Tipps für die sichere Zugfahrt in Corona-Zeiten

Ob Pendeln zur Arbeit, Dienstreise oder Hilfe für Angehörige: Für viele gehört der Zug zu einem der wichtigsten Verkehrsmittel. Wegen der Corona-Pandemie sind einige aber verunsichert, wie sie sich vor einer Ansteckung am besten schützen können. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie auch in Corona-Zeiten sicher im Zug reisen.

Maskenpflicht befolgen

Wie in allen öffentlichen Bereichen gilt auch in Bahnhöfen, an Bahnsteigen und in den Zügen: Nase und Mund müssen bedeckt sein, um das Übertragungsrisiko zu minimieren. Den besten Schutz vor Ansteckung bieten Ihnen die FFP2- und FFP-3-Masken. Aber egal, welche Maske Sie letztlich nutzen: Achten Sie immer darauf, dass sie Mund, Nase und Kinn bedeckt, eng anliegt und regelmäßig gewechselt bzw. gewaschen wird.

Abstand halten

Ob auf dem Bahnsteig oder im Zug: Einen sicheren Abstand zu Mitreisenden zu halten, ist besonders wichtig. Beim Warten auf den Zug können Sie beispielsweise die gesamte Länge des Bahnsteigs nutzen.

Steht der Zug, lohnt sich oft ein Blick durch die Fenster, um zu sehen, wo sich freie Sitzplätze befinden. So vermeiden Sie unnötige Wege innerhalb der Zugabteile, indem Sie den nahesten Einstieg nutzen.

Haben Sie eine große Auswahl an freien Sitzplätzen, ist es natürlich sinnvoll, genügend Abstand zu Sitznachbarn zu halten. Zeigen Sie sich aber auch solidarisch, zum Beispiel indem Sie als Alleinreisende*r nicht unbedingt eine Vierer-Sitzgruppe belegen.

Hygiene-Etikette beachten

Achten Sie darauf, dass Sie in die Armbeuge niesen oder husten. Auch das Wegdrehen kann helfen: sowohl wenn Sie als auch Ihre Sitznachbar*innen in eine solche Verlegenheit kommen.

Regelmäßiges Händewaschen und Desinfizieren fällt auf Zugreisen nicht immer leicht. Beides bietet jedoch weiterhin einen effektiven Schutz. Die Züge werden in Corona-Zeiten zwar verstärkt gereinigt, es ist aber auch keine schlechte Idee, zusätzlich ein kleines Reiseset mit Desinfektionsmittel und Reinigungstüchern dabeizuhaben.

Randzeiten nutzen

Nicht jeder ist zeitlich flexibel beim Zugfahren. Haben Sie jedoch die Möglichkeit, Ihre Reisezeiten selbst zu bestimmen, meiden Sie Stoßzeiten bewusst. Denn weniger Mitreisende bedeuten mehr Platz im Zug, mehr Abstand und weniger Kontakte mit anderen.

Wenn möglich planen Sie Ihre Reise z. B. nicht am Anfang oder Ende des Wochenendes, der Feiertage oder der Schulferien. Pendler könnten prüfen, ob der Arbeitgeber bereit ist, Gleitzeitvereinbarungen zu ermöglichen. Das würde ihnen erlauben, die Zeit des Berufsverkehrs zu meiden.

Kontaktlos Tickets kaufen

Viele Zugunternehmen bieten mittlerweile die Möglichkeit, Tickets kontaktlos per App zu kaufen. Diese haben zusätzlich den Vorteil, dass Sie meist auch Auskünfte zu Fahrplänen, Verkehrsnachrichten und Anschlusszeiten einholen können. Und das ohne zusätzlichen Kontakt mit Kundenbetreuern und Mitreisenden, die sich an Aushängen drängen.

Verhalten Sie sich solidarisch

Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und achten Sie auch im Reisestress auf andere. So wird Abstandhalten leichter und Sie gehen möglichen Reibereien und Konflikten von vornherein aus dem Weg.

Außerdem erkennen Mitreisende so meist intuitiv, auf welche Verhaltensweisen Sie wertlegen. Sollte einmal eine andere Person keine Maske tragen oder nicht auf weitere geltende Regeln achten, reagieren Sie höflich, umsichtig und bestimmt. Lassen Sie sich allerdings nicht auf eine Diskussion ein: Ein Streitgespräch erhöht eher das Risiko einer möglichen Ansteckung.

Teilen Sie diesen Beitrag:

Reiseübelkeit: So vermeiden Sie Schwindel und Unwohlsein auf Ihrer Bahnfahrt

Schwindel, Übelkeit oder gar Erbrechen: Die Reisekrankheit, Kinetose genannt, ist für Betroffene äußerst unangenehm. Wir verraten Ihnen, was Sie auf Ihrer nächsten Bahnfahrt dagegen tun können.

Als erstes zu Ihrer Erleichterung: Reiseübelkeit tritt bei Bahnfahrten viel seltener auf als etwa bei Reisen mit dem Auto, Flugzeug oder Schiff. Denn die Bahnstrecken sind häufig gerade und somit wird das Gleichgewichtsorgan nicht überfordert. Auch die konstante Fahrgeschwindigkeit minimiert die Auswirkungen der Reiseübelkeit.

Warum kommt es zur Reiseübelkeit?

Die Reisekrankheit entsteht durch unterschiedliche Sinneswahrnehmungen. Während der Fahrt registrieren die Muskeln und die Haut die Bewegung des Zuges. Konzentrieren wir uns jedoch auf ein Buch, das Smartphone oder unseren Gegenüber, dann melden die Augen dem Gehirn, dass wir in einer ruhenden Umgebung sind. Die Wahrnehmungen passen also nicht zueinander.

Hierauf reagiert unser Körper irritiert: Stresshormone werden ausgeschüttet, der Blutdruck fällt und der Herzschlag beschleunigt sich. Kopfschmerzen, Schwindel, Schweißausbrüche oder Übelkeit sind die Folge. Gleichen sich die Sinneseindrücke wieder an, dann bessern sich auch die Beschwerden und das Unwohlsein vergeht.

Wie verhindert man die Reisekrankheit?

Oft helfen kleine Tricks gegen die Reiseübelkeit.

Das hilft vor Reisebeginn gegen die Reisekrankheit

  • Bringen Sie Ihr Gleichgewichtsorgan doch mal aus dem Gleichgewicht und trainieren Sie es so. Hier bieten sich spezielle Gleichgewichtsübungen im Stand an.
  • Schlafen Sie genügend vor Reiseantritt und starten Sie Ihre Bahnfahrt möglichst stressfrei.
  • Verzichten Sie vor Fahrtantritt auf Nahrungsmittel, die Ihren Blutdruck oder Ihre Herzfrequenz beeinflussen wie Kaffee, Nikotin oder Alkohol. Essen Sie hingegen leicht verdauliche, fettarme Nahrung.
  • In besonders hartnäckigen Fällen empfehlen wir Mittel gegen Reiseübelkeit. Nehmen Sie diese rechtzeitig vor Fahrtantritt ein.

Das hilft gegen Reiseübelkeit während der Fahrt

  • Unterstützen Sie Ihr Gleichgewichtsorgan und vermindern Sie zusätzliche Irritation, indem Sie sich entweder in Fahrtrichtung setzen oder einen Sitzplatz in der Wagenmitte am Gang suchen.
  • Essen Sie während der Fahrt Kleinigkeiten und trinken Sie ausreichend. Denn ein leerer Magen ist besonders anfällig für die Reisekrankheit.
  • Drücken Sie die Übelkeit weg: Spezielle Akupressur-Armbänder stimulieren den Nei Guan-Punkt an der Innenseite des Handgelenks.
  • Verzichten Sie aufs Lesen und schauen Sie lieber aus dem Fenster. Am besten Sie suchen sich einen festen Fixpunkt am Horizont.
  • Lenken Sie sich ab. Statt dem Sehen sollten Sie das Hören ansprechen: Hörspiele oder Musik sind hierfür ideal.
  • Vielen Betroffenen hilft es, die Augen zu schließen und während der Fahrt zu schlafen.
  • Sorgen Sie für Bewegung: Stehen Sie auf und laufen Sie ab im Gang. Die Bewegung stellt wieder Harmonie zwischen den verschiedenen Sinneneindrücken her.
  • Geben Sie Ihren Geschmacksknospen etwas zu tun und beruhigen Sie Ihren Magen: Kaugummi kauen, Kräutertees oder Ingwer helfen gegen Übelkeit.

Leiden Sie unter Reiseübelkeit? Welche Tricks helfen Ihnen auf Ihrer Bahnfahrt? Wir freuen uns auf Ihre Hinweise im Kommentarfeld.

Teilen Sie diesen Beitrag:

Zivilcourage zeigen: Unterstützen Sie Mitreisende

Gerade betagten Personen oder Ortsfremden fällt es oft schwer sich am Bahnhof oder während der Zugfahrt zu orientieren. Sie sind auf Unterstützung angewiesen. Auch Sie können helfen.

Natürlich stehen für Hilfe und Beratung die Zugbegleiter bereit. In vollen Zügen ist es jedoch manchmal schwer, jedem Fahrgast die gewünschte Aufmerksamkeit zu bieten. Zeigen Sie Empathie und bieten Sie hilfesuchenden Mitreisenden Ihre Unterstützung an. Indem sich Reisende füreinander einsetzen, wird die Atmosphäre im Zug angenehmer. Außerdem steigt auch Ihr Sicherheitsgefühl. Denn wenn sich Bahnfahrende gegenseitig unterstützen, sinkt das Konfliktpotenzial. Aggressionen können bereits im Keim erstickt werden, sodass potenzielle Angreifer keine Angriffsfläche finden.

Mit diesen kleinen Gesten sorgen Sie für mehr Sicherheit auf Ihrer Bahnfahrt

  • Bieten Sie Rollstuhlfahrern oder Mitreisenden mit Kinderwagen oder Rollator Ihre Unterstützung beim Einsteigen an.
  • Sprechen Sie irritiert wirkende Mitreisende an und erfragen Sie, wie Sie helfen können. Oft reicht eine Auskunft über den kommenden Zug oder die Reisezeit.
  • Informieren Sie den Zugbegleiter, falls Sie weitere Hilfe benötigen.
  • Agieren Sie deeskalierend, wenn Sie einen Streit bemerken. Hierbei ist es wichtig, ruhig aufzutreten. Denn Gewalt zieht Gewalt an. Versuchen Sie, die Gewaltbereitschaft der Streitenden zu reduzieren und eine Lösung anzubieten. Drohungen oder Belustigung über das Verhalten steigern hingegen das Konfliktpotenzial. Tipp: Lesen Sie hier, wie Sie gewaltbereite Mitreisende erkennen.

Wichtig: Überschätzen Sie sich jedoch nicht und schützen Sie sich in einer Gefahrensituation.

Welche Erfahrungen haben Sie bereits auf Ihren Bahnreisen gesammelt? Wurde Ihnen bereits geholfen oder haben Sie andere Mitreisende unterstützt? Erzählen Sie uns gerne davon im Kommentarfeld.

Teilen Sie diesen Beitrag:
Bahnstromnetz

Bahnstrom: So kommt der Strom sicher in die Oberleitung

Bereits seit über 100 Jahren fahren auf Deutschlands Bahnstrecken elektrische Züge. Hierfür kann man jedoch nicht einfach Strom aus der Steckdose nutzen. Welcher Strom wie in die Oberleitung gelangt, erklären wir Ihnen.

Besondere Ansprüche an den Bahnstrom

Züge benötigen eine Frequenz von 16,7 Hertz. Das öffentliche Stromnetz wird hingegen mit 50 Hertz betrieben. Damit die Züge zuverlässig fahren können, ist also zum einen eine ausfallsichere und leistungsfähige Stromversorgung zum anderen die richtige Stromfrequenz notwendig. Dabei können auch erneuerbare Energien wie Wasserkraft, Windenergie und Sonnenenergie genutzt werden.

Neben der Erzeugung des Bahnstroms muss dieser auch zu den einzelnen Bahnstrecken transportiert und dort in die Oberleitung eingespeist werden. Denn den elektrisch betriebenen Zügen muss während der Fahrt ständig Strom zugeführt werden: entweder über Oberleitungen oder durch bodennahe Stromschienen.

Das separate Bahnstromnetz

Rund 8.000 Kilometer Leitungen bilden das deutsche Bahnstromnetz. Der Strom für die Bahnen kommt dabei nicht vom öffentlichen Stromnetz. Für eine maximale Leistungsfähigkeit des Zugverkehrs besitzt die Bahn ein eigenes Bahnstromnetz. Über 110-kV-Hochspannungsleitungen gelangt der Bahnstrom von den Kraftwerken zu den Unterwerken, die sich im Abstand von etwa 50 Kilometer entlang der Strecke befinden. Der eintreffende Strom mit einer Spannung von 110 kV wird mithilfe eines Transformators angepasst und mit 15 kV in die Oberleitung eingespeist. Über diese wird der Strom bis zu den Bahnstrecken transportiert.

Passiert ein Zug nun die Strecke, fließt der Strom von den Oberleitungen über den Stromabnehmer und wird über die Schienen abgeleitet. Da sich die Schienen fast auf Erdpotenzial befinden, ist eine Berührung im Normalfall völlig harmlos.

Nutzbare Bremsenergie

Viele Züge können selbst Strom erzeugen! Beim Bremsen. Moderne elektrische Züge besitzen hierfür eine sogenannte Bremsenergie-Rückspeisung. Dadurch arbeiten die Motoren der Züge als Generatoren. Die Bewegungsenergie wird nun in Strom umgewandelt, der in die Oberleitung zurückfließt. Der aus der Bremsenergie gewonnene Strom kann nun von anderen Zügen genutzt werden.

Verfolgen Sie auf Ihrer Bahnfahrt die Oberleitungen und bestaunen das filigrane Netz an Stromleitungen? Was würden Sie sich für das Energienetz der Bahn wünschen? Wir freuen uns auf Ihre Gedanken im Kommentarfeld.

Teilen Sie diesen Beitrag:
Zugführerin mit Signal und Pfeife

Zugführer*innen: So sorgen die Mitarbeiter für eine sichere Zugfahrt

Im Gegensatz zur ersten Assoziation: Der Zugführer ist nicht der Triebfahrzeugführer. Denn er fährt den Zug nicht. Aber welche Aufgaben haben der Zugführer oder die Zugführerin dann? Wir haben uns die Position genauer angeschaut.

Der Aufgabenbereich des Zugführers und der Zugführerin

Zugführer, Zugchef oder Zugsführer tragen in einem Eisenbahnunternehmen die Verantwortung für die Sicherheit und ordnungsgemäße Abwicklung einer Zugfahrt. Um der Zugaufsicht nachzukommen, stellt der Zugführer beispielsweise vor der Abfahrt die Abfahrbereitschaft des Zuges fest. Hierfür prüft er kurz die Lage am Bahngleis: Erlauben die Signale ein Losfahren des Zuges? Ist die Bahnstrecke frei oder befinden sich Fahrgäste vor der weißen Linie? Bevor die Türen schließen, gibt er einen Achtungspfiff. Ist der Zug abfahrbereit, erteilt der Zugführer dann dem Lokführer den Abfahrauftrag. Hierfür kann er entweder ein Abfahrsignal wie einen Befehlsstab verwenden oder den Abfahrauftrag mündlich mitteilen.

Betriebliche Aufgaben des Zugführers im Nahverkehr

Neben dem Abfahrauftrag arbeitet der Zugführer im Fahrgastbereich des Zuges. Während er im Fernverkehr, also in ICE- und IC/EC-Zügen, als Zugchef bezeichnet wird, wird die Position im Nahverkehr Kundenbetreuer genannt.

Hinweis: Oft erkennen Sie den Zugführer an seiner roten Armbinde.

Die Aufgaben des Kundenbetreuers und Zugchefs auf einen Blick:

  • Sicherheit der Fahrgäste und deren Ansprechpartner
  • Fahrkartenkontrolle
  • Lautsprecherdurchsagen im Zug
  • Kommunikation mit der Transport- bzw. Verkehrsleitung der Betriebs- oder Netzleitzentrale
  • Teamverantwortung für die anderen Zugbegleiter an Bord

Ausbildung zum Zugführer

Während der Ausbildung zum Zugführer lernen die Auszubildenden den Bahnbetrieb kennen. Hierbei beschäftigen sie sich mit den Teilbereichen Rangieren inkl. Kuppeln, Behandeln (Einstellung) der Bremsen im Zug, der technischen Wagenkunde sowie dem Berechnen der Bremshundertstel.

Wissenswert: Beim Bremshundertstel wird das Bremsvermögen des Zuges berechnet. Hierbei werden das Bremsgewicht des Zuges mit seiner Masse und der Bremsleistung ins Verhältnis gebracht. Die Zugführer lernen also, wie lange ein Zug abhängig von seiner Länge, Größe und Masse braucht, um zum Stehen zu kommen.

Außerdem machen sich die angehenden Zugführer damit vertraut, den Bremszettel und die Wagenliste zu erstellen. Natürlich erlernen sie auch Fahrausweisverkauf und -kontrolle und beschäftigen sich eingehend mit Fragen rund um den Service im Kundenbereich.

In einigen Zügen benötigt man jedoch keinen Zugführer. Dies ist bei den meisten Güterzügen und in vielen S-Bahnen der Fall. Denn hier kommen technische Einrichtungen wie das Technikbasierte Abfertigungsverfahren ohne menschliche Schnittstelle aus. In diesen Fällen übernimmt der Triebfahrzeugführer die betriebssicherheitliche Verantwortung. Daher kann ein Triebfahrzeugführer zwar zusätzlich ein Zugführer sein. Hingegen kann ein Zugführer nicht die Aufgaben des Triebfahrzeugführers übernehmen!

Haben Sie weitere Berufe rund um die Bahnfahrt, die Sie näher kennenlernen wollen? Dann schreiben Sie uns gerne einen Kommentar und wir schauen uns die Aufgaben genauer an.

Teilen Sie diesen Beitrag:

So sicher ist ein Bahnübergang

An rund 19.400 Stellen in Deutschland sorgen Bahnübergänge für eine reibungslose Begegnung von Zug- und Straßenverkehr. Wie die Bahnübergänge funktionieren und für Ihre Sicherheit sorgen, haben wir uns genau angeschaut.

Diese Verkehrszeichen weisen auf einen Bahnübergang hin

Andreaskreuz: In der Regel sehen Sie am Bahnübergang das Andreaskreuz. Eine Ausnahme sind Bahnübergänge an Fußwegen. Hier sind die Übergänge mit Umlaufsperren ausgestattet. Das Zeichen räumt dem Schienenverkehr Vorrang vor dem Straßenverkehr ein. Aufgrund der großen Masse von Zügen und der hohen Geschwindigkeiten haben sie nämlich einen viel längeren Bremsweg als ein PKW.

An verkehrsarmen Strecken werden die Bahnübergänge nicht technisch gesichert. Das bedeutet, dass Sie sich vor dem Überqueren des Bahnübergangs selbst versichern müssen, ob ein Zug naht. Schauen Sie sorgfältig in beide Richtungen und verschaffen Sie sich eine Übersicht auf die Bahnstrecke. Achten Sie auch auf hörbare Signale der Eisenbahnfahrzeuge.

 

Achtung Bahnübergang: Dieses Schild kündigt einen Bahnübergang an. Es ist dabei egal, ob dieser technisch oder nicht technisch gesichert ist. Sobald Autofahrer dieses Hinweisschild passieren, müssen sie mit angemessener Geschwindigkeit fahren. Außerdem gilt ab dem Schild Überholverbot.

Technisch gesicherte Bahnübergänge

Die Art der Bahnstrecke bestimmt, wie der Bahnübergang gesichert wird. Dies hängt von folgenden Faktoren ab: Handelt es sich um eine Hauptbahn oder Nebenbahn? Mit welcher Geschwindigkeit dürfen Züge die Strecke befahren? Wie ist die Verkehrsstärke auf der
kreuzenden Straße? Hieraus ergibt sich eine Staffelung an Sicherheitsvorkehrungen.

An eingleisigen Nebenstrecken, die mit einer maximalen Geschwindigkeiten von
80 km/h befahren werden dürfen, sind nicht technisch gesicherte Bahnübergänge zulässig. Darf die Strecke jedoch von Zügen mit einer Geschwindigkeit von max. 160 km/h befahren werden, so sind technisch gesicherte Bahnübergänge notwendig. Auf Schnell- und Neubaustrecken, also auf Strecken mit Geschwindigkeiten über 160 km/h sind hingegen Bahnübergänge generell nicht erlaubt. Hier gibt es ausschließlich Über- und Unterführungen.

Technisch gesicherte Bahnübergänge sind ausgestattet mit:

  • (Voll-)Schranken mit und ohne Lichtzeichen
  • Halbschranken mit Lichtzeichen bzw. Blinklicht
  • Blinklicht oder Lichtzeichen
  • Anrufschranken

Bahnübergangssicherungsanlagen (Büsa)

Besonders verkehrsreiche Kreuzungspunkte werden zusätzlich mit sogenannten Bahnübergangssicherungsanlagen (Büsa) betrieben. 62 Prozent der 19.423 Bahnübergänge verfügen über eine technische Sicherung. Man unterscheidet zwei Kategorien: die signalgesteuerte Büsa mit Anbindung an ein Stellwerk und die zuggesteuerte.

Zuggesteuerte Bahnübergangssicherungsanlage

Bei der zuggesteuerten Sicherung löst der Zug selbst die Sicherung aus. Der Lokführer oder der Fahrdienstleiter überwachen den Vorgang. Fährt der Zug in den sogenannten Einschaltabschnitt vor dem Bahnübergang ein, wird ein Signal ausgelöst. Nun schließen die Halbschranken. Somit ist der Bahnübergang für den Straßenverkehr blockiert. Zusätzlich warnen Lichtzeichen den Straßenverkehr vor dem nahenden Zug: Erst leuchten sie gelb, kurz danach rot.

Bereits einen Kilometer vor dem Bahnübergang wird dem Lokführer durch ein weißes Standlicht-Signal angezeigt, ob die Sicherung erfolgt ist. Dieser Vorlauf ist wichtig, um den Zug rechtzeitig abbremsen zu können. Bleibt das Signal aus, muss der Lokführer vor dem Übergang halten.

Kurz nach dem Passieren gibt der Zug den Bahnübergang automatisch wieder frei, in dem er den Ausschaltabschnitt befährt. Die Schranken öffnen sich wieder und die roten Lichtzeichen erlöschen.

Signalgesteuerte Bahnübergangssicherungsanlage

Die signalgesteuerte Büsa ist mit einem Stellwerk verbunden und wird von dort bedient. Dabei steuert und überwacht das Stellwerk den Vorgang. Ist der Bahnübergang gesichert, wird dem Lokführer das Hauptsignal „Fahrt“ angezeigt.

Hinweis: Lesen Sie auch, welche Signale es für die Bahn gibt und wie die Hauptsignale und Vorsignale aussehen.

Worauf achten Sie, wenn Sie sich einem Bahnübergang nähern? Steigen Sie bei geschlossenen Schranken aus und beobachten den näher kommenden Zug? Erzählen Sie uns von Ihren Erfahrungen und Eindrücken in unserem Kommentarfeld.

Teilen Sie diesen Beitrag:

Das ist der sicherste Sitzplatz im Zug

Unter allen Verkehrsmitteln ist die Bahn das sicherste Fortbewegungsmittel. Dennoch können auch bei einer Zugfahrt Unfälle passieren. Wir sagen Ihnen, welcher Sitzplatz im schlimmsten Fall der sicherste ist.

Züge sind das sicherste Verkehrsmittel

Auto versus Bahn: Laut der Allianz pro Schiene ist Bahnfahren überall in Europa sicherer als Autofahren.

So war im deutschen Zehnjahresschnitt von 2008 bis 2017 die Wahrscheinlichkeit für Insassen eines PKW 56-mal höher tödlich zu verunglücken als für Bahnreisende. Das Verletzungsrisiko ist für Autofahrende sogar 105-mal höher.

Wo ist der sicherste Sitzplatz im Zug?

Da Unfälle unterschiedlich sind, gibt es nicht den einen sichersten Sitzplatz im Zug. Denn je nach Art des Unfalls wirken die auftreffenden Kräfte unterschiedlich und verteilen sich anders. Während bei einem Frontalzusammenstoß die hinteren Zugabteile geschützter sind, sind die Überlebenschancen im vorderen Teil des Zuges bei einem Auffahrunfall am größten.

Demnach ist der sicherste Sitzplatz jeweils am weitesten entfernt vom Unfallzentrum, weil ein Großteil der Aufprallenergie bereits absorbiert wurde, ehe sie den Fahrgast erreicht hat. Sollte der mittlere Teil des Zuges entgleisen, sind hingegen die vorderen und hinteren Bereiche im Zug sicherer.

So finden Sie Ihren sicheren Sitzplatz

Im vorderen Zugbereich, mittig oder im letzten Wagenabteil: Wo sollte man sich nun einen Sitzplatz suchen? Besonders gefährlich sind die Stehplätze zwischen den Sitzreihen. Vor allem im Bereich der Ausstiegstüren befinden sich etliche Hindernisse wie Stufen, Feuerlöscher oder Geländer, gegen die Sie fallen könnten. Daher raten wir von einem Sitz- oder Stehplatz in diesem Bereich ab. Gerade wenn Sie stehen, sind Sie der kinetischen Energie schutzlos ausgeliefert. Sie sollten sich daher stets einen Sitzplatz für Ihre Bahnfahrt wählen.

Wählen Sie einen Sitzplatz mittig im Zug

Bei einem Aufprall- oder Auffahrunfall sind Sie in der Zugmitte am besten geschützt, da die jeweiligen Zugenden wie eine Knautschzone wirken.

Setzen Sie sich entgegen die Fahrtrichtung

Setzen Sie sich entgegen die Fahrtrichtung. So wirken die Verzögerungskräfte von vorne nach hinten auf Ihren Körper. Denn der Sitz fängt bereits einen Großteil der Aufprallenergie ab. Außerdem stützt und schützt Sie der Sitz vor schweren Verletzungen. Wenn Sie hingegen mit dem Blick in Fahrtrichtung sitzen, könnten Sie ungehindert auf den vorderen Sitz prallen. So steigt das Verletzungsrisiko deutlich.

Wählen Sie einen Gangplatz

Setzen Sie sich außerdem nah an den Gang. Ein Gangplatz ist bei einem seitlichen Zusammenstoß der sicherere Platz. Reduzieren Sie außerdem die Gefahr durch entgegenkommende Züge und entscheiden Sie sich für einen Sitzplatz auf der rechte Seite (in Fahrtrichtung gesehen).

Abteil statt Großraumwaggon

Umherfliegendes Gepäck stellt eine große Gefahrenquelle bei einem Umfall dar. Bevorzugen Sie daher einen Sitzplatz in einem Abteil statt in einem Großraumwaggon. Denn hier gibt es deutlich weniger Gepäck.

Hinweis: Lesen Sie in unserem Beitrag, wie Sie Ihr Gepäck am besten verstauen.

Schauen Sie sich bereits beim Beginn Ihrer Bahnfahrt nach dem Notausstieg um. So wissen Sie, wo Sie im Notfall den Zug verlassen können.

Sie haben sicher Ihre persönlichen Vorlieben und Vorstellungen vom perfekten Sitzplatz. Suchen Sie den Platz nach Sicherheitskriterien aus oder spielen diese Gedanken für Sie keine Rolle? Schreiben Sie uns doch einen Kommentar, wie Sie sich für Ihren perfekten Sitzplatz entscheiden.

Teilen Sie diesen Beitrag:

Crashtests für Züge – Für eine sichere Bahnfahrt

Noch immer sind Züge das sicherste Verkehrsmittel. Hierfür sorgen genormte Crashtests der Fahrzeuge. Wie Knautschzonen und andere Sicherheitssysteme ihre Passagiere schützen sollen, stellen wir Ihnen hier vor.

Forschungsverbund Safetrain

Um Sicherheitsstandards zu definieren schlossen sich vom 1. August 1997 bis Juli 2001 16 Partner aus den Bereichen Bahn, Industrie und Wissenschaft zum Forschungsverbund Safetrain zusammen. Gemeinsam entwickelten sie Mindestanforderungen an die Kollisionsfestigkeit. Außerdem erarbeitete Safetrain Maßnahmen zum Insassenschutz. Auf einem Gelände des polnischen Bahnforschungszentrums in der Nähe von Breslau wurden anschließend Crashtests durchgeführt, um die Forderungen des Verbundes im Praxistest zu überprüfen.

Erstmalig wurden Mindestanforderungen für neue Schienenfahrzeuge festgeschrieben. Alle Forderungen wurden in eine Euro-Norm überführt. Eine für Automobile längst selbstverständliche „Knautsch-Zone“ ist nun auch bei Eisenbahnen europaweit Pflicht.

DIN 15227 gewährleistet die Sicherheitsstandards bei Zügen

Bereits seit 2008 definiert die DIN 15227 europaweit typenspezifische Crashanforderungen. In dieser Norm werden die Sicherheitsstandards für Wagenkästen, also Rahmen und Fahrgestell der Züge, festgelegt. Bevor S-Bahnen, Regional- und Hochgeschwindigkeitszüge zugelassen werden, müssen die Fahrzeuge unterschiedliche Sicherheitsprüfungen erfüllen. Während verschiedener Tests werden die Züge mit verschiedenen Geschwindigkeiten gegen ein Hindernis gerammt. Währenddessen müssen die Fahrzeuge die dabei entstehenden Kräfte aushalten.

Konsequenzen aus den Bahn-Crashtests

Mithilfe der Datenlage konnten die Forscher die Sicherheit der Wagenkästen verbessern. Diese tragende Konstruktion eines Schienenfahrzeugs soll, statt starr zu bleiben, Energie beim Aufprall aufnehmen und abführen. Somit wird verhindert, dass die Aufprallenergie als Beschleunigung an die Passagiere weitergegeben wird. Auch Energieabsorber sollen Kollisionsfolgen sowohl für Zugführer und Passagiere als auch Fahrzeuge minimieren. Die Absorber werden an den Kupplungen zwischen Lokomotive und Waggon eingesetzt. Des Weiteren werden sie zwischen zwei Waggons und in speziellen Inneneinrichtungen verbaut.

Durch die Tests konnte eine kontrollierte Verformung des Fahrzeugkopfes nach einem Drei-Stufen-Modell umgesetzt werden. So werden kleinere Aufprallkräfte mithilfe von mit Stauchrohren versehenen Kupplungen abgefangen. Nach dem Aufprall federn diese wieder in ihre Ursprungslage zurück. Anschließend falten sich spezielle Energieabsorber gleich einer Ziehharmonika. Dadurch wird weitere Bewegungsenergie aufgenommen. Laut Ergebnis der Crashtests konnten durch diese Bauweise drei Viertel der zerstörerischen Kräfte unschädlich gemacht werden. Der Rest der Kollisionsenergie wird durch Knautschzonen in den Wagenkasten-Enden und im Frontbereich abgewandt. Dadurch bleiben Führerstände und Fahrgasträume innerhalb eines definierten Kräftespektrums unversehrt.

Indem sich die eigentliche Fahrgastzelle nur wenig verformt, steigt die Fahrgastsicherheit. Die Crashtests der Züge bestätigten auch, dass die hintereinander angeordneten Sitze den größten Schutz bei Unfällen bieten.

Da nicht alle Fahrzeuge zeitnah ausgetauscht werden können, wird regelmäßig ein gesetzlich vorgeschriebener Qualitätscheck durchgeführt. Hierbei wird überprüft, ob die Fahrzeuge den aktuellen Sicherheitsansprüchen entsprechen. Festgestellte Abweichungen werden umgehend behoben. Denn nur technisch einwandfreie Fahrzeuge werden eingesetzt.

Vertrauen Sie den Sicherheitsvorrichtungen der Fahrzeuge? Wir freuen uns auf Ihre Meinung und Ihre Erfahrungen. Nutzen Sie hierfür bitte das Kommentarfeld.

Teilen Sie diesen Beitrag:

Sommerhitze während der Bahnfahrt: So reisen Sie sicher

Bei sommerlichen Rekordtemperaturen wird alles zur Belastungsprobe: so auch eine Bahnfahrt. Wie Sie trotz Sommerhitze sicher mit der Bahn reisen und was das Projekt „weiße Schiene“ damit zu tun hat, verraten unsere Tipps.

Bei Sommerhitze Bahn fahren: Herausforderung Klimaanlagen

In einigen Zügen gibt es Klimaanlagen. Diese sind jedoch nur für Außentemperaturen bis 32 Grad ausgelegt. Steigt das Thermometer über diese Marke, fällt die Kühlung im Zug schon mal aus.

Wie gut die Anlagen arbeiten, hängt auch vom Alter und Typ des Zuges sowie der Passagierzahl ab. So funktionieren die Klimaanlagen an und für sich selbst bei ungewöhnlich hohen Temperaturen solange kein technischer Defekt vorliegt. Sitzen jedoch besonders viele Fahrgäste im Zug, wird dadurch die effektive Kühlwirkung reduziert. Selbst wenn kein technischer Defekt vorliegt, wird es also wärmer im Zug.

In Zügen ohne Klimaanlage können Fahrgäste zur Abkühlung nur das Fenster öffnen. Doch auch in diesem Fall können Sie sich gegen die Hitze auf Ihrer Bahnfahrt wappnen.

Diese Utensilien gehören in Ihr Gepäck, wenn Sie im Sommer Bahn fahren

Sie können zwar nicht die Sommerwärme verhindern, jedoch Ihr Gepäck entsprechend vorbereiten. Wir verraten Ihnen, mit welchen Utensilien Sie optimal für Ihre nächste Bahnreise bei tropischen Temperaturen ausgerüstet sind.

Ausreichend Wasser

Achten Sie bei hohen Temperaturen darauf, dass Sie ausreichend trinken. Mindestens 2 bis 3 Liter pro Tag sollten Sie an Flüssigkeit aufnehmen. Denn Ihr Körper leistet Schwerstarbeit, um Ihre Körpertemperatur durch Schwitzen abzukühlen oder konstant zu halten. Dadurch verlieren Sie stetig Wasser. Steigt die Außentemperatur, steigt auch Ihr Wasserverlust. Sorgen Sie also für Nachschub. Hierfür sind Wasser und Fruchtschorlen am besten geeignet.

Seit dem Extremsommer 2018 stehen an großen Bahnhöfen Wasservorräte zur Verfügung, mit denen Reisende im Notfall versorgt werden können. In einigen Zügen gibt es ebenfalls in Tetra Paks abgefülltes Notfallwasser. Über das Austeilen dieses Wassers wird jedoch situativ entschieden. Denn es gibt keine Vorschriften, wann es ausgeteilt werden soll.

Neben dem Trinken ist auch die richtige Ernährung auf Ihrer Bahnreise wichtig. Unterstützen Sie Ihren Körper mit Salzen und Proteinen. Ein idealer Snack sind daher Nüsse oder Wassermelone. Stark gewürzte Speisen sollten Sie hingegen meiden. Denn diese verstärken nur das Durstgefühl.

Kühltasche

Ist es warm, sind gekühlte Snacks eine Wohltat. Wasserreiches Obst wie Wassermelone, Erdbeeren oder Pfirsiche bleiben in einer Kühltasche über mehrere Stunden lang kühl. In den robusten Taschen lässt sich das Obst besser transportieren. Außerdem bleibt es hier länger frisch.

Fächer oder Mini-Ventilator

Mit einem Fächer oder einem kleinen Hand-Ventilator sorgen Sie unterwegs für Abkühlung. Durch die kompakte Größe passen die kleinen Hilfsmittel bequem in fast jede Tasche.

Sprühflasche

Mit fein zerstäubtem Wasser können Sie sich abkühlen und erfrischen. Hierfür eignen sich Sprühflaschen. Kleine Modelle passen gut ins Handgepäck und sind wiederbefüllbar.

Hinweis: Falls Sie während Ihrer Bahnfahrt unerträgliche Kopfschmerzen bekommen, Schwindel einsetzt oder Übelkeit auftritt, sollten Sie beim nächsten Halt den Zug verlassen. Es könnte ein Hitzeschlag drohen. Suchen Sie umgehend eine kühlere Umgebung auf.

Hitze-Schutzverfahren „weiße Schiene“

Die Bahn weitet ihre Hitze-Schutzverfahren für Bahnschienen aus. Künftig müssen Hitzeperioden einkalkuliert werden. Daher werden derzeit im Zuge des Projekts weiße Schiene kühlende „Sunblocker“ für Bahnschienen getestet. Hierbei wird die möglicherweise kühlende Wirkung eines weißen Farbanstrichs auf den Schienen im Praxistest überprüft. Labortests ergaben, dass weiße Schienen zwischen sieben und acht Grad kühler blieben als Schienen ohne Anstrich. Durch den Farbanstrich soll verhindert werden, dass sich die Schiene beziehungsweise der Stahl ausdehnt. Denn diese Ausdehnung wirkt sich stark auf die Schienen und das Gleisbett aus.

Seit September 2019 läuft der Praxistest auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Hannover-Würzburg. Auf der 61 Meter hohen und 14 Meter breiten Pfieffetalbrücke bei Melsungen bietet kein Baum oder Strauch Schatten. Im Halbstundentakt fahren tagsüber ICE-Züge, nachts Güterzüge, über die Gleise. Um einen Vergleich zu haben wurde eines der beiden Gleise auf der Brücke weiß angestrichen. Das zweite blieb hingegen unverändert. Temperatursensoren an den Gleisen messen rund um die Uhr die Temperatur des Stahls. Diesen Sommer soll noch getestet werden, damit ein Expertenteam gegen Ende diesen Jahres die Daten auswerten kann.

Neben dem Projekt weiße Schiene sollen etwa Aerogel oder Erkenntnisse aus der Bionik der Technik und den Bahnanlagen Kühlung verschaffen. Ziel ist es, Klima- und Umweltverträglichkeit sowie den sicheren und zuverlässigen Eisenbahnbetrieb für die Fahrgäste zu vereinen.

Wie bereiten Sie sich auf eine Bahnfahrt bei Hitze vor? Wir sind auf Ihre Erlebnisse und Tipps gespannt. Schreiben Sie uns diese einfach ins Kommentarfeld.

Teilen Sie diesen Beitrag:

Videoüberwachung im Zug – So sorgt die Präventivmaßnahme für Ihre Sicherheit

Im Jahr 2019 wurden in Bahnhöfen Wartende vor Züge gestoßen. Daraufhin forderte die Politik mehr Videoüberwachung und Sicherheitskräfte. Wir schauen uns die Präventivmaßnahmen genauer an.

Für mehr Sicherheit: Videoüberwachung am Bahnhof und im Zug

Nach den Vorfällen wollen Bundesinnenminister Horst Seehofer, Verkehrsminister Andreas Scheuer und die Bahn die Überwachung an Bahnhöfen und in den Zügen ausweiten. So sollen Videoüberwachung und eine verstärkte Polizeipräsenz dazu dienen, Strafftaten wie Vandalismus oder Angriffe auf Personen in den Fahrzeugen aufzuklären. Gleichzeitig sollen die Maßnahmen auch abschreckend wirken.

Insgesamt 130 Millionen Euro wollen die CSU-Minister für zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen einsetzen. Durch diese Förderung sollen bis Ende 2024 nahezu alle großen Bahnhöfe mit moderner Videotechnik ausgestattet werden. Die Bundespolizei hat bereits jetzt mehr als 70 Millionen Euro eingeplant. Weitere 50 Millionen Euro will das Verkehrsministerium bereitstellen. Von der Deutschen Bahn sollen zusätzlich 12,5 Millionen Euro in die Ausweitung der Präventivmaßnahmen fließen.

Speicherdauer der Videoüberwachung

§ 6b Abs. 5 BDSG regelt die Speicherdauer bei Videoaufzeichnungen. So sind die Daten „unverzüglich zu löschen, wenn sie zur Erreichung des Zwecks nicht mehr erforderlich sind oder schutzwürdige Interessen der Betroffenen einer weiteren Speicherung entgegenstehen.“ Aufnahmen aus Bahnhöfen können bis zu 30 Tage lang aufgehoben werden. Mitschnitte aus Zügen werden hingegen in der Regel nur bis zu 72 Stunden gespeichert. Im begründeten Einzelfall ist jedoch eine Speicherdauer von 10 Tagen zulässig. Detaillierte Informationen finden sich in den Datenschutzerklärungen der Bahnunternehmen, die in der Regel im Zug zugänglich sind.

Intelligente Videoüberwachung für optimale Sicherheit

Im Zuge der intensivierten Videoaufzeichnung sollen die Präventivmaßnahmen durch intelligente Verfahren wie die biometrische Gesichtserkennung ausgeweitet werden. Mithilfe dieser Verfahren könnten beispielsweise zur Fahndung ausgeschriebene Personen identifiziert werden. Skepsis gegenüber des Einsatzes der Gesichtserkennung meldeten hingegen Datenschützer an.

Neben der Gesichtserkennung soll die sogenannte intelligente Videoüberwachung auffällige Verhaltensmuster wie Schlagen, Treten oder Hinfallen erkennen. Die vorsortierten Aufnahmen müssen anschließend von Polizisten gesichtet und bewertet werden. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) begrüßt die Pläne. So beschreibt GdP-Vize Jörg Radek die Videoüberwachung als einen Baustein für mehr Sicherheit. Dennoch strebt Radek weitere Schritte an. Zusätzlich zur Überwachung der Bahnsteigkante solle die Videoüberwachung auf andere Bahnhofsbereiche ausgedehnt werden. Dadurch könnten etwa Taschendiebe besser verfolgt werden.

Für ein bestmögliches Sicherheitsgefühl im Bahnhof und in den Zügen sollte zusätzlich das ansprechbare Personal verstärkt werden. Denn Videotechnik allein reicht nicht, um das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste zu erhöhen.

Wie sicher fühlen Sie sich am Bahngleis und in den Zügen? Hinterlassen Sie uns einen Kommentar und verraten Sie uns, ob und wie Videoüberwachung Ihnen ein besseres Gefühl auf Ihrer Bahnreise gibt.

Teilen Sie diesen Beitrag: