Bild eines Rollstuhlfahrers.

Tickets für Begleitpersonen: Tipps für Menschen mit Behinderung

Barrierefreies Reisen – Für Menschen mit Behinderung kann die Reise mit dem Zug besondere Herausforderungen mit sich bringen. In diesem Artikel finden Sie die wichtigsten Informationen sowie hilfreiche Tipps für Ihre nächste Zugfahrt.

Besondere Angebote für Menschen mit Behinderung

Für Menschen mit Behinderung gibt es spezielle Angebote, die bei einer sicheren und barrierefreien Reisegestaltung helfen können. Wir haben Ihnen eine Übersicht zusammengestellt.

Eine Begleitperson mitnehmen

Sie sind nicht auf sich alleine gestellt – Wussten Sie schon, dass Sie unter bestimmten Umständen kostenfrei eine Begleitperson mitnehmen können? Diese kann Ihnen beim Ein- und Aussteigen helfen oder Ihnen in Notfällen zur Seite stehen. Voraussetzung hierfür ist, dass in Ihrem Schwerbehindertenausweis das Merkzeichen “B” sowie der Vermerk “Die Notwendigkeit ständiger Begleitung ist nachgewiesen” eingetragen oder der Vermerk “Die Berechtigung zur Mitnahme einer Begleitperson ist nachgewiesen” nicht gelöscht ist. Das gilt auch, wenn Sie keine Wertmarke besitzen.

Diese Regelung betrifft Buslinien sowie alle Züge des innerdeutschen Nah- und Fernverkehrs. Beachten Sie, dass Ihre Begleitperson nur mit Ihnen gemeinsam kostenfrei reisen kann. Wenn Ihre Begleitperson die Strecke alleine zurückfährt, benötigt sie daher eine eigene Fahrkarte.

Einen Begleithund mitnehmen

Wenn Sie auf einen Begleithund angewiesen sind, können Sie diesen selbstverständlich auch kostenfrei auf Ihre Reise mit dem Zug mitnehmen. Die Voraussetzungen hierfür sind dieselben wie für die Mitnahme einer Begleitperson. Ihr Begleithund muss im Zug keinen Maulkorb tragen.

Kostenfrei Reisen

Menschen mit Behinderung, die einen gültigen Schwerbehindertenausweis mit den Merkzeichen “BI” (Blindheit) und “H” (Hilflosigkeit) sowie eine Wertmarke mit sich führen, können den innerdeutschen Nahverkehr kostenfrei nutzen. Mit folgenden Verkehrsmitteln können Sie so kostenfrei reisen:

  • Busse
  • Straßenbahnen
  • S-Bahnen
  • U-Bahnen
  • Stadtbahnen

Für den Fernverkehr gilt diese Regelung nicht. Hier besteht für Menschen mit Behinderung jedoch die Möglichkeit, Ermäßigungen zu erhalten, zum Beispiel beim Kauf einer Bahncard.

Hilfsmittel mitnehmen

Auch für Menschen mit einer Mobilitätseinschränkung gibt es spezielle Angebote. So besteht selbstverständlich die Möglichkeit, orthopädische Hilfsmittel kostenfrei mitzunehmen. Dies gilt jedoch nicht für alle Verkehrsverbünde, deshalb sollten Sie sich vorab unbedingt bei einer Service-Stelle vor Ort oder der Service-Hotline des entsprechenden Verkehrsverbundes informieren. Für einen reibungslosen Reiseablauf empfiehlt es sich außerdem, Ihre Reise mit dem Rollstuhl vorab telefonisch bei dem Verkehrsverbund anzumelden.

Reisen mit viel Gepäck

Der Transport von Gepäck kann umständlich sein: besonders für Senioren und Menschen mit Behinderung oder Mobilitätseinschränkung. Für die Beförderung von schweren Koffern bietet sich daher der DB-Gepäckservice an. Bei Reisen innerhalb Deutschlands können Sie Ihr Gepäck im Rahmen dieses Service zu einem Hermes-Paketshop bringen oder von einem Fahrer bei Ihnen zu Hause abholen lassen. Die Zustellung Ihres Gepäcks erfolgt dann in der Regel am übernächsten Werktag.

Wo gibt es weitere Informationen?

Bei Fragen zum Thema barrierefreies Reisen stehen Ihnen verschiedene Ansprechpartner zur Verfügung. Vor Ort können Sie sich in einem DB-Reisezentrum über alle Angebote informieren und beraten lassen. Natürlich steht Ihnen bei Fragen auch das Zugpersonal zur Seite. Telefonische Unterstützung erhalten Sie bei der Hotline des entsprechenden Verkehrsverbundes oder der Mobilitätsservice-Zentale. Diese erreichen Sie unter der Telefonnummer 030 65212888.

Bild von Freepik

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Frau sitzt mit Maske und Handy im Zug

Aktuelle Corona-Bestimmungen auf Ihrer Reise mit der MRB

In den letzten zwei Jahren gab es eine Vielzahl verschiedener Hygiene- und Schutzmaßnahmen, um das Corona-Virus einzudämmen. Auch das Reisen mit dem Zug hat sich durch die neue Situation verändert. So häufig wie die Schutzmaßnahmen schon angepasst und verändert wurden, ist es nicht immer einfach, einen Überblick zu behalten. Wir geben Ihnen einen Überblick über die aktuellen Corona-Bestimmungen auf Ihrer Reise mit der MRB.

Welche Regeln gelten im Nahverkehr?

Bei den aktuellen Corona-Bestimmungen im Nahverkehr gilt: Jedes Bundesland hat eigene Regeln. Deshalb ist es bei Reisen in der Region ratsam, sich beim Service-Personal vor Ort zu informieren. Wenden Sie sich hier an das Personal eines DB-Reisezentrums oder Service-Points. Natürlich hilft Ihnen auch das Zugpersonal direkt am Gleis bei Fragen zu den aktuellen Corona-Regelungen weiter.

Einen Überblick zu den Regelungen im Nahverkehr in Ihrem Bundesland erhalten Sie online auf den entsprechenden Websites der einzelnen Bundesländer oder der Bundesregierung.

Welche Regeln gelten im Fernverkehr?

Auch im Fernverkehr unterscheiden sich die aktuellen Corona-Bestimmungen je nach Bundesland. Bei einer Reise über Bundesländergrenzen hinweg ist es daher ebenfalls ratsam, sich vorab auf den Websites der Bundesländer über die jeweils geltenden Bestimmungen zu informieren.

Wie sicher ist Zugfahren während der Pandemie?

Der öffentliche Verkehr ist sicherer, als die meisten Menschen vielleicht denken würden – das zeigen sogar wissenschaftliche Studien. Eine Studie der Medizinischen Universität Wien konnte belegen, dass das Covid-19-Infektionsrisiko im öffentlichen Verkehr nicht höher ist, als in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens.

Für Reisende bedeutet das Entwarnung: bei Einhaltung der Hygiene-Schutzmaßnahmen und einem rücksichtsvollen Miteinander ist Zugfahren auch zu Zeiten der Corona-Pandemie eine sichere Möglichkeit zu reisen.

Wo kann ich mich informieren?

Bei Fragen rund um das Thema Corona und die aktuellen Bestimmungen gibt es verschiedene Anlaufstellen. Sie haben die Möglichkeit, sich online über die aktuellen Bestimmungen zu informieren. Besuchen Sie hierfür die Informations-Website der Deutschen Bahn für einen allgemeinen Überblick, insbesondere bei Reisen im Fernverkehr. Wenn Sie regional reisen, bieten die Informations-Websites der regionalen Verkehrsverbände oder der Bundesländer eine gute Übersicht.

Selbstverständlich haben Sie auch die Möglichkeit, sich direkt vor Ort beim Service-Personal an Ihrem Bahnhof über die aktuellen Corona-Regelungen zu informieren.

Wie geht es in Zukunft weiter?

Maske, Sicherheitsabstand und Co. – Die Corona-Pandemie ist seit fast drei Jahren ein Teil unseres Lebens. Viele Reisende stellen sich nach dieser langen Zeit die Frage, wie es in Zukunft mit den Corona-Schutzmaßnahmen bei Reisen mit dem Zug weitergeht.

In Bayern gilt seit dem 09. Dezember 2022 keine Maskenpflicht mehr in Bussen und Bahnen des Nahverkehrs, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes bleibt hier nur noch eine Empfehlung. Bayern ist damit bisher das einzige Bundesland, dass diesen Schritt geht.

Auch im Jahr 2023 wird es neue Regelungen geben, und nach Bayern könnten auch andere Bundesländer die Maßnahmen reduzieren. Die genauen Entwicklungen sind jedoch schwer voraussehbar, weshalb es für Reisende auch in Zukunft wichtig sein wird, sich vor einer Zugreise ausführlich über die aktuelle Lage zu informieren.

 

Foto von Deutsche Bahn AG / Oliver Lang

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rote Leuchtspuren eines vorbeifahrenden Zuges und Schienen

Batterieelektrische Züge: Volle Fahrt in die Zukunft

Der batterieelektrische Antrieb ist in der Autowelt schon ein voller Erfolg. Jetzt soll die Technik auch ihren Teil zu einem klimafreundlichen Bahnbetrieb beitragen. So können endlich sollen auch Langstreckenreisen mit batterie-elektrifizierten Zügen realisiert werden. Ein Batterietriebwagen oder auch Battery-electric multiple unit (BEMU) erhält seine Antriebsenergie aus Akkumulatoren, welche Elektromotoren antreiben. Batterie-Hybrid-Züge werden also vom Strom einer Batterie angetrieben. Diese wird auf Streckenabschnitten mit Oberleitung wieder aufgeladen. Doch welche Vorteile haben batterieelektrische Züge nun gegenüber Dieselantrieben?

Vorteile batterieelektrischer Züge

Die Umstellung auf batterieelektrische-Antriebe als Alternative zu Dieselzügen bietet viele Vorteile. Der batterieelektrische Betrieb der Eisenbahn und des Schienenpersonennahverkehrs tragen nämlich einen entscheidenden Teil zum Klimaschutz bei: Durch die Nutzung regenerativ erzeugten Stroms werden Klima und Umwelt geschont.

Im Gegensatz zu Dieselmotoren werden durch elektrische Triebzüge deutlich weniger Emissionen verursacht. Da sich aus wirtschaftlichen und technischen Gründen nicht alle Bahnstrecken mit Oberleitungen ausstatten lassen, sind batterieelektrische Fahrzeuge eine klimafreundliche Alternative zu Dieselantrieben. Diese eignen sich insbesondere auf nicht- und teilelektrifizierten Strecken.

In einer Studie zu Alternativen zum Dieselantrieb des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg haben sich Batterie-Hybrid-Züge auch gegen Wasserstoff-Hybrid-Züge durchgesetzt. Diese werden vom Strom einer Brennstoffzelle angetrieben, welche den Strom aus Sauerstoff und Wasserstoff erzeugt. Für den Betrieb dieser Züge müssten erst entsprechende Produktionsstandorte für grünen Wasserstoff und eine Tankstelleninfrastruktur errichtet werden.

Weitere Vergleiche zu elektrischen und alternativen Antrieben finden Sie hier.

 

Fortschritt in Deutschland

Ein nachhaltiger Schienenverkehr ist auf dem Vormarsch, das zeigt sich im ganzen Land. Das Niederrhein-Münsterland-Netz will statt des Dieselbetriebs künftig lokal emissionsfreie Triebzüge nutzen. Die Umstellung soll im Jahr 2025 erfolgen und beinhaltet die Beschaffung von 63 Batterietriebwägen. Das spanischen Unternehmens CAF (Construcciones y Auxiliar de Ferrocarriles, S.A.) nimmt sich der Produktion, der Lieferung und der Instandhaltung der batterieelektrischen Züge an.

Auch das Land Baden-Württemberg möchte in Zukunft keine dieselbetriebenen Fahrzeuge mehr beschaffen. Die Landesanstalt Schienenfahrzeuge (SFBW) hat deshalb über Siemens Mobility 20 emissionsfreie Nahverkehrszüge bestellt. Eingesetzt werden sollen die batterieelektrischen Züge im Ortenau-Netz. Die zweiteiligen elektrischen Triebzüge sind mit jeweils 120 Sitzplätzen ausgestatten und können mit ihrem Batteriehybridantrieb sowohl auf Strecken mit und ohne Oberleitung fahren. Bis Dezember 2023 soll die Auslieferung der Züge erfolgen. Für die Instandhaltung der neuen Züge wird das Unternehmen Siemens Mobility voraussichtlich knapp 30 Jahre lang sorgen.

Pünktlich zum Fahrplanwechsel im Dezember 2023 ist die Elektrifizierung und der zweigleisige Ausbau der Zugstrecke Chemnitz – Leipzig (RE 6) geplant. Elf batterieelektrische Coradia Continental (Dreiteiler) des Fahrzeugherstellers „Alstom Transport Deutschland GmbH“ werden dem beauftragen Eisenbahnunternehmen dafür durch den Zweckverband Verkehrsverbund Mittelsachsen bereitgestellt. Alstom übernimmt die Instandhaltung der Fahrzeuge im Eisenbahnbetriebshof am Chemnitzer Hauptbahnhof.

Es zeigt sich, dass batterieelektrische Züge einen klimafreundlichen Personenverkehr ermöglichen. Auf nicht elektrifizierten Strecken bieten sie im Sinne der Nachhaltigkeit eine gute Alternative zu Dieseltriebzügen an. In den kommenden Jahren sind also einige interessante Veränderungen auf unseren Schienen zu beobachten – wir sind gespannt. Wie stehen Sie zur Umstellung auf batterieelektrische Züge?

 

Titelbild von Deutsche Bahn AG / Max Lautenschläger

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Streik im Bahnverkehr: Welche Rechte haben Fahrgäste?

Bei Streiks, Verspätungen und verpassten Anschlüssen gibt es im Bahnverkehr bestimmte Rechte, die Ihnen als Fahrgast zustehen. Wir geben Ihnen eine Übersicht zu den wichtigsten Regelungen.

Streik im Bahnverkehr – Welche Rechte haben Fahrgäste?

 Wenn Sie regelmäßig mit der Bahn unterwegs sind, haben Sie womöglich schon einmal die Auswirkungen eines Streiks erlebt. Züge verspäten sich und fallen aus, möglicherweise verpassen Sie dadurch sogar Ihren Anschluss. In solchen Situationen haben Fahrgäste besondere Rechte.

Wo kann ich mich über anstehende Streiks informieren?

 Streiks werden oft schon im Voraus angekündigt. Diese Informationen können Sie auf den Websites oder Apps der jeweiligen Bahngesellschaft einsehen. Dort erfahren Sie meistens auch, welche Verbindungen genau betroffen sind und auf welche Alternativen Sie ausweichen können. Ansonsten können Sie sich natürlich auch vor Ort an Ihrem Bahnhof beim Servicepersonal über anstehende Streiks und mögliche Fahrplanänderungen informieren.

Unterwegs während eines Streiks: Darauf sollten Sie achten

Wenn Sie zum Zeitpunkt eines Bahnstreiks als Fahrgast unterwegs sind und bereits ein Ticket gebucht haben, sollten Sie für die Geltendmachung Ihrer Ansprüche, darauf achten, Ihre Original-Fahrkarte aufzubewahren. Diese muss gegebenenfalls beim Antrag mit eingereicht werden.

Eine Entschädigung einfordern

Bei Verspätungen und Zugausfällen haben Sie die Möglichkeit, eine Entschädigung einzufordern. Hierbei werden Teile des ursprünglichen Fahrpreises erstattet. Bei einer Verspätung von 60 bis 119 Minuten erhalten Sie eine Erstattung in Höhe von 25 Prozent, bei einer Verspätung von 120 Minuten oder höher erhalten Sie eine Erstattung in Höhe von 50 Prozent des ursprünglichen Fahrpreises. Das wird durch die EU-Fahrgastverordnung VO (EG) Nr. 1371/2007 geregelt.

Handelt es sich bei Ihrer Fahrt um eine Reisekette aus mehreren Zügen verschiedener Eisenbahnunternehmen, beantragen Sie die Verspätung immer bei dem Eisenbahnunternehmen, dessen Zug ausgefallen ist oder verspätet war. Eine Übersicht der Eisenbahnunternehmen finden Sie unter www.fahrgastrechte.info.

Die Reklamation erfolgt bei den meisten Bahngesellschaften über ein Fahrgastrechte-Formular, welches Sie ebenfalls von einem Zugbegleiter, in einer Service-Stelle vor Ort oder online auf der Seite des jeweiligen Eisenbahnunternehmens erhalten.

Für Verspätungen in Zügen der MRB können Sie Ihre Fahrgastrechte zum Beispiel wie folgt geltend machen:

  • Bei der Transdev Service GmbH, Passage 3-5, 17034 Neubrandenburg, wenn die Verspätung von der Transdev Regio Ost oder Transdev Mitteldeutschland GmbH zu verantworten ist. Bitte schicken Sie das vollständig ausgefüllte Fahrgastrechte-Formular sowie die Originalbelege/Nachweise ein.
  • Beim Servicecenter Fahrgastrechte, wenn die Verspätung nicht von der Transdev Regio Ost oder Transdev Mitteldeutschland GmbH zu verantworten ist. Für die Erstattung erforderlicher Kosten reichen Sie bitte zusammen mit dem Fahrgastrechte-Formular die Originalbelege beim Servicecenter Fahrgastrechte, 60647 Frankfurt am Main ein.

Viele Zugunternehmen bieten Ihnen dabei ein Online-Formular wie beispielsweise dieses von der MRB. Auch von Ihrem Zugbegleiter können Sie sich ein entsprechendes Formular aushändigen lassen und postalisch oder an einem Serviceschalter des jeweiligen Unternehmens einreichen.

Was passiert, wenn ich mein Reiseziel aufgrund des Streiks am gewählten Tag nicht erreichen kann?

Sie müssen aufgrund einer Zugverspätung, eines Zugausfalls oder einem verpassten Anschlusszug auf ein anderes Verkehrsmittel zum Erreichen Ihres Reiseziels zurückgreifen oder vor Ort übernachten? Dann besteht in bestimmten Fällen die Möglichkeit, die Kosten für Ihre Weiterreise von der Bahngesellschaft teilweise oder ganz erstattet zu bekommen.

Da es bei der Erstattung von Kosten für alternative Verkehrsmittel oder Übernachtungen viele spezielle Regelungen gibt, sollten Sie sich unbedingt vorab an das Zugpersonal oder eine Service-Stelle vor Ort wenden. Wenn eine Kontaktaufnahme nicht möglich ist, informieren Sie sich am besten auf der Website der jeweiligen Bahngesellschaft über die genauen Regelungen.

Ausblick: Ab dem 7. Juni 2023 gilt eine neue Fahrgastrechteverordnung. Darin werden die Rechte aller Bahnreisenden, insbesondere aber von Menschen mit Behinderungen oder eingeschränkter Mobilität gestärkt.

 

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Weibliche Schaffnerin kontrolliert die Fahrkarte eines weiblichen Fahrgasts

Zugfahren ohne gültiges Ticket: Das sollten Sie wissen!

Monatskarte vergessen, Ticket verloren oder falschen Tarif erwischt: Es gibt viele Möglichkeiten, plötzlich als „Schwarzfahrer“ zu gelten. Das Ergebnis ist meist das Gleiche: Denn wenn Sie ohne gültiges Ticket Zug fahren, haben Sie im wahrsten Sinne des Wortes schlechte Karten. Auch Diskutieren hilft da wenig: In der Regel müssen Sie dann 60 Euro Strafe zahlen und zusätzlich noch den fehlenden Fahrschein für die zu fahrende Strecke – auch wenn es Ausnahmen gibt. Wie Sie das „Knöllchen“ im Zug vermeiden und was Sie darüber wissen sollten, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Was ist „Schwarzfahren“ genau?

Das Fahren ohne gültiges Ticket ist in Deutschland alles andere als ein Kavaliersdelikt. Rechtlich wird es als ein „Erschleichen von Leistungen“ angesehen. Damit gilt es nicht als Ordnungswidrigkeit, sondern als Straftat. Im Extremfall können Sie dafür sogar ins Gefängnis kommen. Das ist aber eher selten der Fall.

Normalerweise verlangen Verkehrsunternehmen von Ticket-Sündern stattdessen eine Geldstrafe, die in der Regel 60 Euro beträgt – ergänzt um den Fahrscheinpreis. Die Mitteldeutsche Regiobahn und viele ÖPNV-Unternehmen sprechen vom „erhöhten Beförderungsentgelt“ (EBE). Die Deutsche Bahn nennt es „Fahrpreisnacherhebung“. Eines ist bei allen gleich: Es kommt nicht darauf an, warum Sie ohne gültiges Ticket unterwegs sind.

Was sind die häufigsten Stolperfallen beim „Schwarzfahren“?

Bei der Frage, ob die Fahrkarte im Moment der Kontrolle gültig ist, liegt der Teufel oft im Detail:

  • So müssen einfache Tickets oft entwertet werden – bereits auf dem Bahnsteig oder teilweise im Zug. Wer das vergisst, fährt schwarz. Gleiches gilt, wenn Sie es verlieren oder kurzzeitig verlegen. Finden Sie ein Einzel- oder Mehrfachticket für einfache Fahrten erst nach der Kontrolle wieder, lässt sich das Bußgeld nicht mehr abwenden.
  • Aber auch das Vergessen von Abo-, Monatskarte & Co schützt nicht vorm Schwarzfahren – auch wenn sich die Strafe hier nachträglich verringern lässt. Personengebundene Fahrscheine müssen mitunter eigenhändig vor Fahrtantritt mit bestimmten Informationen ausgefüllt werden, um sie nicht weitergeben zu können. Fehlen die Angaben, gilt das Ticket als ungültig.
  • In einigen Verkehrsverbünden oder auf bestimmten Streckenabschnitten benötigt man zusätzlich noch Tickets für Fahrrad, Hund & Co.

Was ist, wenn ich meine Monatskarte vergessen habe?

Bei bestimmten Ticketarten, wie z. B. der persönlichen Monatskarte, können Sie das erhöhte Beförderungsentgelt verringern, wenn Sie Ihren Fahrschein nachträglich beim Verkehrsunternehmen vorlegen. Beachten Sie dabei unbedingt die zeitlichen Fristen, die die ABB des Verkehrsunternehmens vorsehen. Meist sind das nur 7 bis 14 Tage. Wichtig dabei: der Kontrolltag zählt mit.

Was passiert, wenn ich ohne gültiges Ticket erwischt werde?

Zunächst nimmt der Zugbegleiter oder Kontrolleur Ihre Personalien auf. Dafür darf er nach Ihrem Ausweis fragen. Zwar sind Sie prinzipiell nicht verpflichtet, Ihren „Perso“ jederzeit bei sich zu haben, aber viele Verkehrsunternehmen schreiben in ihren ABB fest, dass Sie sich nach Aufforderung ausweisen müssen. Kommen Sie dem nicht nach, holt der Zugbegleiter die Bundespolizei zur Feststellung der Personalien dazu. Und das kann mitunter dauern.

Hat der Zugbegleiter alle Daten aufgenommen, können Sie die Geldstrafe sofort bezahlen oder sich den Bescheid per Post zustellen lassen. Ob und wie Sie danach weiterfahren können, regelt jedes Verkehrsunternehmen individuell. Bei der Mitteldeutschen Regiobahn zum Beispiel gilt der Bescheid als Fahrkarte, bis Sie den Zug verlassen. Üblich ist es aber auch, dass Ihnen der geltende Fahrpreis für die Weiterfahrt bis zu Ihrem Zielort zusätzlich in Rechnung gestellt wird, wie zum Beispiel bei der Deutschen Bahn.

Was ist, wenn der Fahrkartenautomat kaputt ist?

Das kann schon mal passieren. Es sollte Sie jedoch prinzipiell nicht vom Zugfahren abhalten. Der Zugbegleiter kann den Defekt natürlich schlecht nachprüfen. An einem Strafbescheid werden Sie daher zunächst nicht vorbeikommen.

Sie sollten dann jedoch beim Verkehrsunternehmen schriftlich Widerspruch einlegen. Günstig ist, wenn Sie den Ausfall dokumentieren können. Mit Automaten-Nummer, Orts- und Zeitangabe haben Sie gute Chancen, dass Sie nur den Fahrpreis zahlen müssen. Ist Vandalismus im Spiel, ist auch ein Foto nicht vom Nachteil. Halten Sie auch hier die Fristen ein.

Doch Vorsicht: Nimmt der Automat bestimmte Scheine nicht an oder gibt kein Wechselgeld heraus, gilt er nicht als defekt. Und gibt es in der unmittelbaren Umgebung weitere Verkaufsstellen oder Servicecenter, sind Sie verpflichtet, diese zu nutzen, wie die Verbraucherzentrale darauf hinweist.

Manche Verkehrsunternehmen sind bei kaputten Fahrautomaten auch kulant, wenn Sie vor der Kontrolle aktiv auf einen Zugbegleiter zugehen und ihn um eine Fahrkarte bitten.

Unser Tipp: Verwenden Sie am besten digitale Tickets, die viele Verkehrsunternehmen und -verbände in ihren Apps anbieten. Das macht Sie unabhängig von den Fahrkartenautomaten. Sie sollten jedoch auch hier sicherstellen, dass Sie vor Fahrtantritt über ein gültiges E-Ticket verfügen. Denn eine fehlende Internetverbindung schützt Sie nicht vorm Schwarzfahren.

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel keine professionelle Rechtsberatung zum Thema „Zugfahren ohne gültiges Ticket“ ist. Alle Informationen sind nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert, jedoch übernehmen wir keine Gewähr zu Aktualität und Korrektheit der Angaben. Sollten Sie rechtliche Schritte gegen ein Verkehrsunternehmen erwägen, suchen Sie vorher unbedingt einen Rechtanwalt oder eine andere Rechtsberatung auf.

Verweis: Strafgesetzbuch § 265a sowie Eisenbahnverkehrsordnung § 5.

 

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Fahrpläne und vergrößerende Sehhilfe

Sicherer Zugfahren mit Brille, Lupe & Co

Der Fahrplan verschwimmt, die Anzeigetafel ist von schwarzen Flecken verdeckt, die einzelnen Stufen im Zugabteil sind kaum noch voneinander zu unterscheiden: Wenn das Sehen im Alter oder durch Krankheit eingeschränkt wird, kann das Zugfahren schnell gefährlich werden. Lupen, Filterbrillen & Co helfen Betroffenen, dennoch sicher ans Reiseziel zu kommen.

Das Sehvermögen des Menschen nimmt ab dem 40. Lebensjahr ganz natürlich ab. Meist merken wir es aber erst dann, wenn das Lesen von Kleingedrucktem zur Herausforderung wird. Neben Altersweitsichtigkeit bereiten aber auch erhöhte Blendempfindlichkeit, abnehmendes Kontrastsehen und Augenkrankheiten vielen Menschen starke Probleme beim Sehen. In all diesen Fällen können verschiedene Lupen, Filterbrillen und weitere vergrößernde Sehhilfen Abhilfe schaffen.

Praktische Klassiker: Hand- und Reiselupen

Wer „Lupen“ hört, denkt oft schnell an die klassischen Modelle aus Omas Schreibtischschublade – oder vielleicht auch an den Meisterdetektiv aus der Bakerstreet. Doch Hand-, Reise- und Leuchtlupen können sich beim Zugfahren als äußerst praktisch erweisen. Vor allem beim Lesen von Fahrplänen, Infomaterial und Tickets.

Zugegeben: Vielen Menschen hilft hier auch eine Lesebrille – doch es gibt zahlreiche Ausnahmen. Brillenträgern zum Beispiel wird bei Altersweitsichtigkeit gern eine Gleitsichtbrille empfohlen. Der Haken: Der stufenlose Übergang von Nah- und Fernbereich sorgt unterwegs häufig sowohl für Unsicherheiten beim Auf- und Absteigen von Stufen, Treppen und Absätzen als auch beim Ein- und Aussteigen von Verkehrsmitteln. Zudem führen Gleitbrillen vermehrt zu Schwindel, Unwohlsein und Irritationen. Alles, was man beim Zugfahren überhaupt nicht gebrauchen kann. Für Brillenträger, die deshalb auf Gleitsichtbrillen verzichten, bleibt dann meist nur ein unbequemer Brillenwechsel – oder eben eine große Auswahl an hilfreichen Lupen, die sich in drei Arten unterteilen.

  • Reiselupen haben einen praktischen Linsenschutz zum Ein- und Ausklappen – meist aus Leder oder Plastik. Es gibt sie mit verschiedenen großen Sehfeldern und unterschiedlichen Vergrößerungen. Dank ihrer kompakten Größe können Sie sie schnell aus der Hosen- oder Handtasche fischen, um einen kurzen Blick auf das Ticket oder den Fahrplan zu werfen.
  • Moderne Handlupen haben schon langen nicht mehr den berüchtigten Oma-Charme. Sie sind zwar größer als Reiselupen, aber mit dem größeren Sehfeld bieten sie eine bessere Übersichtlichkeit beim Lesen oder Betrachten, zum Beispiel von Linienplänen. Da schlechte Lichtverhältnisse das Sehen zusätzlich beeinträchtigen, sind Handlupen mit zusätzlicher LED-Beleuchtung äußerst praktisch. Dank der LEDs verbrauchen sie auch sehr wenig Energie.
  • Wer es komfortabler haben möchte, kann zu elektronischen Lupen greifen. Neben dem Vergrößern und Ausleuchten verfügen Sie – je nach Art und Modell über weitere Funktionen. Ähnlich wie ein Smartphone sind sie mit Kamera und Display ausgestattet. Sie können Texte kontrastreicher darstellen, verfügen oft über Leselinien und eine Fotofunktion. Vor allem letztere ist praktisch: So kann man Fahrpläne, Hinweisschilder oder Ähnliches schnell fotografieren und danach in Ruhe betrachten, vergrößern und kontrastieren – ohne Gedränge oder gefährliche Verrenkungen.

Neben Altersweitsichtigkeit helfen all diese Lupen auch bei Augenkrankheiten, die das Sehfeld einschränken, wie zum Beispiel bei Altersbedingter Makuladegeneration (AMD), Diabetischer Retinopathie oder dem Grünen Star (Glaukom). Mit der Vergrößerung der nicht betroffenen Areale im Sehfeld können die Fehlstellen in der Wahrnehmung ausgeglichen werden, was den Betroffenen das Lesen erleichtert.

Schmerzfreie Sicht mit Filterbrillen

Zugfahren macht bei strahlendem Sonnenschein besonders viel Spaß, oder? Leider nicht allen Menschen! Denn im Alter nimmt die Blendempfindlichkeit zu, vor allem beim schnellen Wechsel von Hell und Dunkel. Verlassen Betroffene zum Beispiel den Zug oder die Bahnhofhalle kann sich ihr Auge nur sehr langsam an das helle Licht gewöhnen. Schmerz und Orientierungslosigkeit sind die Folge.

Auch das Kontrastsehen nimmt bei vielen Menschen im Alter ab. Klare Kanten verschwimmen zusehends in der Wahrnehmung, was beim Ein- und Ausstieg von Zügen oder beim Treppensteigen in den Wagons schnell gefährlich werden kann.

Spezielle Filterbrillen können in beiden Fällen spürbare Erleichterungen bringen. Im Gegensatz zu Sonnenbrillen reduzieren sie nicht die gesamte Helligkeit, sondern filtern nur die Lichtwellen heraus, die den Schmerz verursachen. So können sie in der Regel auch problemlos bereits in den dunkleren Räumen, wie im Zug oder in der Bahnhofshalle, ohne Sichteinschränkungen getragen werden. Filterbrillen verbessern meist gleichzeitig auch den Kontrast, was Stolpern sowie das Fehltreten bei Stufen und Zugtüren verhindern kann.

Gut beraten: im Optikerfachgeschäft

Sie sehen: Lupen & Co können Ihnen bei Sehbeeinträchtigungen verschiedener Art wirklich helfen. Das Wichtigste dabei ist jedoch die richtige Auswahl. Was für den einen funktioniert, ist für den Nächsten vielleicht unnötig bis unvorteilhaft. Im Internet gibt es zwar eine große Auswahl, doch wo finden Sie auch eine gute Beratung?

Was viele Betroffene nicht wissen: Ein guter Optiker hat nicht nur Brillen im Angebot, sondern führt oft auch Lupen und weitere vergrößernde Sehhilfen.

Einfach einmal nachzufragen, lohnt sich auf jeden Fall. Meist ergeben sich im Gespräch unerwartete Lösungen und Sie können die verschiedenen Sehhilfen gleich ausprobieren. So sind Sie für Ihre nächste Zugfahrt bestens gerüstet. Haben Sie bereits Erfahrung beim Zugreisen mit Brille, Lupe und Co gemacht? Dann erzählen Sie uns in den Kommentaren davon!

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Üben im Zugsimulator

Neben Sicherheitssystemen, Signalen & Co ist der Lokführer der Garant für eine sichere Fahrt auf der Schiene. Deshalb muss er einmal im Jahr seine aktuellen Fahrkünste unter Beweis stellen: Aber nicht im Zug, sondern in einem Zugsimulator.

Auf zur virtuellen Übungsfahrt

Wenn Triebwagenführer zu ihren jährlichen Übungs- und Probefahrten antreten, steuern sie kein tonnenschweres Stahlross. Stattdessen gehen sie in einem großen Container mit beweglichen Beinen auf virtuelle Fahrt. Ein moderner Zugsimulator schafft es, das Fahrerlebnis nahezu originalgetreu nachzubilden. Das gilt für die Bewegungen des Zuges genauso wie für die Geräuschkulisse. Und er ist so realistisch, dass sich schon manch ein Lokführer dabei ertappt hat, während der Simulationstour entgegenkommende Züge zu grüßen.

Volles Programm mit Lerneffekt

Im Fokus der virtuellen Test- und Übungsfahrten stehen meist das Fahren nach Regelwerk, eine angemessene Kommunikation und das Reagieren auf unvorhergesehene Situationen.

Im Nebenraum überwacht ein Instrukteur den Triebwagenführer bei jedem Handgriff: Sitzen die Sicherheitsstandards und Vorschriften? Beachtet er alle Signale? Wird die Höchstgeschwindigkeit eingehalten und macht das Verhalten des Lokführers einen guten Eindruck? Je nach Trainingsaufgabe baut der Instrukteur dabei zusätzlich zahlreiche Störungen und spontane Zwischenfälle ein, die im täglichen Fahrbetrieb nur selten vorkommen.

Vorbereitet auf den Ernstfall

Der Lokführer muss darauf angemessen reagieren und das Gelernte anwenden. So können die Reaktionen hinterher ausgewertet und Lösungs-Routinen eintrainiert werden. Zwar werden Lokführer in der Theorie auf Gefahrensituationen vorbereitet. Sie persönlich zu durchleben, hinterlässt jedoch einen wesentlich größeren Lerneffekt als es Bücher oder Videos jemals könnten. Und wo würde das eindrucksvoller und sicherer erfolgen als in einem Simulator.

Energiesparen lernen

Neben den „Stresstests“ werden im Zugsimulator auch Übungen durchgeführt, in denen energiesparendes Fahren vermittelt und trainiert wird. Dabei lässt der Instrukteur den Triebwagenführer beispielsweise zunächst eine Strecke fahren. Auf der Wiederholungsfahrt zeigt er ihm dann, wo und wie Energie eingespart werden kann. Zum Beispiel indem man den Antrieb zurücknimmt und den Zug einfach rollen lässt. Dank der hohen Trägheit nimmt die Geschwindigkeit nur relativ langsam ab.

Und selbst beim Bremsen spart der Zug Energie: Denn die Reibungsenergie der Bremsen wird wieder in Strom verwandelt und ins Leitungsnetz zurückgespeist. Unter Ausnutzung der natürlichen Gegebenheiten lassen sich so mitunter insgesamt bis zu 25 Prozent sparen.

Warum ist der Zugsimulators so beliebt?

Die Zugsimulatoren machen die Ausbildung oder die Kontrolle von Triebwagenführer um vieles leichter. Sie sind meist um Jahre vorher ausgebucht und bei Eisenbahnunternehmen äußerst beliebt, weil sie zahlreiche Vorteile bieten:

  • Ein „Stresstest“ für Lokführer mit dem Herbeiführen von unvorhergesehenen Situationen ist in der Realität nicht möglich, da es für alle Beteiligten zu gefährlich wäre.
  • Der Simulator macht reale Fahrten im eng getakteten Schienenverkehr zudem unnötig, sodass übungsbedingte Behinderungen und Verspätungen ausgeschlossen werden.
  • Organisation und Nachbesprechungen der Trainingsfahrten werden einfacher, sodass auch besser kontrolliert und effektiver weitergebildet wird. Außerdem kann die Ausbildungszeit vom Nachwuchs verkürzt werden.

Zugsimulatoren für jedermann

Für alle, die selbst einmal virtuell in eine Lok oder einen Triebwagen steigen wollen, halten Smartphone, Spielkonsole und PC zahlreiche Möglichkeiten bereit. Der ADAC hat in seinem Blog eine Übersicht von einigen Zugsimulationen zusammengestellt. Viel Spaß!

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Das European Train Control System

Europaweit sicher Zug fahren – dank ETCS

In jedem Land Europas sorgen heimische Sicherheitssysteme für eine sichere Fahrt auf der Schiene. Der Haken: Will ein Zug über die Grenze fahren, wird es kompliziert. Denn für Signale, Vorschriften & Co. gibt es keine Einheitlichkeit im europäischen Zugverkehr. Das Europäische Zugsicherungssystem schafft Abhilfe und sorgt auch im grenzüberschreitenden Schienenverkehr für hohe Sicherheit.

Wenn ein Zug über die Grenze fahren soll, musste bisher ein großer Aufwand betrieben werden. Entweder wurde an der Grenze die Lok samt Fahrer gewechselt oder es kam ein Triebwagen zum Einsatz, der mehrere länderspezifische Sicherheitssysteme unterstützte. Im letzten Fall muss der Triebwagenführer für diese auch geschult sein. Das Europaen Train Control System, kurz ETCS, macht ein solches Vorgehen überflüssig.

Denn das Europäische Zugsicherheitssystem kommt zum Beispiel ohne die herkömmlichen Signale an der Strecke aus. Zumindest in seinen höchsten Ausbaustufen. Der Triebwagenführer liest dann alle Informationen zu Strecke, Zug und Sicherheitsvorgaben einfach auf einem Display in seinem Führerstand ab. Gleichzeitig wird das Kontrollzentrum per Mobilfunk unter anderem über Aufenthaltsort, Fahrtrichtung und Geschwindigkeit informiert. Im Notfall greift das System auch in die Steuerung des Zuges ein, zum Beispiel wenn die Höchstgeschwindigkeit überschritten wird.

Voraussetzung für die sichere Verbindung zwischen Zug und Kontrollzentrum ist der Digitale Eisenbahn-Mobilfunk-Standard. Der sogenannte Global System for Mobile Communication Rail (GSMR) ist das weltweite Kommunikationssystem für den Bahnverkehr. Perspektivisch soll GSMR die bis zu 20 verschiedenen Funksysteme in Europa ablösen.

So funktioniert ETCS

In der Streckenzentrale sind alle Informationen zur Strecke digital gespeichert, wie zum Beispiel der Streckenverlauf, Haltepunkte oder Geschwindigkeitsvorgaben. Per GSMR werden diese kontinuierlich an den Zug übermittelt, wo der Triebwagenführer sie auf seinem Display ablesen kann.

Damit der Zug weiß, wo er sich gerade befindet, sind sogenannte Eurobalisen auf der Strecke verbaut. Diese technischen Einrichtungen liegen im regelmäßigen Abstand im Gleisbett und sind leicht an ihrer meist gelben Farbe zu erkennen. Jedes Mal, wenn der Zug über eine Balise fährt, übermittelt diese ein Signal an eine weitere Balise, die im Unterboden des Zugs angebracht ist. Neben dem Aufenthaltsort lassen sich aus den Standortinformationen auch die Fahrtrichtung und die Geschwindigkeit ableiten. All diese Informationen werden wiederum per GSMR an die Streckenzentrale weitergeleitet.

Der Vorteil des ETCS

Durch diesen ununterbrochenen Informationskreislauf des ETCS im Level 3 sind Züge nicht mehr auf die nationalen Sicherheitssysteme angewiesen. Und ein grenzüberschreitender Schienenverkehr mit hohen Sicherheitsstandards wird möglich. Das gilt sowohl für den Personenverkehr als auch für den Güterverkehr.

Eine vollständige europaweite Umstellung auf ETCS in seiner höchsten Ausbaustufe braucht jedoch noch eine Weile. Daher werden derzeit hauptsächlich noch zwei Übergangslösungen verwendet. Im ETCS Level 1 fahren die Züge noch nach den Streckensignal. Das Sicherheitssystem überwacht die Fahrten jedoch im Hintergrund. Im Level 2 fährt der Triebwagenführer nach den Streckeninformationen im Display und kommt ohne Signale auf der Strecke aus. Die aktuelle Streckenbelegung wird jedoch noch über nationale Systeme ermittelt.

Mit dieser Strategie kann das European Train Control System schrittweise ausgebaut werden und der europäische Zugverkehr weiter zusammenwachsen – ganz ohne dass die Fahrgäste auf die hohen Sicherheitsstandards verzichten müssen.

 

Foto von alvaro

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Reisen über Nacht

Tagsüber sind Reisen mit der Bahn ein bekanntes und beliebtes Fortbewegungsmittel. Doch nicht alle Züge stehen am Ende des Tages still: Wussten Sie, dass es in Europa auch zahlreiche Möglichkeiten gibt, in den Nachtstunden zu reisen? Wir zeigen Ihnen, was Sie bei Ihrer nächtlichen Reise beachten müssen.

Reisen, wenn andere schlafen

Für Fernreisen und große Distanzen gibt es eine tolle Alternative zum Flieger: Mit Nachtzügen können Sie von Deutschland aus in viele europäische Länder fahren. Sie steigen am Abend in den Zug, klappen die Sitze zu Betten um und verschlafen den Großteil Ihrer Reise. Am nächsten Morgen kommen Sie ausgeruht an Ihrem Zielort an und können sofort auf Entdeckungsreise gehen.

Die Statistiken zeigen: Nachtzüge sind eher bei jüngeren Menschen zwischen 18 und 24 Jahren beliebt. Sie sind – angemessene Preise vorausgesetzt – deutlich eher bereit, den Nachtzug als Transportmittel zu nutzen, als die Generation 55 plus. Dabei kann eine Nachtfahrt für Menschen jedes Alters eine sichere Alternative zum Flieger oder Auto darstellen.

Diese Nachtzug-Anbieter gibt es in Europa

Zu den bekanntesten Nachtzug-Anbietern in Deutschland zählen die Deutsche Bahn, der Nightjet des Österreichischen ÖBB sowie der Flixtrain. Doch auch andere europäische Länder haben interessante Nachtzugangebote:

  • Intercity Notte – Trenitalia, z.B. mit der Verbindung Bozen–Rom oder Palermo–Mailand
  • Euronight – Trenitalia, z.B. von Mailand, Venedig oder Rom nach München, Wien oder Salzburg
  • Nederlandse Spoorwegen, für Nachtfahrten in den Niederlanden
  • Intercités – SNCF, z.B. von Paris oder Toulouse zu italienischen und spanischen Grenzstädten

Sichere Fahrt mit dem Nachtzug: Das müssen Sie beachten

Grundsätzlich gilt für Nachtzüge das Gleiche, wie für Zugfahrten am Tag: Sie sind ein sicheres und umweltfreundlicheres Transportmittel. Auch bei Fahrten in der Nacht ist in den Zügen Zugpersonal unterwegs, an die sich jederzeit wenden können. Und natürlich verfügen auch Nachtzüge über alle gängigen Sicherheitseinrichtungen und Nothilfemittel. Für Ihre Wertgegenstände gelten ähnliche Regeln wie am Tag:

  • Verwahren Sie Ihre Wertgegenstände dort, wo Langfinger schlecht herankommen, z. B. in einem kleinen Beutel, den Sie auch beim Schlafen nahe am Körper tragen.
  • Nehmen Sie Ihre Wertsachen mit, wenn Sie im Zug auf die Toilette gehen.

Zusätzlich ist es hilfreich, größere Koffer über Nacht mit einem kleinen Schloss zu sichern.

Packliste für die Fahrt mit dem Nachtzug

Damit Ihre Fahrt mit dem Nachtzug aber nicht nur sicher, sonern auch so bequem wie möglich wird, gehören ein paar Dinge unbedingt ins Gepäck. Wir haben für Sie eine Packliste erstellt. Zu den wichtigsten Dingen für eine angenehme Nachtfahrt zählt Folgendes:

  • bequeme und warme Kleidung
  • Kulturbeutel mit Zahnpasta, Zahnbürste, Kamm, Deo, Desinfektionstücher
  • ausreichend Verpflegung für eine Nacht (Getränke, Abendessen, Snacks)
  • Reisedokumente (Tickets, Ausweis bzw. Pass)
  • Bei Bedarf: eigenes Kissen, Ohropax, Schlafmaske
  • Beutel oder kleinen Rucksack, um persönliche Gegenstände mit ins Bett zu nehmen
  • Unterhaltung (Buch, Notizbuch, Stift, Laptop, Handy, Ladegeräte, Kopfhörer, …)

Detaillierte Informationen, wie Sie eine Fahrt mit dem Nachtzug noch komfortabler gestalten können, finden Sie bei reiselife.com.

Sind Sie bereits selbst mit dem Nachtzug gereist oder haben Sie eine solche Fahrt in Planung? Wir freuen uns, in den Kommentaren von Ihren Erlebnissen zu hören! Haben Sie noch ein paar Tipps, wie sich eine Nachfahrt angenehm gestalten lässt? Auch dann freuen wir uns, wenn Sie andere daran teilhaben lassen!

 

Foto von Tom Grünbauer / Unsplash

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Blick in den Führerstand: So wird ein Zug gesteuert

Täglich sind in Deutschland über 40.000 Züge im Personennah-, Fern-und Güterverkehr auf dem Schienennetz unterwegs. Diese Fahrzeuge werden von verschiedenen Punkten aus gesteuert. Der Triebfahrzeug- oder Lokführer, der sich im Führerstand des Zuges befindet, wird aus der zuständigen Leitstelle unterstützt. Bundesweit gibt es rund 2.800 Stellwerke, mit denen Signale und Weichen koordiniert und Streckenabschnitte kontrolliert werden. Welche verschiedenen Stellwerksformen es gibt, lesen Sie auf der Seite der Deutschen Bahn. Neben der Leitstelle kontrollieren auch automatische Sicherheitseinrichtungen die Fahrt des Zuges vom Beginn bis zum Ende. Doch wie wird der Zug aus dem Führerstand gesteuert?

Der Weg aus dem Bahnhof

Das Wichtigste bei der Ausfahrt aus einem Bahnhof ist, sicherzustellen, dass alle Fahrgäste aus oder in den Zug gelangt und die Türen geschlossen sind. Dafür existieren automatische Verriegelungssysteme, die dem Triebfahrzeugführer auf seinem Monitor anzeigen, wann die Verriegelung vollendet ist. Die Türen schließen entweder automatisch über Sensoren im Eingangsbereich, oder können zentral über einen Knopf aus dem Führerstand geschlossen werden. Diesen betätigt der Triebfahrzeugführer, wenn ihm der Zugführer das entsprechende Signal gegeben hat. Wenn aus der Leitstelle die Bestätigung kommt, dass der Zug losfahren kann, beginnt die Fahrt.

Auf der Fahrt

Die Geschwindigkeit des Zuges wird über den Fahr-Brems-Hebel gesteuert. Wird dieser nach vorn bewegt, nimmt der Zug Fahrt auf. Bremsen kann der Fahrzeugführer, indem er den Hebel zurückzieht. Der Geschwindigkeitsmesser zeigt an, wie schnell sich der Zug bewegt. Die automatischen Sicherheitseinrichtungen sorgen dafür, dass der Zug nicht schneller unterwegs ist als auf der Strecke erlaubt. Sie greifen auch ein, wenn ein Signal überfahren wird. Die Sicherheitsfahrschaltung, kurz Sifa genannt, muss vom Fahrzeugführer alle 30 Sekunden betätigt werden. So wird sichergestellt, dass der Zug noch aktiv gesteuert wird. Fällt die Sifa einmal aus, ertönt zunächst ein akustisches Signal. Anschließend leiten automatische Sicherheitssysteme eine Zwangsbremsung ein.

Ist der Zug mit höheren Geschwindigkeiten unterwegs, kann der Triebfahrzeugführer die vor ihm liegende Strecke auf einem Monitor einsehen. So weiß er, wann er die Geschwindigkeit reduzieren muss und wann es Zeit ist, wieder Gas zu geben. Daneben befindet sich ein Fahrplan im Führerstand, auf dem genau festgehalten wird, wann der Zug in welchem Bahnhof halten und wieder losfahren muss. Über ein Telefon oder ein Funkgerät kann der Triebfahrzeugführer Kontakt zur Leitstelle aufnehmen, falls eine außerfahrplanmäßige Situation eintritt. Es existiert außerdem eine direkte Sprechverbindung zu den Abteilen im Zug, über die die Fahrgäste im Notfall Kontakt zum Führerstand aufnehmen können. Über ein Mikrofon kann der Triebfahrzeugführer Durchsagen für die Fahrgäste machen und beispielsweise über den nächsten planmäßigen Halt informieren.

Je nach Bauart des Zuges unterscheiden sich die Führerstände in ihrer Ausstattung voneinander. Bei einigen muss der Triebfahrzeugführer noch mit zahlreichen Hebeln und Knöpfen arbeiten, bei anderen werden viele Abläufe automatisch oder über einen Bildschirm gesteuert. Mittlerweile fahren einige Züge in Deutschland bereits autonom. Welche Rolle der Triebfahrzeugführer hierbei noch spielt, lesen Sie auf unserem Blog zum Thema Autonomes Bahnfahren.

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