Wie gefährlich ist eine nächtliche Bahnfahrt für Frauen?

Ist Bahn fahren für Frauen spät am Abend oder nachts gefährlicher als am Tag? Nein! Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie sich am besten bei ihrer nächtlichen Fahrt verhalten sollten.

Als erstes eine Entwarnung: Laut Polizeistatistik sind Haltestellen oder öffentliche Verkehrsmittel für Frauen genauso sicher wie andere öffentliche Orte. Daher müssen sich Frauen vor einer nächtlichen Bahnfahrt nicht per se fürchten – die Gefährdungslage ist in öffentlichen Verkehrsmitteln nicht höher. Dennoch ist bei vielen Frauen das subjektive Sicherheitsgefühl schlecht: Sie empfinden also eine Bedrohungssituation und meiden deshalb Bus und Bahn in der Dunkelheit. Die Gründe hierfür sind vielfältig und reichen bis hin zur Angst vor Belästigung und Übergriffen. Doch wie kann man dieser Kriminalitätsangst begegnen?

Informieren Sie sich vor Ihrer Bahnfahrt

Seien Sie optimal vorbereitet: Suchen Sie bereits vor Ihrer Reise die beste Verkehrsverbindung raus. Wählen Sie eine Verbindung, bei der Sie unnötige Wartezeiten an den Haltestellen vermeiden.

Suchen Sie Rückendeckung

Falls Sie an einem Bahngleis warten müssen, stellen Sie sich mit Ihrem Rücken an eine sichere Abgrenzung wie der Wand des Wartehäuschen, eine Hauswand oder eine Stützmauer. Mit dieser Rückendeckung können Sie Ihre Umgebung sicher beobachten. Stellen Sie sich außerdem ins Licht oder zu anderen Personen.

Hinweis: An einigen Bahnhöfen gibt es eine Notrufsäule – von hier aus können Sie im Notfall einen Hilferuf absetzen.

Beobachten Sie aufmerksam Ihre Umgebung

Bleiben Sie aufmerksam und schauen Sie sich Ihre Umgebung genau an: Wer sind Ihre Mitreisenden? Gibt es Konfliktpotenzial wie etwa größere Reisegruppen, die angetrunken sind? Damit Sie nicht unnötig abgelenkt werden, sollten Sie über Ihre Kopfhörer nur leise Musik hören und sich nicht zu intensiv mit Ihrem Handy beschäftigen.

Tipp: Wie Sie gewaltbereite Mitreisende erkennen, lesen Sie in unserem Blogbeitrag.

Auch wenn die wohlige Wärme im Zug gepaart mit dem gleichmäßigen Rattern über die Schienen Ihre Müdigkeit verstärkt, sollten Sie wach bleiben. Wenn Sie Ihre Umgebung im Blick haben, haben Sie im Ernstfall ausreichend Zeit zum Reagieren.

Hinweis: Vermuten Sie jedoch nicht hinter jeder Person eine Gefahr, sonst steigern Sie sich unnötig in ein Angstgefühl.

Halten Sie Sichtkontakt

Wählen Sie einen Waggon, indem bereits mehrere Fahrgäste sitzen. Optimal sind verschiedene Reisende, die nicht zu einer einzelnen, großen Gruppe gehören. Sollte der Zug jedoch ziemlich leer sein, dann suchen Sie sich einen Sitzplatz im vorderen Wagenteil. Hier sind Sie stets in der Nähe des Fahrpersonals. Generell ist ein Sitzplatz ideal, von dem Sie möglichst den gesamten Waggon überblicken können. Setzen Sie sich außerdem nicht ans Fenster. Auf den Plätzen am Gang können Sie nicht eingekesselt werden und können schneller Ihren Sitzplatz verlassen.

Machen Sie auf sich Aufmerksam

Zeigen Sie deutlich, dass Sie nicht angesprochen werden wollen. Reagieren Sie dabei höflich und doch distanziert. Hier ist ein striktes „Nein!“ und das förmliche „Sie“ hilfreich. Wenn Sie sich belästigt fühlen, machen Sie dies klar: Sagen Sie laut, dass Sie sich belästigt fühlen. So erzeugen Sie bei den anderen Fahrgästen Aufmerksamkeit. Sprechen Sie im Ernstfall die anderen Fahrgäste an oder setzen sich zu ihnen.

Übergriffe nicht bagatellisieren

Mit der Reform des Sexualstrafrechts wurden die Rechte der Frau maßgeblich gestärkt. Wurden bisher ungewollte Berührungen lediglich als Beleidigung geahndet, gilt nun derart überrumpelndes Verhalten als sexuelle Nötigung. Hierzu zählen Berührungen, die sexuell bestimmt sind und durch die sich der Angegriffene belästigt fühlt. Erleben Sie eine derartige Situation haben Sie das Recht, zur Polizei zu gehen und diese Belästigung anzuzeigen. Nutzen Sie Ihre Rechte und verharmlosen Sie das Verhalten nicht.

Wehren Sie sich

Verbal oder körperlich – viele Angreifer erwarten dies nicht und lassen überrascht ab. Für Ihr Selbstwertgefühl ist es wichtig, Ihre persönliche Grenze abzustecken. Machen Sie sich nicht klein! Gemeinsam mit anderen zu reisen schafft zudem Sicherheit. Suchen Sie unter den Reisenden doch eine weitere allein reisende Frau und schließen sie sich zusammen.

Reisen Sie nachts allein mit der Bahn? Haben Sie dabei schon einmal eine brenzlige Situation erlebt oder beobachtet? Wie haben Sie reagiert? Lassen Sie uns an Ihren Erfahrungen teilhaben und schreiben Sie einen Kommentar.

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Sichere Bahnfahrt mit dem Rollator

Für Menschen mit Gehbehinderung wird der kleine Spalt zwischen Bahnsteigkante und Zug oft zur Riesenlücke. Wir verraten, wie Sie diese mit Ihrem Rollator überwinden und worauf Sie bei Ihrer Bahnfahrt achten sollten.

Mobil und unabhängig bis ins hohe Alter zu sein – das wünschen sich alle Menschen. Die Bahn ist dabei ein wichtiges und häufig genutztes Transportmittel. Mit dem Rollator als ständigen Begleiter gibt es ein paar Herausforderungen, um die Bahnfahrt unbeschwert genießen zu können. So befürchten viele ältere Menschen Komplikationen beim Ein- und Aussteigen: Etwa den Einstieg nicht rechtzeitig zu schaffen und dann mitgerissen zu werden. Oder, dass sich der Rollator zwischen Zug und Bahnsteigkante verkeilt und der Bahnreisende es nicht aus eigener Kraft heraus schafft, diesen wieder in den Zug zu heben. Oder, dass der Rollator beim Heben in den Zug wackelt und den Reisenden derart aus dem Gleichgewicht bringt, dass dieser stürzt. Mit einigen Tipps gelingt jedoch die sichere Bahnfahrt mit dem Gehwagen problemlos.

Planen Sie Ihre Reise im Vorfeld

Für eine entspannte Bahnfahrt sollten Sie zunächst Ihre Reise gut vorbereiten. Informieren Sie sich im Vorfeld über die beste Strecke und lassen Sie sich hierbei im Mobilitätszentrum beraten. Bei längeren Strecken empfehlen wir, das Ticket bereits im Vorfeld zu kaufen. Gehen Sie außerdem rechtzeitig von zu Hause zum Bahnhof los und planen Sie eine Zeitreserve für etwaige Umwege oder rote Ampelphasen ein. Mit diesem Puffer startet Ihre Reise bereits mit einem beruhigenden Gefühl.

So steigen Sie mit dem Rollator sicher ein und aus

Einsteigen mit dem Rollator: Nutzen Sie zum Einsteigen am besten die weniger genutzten hinteren Türen. Warten Sie hierfür bereits eher am Ende des Gleises auf Ihren Zug, so können Sie direkt einsteigen. Achten Sie darauf, dass Ihre Gehhilfe nicht zu sehr beladen ist. Sie sollten sie problemlos und mit möglichst wenig Kraftanstrengung bewegen können. Kippen Sie beim Einsteigen Ihren Rollator leicht an und schieben Sie zuerst die Vorderräder des Rollators und dann die Hinterräder in den Zug. Ist der Rollator im Wagon, steigen Sie anschließend selbst hinterher. Niederflurbahnen sind ideal, da diese ein stufenfreies Ein- und Aussteigen mit dem Rollator ermöglichen.

Aussteigen mit dem Rollator: Behalten Sie die Haltestellen im Blick, um sich rechtzeitig auf den Ausstieg vorbereiten zu können. Bleiben Sie jedoch so lange wie möglich sitzen, damit Sie beim Bremsen des Zuges nicht das Gleichgewicht verlieren. Beim Aussteigen selbst ist es am sichersten, wenn Sie andersherum als beim Einsteigen agieren. Stellen Sie den Rollator mit den Griffen in Richtung der Tür und verlassen Sie zunächst rückwärts den Wagen. Halten Sie Ihren Rollator entweder dabei fest, damit dieser nicht losrollt oder stellen Sie die Bremse ein.

Tipp: Benutzen Sie die Handbremse und halten Sie sich zusätzlich an den Griffen der Tür fest.

Holen Sie anschließend den Rollator nach draußen. Indem Sie rückwärts aussteigen, senken Sie das Risiko vom Gewicht Ihres Gehwagens förmlich aus dem Zug gezogen zu werden oder das Gleichgewicht zu verlieren.

Hinweis: Falls Sie Unterstützung beim Ein- und Aussteigen benötigen, helfen Ihnen die Zugbegleiter gerne.

Sicher reisen im Zug

Wählen Sie für Ihre Zugfahrt einen Sitzplatz in Fahrtrichtung und in der Nähe der Türen. So ist der Weg zum Ausstieg nicht so weit. Nutzen Sie einen Sitzplatz des Zuges und nicht Ihren Rollator. Bremst der Zug abrupt oder fährt in eine steile Kurve, könnte der Rollator umkippen oder Sie vom Rollator fallen und sich dabei verletzen. Ziehen Sie während der Fahrt die Feststellbremsen Ihres Gehwagens an und lösen Sie diese erst wieder, wenn das Fahrzeug steht.

Tipp: Alle Regionalwagen verfügen über Mehrzweckbereiche, in denen Sie ausreichend Platz für Ihren Rollator finden.

Nutzen Sie die Unterstützung

Wenn Sie Ihre Reise im Vorfeld über die Hotline des Mobilitätszentrums planen, wird im Nahverkehr das Zugpersonal informiert. So können Ihnen die Kundenbetreuer eine abstützende Hilfe beim Ein-, Um- oder Aussteigen geben und Ihnen Ihren Rollator und das Gepäck nachreichen.

Falls Sie beim Ein- und Aussteigen weitere Hilfe benötigen, sollten Sie Ihren Reisewunsch im Voraus anmelden. Entweder über die jeweils zuständige Servicehotline der Mitteldeutschen Regiobahn oder im Falle einer Fernreise, bei der Sie nicht nur das Streckennetz der MRB nutzen, die Mobilitätszentrale der Deutschen Bahn. In unserem Blogartikel zur Bahnfahrt mit Mobilitätseinschränkung finden Sie die jeweils zuständigen Ansprechstellen.

Fühlen Sie sich mit Ihrem Rollator sicher beim Ein- und Aussteigen in die Bahn? Dann verraten Sie uns im Kommentarfeld Ihre Tipps und Tricks für eine unkomplizierte Bahnfahrt.

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Was passiert mit Fundsachen?

Haben Sie auf Ihrer Bahnreise mit der MRB etwas verloren? Der Fundservice hilft Ihnen gerne weiter. Wir erklären Ihnen, wie Sie Ihre Fundsachen wiederbekommen.

Ein volles Zugabteil, ein überstürzter Ausstieg und schnell ist es passiert: Sie vergessen Ihre Jacke auf dem Nachbarsitz, den unter den Sitz gerutschten Lieblingsteddy Ihres Kindes oder den Schirm in der Ablage. Unsere Servicemitarbeiter finden täglich persönliche Dinge, die versehentlich in einem unserer Züge vergessen wurden.

Ihre verlorenen Gegenstände werden von unseren Kundenbetreuern beim Fundservice abgegeben. Hier werden dann Ihre Sachen aufbewahrt: Je nach Ihrer gefahrenen Strecke sind dann unterschiedliche Ansprechpartner für Ihre Fundsachen zuständig.

Haben Sie in einem Zug etwas von einem anderen Fahrgast gefunden und wissen nun nicht, wohin mit der Fundsache? Geben Sie das Fundstück am besten beim Kundenbetreuer des Zuges ab, er wird es zum nächsten Fundbüro bringen. Oder Sie geben das Gefundene in einem unserer Kundencenter ab.

Fundsachen auf den Linien RE 6 und RB 110

Wenn Sie auf Ihrer Fahrt zwischen Leipzig und Chemnitz (RE 6) oder zwischen Leipzig, Grimma und Döbeln (RB 110) Sachen in der Bahn vergessen haben, wenden Sie sich bitte an das Fundbüro der Deutschen Bahn. In den Leipziger und Chemnitzer Fundbüros helfen Ihnen die Mitarbeiter gerne telefonisch weiter. Wählen Sie für das Fundbüro Leipzig 0341 9683255. Das Fundbüro Chemnitz erreichen Sie unter 0371 4931009.

Fundsachen auf den Linien RE 3, RB 30 und RB 45

Sollten Sie in unseren Zügen zwischen Dresden, Chemnitz und Hof (RE 3) oder zwischen Dresden, Chemnitz und Zwickau (RB 30) oder zwischen Chemnitz, Döbeln und Elsterwerda (RB 45) etwas liegengelassen haben, haben Sie verschiedene Kontaktmöglichkeiten. Sie erreichen unseren 24-Stunden-MRB-Kundenservice telefonisch unter 0341 231898288 oder Sie kommen persönlich in unser MRB-Kundencenter im Hauptbahnhof Chemnitz. Außerdem können Sie Ihre Anfrage auch bequem online per E-Mail senden.

Hinweis: Wir schicken Ihnen Ihre Fundsachen auf Wunsch auch per Post zu.

Fundsachen auf den Linien RB 33, RB 34, RB 71, RB 72 und RE 19

Unser 24-Stunden-MRB-Kundenservice ist auch für Fundsachen der Linien zwischen Dresden-Neustadt und Königsbrück (RB33); Dresden und Kamenz (RB34) oder zwischen Pirna, Neustadt und Sebnitz (RB71) sowie zwischen Heidenau und dem Kurort Altenberg (RB72) zuständig. Falls Sie etwas in dem Wanderexpress zwischen Dresden, Heidenau und dem Kurort Altenberg (RE19) vergessen haben, wenden Sie sich bitte ebenfalls telefonisch bei unserem 24-Stunden-MRB-Kunden-Service unter 0341 231898288.

Gerne können Sie auch persönlich in die Betriebsstätte Dresden kommen oder eine E-Mail schicken.

Hinweis: Sie können Ihre Suchanfrage auch über unser Kontaktformular an uns weiterleiten. Geben Sie hierfür bitte Ihre gefahrene Strecke und die Haltestelle sowie Ihre Suchanfrage ein und wir werden Ihr Anliegen bearbeiten. Unser Kontaktformular finden Sie hier.

Haben Sie schon einmal in der Bahn etwas vergessen und als Fundsache gemeldet? Wie sind Ihre Erfahrungen? Berichten Sie uns doch davon und schreiben Sie Ihre Geschichte in das Kommentarfeld.

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Barrierefrei in der Bahn: Reisen mit Mobilitätseinschränkung

Sie haben einen Rollstuhl, einen Rollator oder weitere Hilfsmittel und planen eine Bahnreise? Wie Sie mit Mobilitätseinschränkung entspannt und weitgehend barrierefrei reisen, lesen Sie hier.

Damit Fahrgäste mit Mobilitätseinschränkung möglichst angenehm reisen, werden viele Züge von einem freundlichen Kundenbetreuer begleitet. Bei der Mitteldeutschen Regiobahn werden beispielsweise alle Züge von einem Kundenbetreuer betreut. Das Servicepersonal steht Ihnen hilfreich zur Seite und unterstützt Sie vom Start bis zum Ende Ihrer Bahnreise: beispielsweise bei der Suche nach einem geeigneten Sitzplatz zum Umsetzen oder einer Stellfläche für Ihren Rollstuhl oder Rollator. Viele Züge sind außerdem entweder mit einer behindertenfreundlichen oder behindertengerechten Toilette ausgestattet. Im Mehrzweckbereich finden Sie ausreichend Platz für Ihren Rollstuhl oder Ihre Gehhilfe sowie eine Begleitperson.

Da die Fahrzeuge der Mitteldeutschen Regiobahn eine unterschiedliche Bauweise haben, sind jedoch einige Abweichungen im Anmeldeprozess zu beachten. Für Ihre reibungslose Fahrt mit dem Rollstuhl ist eine rechtzeitige Anmeldung hilfreich. So sind unsere Mitarbeiter vor Ort informiert und können Ihnen die Reise so angenehm und bequem wie möglich gestalten.

Melden Sie Ihre Reise mindestens 24 Stunden vorher unter der Telefonnummer 0341 231898288 (24 h, Ortstarif) an.

Diese Angaben von Ihnen benötigen die Mitarbeiter des Kundenservices

  • Name und Anschrift
  • Telefonnummer
  • Hilfsmittel (z. B. eigener Rollstuhl)
  • Reisetag, Abfahrts- bzw. Ankunftszeit oder Zugnummer
  • Abfahrts- und Zielbahnhof

Hinweis: Falls sich Ihre Reisepläne kurzfristig ändern sollten, informieren Sie uns bitte mit einer kurzen Nachricht. Dann können wir die disponierte Hilfe wieder stornieren.

Wenn Sie für Ihre Reise nicht nur die Mitteldeutsche Regiobahn nutzen, unterstützt Sie die bundesweite Hotline der Mobilitätsservice-Zentrale unter 0180 6512512 (20 ct/Anruf aus dem Festnetz, Tarif bei Mobilfunk max. 60 ct/Anruf) bei Ihrer Reiseplanung. Informieren Sie die MSZ ebenfalls mindestens einen Tag vor Antritt Ihrer Reise.

Unterstützung für Fahrgäste mit eingeschränkter Sehfähigkeit

Fahrgäste mit eingeschränkter Sehfähigkeit können in unseren Elektrotriebzügen Coradia Continental das Blindeninformationssystem BLIS verwenden. Auf den Linien RE 3, RB 30 und RB 45 verfügen die eingesetzten Elektrotriebzüge über das entsprechende System. Mit einem speziellen BLIS-Handsender rufen Sie Informationen ab oder senden diese. Den Handsender erhalten Sie beim Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen e.V zum Preis von 145,00 Euro (inklusive Versand).

Ihre Reiseplanung auf der Linie RE 6: Leipzig – Bad Lausick – Chemnitz

Bei Ihrer Fahrt auf der Strecke RE 6 Chemnitz – Leipzig können Sie nach vorheriger Anmeldung problemlos in Chemnitz oder Leipzig ein- und aussteigen. Mithilfe eines Hublifts gelangen Sie problemlos in und aus dem Zug. Die Mobilitätsservice-Zentrale nimmt Ihren Reisewunsch gerne unter 0180 6512512 (20 ct/Anruf aus dem Festnetz, Tarif bei Mobilfunk max. 60 ct/Anruf) auf. Bitte melden Sie sich für einen reibungslosen Ablauf bis spätestens 24 Stunden vor Reiseantritt.

Achtung: Der Zu- und Ausstieg ist auf der RE 6 Strecke leider an allen anderen Haltepunkten (Burgstädt, Narsdorf, Geithain, Bad Lausick, Belgershain, Leipzig-Liebertwolkwitz) für Rollstuhlfahrer nicht möglich.

Sollten diese Haltepunkte Ihr Start- oder Zielbahnhof sein, werden Sie von oder zum jeweiligen Bahnhof auf der gesamten Fahrstrecke mit einem Kfz-Fahrdienst befördert. Hierfür stehen speziell für die Rollstuhlbeförderung zugelassene Fahrzeuge zur Verfügung. Sollten Sie den Dienst in Anspruch nehmen wollen, melden Sie Ihren Reisewunsch bitte bis spätestens 48 Stunden vor Reiseantritt telefonisch unter 0341 231898288 (Ortstarif) an.

Hilfreiche Ausstattungen und Services an und in Bahnhöfen

Als Rollstuhlfahrer parken Sie günstig und teilweise sogar kostenlos an vielen Bahnhöfen. Vor Ort erleichtern Ihnen automatische Türen die Fahrt im Rollstuhl. Große Bahnhöfe stellen auch einen Rollstuhl für Ihre Mobilität zur Verfügung. Außerdem finden Sie an einer Vielzahl an Bahnhöfen spezielle Toiletten für Rollstuhlfahrer, die Ihnen ein Mitarbeiter öffnet.

Hinweis: Wählen Sie Verbindungen mit genügend Umsteigezeit, damit Sie Ihre Bahnfahrt so unkompliziert und stressfrei wie möglich erleben.

Wie haben Sie Ihre Bahnfahrt erlebt? Haben Sie Anregungen für weitere Erleichterungen für eine Reise mit Mobilitätseinschränkung? Dann schreiben Sie Ihre Wünsche und Ideen in das Kommentarfeld.

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Sicher Bahn fahren mit Hund

Planen Sie eine Bahnreise mit Ihrem vierbeinigen Liebling? Mit unseren Tipps wird die Fahrt nicht nur sicher, sondern auch entspannt.

So reist Ihr Hund sicher mit der Bahn

Alle Hunde, nicht nur die Kleinen reisen sicher in einer geeignetenTransportbox oder –tasche. Hier sind Sie geschützt und haben einen ruhigen Rückzugsort. Außerdem können Sie Ihren kleinen Hund in einer Transportbox als Handgepäck mitnehmen – so ist die Fahrt für ihn in den meisten Fällen kostenlos. Informieren Sie sich unbedingt vor Ihrer Fahrt über die Bestimmungen des jeweiligen Verbundpartners mit dem Sie reisen werden. Laut Bestimmungen der Deutschen Bahn muss die Box beispielsweise unter den Sitz oder auf die Ablage über den Sitz passen, damit Ihr Hund kostenfrei mitreisen kann.

Hinweis: Eine spezielle Sitzplatzreservierung für Hunde ist leider nicht möglich.

Alle Hunde, die nicht in einer Transportbox untergebracht werden können, reisen zum halben Preis Ihres Tickets. Reisen Sie also in der 1. Klasse, benötigt Ihr Vierbeiner ebenfalls ein Ticket für die 1. Klasse.

Hinweis: Blindenführhunde reisen immer kostenfrei mit der Bahn und benötigen keinen Maulkorb.

Hunde, die nicht in einer geeigneten Transportbox untergebracht sind, müssen bei der Fahrt angeleint sein und einen Maulkorb tragen. Gewöhnen Sie Ihren Vierbeiner daher frühzeitig an einen Maulkorb. Achten Sie beim Kauf auf geeignete, ungefährliche Materialien. Außerdem sollte der Maulkorb ausreichend Spielraum zum Hecheln lassen. Maulschlaufen sind daher ungeeignet. Ebenfalls ungeeignet ist ein Halsband! Gerät Ihr Hund in Panik, zieht an der Leine oder möchte weglaufen, kann das Einschnüren der Luftröhre die Panik zusätzlich verstärken. Mit einem Geschirr vermeiden Sie dieses Risiko.

Hinweis: Aus Rücksichtname gegenüber anderen Gästen gehören Hunde nicht auf den Sitz.

So gewöhnen Sie Ihren Hund an das Bahnreisen

Gewöhnen Sie Ihren Hund Schritt für Schritt an das Bahn fahren. Vor Ihrer Reise können Sie gemeinsam den Bahnhof erkunden, damit er die Situation kennenlernt. Geeignet sind hierfür Wochentage. Vermeiden Sie bei Ihren ersten Ausflügen die Rush-Hour. Als nächstes fahren Sie kurze Strecken mit öffentlichen Verkehrsmitten. Idealerweise trainieren Sie auch das Fahren mit der U-Bahn, um Ihren Hund an Tunnel zu gewöhnen. Vermitteln Sie Ihrem Hund das Gefühl, dass diese Fahrten völlig normal sind. Bleiben Sie selbst ruhig, sprechen Sie mit gedehnter und leiser Stimme besänftigend auf ihn ein und belohnen Sie Ihren Hund während der Fahrt mit Leckerlis. Ziel ist es, dass Ihr Hund Bahnhof und Zug als angenehme Orte empfindet und Sie freudig begleitet.

Was, wenn der Hund gestresst reagiert?

Grundsätzlich gilt: Überfordern Sie Ihren Hund nicht. Üben Sie außerdem keinen Zwang aus – dies würde zu einer negativen Verknüpfung führen. Reagiert Ihr Hund eher skeptisch, gestalten Sie die Trainingseinheit sehr kleinschrittig. Meist reicht es, gemeinsam auf dem Bahnhof ein- und abfahrende Züge zu beobachten und anfänglich sehr kurze Strecken zu testen. Steigern Sie das Training langsam.

Beenden Sie das Training, falls Ihr Hund diese Stress-Symptome zeigt

  • Starkes Hecheln oder Speicheln,
  • Schweißige Pfoten,
  • Unruhe, Zittern oder übertriebene Lautäußerung,
  • Urinieren oder Koten.

In diesem Fall sollten Sie Ihren Vierbeiner sofort aus der Situation herausholen. Managen Sie die Situation für Ihn, bieten Sie ihm Schutz und zeigen Sie ihm, dass er Ihnen vollkommen vertrauen kann.

Reisevorbereitung für eine entspannte Bahnfahrt

Falls möglich, reisen Sie außerhalb der Hauptverkehrszeit. Für lange Strecken buchen Sie am besten ein Schlafwagenabteil. Besorgen Sie sich für Ihren Hund eine geeignete Transportbox, die die Größe einer Reisetasche nicht überschreitet und wasserdicht ist.

Achtung: Die kostenpflichtige Fahrkarte für Ihren Hund kann meist nicht online gebucht werden.

Vor der Fahrt sollte Ihr Hund ausreichend Bewegung und die Möglichkeit haben, seine Geschäfte zu verrichten. Planen Sie daher einen langen Spaziergang ein, gehen Sie mit ihm eine Runde joggen oder beschäftigen Sie ihn auf seine liebste Art und Weise. Auf Ballspielen sollten Sie jedoch kurz vor der Reise verzichten. Viele Hunde werden durch das Jagen und Fangen innerlich aufwühlt. Dann muss Ihr Vierbeiner die Zugfahrt vollgepumpt mit Adrenalin ertragen. Füttern Sie Ihren Hund etwa zwei Stunden vor der Fahrt und während der Bahnreise nicht übermäßig.

Hierauf sollten Sie während der Fahrt achten

Suchen Sie einen Platz, an dem Ihr Hund etwas Ruhe hat und vor Tritten und Gepäckstücken geschützt liegt. Hier eignet sich der Platz unter dem Sitz oder in einer Ecke. Optimal wäre es, wenn Sie ein geschlossenes Abteil buchen. Um Stress zu vermeiden, lassen Sie Ihren Hund nicht von jedem anfassen. Beruhigend wirkt, wenn Sie Ihrem Hund einen bekannten Gegenstand mit einem vertrauten Geruch mit auf die Reise nehmen: beispielsweise seine Decke. Ebenfalls beruhigend und Stress abbauend sind Dinge, an denen er kauen kann. Geruchsschwache Kauartikel eignen sich besonders gut. Nutzen Sie längere Pause für einen Gassigang.

Was, wenn Ihr Hund in den Zug uriniert oder Kot absetzt?

Bei einigen Hunden lösen die vielen Leute, der Lärm und die Bewegungen des Zuges Stress aus und regen das Ausscheidungsverhalten an. So kann es, selbst wenn sich der Hund vor der Fahrt gelöst hat, zu einem Missgeschick kommen. Vermeiden Sie zusätzlichen Stress für Ihren Hund und schimpfen Sie nicht. In solchen Fällen ist ein gepacktes Notfall-Putzset aus Haushaltsrolle, Plastiksäckchen und Raumspray hilfreich.

Nach der Bahnreise – Austoben

Sind Sie am Ziel, sollte Ihr Hund die gestaute Energie ausleben können: Lassen Sie ihn toben und machen Sie mit ihm einen langen Spaziergang. Vermeiden Sie dabei zu viele neue Eindrücke. Er soll sich zwar auspowern, seinen Kopf jedoch auch entspannen können.

Sind Sie mit Ihrem Hund bereits mit der Bahn gereist? Welche Erfahrungen haben Sie dabei gesammelt? Erzählen Sie uns davon und hinterlassen Sie einen Kommentar.

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Mit Kindern sicher Bahn fahren

Bahnreisen mit Kindern sind: aufregend, umweltfreundlich und sparsam. Mit unseren Tipps wird die Fahrt auch noch entspannt und sicher.

1. Vor der Bahnreise: Die richtige Planung

Mit einer Zugreise ist es wie mit allen Unternehmungen: Die richtige Planung macht es.

Das Ticket

Buchen Sie Ihr Ticket möglichst weit im Voraus, so profitieren Sie von Sparpreisen. Das ist besonders auf beliebten Strecken, in den Schulferien oder an Feiertagswochenenden wichtig. Falls Sie nicht an einen Reisetag gebunden sind: Vermeiden Sie Bahnfahrten am Freitag Nachmittag oder Abend sowie am Sonntag Nachmittag und Abend. Denn zu diesen Zeiten sind viele Berufspendler unterwegs.

Die Reservierung

Wenn Sie mit kleinen Kindern reisen, ist ein Kleinkindabteil ideal. Dieses Abteil finden Sie in ICEs und IC/ECs – es ist für Reisende mit Babys und Kindern bis 3 Jahre gedacht. Hier gibt es Platz zum Krabbeln, Spielen und für den Kinderwagen. Einige Zugtypen haben keine Abteile, sondern Kleinkindbereiche. Da die Abteile bei Familien sehr beliebt sind, sollten Sie diese vorab reservieren. Ein Abteil ist auch für längere Fahrten mit großen Kindern ideal: Damit sich alle ausruhen und mal die Beine hochlegen können. Ansonsten ist der Großraumwagen für ältere Kinder geeignet. Am Tisch können Sie mit Ihren Kindern bequem spielen, malen oder essen.

Der Mobilitäts-Service

Sie können als Reisende mit Kinderwagen bei der Bahn den Mobiliäts-Service nutzen. Sie treffen Ihren Service-Mitarbeiter am Service Point im Bahnhof. Er bringt Sie dann zum Zug und hilft Ihnen beim Einsteigen mit dem Kinderwagen. Falls Sie umsteigen, wartet am Umsteigebahnhof der nächste Bahn-Mitarbeiter auf Sie.

Das Gepäck

Buggys und Kinderwagen sollten mit wenigen Handgriffen zusammenklappbar sein, damit Sie diese schnell in und aus dem Zug bekommen. Bereiten Sie sich am Bahngleis auf das Einsteigen vor: Leeren Sie das Gepäcknetz und das Bodenfach und klappen Sie den Wagen bereits zusammen, bevor der Zug einfährt. Ideal ist es, wenn Sie den Wagen mit einer Hand tragen können. Dann können Sie Ihr Kind beim Einsteigen mit der anderen Hand unterstützen.

Der Gepäckservice

Man reist am besten mit leichtem Gepäck. Schicken Sie doch Ihre sperrigen und großen Gepäckstücke direkt an die Zieladresse – hierfür bietet die Bahn einen Gepäckservice an.

Verspätungen einplanen

Verspätungen passieren schnell mal. Pufferzeiten um den Anschlusszug bequem zu erreichen, sollten Sie also unbedingt einplanen. Falls Sie an fremden Bahnhöfen umsteigen müssen, fragen Sie vorab das Bahnpersonal, wie Sie am besten zum anderen Gleis gelangen.

2. Auf dem Bahnhof: Die wichtigsten Sicherheitsregeln

Die meisten Gefahrenstellen auf Ihrer Reise gibt es auf den Bahnhöfen. Schauen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind die Hinweis- und Warnschildern an und erklären Sie die Bedeutung. Weisen Sie Ihr Kind darauf hin, dass solche Schilder immer zu beachten sind. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran: Zeigen Sie, dass Sie sich an die Warnhinweise halten.

Verhalten am Gleis

Die häufigsten Unfälle passieren bei den Gleisen. Schauen Sie sich daher als erstes den Wagenstandsanzeiger an. Damit Sie gleich wissen, an welcher Stelle der Wagon mit Ihrem reservierten Platz halten wird. So müssen Sie weder zu Ihrem Wagon rennen noch nach dem Einsteigen durch den Zug irren. Achten Sie außerdem darauf, dass im Bahnsteigbereich die Gleise nicht abgezäunt sind. Bleiben Sie mit Ihrem Kind immer hinter der breiten, weißen oder gelben Haltelinie. Überqueren Sie die Haltelinie erst, wenn der Zug vollständig angehalten und die Türen geöffnet hat.

Gepäck zuerst

Lassen Sie Ihr Kind nie zuletzt ein- oder aussteigen. Heben Sie stets zuerst das Gepäck in und aus dem Wagon, bevor Sie Ihrem Kind beim Ein- oder Aussteigen helfen. Bitten Sie andere Passagiere oder das Bahnpersonal um Unterstützung.

Automatische Türen ohne Sicherheitsstopp

In einigen Zügen, S-Bahnen oder Trams schließen die Türen automatisch. Diese Türen haben jedoch keinen eingebauten Sicherheitsstopp, der ein Schließen verhindert, sobald sich jemand zwischen der Tür befindet. Achten Sie daher beim Ein- und Aussteigen besonders auf Ihr Kind: Nehmen Sie es an die Hand und passieren Sie die Tür zügig. Damit keine Kleidung eingeklemmt wird, stecken Sie lose Schalenden in die Jacke und schließen Sie diese.

Treffpunkt ausmachen

Schauen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind auf dem Bahnhof um. Machen Sie sich einen Treffpunkt für den Fall aus, dass sie sich verlieren. Markante Punkte wie eine Bahnhofsuhr oder ein Laden mit einem bunten Schriftzug sind leicht zu merken und zu finden. Sicherheitshalber können Sie ja Ihre Telefonnummer mit einem Kugelschreiber auf den Arm Ihres Kindes schreiben. Sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrem Kind darüber, was es machen soll, wenn sie sich verlieren. So kennt Ihr Kind die Situation bereits theoretisch und kann sicherer agieren.

3. Die Bahnreise

Und endlich gehts in den Zug. Was sollten Sie hier bei Ihrer Reise mit Ihren Kindern beachten?

Der Weg durch den Zug

Auf dem Weg zum Sitzplatz sollte sich Ihr Kind festhalten: entweder an Ihnen oder an Handläufen und Sitzen. An Türen sollten Sie sich hingegen nie anlehnen, da diese dann aufschwingen. Besonders kleine Kinder sind noch sehr wackelig auf den Beinen, sobald sich der Zug bewegt. Oft reicht es aus, sich breitbeiniger hinzustellen und zu laufen. Bei der Einfahrt in den Zielbahnhof sollten Sie daher so lange wie möglich sitzen bleiben. In den engen Gängen werden kleinere Kinder oft von anderen Reisenden umgestoßen oder angerempelt. Tragen Sie am besten Ihr Kind, solange es noch leicht genug dafür ist. Gehen Sie zügig durch die Verbindungsstücke zwischen den Waggons hindurch.

Die Platzwahl

Falls Ihr Kind während der Fahrt im Kinderwagen oder Buggy sitzt, dann schnallen Sie es unbedingt an. Achten Sie darauf, dass es nicht unbemerkt herausklettert. Besonders im Gedränge beim Ein- und Aussteigen ist es wichtig, dass die Hände Ihres Kindes im Wagen sind. Ansonsten könnten sie sich leicht einklemmen und verletzen. Setzen Sie Ihr Kind lieber auf einen Sitzplatz oder Ihren Schoß. Auch wenn offene Fenster verlockend sind: Kopf oder Hände müssen im Zug bleiben. Denn die Geschwindigkeit des Zuges macht selbst aus einem entgegenkommenden Zweig ein hohes Verletzungsrisiko.

Hinweis: Die Steckdosen im Zug besitzen übrigens alle eine Kindersicherung.

Schnupfen und Co. vorbeugen

Neben Feuchttüchern sind Toilettensitzauflagen und Desinfektionsmittel gut für Ihre Grundausstattung. Besonders kleine Kinder, die gerade mit dem Töpfchen- und Toilettentraining starten, haben es schwer: ein wackliger Wagon und oft nicht die saubersten WC-Kabinen. Außerdem ist das Wasser in den Toiletten kein Trinkwasser. Da Kinder alles ertasten und dann gerne die Finger in den Mund nehmen, sollten Sie auf der Fahrt regelmäßig die Hände säubern und desinfizieren. Denn Keime sind nicht nur auf der Zugtoilette, sondern auch an den Handläufen und Türen. So überstehen Sie die Zugfahrt ohne Schnupfen oder Magenprobleme.

Welche Erlebnisse hatten Sie gemeinsam mit Ihrem Kind in der Bahn? Erzählen Sie uns doch in dem Kommentarfeld, wie Ihre letzte Familienbahnfahrt war.

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So sicher ist Bahnfahren: Die wichtigsten Sicherheitsfragen zu Ihrer Zugreise

Welcher Platz ist bei einem Zugunglück der sicherste? Wie oft werden Züge durchgecheckt? Und gibt es eine DIN für Züge? Wir stellen die wichtigsten Sicherheitsfragen zum Reisen mit der Bahn und geben die Antworten.

Wo ist der sicherste Sitzplatz im Zug?

Als erstes die schlechte Nachricht: Es gibt nicht den einen sichersten Platz im Zug. Je nach Art des Unfalls verteilen sich die auftreffenden Kräfte unterschiedlich. Bei einem Frontalzusammenstoß sind die Überlebenschancen im hinteren Teil des Zuges am größten. Denn ein Großteil der Aufprallenergie wurde am Zugende bereits absorbiert. Handelt es sich hingegen um einen Auffahrunfall, ist es im vorderen Teil des ersten Zuges sicherer. Neben Aufprall- und Auffahrunfällen gibt es jedoch auch diese, bei denen der mittlere Teil des Zuges entgleist. Vorn, hinten oder mittig im Zug: Welcher Platz ist denn nun zu empfehlen? Im Gegensatz zu Flugreisen und den sichersten Sitzplätzen gibt es für Züge leider keine entsprechenden Untersuchungen oder Statistiken.

Argumente für einen möglichst sicheren Sitzplatz

  • Wählen Sie einen Sitzplatz in der Zugmitte: Sicherste Knautschzone bei Aufprall- oder Auffahrunfall
  • Wählen Sie einen Gangplatz: Bester Platz bei einem seitlichen Zusammenstoß
  • Setzen Sie sich in Fahrtrichtung gesehen auf die rechte Seite: So reduzieren Sie die Gefahr durch entgegenkommende Züge
  • Setzen Sie sich entgegen der Fahrtrichtung: Der Sitz fängt einen Großteil der Aufprallenergie ab
  • Bevorzugen Sie ein Abteil statt eines Großraumwaggons: Hier gibt es weniger Gepäck, das bei einem Unfall umherfliegen könnte

Ist Bahn gefährlicher als Auto fahren?

Jetzt die gute Nachricht: Die Bahn ist statistisch gesehen das sicherste Verkehrsmittel. Denn laut den Berechnungen der Allianz pro Schiene ist Bahnfahren überall in Europa viel sicherer als Autofahren. So enden in Deutschland 55-mal mehr PKW- als Bahnunfälle tödlich. Und auch das Verletzungsrisiko ist bei PKW-Insassen 105-mal höher.

Gibt es einen Crashtest für Züge?

Für Wagenkästen, also die Rahmen und Fahrgestelle der Züge, gibt es seit 2008 die europaweite DIN 15227. Nach dieser Norm müssen Züge den festgelegten Sicherheitsstandards bei Zusammenstößen mit Gegenständen entsprechen. Die DIN beschreibt zahlreiche bauliche Maßnahmen für den Innenraum sowohl des Lokführers als auch der Fahrgäste, um den Wagenkasten so sicher wie möglich zu machen. Beispielsweise nehmen besonders steife Chassis, Absorber und Puffer die Aufprallenergie auf und leiten sie ab. Hierbei wurden typenspezifische Crashanforderungen definiert. Das heißt, dass S-Bahnen, Regional- und Hochgeschwindigkeitszüge unterschiedliche Sicherheitsprüfungen für ihre Zulassung erfüllen müssen. Je höhere Geschwindigkeiten ein Zug erreichen kann, desto umfangreicher sind die Sicherheitsauflagen.

Während verschiedener Tests rammt das jeweilige Fahrzeug mit diversen Geschwindigkeiten gegen ein Hindernis. Es wird geprüft, wie die Wagenkästen die entstehenden Kräfte aushalten. Und auch nach der Zulassung werden die sicherheitsrelevanten Auflagen regelmäßig geprüft.

Sind ältere Züge unsicherer als aktuelle Bauarten?

Nein. Bei regelmäßigen gesetzlich vorgeschriebenen Kontrollen der Züge wird überprüft, ob die Fahrzeuge den aktuellen Sicherheitsansprüchen entsprechen. Werden dabei Abweichungen festgestellt, werden diese umgehend behoben. Nur technisch einwandfreie Fahrzeuge werden eingesetzt.

Kann eine Gurtpflicht für mehr Sicherheit sorgen?

Natürlich würde ein Sicherheitsgurt bei diversen Unfällen für mehr Sicherheit sorgen. Dennoch ist davon auszugehen, dass viele Fahrgäste den Sicherheitsgurt nicht nutzen. Eine Bahnreise ist gerade wegen der gebotenen Bewegungsfreiheit attraktiv. Für viele Bahnreisende gehört gerade dieser Freiraum zur Reise dazu. Und wie sollte die Gurtpflicht in stark frequentierten Zügen umgesetzt werden? Hier stehen viele Fahrgäste, so entstünde ein Sicherheitsniveau zweiter Klasse.

Welche technischen Systeme sorgen für Sicherheit?

Für eine optimale Sicherheit werden das Schienennetz und die Bahnen permanent überwacht. Jede Zugfahrt ist genau getaktet und auf die Fahrpläne anderer Bahnen abgestimmt. So ist ein ausreichend großer Sicherheitsabstand zwischen den Zügen gewährleistet. Sensoren in den Zügen sowie an Gleisen und Kontrollpunkten überwachen ständig den geforderten Sicherheitsabstand. Die gesammelten Daten werden an Kontrollinstanzen gesandt, die in Leitstellen aufgeteilt sind. Die Leitstelle stimmt alle Bewegungen auf den Schienen mit den Fahrdienstleitern ab. Im ständigen Kontakt mit den Lokführern erteilt die Leitstelle dann Anweisungen und Fahrerlaubnisse. Neben der manuellen Überwachung sorgen technische Systeme für mehr Sicherheit: Entlang der Strecke sind Signale installiert, an denen sich der Lokführer orientiert. Licht- und Scheibensignale informieren über die jeweiligen Gleisabschnitte und die erlaubte Geschwindigkeit. Zusätzliche elektronische Signale werden von der Leitstelle gesteuert und im Cockpit angezeigt.

Diese modernen Sicherungs- und Zugbeeinflussungssysteme setzen die Bahnunternehmen ein

  • Punktförmige Zugbeeinflussung (PZB)
  • Linienzugbeeinflussung (LZB)
  • Sicherheitsfahrschaltung (Sifa)

Die Punktförmige Zugbeeinflussung (PZB) bremst oder stoppt Züge, wenn sie die Signale nicht beachten oder die zulässige Geschwindigkeit nicht einhalten. Bei Zügen, die über 160 km/h fahren, wird die Linienzugbeeinflussung (LZB) eingesetzt. Hierbei wird der Zug nicht nur punktförmig sondern permanent überwacht und geführt. Der längere Bremsweg aufgrund der höheren Geschwindigkeit wird durch eine frühzeitige Information an den Lokführer ausgeglichen. Außerdem wird dauerhaft kontrolliert, ob die korrekte Geschwindigkeit eingehalten wird. Wird diese überschritten, reagiert die Technik automatisch und bremst den Zug ab. Sollte das LZB-System einmal ausfallen, wird automatisch die PZB aktiviert.

Ergänzend bremst die Sicherheitsfahrschaltung (Sifa) einen Zug, falls der Lokführer während der Fahrt handlungsunfähig werden sollte. Als Kontrolle der Handlungsfähigkeit bedient der Lokführer mindestens alle 30 Sekunden ein Pedal oder einen Taster. Wird das Pedal nicht gedrückt, wird der Lokführer zuerst optisch und akustisch gewarnt – erfolgt keine Reaktion, wird der Zug vom System gebremst.

Welche Kontrolle gibt es für den Lokführer?

Damit der Lokführer nicht übermüdet einen Zug lenkt, gibt es vorgeschriebene Lenk- und Ruhezeiten. Durch die strikte organisatorische Planung sind Verstöße nicht möglich.

Wie sicher ist das Überqueren eines Bahnübergangs?

Auch an einem Bahnübergang gibt es Sicherungssysteme. So werden die Schranken auf zwei unterschiedliche Arten gesteuert: Zum einen vollautomatisch durch den passierenden Zug selbst, zum anderen manuell durch das Personal an den Stellwerken.

Bei der vollautomatischen Steuerung wird das Heben und Senken der Schranken mittels Sensoren im Sicherheitsbereich rund um den Bahnübergang ausgelöst. Zusätzlich kontrolliert der Lokführer, ob die Schranken tatsächlich geschlossen werden. Die manuelle Steuerung basiert hingegen auf Informationen der Überwachungskameras. Nähert sich ein Zug, werden die Schranken heruntergelassen. Einige Bahnübergänge werden außerdem von Radar- und Infrarot-Sensoren überwacht. Befindet sich hier trotz geschlossener Schranke ein Objekt auf einem Bahnübergang, wird der Lokführer gewarnt und kann rechtzeitig bremsen.

In welchem Fahrzeug fühlen Sie sich sicherer: Bus, Bahn, Flugzeug oder Auto? Woran liegt das? Schreiben Sie uns in den Kommentaren, welche Sicherheitssysteme Sie sich für eine sichere Fahrt wünschen.

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Sicher Reisen: Gewaltbereite Menschen erkennen und sich selbst schützen

Gewalt hat viele Gesichter: vom Pöbeln bis hin zum tätlichen Angriff. Wer potentielle Täter erkennt, kann gefährliche Situationen schneller ausmachen und sich selbst schützen. Unser Blogbeitrag verrät wie.

Gewalt hat viele Ursachen: Das eigene Selbstbild erhalten, Recht haben oder Ehre, Stolz und Status verteidigen. Dabei entsteht Gewalt nicht von 0 auf 100 und ist dann plötzlich da. Vielmehr entwickelt sich schrittweise das Potenzial einer gewaltbereiten Handlung. Und oft gibt es keine rational erkennbaren Auslöser hierfür. Meint der Betroffene beispielsweise, dass seine Werte angegriffen werden, wird er sie verteidigen. Vorhandene Hemmschwellen sinken nun und ein regelrechter Kampf ums Überleben beginnt. Doch das Entstehen von Gewalt zeigt sich in vielen Warnzeichen. Denn der tatsächliche körperliche Ausbruch ist meist nur der Gipfel.

Die Spirale der Gewalt: So entwickelt sich eine Gefahrensituation

Nimmt man die Sicht eines potenziellen Täters ein, so kann man folgende Stadien der Gewaltentwicklung ausmachen:

  1. Absicht & Intention: Täter ist konfliktbereit; entweder aufgrund länger geplanter Entscheidung oder als emotionale Reaktion auf die Umstände
  2. Potenzielles Opfer suchen (verbal und nonverbal): Täter prüft, ob Sie ein passendes Opfer sind
  3. Suche nach einer günstigen Gelegenheit: Täter prüft, wo und wie er Sie überwältigen könnte. Hinweis: In den ersten drei Phasen können Sie die Tat vermeiden, indem Sie die Situation verlassen oder deeskalierend agieren. Versuchen Sie, beruhigend auf den Angreifer einzureden. Vermeiden Sie, den potentiellen Täter zu provozieren.
  4. Angriff
  5. Reaktion des Opfers

Hinweis: Je nach Reaktion des Opfers kann in Phase 4 und 5 das Ausmaß der Gewalt gemildert werden.

Das Wissen um diese Stadien kann helfen, das Entstehen von Gewaltpotenzial leichter zu erkennen – und ihm entgegenzusteuern. Je konfliktbereiter ein Mensch ist, desto vorhersehbarer wird sein aggressives Handeln. Wenn Sie dies beobachten, sind Sie in Gefahr und sollten entweder fliehen oder deeskalieren. Denn Ihre Reaktion kann maßgeblich dazu beitragen, inwieweit sich die Situation entwickelt.

Achtung: Ist der Täter bewaffnet und eine Flucht unmöglich, setzen Sie alles daran, dass die Waffe nicht eingesetzt wird. Leisten Sie seinen Befehlen strikt Folge und versuchen Sie ihn zu beruhigen.

Aggressionstypen: Diese Menschen sind gewaltbereiter als andere

Es gibt verschiedene gewaltbereite Typen. Je nach deren Selbstbild und vorrangige Motivation zu handeln, zeigen diese Typen unterschiedliche Ausprägungen von Gewaltbereitschaft. Auch variieren je Typ die Auslöser für eine Gewalttat. Wir haben Ihnen die wichtigsten Typen gewaltbereiter Menschen und deren Beweggründe zusammengestellt.

  • Der Selbstbilddarsteller: Über Gewalt demonstriert der Selbstbilddarsteller die Bedeutung und Gewichtigkeit der eigenen Person. Härte und Status sind die Basis – Vergeltung das Mittel, um Stolz und Ehre zu verteidigen.
  • Der sich-hilflos-Fühlende: Gewalt zeigt sich hier als Ausdruck fehlender verbaler und zwischenmenschlicher Strategien sowie sozialer Fähigkeiten, um mit Konfliktsituationen umzugehen. Aus Hilflosigkeit wird Gewalt.
  • Der Ausbeuter: Wird die Ausbeutung entlarvt, reagieren diese Typen mit Gewalt, um sich der Rechenschaft zu entziehen.
  • Der Tyrann: Auslöser für Gewalt ist hier die Freude und Befriedigung durch die Reaktion der Opfer. Durch gewalttätiges Handeln wird Angst geschürt und Gehorsam erzwungen.
  • Der Misstrauische: Die allgegenwärtige Angst des Täters gipfelt in einer Gewalttat mit der sich selbst erteilten Entschuldigung „Angriff ist die beste Verteidigung“.
  • Der Verwöhnte: Als selbst-empfundene privilegierte Person meint der Täter, dass andere nach seinen Vorstellungen handeln müssen. Ist dies nicht der Fall, bestraft der Täter den „Querulant“ mit Gewalt.
  • Der Verteidiger der Gerechtigkeit: Gewalt darf laut dem Täter im Namen übergeordneter Prinzipien angewandt werden. Nicht die Problemlösung steht im Fokus, sondern der eigene Spannungsabbau.
  • Der Exkämpfer: Kämpfer und Rebellen, die in Krisen- und Nachkriegsgebieten eine Kampfausbildung antrainiert bekamen, erfahren Gewalt als Form von Normalität. Oft wird die eigene Identität hinter militärisch organisierte Gruppen gestellt und in der Identifikation mit Autoritätssymbolen gesucht.

Verdächtige Personen und Gefahren erkennen – So schützen Sie sich vor Angriffen

Um verdächtige Personen, wie die oben beschriebenen Aggressionstypen, zu erkennen, beobachten Sie die Mimik und Gestik Ihrer Mitreisenden. Bestimmte Konstellationen von Reisegruppen sind prädestiniert für eine konfliktgeladene Situation. Hierzu zählen größere Reisegruppen, die unter dem Einfluss von Drogen stehen. Besonders Jugendliche, die in der Bahn zur oder von der Party unterwegs sind und „vorglühen“, stehen oftmals unter dem Druck, sich beweisen zu wollen.

Die folgenden Tipps helfen Ihnen, Konfliktsituationen zu deeskalieren:

  • Seien Sie wachsam! Wer nicht mit einer Gefährdung rechnet oder sich zu sicher fühlt, wird schnell überrascht und handelt überstürzt.
  • Halten Sie grundlegende Sicherheitsstandards ein, beispielsweise Abstand zu anderen Gruppen oder dem Gleisbett.
  • Vermeiden Sie einen Tunnelblick, der beispielsweise durch die Ablenkung eines Smartphones entsteht.
  • Stellen Sie sich auf eine unerwartete Dynamiken ein und beobachten Sie die Situation am Bahnhof oder im Zug – Gefahrensituationen entwickeln sich oft erst.
  • Bleiben Sie gedanklich flexibel: vorgefertigte Bilder von Tätern schließen das Konfliktpotenzial angeblich friedlicher Mitreisender aus.
  • Vermeiden Sie nichtsprachliche Signale von Unsicherheit und Verletzbarkeit: Denn Menschen, die diese ausstrahlen oder überängstlich und angespannt wirken, sind leichtere Opfer.
  • Überschätzen Sie sich nicht. Nehmen Sie Ihre inneren Warnglocken ernst. Wer aus einer gefährlichen Situation flieht, ist kein Feigling, sondern entgeht einer uneinschätzbaren Situation.

Bei dem Thema Gewalt gelten zwei Prinzipien: Zum einen „Wehret den Anfängen!“ und zum anderen „Gewalt zieht Gewalt an“. Versuchen Sie daher, das schrittweise Aufbauen von Gewalt zu verhindern. Und schüren Sie die Gewalt nicht durch ein ihrerseits gewaltbereites Auftreten – sonst droht eine Gewaltspirale, aus der es schwer wird auszubrechen. Steigern Sie keinesfalls die Gewaltbereitschaft der drohenden Person, indem Sie diese lächerlich machen oder sie gar auslachen.

Haben Sie bereits gefährliche Situationen am Bahnsteig oder im Zug erlebt? Waren Sie selbst betroffen und wie haben Sie reagiert? Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns und erzählen Sie in den Kommentaren von Ihrer Geschichte.

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Selbstverteidigung im Zug – Was ist erlaubt?

Und plötzlich steht man ihm gegenüber: dem Angreifer. Falls Sie nicht Kampfkunst-erprobt sind, stellt sich schnell die Frage nach der Verteidigung. Was ist erlaubt, was nicht? Unser Blogbeitrag hakt nach.

Angriff ist nicht immer die beste Verteidigung. Das wohl sicherste Mittel bei einem Angriff ist die Flucht. Versuchen Sie aus der Situation zu entkommen, halten Sie den Angreifenden unbedingt auf Abstand – damit Sie keine körperlichen Schäden erleiden.

Im Zug ist eine Flucht oft nicht uneingeschränkt möglich. Daher wünschen sich einige Fahrgäste ein Hilfsmittel, um sich verteidigen zu können. Von Pfefferspray über Hilfsmittel wie ein Kubotan bis hin zu Schreckschusswaffen: Die Liste an Verteidigungsmöglichkeiten ist lang. Doch auch wenn die Schreckschusspistole vorerst ein Gefühl der Sicherheit vermittelt – ist sie auch legal? Achten Sie bei der Wahl Ihrer Selbstverteidigungswaffe unbedingt auf Zertifikate, Mitführbeschränkungen oder Nutzungsvoraussetzungen, denn die Grenze der Legalität ist schnell überschritten.

Selbstverteidigung im Zug – Die rechtlichen Bestimmungen

Bevor wir uns der Palette an möglichen Selbstverteidigungswaffen widmen, schauen wir uns die Situation genauer an. Wann darf ich denn selbst aktiv werden und mich aktiv zur Wehr setzen? Natürlich darf kein Fahrgast grundlos einen anderen angreifen. Eine Verteidigung setzt also erst im Falle eines Angriffs ein.

Mögliche Situationen, bei denen Sie sich tätlich verteidigen dürfen:

  • Notwehr: Als Abwehr eines körperlichen Angriffs, wenn Sie einen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden versuchen.
  • Bedrohung oder Nötigung: Bei Androhung von Gewalt. Die Rechtslage ist hier jedoch schwierig: Sie sollten sich zunächst intensiv um eine verbale Lösung bemühen.
  • Sexuelle Belästigung: Eine Notwehr ist allerdings nur zulässig, wenn die Notwehrsituation anhält: der Täter also nicht nach einmaligem „Grapschen“ verschwindet.

Diese Selbstverteidigungswaffen sind in Deutschland verboten

Sie können sich jedoch nicht einfach eine Waffe Ihrer Wahl aussuchen und diese mit sich führen. Eine Vielzahl an Waffen ist in Deutschland verboten. Das schließt neben dem Mitführen auch den Erwerb sowie den Besitz dieser Waffen ein.

Diese Waffen sind in Deutschland verboten:

  • Messer: Butterflymesser, Springmesser, Fallmesser
  • Schlagringe
  • Totschläger und Stahlruten (Biegsame Schlagstöcke mit erschwertem Endstück)
  • Nunchaku (japanisches Würgeholz)
  • Präzisionsschleudern und Wurfsterne

Diese Selbstverteidigungswaffen sind erlaubt

Doch welche Selbstverteidigungshelfer sind nun in Deutschland erlaubt und wie effektiv sind diese? In der folgenden Liste finden Sie die am häufigsten benutzen Selbstverteidigungsmittel.

Pfefferspray & Reizgas

Eigentlich als Tierabwehrspray bezeichnet, können die Sprays in besonderen Notfallsituationen zur Notwehr eingesetzt werden. Setzen Sie Pfeffersprays ausschließlich in einer echten Gefahrensituation ein, sonst laufen Sie Gefahr, sich selbst der Körperverletzung strafbar zu machen. Pfefferspray enthält Oleoresin Capsicum (OC), das aus dem Fruchtfleisch besonders scharfer Chillischoten gewonnen wird. CS-Gas ist allgemein bekannt als Tränengas, es hat jedoch eine schwächere Wirkung als das Pfefferspray.

Wirkung: Aufgrund der starken Reizung der Haut, Schleimhaut und der Atemwege tritt eine kurzzeitige Orientierungslosigkeit ein.

Risikofaktoren: Windverhältnisse, Sprühdistanz, Reaktionsgeschwindigkeit der Täter, Anzahl der Täter, Selbstkontamination

Schrillalarm

Klein und handlich ist der Schrillalarm in Form von Schlüsselanhängern, Autoschlüsseln oder kleinen Spraydosen, sodass Sie ihn stets parat haben können. Sie erhalten verschiedene Varianten mit einer Lautstärke zwischen 100 bis zu 130 dB.

Wirkung: unerträgliche Lautstärke, Überraschungsmoment als Fluchtmöglichkeit, öffentliche Aufmerksamkeit

Risikofaktoren: kurzer Überraschungsmoment, Belastung des eigenen Ohrs

Schreckschusswaffen & Reizgaspistolen

Schreckschusswaffen imitieren optisch echte Pistolen und sollen so den Angreifer in die Flucht schlagen. Reicht die bloße Bedrohung nicht aus, kann die Waffe abgefeuert werden: Es wird entweder eine Reizgasmunition oder eine Schreckschussmunition mit einem lauten Knall entladen. Schreckschusspistolen erhalten Sie ab 18 Jahren und dürfen diese mit einem kleinen Waffenschein mit sich führen. Beachten Sie aber unbedingt, dass Sie die Schreckschusswaffe auch bedienen können müssen.

Wirkung: Einschüchtern des Angreifers

Risikofaktoren: Bei ungeschickter Handhabung könnte der Angreifer Sie entwaffnen und die Waffe gegen Sie einsetzen. Dies wäre vor allem bei einer Reizgaspistole unangenehm.

Tactical Pen & Kubotan

Der Tactical Pen ist ein Kugelschreiber mit einem robusten Aluminium-Gehäuse und einer speziellen Form. Kubotan ist hingegen ein kurzer Stock mit dem Sie Ihre Schlag- und Druckkraft verstärken.

Wirkung: Gezielte Schläge werden verstärkt.

Risikofaktoren: Sie benötigen sowohl beim Tactical Pen als auch beim Kubotan Erfahrung im Nahkampf und Bedienungs-Know-How. Ansonsten ist die Entwaffnungsgefahr mit diesen Selbstverteidigungsmitteln besonders hoch.

Help Me

Die Marktneuheit bietet einen sechsfachen Effekt und wurde speziell dafür entwickelt, auch mehrere Angreifer erfolgreich abzuwehren. Enthaltene Effekte: Schrillalarm, gelartige Substanz mit der die Täter-DNA erfasst wird, Ausstoß chemischer Wirkstoff der eine unauffällige Flucht der Angreifer verhindert, Markierung mittels UV Farben.

Hochleistungstaschenlampen

Die Hochleistungstaschenlampen sorgen mit einer Lichtstärke von bis zu 200 Lumen für eine kurzzeitige Desorientierung der Angreifer, sodass Sie fliehen können.

Notfall-Apps

Ein weiteres defensives Verteidigungsmittel ist die Notfall-App. Aktivieren Sie die Smartphone-App, wird ein großer HILFE-Button angezeigt. Wird dieser gedrückt, ruft ein Servicemitarbeiter an: Falls Sie den Anruf nicht entgegen nehmen, wird sofort die Polizei per Notruf verständigt und Ihre Positionsdaten übermittelt. Für die Nutzung dieser Apps fallen Jahresgebühren an.

Alltagsgegenstände

Nicht zu verachten sind die unscheinbaren Gegenstände, die Sie bei sich tragen. So können Regenschirme, Schlüssel oder Absatzschuhe zum nützlichen Beschützer werden – wenn Sie mit diesen einen gezielten Treffer landen.

Im Falle eines Notfalls sollten Sie also zunächst versuchen:

  • Den Angreifer verbal zu beruhigen
  • Aus der Situation zu kommen und einen Fluchtversuch starten
  • Die Aufmerksamkeit der anderen Bahngäste erregen
  • Falls alles nichts hilft, sich körperlich verteidigen

Mussten Sie sich im Zug oder am Bahnsteig bereits einmal verteidigen? Welche Hilfsmittel haben Sie genutzt und wie haben Sie die Situation in Erinnerung? Lassen Sie uns und unsere Leser an Ihren Erlebnissen teilhaben und hinterlassen Sie einen Kommentar zu Ihren Erfahrungen.

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Taschendiebstahl

Taschendiebe: So schützen Sie sich vor den Langfingern

Ein Handgriff und der Geldbeutel ist weg: In deutschen Zügen und Bahnhöfen stieg die Zahl der Taschendiebstähle in den vergangenen Jahren immer weiter an. Unter den Tätern sind oft professionelle Gruppierungen, die mit raffinierten Tricks vorgehen. Wir zeigen Ihnen in diesem Beitrag, wie sie sich am besten vor Taschendiebstahl schützen.

Wie gehen Taschendiebe vor?

Taschendiebe nutzen gerne anonyme Menschenmengen. An Bahnhöfen und Zügen sind die Reisenden oft unter Stress und Zeitdruck: ideale Bedingungen für die Langfinger. Trotz Videoüberwachung und Streifen der Bundespolizei bleiben die meisten der Diebstähle unaufgeklärt, da die Opfer den Diebstahl erst dann bemerken, wenn die Täter schon weit entfernt sind. 2017 wurden nur 6,4 Prozent der Diebstähle aufgeklärt. (1)

Taschendiebe arbeiten darüber hinaus oft mit Komplizen. Während einer das Opfer ablenkt, stiehlt der zweite die Beute und gibt sie an einen dritten weiter. So wird die Beweisaufnahme für die Polizei zusätzlich erschwert. Denn selbst wenn ein Dieb erwischt wird, hat er die Beute nicht mehr bei sich.

Besonders beliebter Tatort für Taschendiebstahl ist das Bahngleis. Hier sind oft viele Menschen unterwegs und gerade beim Einsteigen in den Zug unaufmerksam und abgelenkt. Geldbeutel in Gesäßtaschen oder offenen Handtaschen sind so ein leichtes Opfer für die Diebe.

Beliebte Tricks der Taschendiebe im Zug und am Bahnhof

Blockier- oder Drängel-Trick: Hier versperrt einer der Täter dem Opfer den Weg, z. B. beim Einsteigen in den Zug. Das Opfer kommt nicht an dem Täter vorbei und wird zum Halten gezwungen. Währenddessen entwendet ein zweiter geschickt von hinten die Wertsachen.

Münz-Trick: Einer der Langfinger lässt absichtlich Münzen fallen. Während das Opfer beim Aufsammeln hilft und sein Gepäck nicht mehr im Blick hat, klaut der Komplize alles, was griffbereit ist.

Der Taschen-Trick: Viele verstauen ihr Gepäck, wie Taschen und Rucksäcke auf Zugreisen unter ihrem Sitz. Damit werden sie für Taschendiebe jedoch ein leichtes Opfer. Diese setzen sich im Zug hinter das Opfer und ziehen das Gepäck unter dem Vordersitz hervor. Bevor der Reisende etwas bemerkt, haben sie die Wertsachen längst entwendet und das Gepäckstück wieder unter den Sitz geschoben.

So schützen Sie sich am besten vor Taschendiebstahl

Auch wenn die Methoden der Täter mitunter sehr trickreich sind, können Sie sich vor Taschendiebstahl sehr wohl schützen. Dazu sollten Sie diese Hinweise befolgen:

  • Seien Sie vorsichtig bei Gedränge und Menschenansammlungen! Bleiben Sie insbesondere dann skeptisch, wenn Sie jemand anrempelt und behalten Sie Ihre Wertsachen im Blick.
  • Lassen Sie Ihr Gepäck nie unbeaufsichtigt.
  • Verwahren Sie Ihre Wertgegenstände dort, wo Langfinger schlecht herankommen, z. B. in den Innentaschen Ihrer Jacke oder Handtasche.
  • Halten Sie Rucksäcke und Jackentaschen immer geschlossen. Rucksäcke tragen Sie am besten vor dem Bauch und Handtaschen mit der Öffnung zum Körper.
  • Nehmen Sie Ihre Wertsachen mit, wenn Sie im Zug auf die Toilette gehen oder lassen Sie jemand vertrauenswürdigen auf Ihr Gepäck aufpassen.
  • Versuchen Sie während der Zugreise nicht einzuschlafen und bewahren Sie Ihre Wertgegenstände sowie Ihr Gepäck sicher auf, wenn Sie doch ein Nickerchen machen.

(1) Statistik der Bundespolizei

Wurden Sie schon einmal Opfer von Taschendieben? Oder haben Sie Bekannte, denen im Urlaub oder auf Reisen schon einmal etwas gestohlen wurde? Teilen Sie gerne Ihre Erfahrung und Meinung mit uns. Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.

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