimmte Konstellationen von Reisegruppen sind prädestiniert für eine konfliktgeladene Situation. Hierzu zählen größere Reisegruppen, die unter dem Einfluss von Drogen stehen. Besonders Jugendliche, die in der Bahn zur oder von der Party unterwegs sind und „vorglühen“, stehen oftmals unter dem Druck, sich beweisen zu wollen.

Die folgenden Tipps helfen Ihnen, Konfliktsituationen zu deeskalieren:

  • Seien Sie wachsam! Wer nicht mit einer Gefährdung rechnet oder sich zu sicher fühlt, wird schnell überrascht und handelt überstürzt.
  • Halten Sie grundlegende Sicherheitsstandards ein, beispielsweise Abstand zu anderen Gruppen oder dem Gleisbett.
  • Vermeiden Sie einen Tunnelblick, der beispielsweise durch die Ablenkung eines Smartphones entsteht.
  • Stellen Sie sich auf eine unerwartete Dynamiken ein und beobachten Sie die Situation am Bahnhof oder im Zug – Gefahrensituationen entwickeln sich oft erst.
  • Bleiben Sie gedanklich flexibel: vorgefertigte Bilder von Tätern schließen das Konfliktpotenzial angeblich friedlicher Mitreisender aus.
  • Vermeiden Sie nichtsprachliche Signale von Unsicherheit und Verletzbarkeit: Denn Menschen, die diese ausstrahlen oder überängstlich und angespannt wirken, sind leichtere Opfer.
  • Überschätzen Sie sich nicht. Nehmen Sie Ihre inneren Warnglocken ernst. Wer aus einer gefährlichen Situation flieht, ist kein Feigling, sondern entgeht einer uneinschätzbaren Situation.

Bei dem Thema Gewalt gelten zwei Prinzipien: Zum einen „Wehret den Anfängen!“ und zum anderen „Gewalt zieht Gewalt an“. Versuchen Sie daher, das schrittweise Aufbauen von Gewalt zu verhindern. Und schüren Sie die Gewalt nicht durch ein ihrerseits gewaltbereites Auftreten – sonst droht eine Gewaltspirale, aus der es schwer wird auszubrechen. Steigern Sie keinesfalls die Gewaltbereitschaft der drohenden Person, indem Sie diese lächerlich machen oder sie gar auslachen.

Haben Sie bereits gefährliche Situationen am Bahnsteig oder im Zug erlebt? Waren Sie selbst betroffen und wie haben Sie reagiert? Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns und erzählen Sie in den Kommentaren von Ihrer Geschichte.

Teilen Sie diesen Beitrag:

Selbstverteidigung im Zug – Was ist erlaubt?

Und plötzlich steht man ihm gegenüber: dem Angreifer. Falls Sie nicht Kampfkunst-erprobt sind, stellt sich schnell die Frage nach der Verteidigung. Was ist erlaubt, was nicht? Unser Blogbeitrag hakt nach.

Angriff ist nicht immer die beste Verteidigung. Das wohl sicherste Mittel bei einem Angriff ist die Flucht. Versuchen Sie aus der Situation zu entkommen, halten Sie den Angreifenden unbedingt auf Abstand – damit Sie keine körperlichen Schäden erleiden.

Im Zug ist eine Flucht oft nicht uneingeschränkt möglich. Daher wünschen sich einige Fahrgäste ein Hilfsmittel, um sich verteidigen zu können. Von Pfefferspray über Hilfsmittel wie ein Kubotan bis hin zu Schreckschusswaffen: Die Liste an Verteidigungsmöglichkeiten ist lang. Doch auch wenn die Schreckschusspistole vorerst ein Gefühl der Sicherheit vermittelt – ist sie auch legal? Achten Sie bei der Wahl Ihrer Selbstverteidigungswaffe unbedingt auf Zertifikate, Mitführbeschränkungen oder Nutzungsvoraussetzungen, denn die Grenze der Legalität ist schnell überschritten.

Selbstverteidigung im Zug – Die rechtlichen Bestimmungen

Bevor wir uns der Palette an möglichen Selbstverteidigungswaffen widmen, schauen wir uns die Situation genauer an. Wann darf ich denn selbst aktiv werden und mich aktiv zur Wehr setzen? Natürlich darf kein Fahrgast grundlos einen anderen angreifen. Eine Verteidigung setzt also erst im Falle eines Angriffs ein.

Mögliche Situationen, bei denen Sie sich tätlich verteidigen dürfen:

  • Notwehr: Als Abwehr eines körperlichen Angriffs, wenn Sie einen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden versuchen.
  • Bedrohung oder Nötigung: Bei Androhung von Gewalt. Die Rechtslage ist hier jedoch schwierig: Sie sollten sich zunächst intensiv um eine verbale Lösung bemühen.
  • Sexuelle Belästigung: Eine Notwehr ist allerdings nur zulässig, wenn die Notwehrsituation anhält: der Täter also nicht nach einmaligem „Grapschen“ verschwindet.

Diese Selbstverteidigungswaffen sind in Deutschland verboten

Sie können sich jedoch nicht einfach eine Waffe Ihrer Wahl aussuchen und diese mit sich führen. Eine Vielzahl an Waffen ist in Deutschland verboten. Das schließt neben dem Mitführen auch den Erwerb sowie den Besitz dieser Waffen ein.

Diese Waffen sind in Deutschland verboten:

  • Messer: Butterflymesser, Springmesser, Fallmesser
  • Schlagringe
  • Totschläger und Stahlruten (Biegsame Schlagstöcke mit erschwertem Endstück)
  • Nunchaku (japanisches Würgeholz)
  • Präzisionsschleudern und Wurfsterne

Diese Selbstverteidigungswaffen sind erlaubt

Doch welche Selbstverteidigungshelfer sind nun in Deutschland erlaubt und wie effektiv sind diese? In der folgenden Liste finden Sie die am häufigsten benutzen Selbstverteidigungsmittel.

Pfefferspray & Reizgas

Eigentlich als Tierabwehrspray bezeichnet, können die Sprays in besonderen Notfallsituationen zur Notwehr eingesetzt werden. Setzen Sie Pfeffersprays ausschließlich in einer echten Gefahrensituation ein, sonst laufen Sie Gefahr, sich selbst der Körperverletzung strafbar zu machen. Pfefferspray enthält Oleoresin Capsicum (OC), das aus dem Fruchtfleisch besonders scharfer Chillischoten gewonnen wird. CS-Gas ist allgemein bekannt als Tränengas, es hat jedoch eine schwächere Wirkung als das Pfefferspray.

Wirkung: Aufgrund der starken Reizung der Haut, Schleimhaut und der Atemwege tritt eine kurzzeitige Orientierungslosigkeit ein.

Risikofaktoren: Windverhältnisse, Sprühdistanz, Reaktionsgeschwindigkeit der Täter, Anzahl der Täter, Selbstkontamination

Schrillalarm

Klein und handlich ist der Schrillalarm in Form von Schlüsselanhängern, Autoschlüsseln oder kleinen Spraydosen, sodass Sie ihn stets parat haben können. Sie erhalten verschiedene Varianten mit einer Lautstärke zwischen 100 bis zu 130 dB.

Wirkung: unerträgliche Lautstärke, Überraschungsmoment als Fluchtmöglichkeit, öffentliche Aufmerksamkeit

Risikofaktoren: kurzer Überraschungsmoment, Belastung des eigenen Ohrs

Schreckschusswaffen & Reizgaspistolen

Schreckschusswaffen imitieren optisch echte Pistolen und sollen so den Angreifer in die Flucht schlagen. Reicht die bloße Bedrohung nicht aus, kann die Waffe abgefeuert werden: Es wird entweder eine Reizgasmunition oder eine Schreckschussmunition mit einem lauten Knall entladen. Schreckschusspistolen erhalten Sie ab 18 Jahren und dürfen diese mit einem kleinen Waffenschein mit sich führen. Beachten Sie aber unbedingt, dass Sie die Schreckschusswaffe auch bedienen können müssen.

Wirkung: Einschüchtern des Angreifers

Risikofaktoren: Bei ungeschickter Handhabung könnte der Angreifer Sie entwaffnen und die Waffe gegen Sie einsetzen. Dies wäre vor allem bei einer Reizgaspistole unangenehm.

Tactical Pen & Kubotan

Der Tactical Pen ist ein Kugelschreiber mit einem robusten Aluminium-Gehäuse und einer speziellen Form. Kubotan ist hingegen ein kurzer Stock mit dem Sie Ihre Schlag- und Druckkraft verstärken.

Wirkung: Gezielte Schläge werden verstärkt.

Risikofaktoren: Sie benötigen sowohl beim Tactical Pen als auch beim Kubotan Erfahrung im Nahkampf und Bedienungs-Know-How. Ansonsten ist die Entwaffnungsgefahr mit diesen Selbstverteidigungsmitteln besonders hoch.

Help Me

Die Marktneuheit bietet einen sechsfachen Effekt und wurde speziell dafür entwickelt, auch mehrere Angreifer erfolgreich abzuwehren. Enthaltene Effekte: Schrillalarm, gelartige Substanz mit der die Täter-DNA erfasst wird, Ausstoß chemischer Wirkstoff der eine unauffällige Flucht der Angreifer verhindert, Markierung mittels UV Farben.

Hochleistungstaschenlampen

Die Hochleistungstaschenlampen sorgen mit einer Lichtstärke von bis zu 200 Lumen für eine kurzzeitige Desorientierung der Angreifer, sodass Sie fliehen können.

Notfall-Apps

Ein weiteres defensives Verteidigungsmittel ist die Notfall-App. Aktivieren Sie die Smartphone-App, wird ein großer HILFE-Button angezeigt. Wird dieser gedrückt, ruft ein Servicemitarbeiter an: Falls Sie den Anruf nicht entgegen nehmen, wird sofort die Polizei per Notruf verständigt und Ihre Positionsdaten übermittelt. Für die Nutzung dieser Apps fallen Jahresgebühren an.

Alltagsgegenstände

Nicht zu verachten sind die unscheinbaren Gegenstände, die Sie bei sich tragen. So können Regenschirme, Schlüssel oder Absatzschuhe zum nützlichen Beschützer werden – wenn Sie mit diesen einen gezielten Treffer landen.

Im Falle eines Notfalls sollten Sie also zunächst versuchen:

  • Den Angreifer verbal zu beruhigen
  • Aus der Situation zu kommen und einen Fluchtversuch starten
  • Die Aufmerksamkeit der anderen Bahngäste erregen
  • Falls alles nichts hilft, sich körperlich verteidigen

Mussten Sie sich im Zug oder am Bahnsteig bereits einmal verteidigen? Welche Hilfsmittel haben Sie genutzt und wie haben Sie die Situation in Erinnerung? Lassen Sie uns und unsere Leser an Ihren Erlebnissen teilhaben und hinterlassen Sie einen Kommentar zu Ihren Erfahrungen.

Teilen Sie diesen Beitrag:
Taschendiebstahl

Taschendiebe: So schützen Sie sich vor den Langfingern

Ein Handgriff und der Geldbeutel ist weg: In deutschen Zügen und Bahnhöfen stieg die Zahl der Taschendiebstähle in den vergangenen Jahren immer weiter an. Unter den Tätern sind oft professionelle Gruppierungen, die mit raffinierten Tricks vorgehen. Wir zeigen Ihnen in diesem Beitrag, wie sie sich am besten vor Taschendiebstahl schützen.

Wie gehen Taschendiebe vor?

Taschendiebe nutzen gerne anonyme Menschenmengen. An Bahnhöfen und Zügen sind die Reisenden oft unter Stress und Zeitdruck: ideale Bedingungen für die Langfinger. Trotz Videoüberwachung und Streifen der Bundespolizei bleiben die meisten der Diebstähle unaufgeklärt, da die Opfer den Diebstahl erst dann bemerken, wenn die Täter schon weit entfernt sind. 2017 wurden nur 6,4 Prozent der Diebstähle aufgeklärt. (1)

Taschendiebe arbeiten darüber hinaus oft mit Komplizen. Während einer das Opfer ablenkt, stiehlt der zweite die Beute und gibt sie an einen dritten weiter. So wird die Beweisaufnahme für die Polizei zusätzlich erschwert. Denn selbst wenn ein Dieb erwischt wird, hat er die Beute nicht mehr bei sich.

Besonders beliebter Tatort für Taschendiebstahl ist das Bahngleis. Hier sind oft viele Menschen unterwegs und gerade beim Einsteigen in den Zug unaufmerksam und abgelenkt. Geldbeutel in Gesäßtaschen oder offenen Handtaschen sind so ein leichtes Opfer für die Diebe.

Beliebte Tricks der Taschendiebe im Zug und am Bahnhof

Blockier- oder Drängel-Trick: Hier versperrt einer der Täter dem Opfer den Weg, z. B. beim Einsteigen in den Zug. Das Opfer kommt nicht an dem Täter vorbei und wird zum Halten gezwungen. Währenddessen entwendet ein zweiter geschickt von hinten die Wertsachen.

Münz-Trick: Einer der Langfinger lässt absichtlich Münzen fallen. Während das Opfer beim Aufsammeln hilft und sein Gepäck nicht mehr im Blick hat, klaut der Komplize alles, was griffbereit ist.

Der Taschen-Trick: Viele verstauen ihr Gepäck, wie Taschen und Rucksäcke auf Zugreisen unter ihrem Sitz. Damit werden sie für Taschendiebe jedoch ein leichtes Opfer. Diese setzen sich im Zug hinter das Opfer und ziehen das Gepäck unter dem Vordersitz hervor. Bevor der Reisende etwas bemerkt, haben sie die Wertsachen längst entwendet und das Gepäckstück wieder unter den Sitz geschoben.

So schützen Sie sich am besten vor Taschendiebstahl

Auch wenn die Methoden der Täter mitunter sehr trickreich sind, können Sie sich vor Taschendiebstahl sehr wohl schützen. Dazu sollten Sie diese Hinweise befolgen:

  • Seien Sie vorsichtig bei Gedränge und Menschenansammlungen! Bleiben Sie insbesondere dann skeptisch, wenn Sie jemand anrempelt und behalten Sie Ihre Wertsachen im Blick.
  • Lassen Sie Ihr Gepäck nie unbeaufsichtigt.
  • Verwahren Sie Ihre Wertgegenstände dort, wo Langfinger schlecht herankommen, z. B. in den Innentaschen Ihrer Jacke oder Handtasche.
  • Halten Sie Rucksäcke und Jackentaschen immer geschlossen. Rucksäcke tragen Sie am besten vor dem Bauch und Handtaschen mit der Öffnung zum Körper.
  • Nehmen Sie Ihre Wertsachen mit, wenn Sie im Zug auf die Toilette gehen oder lassen Sie jemand vertrauenswürdigen auf Ihr Gepäck aufpassen.
  • Versuchen Sie während der Zugreise nicht einzuschlafen und bewahren Sie Ihre Wertgegenstände sowie Ihr Gepäck sicher auf, wenn Sie doch ein Nickerchen machen.

(1) Statistik der Bundespolizei

Wurden Sie schon einmal Opfer von Taschendieben? Oder haben Sie Bekannte, denen im Urlaub oder auf Reisen schon einmal etwas gestohlen wurde? Teilen Sie gerne Ihre Erfahrung und Meinung mit uns. Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.

Teilen Sie diesen Beitrag:
Fahrräder im Zug

Mit dem Fahrrad im Zug: So sorgen Sie für mehr Sicherheit

Mit dem Fahrrad in den Zug steigen und im nächsten Ort weiterfahren: Es ist ein praktisches Konzept für Urlauber, Pendler und Radsportler. Doch die Zweiräder können schnell zur Gefahr für die Sicherheit im Zug werden. Hier erfahren Sie, wie Sie selbst für mehr Sicherheit im Zug sorgen können, wenn Sie mit dem Fahrrad reisen.

Sie können Ihr Rad in vielen Regionalbahnen, Intercity-Zügen, sowie im Fernverkehr  mitnehmen. Dazu benötigen Sie meist ein entsprechendes Fahrrad-Ticket – die Kosten belaufen sich auf etwa 5 bis 10 Euro, je nach Anbieter. Dieses Angebot ist besonders in den Sommermonaten sehr beliebt.

Problematisch wird es jedoch, wenn zu viele Ihre Fahrräder auf diese Weise transportieren wollen. Dann sind die überfüllten Fahrradabteile für Mitreisende oft ein Hindernis: Sie versperren wichtige Fluchtwege.

So reisen Sie sicher mit dem Fahrrad im Zug

Damit auch in vollen Zügen alle Fahrräder Platz finden und die allgemeine Sicherheit nicht darunter leidet, ist Ihre Mithilfe wichtig. Deshalb möchten wir Ihnen einige Tipps an die Hand geben, mit denen Sie selbst für mehr Sicherheit in Zügen sorgen, wenn Sie mit dem Fahrrad verreisen.

  • Achten Sie darauf, dass Seitengänge, Einstiegsbereiche und Fluchtwege passierbar bleiben und die Toiletten nicht blockiert werden.
  • Meiden Sie am besten den Berufsverkehr und starten Sie Ihre Radtour außerhalb der Hauptverkehrszeit. An Wochenenden in den Sommermonaten müssen Sie sich wohl oder übel auf Engpässe einstellen und Geduld bewahren.
  • Achten Sie darauf, dass Sie mobilitätseingeschränkten Reisenden und Personen mit Kinderwagen genügend Platz einräumen.
  • Stellen Sie Ihr Fahrrad sicher ab, sodass es auch bei Kurven nicht umfallen kann.
  • Nehmen Sie spätestens nach dem Einladen das Gepäck vom Rad. So können die vorhandenen Stellplätze optimal genutzt werden.
  • Klären Sie mit den anderen Radfahrern ab, wer wo aussteigt und sortieren Sie die Räder entsprechend. Das vereinfacht Ihnen den Ausstieg wesentlich.
  • Bleiben Sie die ganze Fahrt über in der Nähe Ihres Fahrrades.

Die Fahrradmitnahme richtet sich immer nach den zur Verfügung stehenden Kapazitäten in den Zügen. Das bedeutet, dass Sie mitunter nicht mehr mitfahren dürfen, selbst wenn Sie eine Fahrkarte haben. Daher sollten Sie sich insbesondere dann vorher anmelden, wenn Sie in größeren Gruppen mit dem Fahrrad reisen.

Reisen Sie öfter mit dem Fahrrad im Zug? Haben Sie Erfahrungen, die Sie gern teilen möchten? Wie erleben Sie als Reisender die Thematik? Wir freuen uns über Ihren Kommentar zum Thema.

 

Teilen Sie diesen Beitrag:
Notbremse im Zug

Die Notbremse – Ziehen oder nicht Ziehen?

Sehr wahrscheinlich haben Sie sie schon einmal wahrgenommen: Die rote Notbremse hängt in jedem Zug und ist oft im Türbereich angebracht. Vielleicht sind Sie sogar schon einmal in die Versuchung gekommen die Bremse zu betätigen. Doch wann dürfen Sie sie überhaupt ziehen und was passiert dann? Diesen und weitere Fragen gehen wir in diesem Beitrag auf den Grund.

Wann ist die Notbremsung sinnvoll?

Die Notbremse dient zwei wesentlichen Zwecken. Zum einen können Sie als Passagier den Zug bei Schadensfällen schnellstmöglich zum Halten bringen. Zum anderen soll der Zugführer sowie das Begleitpersonal auf eine besondere Notsituation im Zug aufmerksam gemacht werden.

Wann sollten Sie die Notbremse also betätigen? In allen Situationen, bei denen eine Gefahr durch das Halten des Zuges vermieden werden kann, sollten Sie die Notbremse ziehen. Nehmen wir z. B. an, dass eine Frau bei dem Versuch, den Zug kurz vor der Abfahrt noch zu erwischen, mit Ihrem Fuß in der Lücke zwischen Bahn und Bahnsteig hängen bleibt. (Dieses Risiko ist zum Glück in modernen Zügen sehr gering.) Die Türen schließen sich und der Zug kann jeden Moment losfahren. In diesem Fall würde die Betätigung der Notbremse die Frau davor retten, Ihren Fuß zu verletzen. Außerdem können die Passagiere oder der Zugbegleiter der Frau helfen, sich aus dieser misslichen Lage zu befreien. Genau für derartige Situationen gibt es die Notbremse. Aber auch bei bei Gefahren im Zug, wie plötzlicher Rauchentwicklung, ist es absolut richtig, die Notbremse zu betätigen.

Einige Züge verfügen zudem über eine Notbremsüberbrückung. Durch diese kann der Zugführer die Notbremse an ungelegenen Stellen überbrücken, um dann an einer geeigneten Stelle zum Stehen zu kommen. Diese Überbrückung wird automatisch an bestimmten Streckenabschnitten, wie z. B. Brücken oder Tunneln aktiv. Dies ist besonders wichtig, wenn eine Gefahrenquelle im Zug besteht und alle Passagiere den Zug verlassen müssen.

Ausnahme: medizinischer Notfall

Allein bei medizinischen Notfällen im Zug, ist die Notbremse nicht immer die richtige Wahl. Insbesondere, wenn sofortige medizinische Hilfe notwendig ist, sollten Sie zunächst das Zugpersonal informieren. Wenn jede Minute zählt, ist es wichtig, so schnell wie möglich den nächsten Bahnhof zu erreichen. Dort kann der Betroffene z. B. zu einem Krankenhaus weitertransportiert werden.

In derartigen Fällen, bei denen das Bremsen der Bahn nicht helfen kann, gibt es den Notknopf. Durch diesen wird eine Sprechverbindung zum Zugführer aufgebaut. Der Zugführer kann anschließend das Zugpersonal oder die Betriebsleitstelle informieren, die dann Hilfe organisieren.

Bei Missbrauch strafbar

Die Notbremsen im Zug sind mit dem Schriftzug „Missbrauch strafbar“ versehen. Doch was hat das zu bedeuten?

Die Notbremse darf dem Namen nach nur in Notfällen gezogen werden. Ihre vorsätzliche und nicht erforderliche Betätigung ist in Deutschland gemäß § 145 StGB (Missbrauch von Notrufen und Beeinträchtigung von Unfallverhütungs- und Nothilfemitteln) ein Vergehen. Sie als Reisender dürfen die Notbremse also nur bei Gefahr für Ihre Sicherheit, die Sicherheit anderer Reisender, anderer Personen oder des Zuges betätigen.

Wenn Sie die Notbremse ziehen, ohne dass eine Gefahr besteht, müssen Sie in der Regel ein Bußgeld in der Höhe von 200 Euro zahlen. Sollte es sogar so weit kommen, dass sich andere Zugpassagiere aufgrund des abrupten Stopps verletzen, müssen Sie außerdem für die entstehenden Kosten aufkommen.

 

Wir hoffen, unser Beitrag über Notbremsen konnte bei Ihnen ein paar Fragezeichen beseitigen. Haben Sie weitere Fragen oder persönliche Erfahrungen, die Sie gerne teilen möchten, freuen wir uns auf Ihre Nachricht in den Kommentaren.

Teilen Sie diesen Beitrag:
Sicherheit in Zügen

Statistisch betrachtet – So sicher sind Sie in Zügen

Ob Diebstahl, körperliche Bedrohung oder Gewalt: Die Nachrichten über Gewalttaten in Zügen beherrschen immer wieder die Medien. Was bleibt, ist das Gefühl, Bahn zu fahren sei unsicher. Doch Fakten zur Sicherheit in Zügen belegen das Gegenteil.

Züge sicherer als Busse oder Autos

Züge gelten als das sicherste Verkehrsmittel für die Alltagsmobilität – nur Flugzeuge sind sicherer. Nach einer Aufstellung der Allianz pro Schiene, die sich auf Daten des Statistischen Bundesamts beruft, steht die Bahn als sicherstes Verkehrsmittel vor Bussen und vor allem dem Auto. Demnach kamen im Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2017 in Deutschland pro einer Milliarde Personenkilometer 0,035 Menschen ums Leben. Somit ist das Risiko durch einen Verkehrsunfall zu verunglücken für Bahnreisende 55 mal geringer als für die Insassen eines Pkw. (1)

Risiko für Gewalttaten gesunken

Doch nicht nur Verkehrsunfälle sollten bei einem Blick auf die Sicherheit von Bahnreisenden betrachtet werden: Wie sieht es mit der Bedrohung durch andere Mitreisende aus? Wie sicher sind unsere Züge in Bezug auf Gewalttaten und andere Vorfälle?  Negative Schlagzeilen zu Gewalt- und Straftaten sind immer wieder in den Medien präsent. Doch inwieweit spiegelt dies die tatsächliche Lage wider? Die Anzahl der Gewaltvorfälle gegen Fahrgäste im öffentlichen Verkehr ist nach vorhandenen Daten gering und hat nicht zugenommen, sondern teilweise abgenommen. Lediglich die Zahl der Übergriffe auf Beschäftigte, wie Zugbegleiter und Sicherheitsmitarbeiter sowie Polizisten ist laut den regional vorliegenden Statistiken leicht gestiegen. (2)

Hohes Sicherheitsgefühl in Zügen

Zur Gewalt und Belästigung gegen Fahrgäste in Bahnen gibt es keine offiziellen Statistiken. Jedoch gibt es Zahlen zum allgemeinen Sicherheitsempfinden der Deutschen in öffentlichen Verkehrsmitteln. Demnach fühlen sich nur neun Prozent in öffentlichen Verkehrsmitteln nicht sicher.

 

Statistik zur Sicherheit in öffentlichen Verkehrsmitteln (3)

 

Das Sicherheitsgefühl wird durch einzelne Verkehrsunternehmen, Aufgabenträger und Verbände regelmäßig gemessen. Dabei hat sich herausgestellt, dass das Sicherheitsempfinden der Fahrgäste persönlichkeits- und situationsabhängig ist. Demnach fühlen sich z. B. Fahrgäste in Zügen vor Gewalt und Belästigung in der Regel besser geschützt als wartende Reisende an Busstationen oder Bahnhöfen. Außerdem haben Frauen eher ein unsicheres Gefühl als Männer. Das subjektive Sicherheitsempfinden ist daher nur bedingt auf die tatsächliche Sicherheit in Zügen zurückzuführen. (1)

Zahlreiche Maßnahmen für mehr Sicherheit in Zügen

Länder, Polizei und Bahngesellschaften unternehmen Einiges, um die Sicherheit in Zügen zu verbessern. An Bahnhöfen wird verstärkt geschultes Sicherheitspersonal eingesetzt. Zudem führt die Bundespolizei regelmäßige Kontrollen durch. Die Beamten sind an einigen Bahnhöfen sogar rund um die Uhr präsent. Videotechnik an Bahnhöfen und in Zügen dient zur Abschreckung und der Aufklärung von Straf- und Gewalttaten. Außerdem sind die meisten modernen Züge mit hochauflösenden Videokameras ausgestattet. In Notsituationen dienen sowohl die Zugbegleiter, als auch Sprechstellen oder Hotline-Nummern Ihrer Sicherheit.

Für die Sicherheit in Zügen können auch Sie einen Beitrag leisten: Ihre Zivilcourage kann dazu beitragen, Straftaten zu verhindern oder aufzuklären. So sorgen Sie im Sinne der Gemeinschaft für mehr Sicherheit auf Zugreisen.

Wie ist Ihre Erfahrung? Fühlen Sie sich sicher auf Zugreisen? Teilen Sie es uns gerne in den Kommentaren mit!

 

Quellen:
(1) https://www.allianz-pro-schiene.de/wp-content/uploads/2015/09/positionspapier-sicherheitsempfinden-oeffentlicher-verkehr.pdf

(2) https://www.deutschebahn.com/pr-duesseldorf-de/hintergrund/themenschwerpunkte/themendienst_sicherheit-1339962

(3) Bild: Forsa (2013): Sicherheit in öffentlichen Verkehrsmitteln, 2013, Quelle: Statista (2019) https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1869/umfrage/sicherheit-in-oeffentlichen-verkehrsmitteln/

 

Teilen Sie diesen Beitrag:
So können Kinder allein sicher mit dem Zug fahren

Kinder alleine im Zug: So reisen sie sicher

Viele Familien leben heute oft verstreut. Aus diesem Grund reisen immer mehr Kinder alleine mit dem Zug. Die erste Bahnfahrt alleine ist für viele Kinder besonders aufregend. Für die Eltern ist es eine umso größere Nervenprobe. Doch mit einigen Tipps können Sie die Sicherheit Ihres Kindes auch bei einer Zugreise gewährleisten.

Ab wann dürfen Kinder alleine reisen?

Grundsätzlich dürfen Sie Ihr Kind ab seinem sechsten Lebensjahr alleine mit dem Zug auf Reise schicken. Als Eltern müssen Sie lediglich die elterliche Fürsorgepflicht beachten. In allererster Linie sollten Sie es Ihrem Kind also auch zutrauen, alleine mit dem Zug zu reisen. Ein Gespräch mit Ihrem Kind kann helfen, seine Grenzen kennenzulernen.

Reiseverlauf genau erklären

Hat Ihr Kind zu große Angst vor der Zugfahrt, dann sollten Sie es in keinem Fall dazu zwingen. Gerade bei längeren Fahrten kann Ihr Kind in Panik geraten. Insbesondere die unbekannte Umgebung im Zug oder fremde Menschen könnten ihm Angst machen. Doch zu solchen Szenarien muss es gar nicht erst kommen, wenn Sie Ihr Kind gut vorbereiten. Versuchen Sie es z. B. mit einer Probefahrt, bevor Sie Ihr Kind alleine reisen lassen. So lernt es die Abläufe kennen und gewinnt etwas Sicherheit. Während der Fahrt können Sie es auch die Stationen aufmalen lassen und Ihrem Kind dann zeigen, wo es aussteigen muss.

Tipps für mehr Sicherheit

Ist Ihr Kind bereit für die Reise allein, stellen Sie sicher, dass es ein Handy bei sich trägt. Es gibt Ihnen die nötige Sicherheit, falls doch einmal etwas schief gehen sollte. Sorgen Sie dafür, dass es eigenständig Ihre Nummer wählen kann und der Akku aufgeladen ist. Weisen Sie auch die Zugbegleiter darauf hin, dass Ihr Kind alleine reist.

Zur Sicherheit geben Sie Ihrem Kind am besten auch eine schriftliche Vollmacht mit, die bestätigt, dass Sie es Ihrem Kind erlauben allein zu reisen. Auch ein zusätzlicher Zettel mit den wichtigsten Informationen, wie Telefonnummer, Zieladresse und der Route mit eventuellen Umsteigepunkten ist zu empfehlen.

Betreuungsprogramme für allein reisende Kinder

Sie haben ein ungutes Gefühl dabei, Ihr Kind alleine loszuschicken? Dann versuchen Sie es doch einmal mit dem Betreuungsprogramm „Kids on Tour“ der Deutschen Bahn. Dieses gewährleistet eine durchgehende und sichere Betreuung für Kinder, die ohne Eltern reisen. Die Begleitperson ist pädagogisch geschult und kann mit Ihrem Kind während der Fahrt z. B. auch Spiele spielen. So ist nicht nur Ihr Gewissen beruhigt, sondern Ihr Kind hat auch noch Spaß bei der Fahrt.

Haben Sie Ihr Kind schon einmal allein auf Reisen geschickt? Wenn ja: Was haben Sie für Erfahrungen gemacht? Haben Sie weitere Tipps für andere Eltern? Hinterlassen Sie gern einen Kommentar und teilen Sie Ihre Erfahrungen und Gedanken zum Thema.

Teilen Sie diesen Beitrag:
Gewaltprävention und Deeskalation

Gewaltprävention: Richtig reagieren bei drohender Gefahr

Es kann sein, dass Sie nie in eine gewalttätige Situation geraten. Für den Ausnahmefall ist es dennoch gut, auf solche Vorfälle gut vorbereitet zu sein. Gewaltprävention kann Ihnen dabei helfen, drohende Gefahr zu deeskalieren und sich selbst vor Übergriffen zu schützen.

Bahnhöfe sind leider oft Anzugspunkte für zwielichtige Gestalten. Und auch in Zügen kann es sein, dass eine Gruppe angetrunkener pöbelnder Menschen zu Ihnen in die Bahn steigt. Es muss nicht unbedingt sein, dass diese Menschen gewaltbereit sind. In jedem Fall sollten Sie jedoch aufmerksam bleiben, wenn Sie sich in einer derartigen Situation wiederfinden und alles genau im Blick behalten. Seien Sie immer für den Fall bereit, dass sich die Situation verschärft, oder Sie sogar bedroht werden: Suchen Sie sich eventuelle Fluchtwege. Vergewissern Sie sich, wo die Notruftasten sind oder ob Sie mit Ihrem Handy den Notruf wählen können. 

Deeskaltation statt Aggression

Die Gewalt tritt oft nicht unmittelbar ein, sondern Täter suchen sich zunächst ein Opfer. Hier ist es wichtig, dass Sie der klassischen „Opferrolle“ nicht gerecht werden. Wer den Blick Richtung Boden wendet zeigt Schwäche. Halten Sie sich aufrecht und schauen Sie nicht herunter. Dies ist schon der erste Schritt in Richtung Gewaltprävention. Auch das direkte Anstarren kann Aggression hervorrufen und den Täter nur zusätzlich motivieren. Bleiben Sie also ruhig und entspannt. So vermitteln Sie, dass Sie souverän mit der Bedrohung umgehen.

Falls Sie verbal angegriffen werden, sollten Sie auf die herausfordernden oder auch beleidigenden Sprüche nicht eingehen. Auch hier kann es hilfreich sein, den Täter zu ignorieren. Lassen Sie sich in keinem Fall provozieren. Wenn Sie antworten, dann übernehmen Sie die führende Rolle. Siezen Sie den Täter, um die Distanz zu halten. Versuchen Sie, die Situation zu deeskalieren. Fragen sie z. B. „Warum drohen Sie mir?“ oder sagen Sie „Ich habe nichts mit Ihrer Aggression zu tun. Lassen Sie mich in Ruhe!“. Wenn es Ihnen möglich ist, sollten Sie sich von dem Täter entfernen. Gehen Sie weiter oder setzen Sie sich um, wenn Sie sich im Zug befinden. Auch das Ansprechen von anderen Personen kann helfen, den Täter zu verunsichern.

Auch verbal Abstand halten

Wenn sich der Täter trotz Ihrer Abwehrstrategie nähert, sollten Sie alarmbereit sein. Zeigen Sie, dass Sie dies nicht dulden. Spätestens jetzt müssen Sie sich verbal wehren. Ein lautes und deutliches „Halt! Bleiben Sie stehen!“ gibt Ihnen die nötige Präsenz. Indem Sie die Hand ausstrecken unterstreichen Sie Ihre selbstbewusste Konfrontation. In jedem Fall sollten Sie versuchen den Täter zu irritieren und ihn an der Annäherung hindern.

Kommt es zu körperlicher Gewalt ist die Intervention schwieriger als zuvor. Deshalb sollten Sie immer versuchen eine Eskalation so gut es geht zu verhindern. Machen Sie auf sich aufmerksam und rufen Sie nach Hilfe. Sie können auch umstehende Personen dazu auffordern, den Notruf zu wählen.

Gewaltprävention ist wichtig, auch wenn sie Zeuge werden

Die Techniken der Gewaltprävention können Sie nicht nur anwenden, wenn Sie selbst in Gefahr sind. Sie helfen Ihnen auch, wenn Sie selbst Zeuge einer gewalttätigen Situation werden. Denn der erste Schritt sollte es immer sein, die Gewalt zu verhindern und Hilfe zu suchen. Greifen Sie  nie überstürzt in eine Tat ein.

Befanden Sie sich schon einmal in einer brenzligen Situation? Wie haben Sie reagiert, um zu deeskalieren? Hinterlassen Sie einen Kommentar und teilen Sie Ihre Erfahrungen und Gedanken.

Teilen Sie diesen Beitrag: