Videoüberwachung im Zug – So sorgt die Präventivmaßnahme für Ihre Sicherheit

Im Jahr 2019 wurden in Bahnhöfen Wartende vor Züge gestoßen. Daraufhin forderte die Politik mehr Videoüberwachung und Sicherheitskräfte. Wir schauen uns die Präventivmaßnahmen genauer an.

Für mehr Sicherheit: Videoüberwachung am Bahnhof und im Zug

Nach den Vorfällen wollen Bundesinnenminister Horst Seehofer, Verkehrsminister Andreas Scheuer und die Bahn die Überwachung an Bahnhöfen und in den Zügen ausweiten. So sollen Videoüberwachung und eine verstärkte Polizeipräsenz dazu dienen, Strafftaten wie Vandalismus oder Angriffe auf Personen in den Fahrzeugen aufzuklären. Gleichzeitig sollen die Maßnahmen auch abschreckend wirken.

Insgesamt 130 Millionen Euro wollen die CSU-Minister für zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen einsetzen. Durch diese Förderung sollen bis Ende 2024 nahezu alle großen Bahnhöfe mit moderner Videotechnik ausgestattet werden. Die Bundespolizei hat bereits jetzt mehr als 70 Millionen Euro eingeplant. Weitere 50 Millionen Euro will das Verkehrsministerium bereitstellen. Von der Deutschen Bahn sollen zusätzlich 12,5 Millionen Euro in die Ausweitung der Präventivmaßnahmen fließen.

Speicherdauer der Videoüberwachung

§ 6b Abs. 5 BDSG regelt die Speicherdauer bei Videoaufzeichnungen. So sind die Daten „unverzüglich zu löschen, wenn sie zur Erreichung des Zwecks nicht mehr erforderlich sind oder schutzwürdige Interessen der Betroffenen einer weiteren Speicherung entgegenstehen.“ Aufnahmen aus Bahnhöfen können bis zu 30 Tage lang aufgehoben werden. Mitschnitte aus Zügen werden hingegen in der Regel nur bis zu 72 Stunden gespeichert. Im begründeten Einzelfall ist jedoch eine Speicherdauer von 10 Tagen zulässig. Detaillierte Informationen finden sich in den Datenschutzerklärungen der Bahnunternehmen, die in der Regel im Zug zugänglich sind.

Intelligente Videoüberwachung für optimale Sicherheit

Im Zuge der intensivierten Videoaufzeichnung sollen die Präventivmaßnahmen durch intelligente Verfahren wie die biometrische Gesichtserkennung ausgeweitet werden. Mithilfe dieser Verfahren könnten beispielsweise zur Fahndung ausgeschriebene Personen identifiziert werden. Skepsis gegenüber des Einsatzes der Gesichtserkennung meldeten hingegen Datenschützer an.

Neben der Gesichtserkennung soll die sogenannte intelligente Videoüberwachung auffällige Verhaltensmuster wie Schlagen, Treten oder Hinfallen erkennen. Die vorsortierten Aufnahmen müssen anschließend von Polizisten gesichtet und bewertet werden. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) begrüßt die Pläne. So beschreibt GdP-Vize Jörg Radek die Videoüberwachung als einen Baustein für mehr Sicherheit. Dennoch strebt Radek weitere Schritte an. Zusätzlich zur Überwachung der Bahnsteigkante solle die Videoüberwachung auf andere Bahnhofsbereiche ausgedehnt werden. Dadurch könnten etwa Taschendiebe besser verfolgt werden.

Für ein bestmögliches Sicherheitsgefühl im Bahnhof und in den Zügen sollte zusätzlich das ansprechbare Personal verstärkt werden. Denn Videotechnik allein reicht nicht, um das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste zu erhöhen.

Wie sicher fühlen Sie sich am Bahngleis und in den Zügen? Hinterlassen Sie uns einen Kommentar und verraten Sie uns, ob und wie Videoüberwachung Ihnen ein besseres Gefühl auf Ihrer Bahnreise gibt.

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Diese Hauptsignale sorgen für Sicherheit bei Ihrer Bahnfahrt

Signale am Streckenrand zeigen dem Lokführer, ob er eine Strecke befahren kann und wie schnell. Wir stellen Ihnen die Hauptsignale für eine sichere Bahnfahrt vor.

In der Frühzeit der deutschen Eisenbahngeschichte benutzte jede Bahngesellschaft ihr eigenes Signalsystem. Mit der Verstaatlichung dieser Gesellschaften ab 1875 trat in ganz Deutschland eine einheitliche Signalordnung für die Eisenbahnen Deutschlands in Kraft. Diese gilt noch heute.

Bedeutung der Hauptsignale für die Bahnfahrt

Die Signalordnung umfasst verschiedene Signalarten. Grob lassen sie sich in Haupt- und Vorsignale sowie Zusatzsignale gliedern. Über die Hauptsignale (Hp) erfährt der Zugführer, ob er in den nachfolgenden Streckenabschnitt einfahren darf oder nicht. Das Hauptsignal kann sich aus bis zu drei Signalbildern zusammensetzen.

Zwischen diesen Signalen wird unterschieden:

  • Im Bahnhof: Einfahr-, Zwischen- und Ausfahrsignale
  • Auf freier Strecke: Blocksignale
  • Vor Gefahrenstellen: Deckungssignale

So sind Hauptsignale für eine sichere Bahnfahrt aufgebaut

Hauptsignale setzen sich aus Form- und Lichtsignalen zusammen. Die Formsignale bestehen aus zwei Signalflügeln, die ihre Stellung je nach Information ändern. Als Nachtzeichen beziehungsweise Lichtzeichen werden zwei Lichter eingesetzt, deren Farbe je nach Signal wechselt.

Damit man die Maste der Formhauptsignale besser erkennt, sind sie mit rot-weiß gestreiften Mastblechen ausgerüstet.

Hauptsignale
Grafik Übersicht Signale: WWSS1, CC BY-SA 3.0

Hauptsignal Hp 0: Halt

Vor dem Hauptsignal Hp 0 muss der Zug anhalten. Denn der nachfolgende Streckenabschnitt ist entweder von einer anderen Zugfahrt besetzt, oder die Fahrt endet hier. So sieht das Hp-0-Signal aus: Der obere Signalflügel zeigt waagerecht nach rechts. Als Lichtsignal erscheint ein rotes Licht.

Hauptsignal Hp 1: Fahrt

Wird dieses Signal angezeigt, kann die Zugfahrt mit der zulässigen Streckengeschwindigkeit fortgesetzt werden. So sieht das Hp-1-Signal aus: Der obere Signalflügel zeigt schräg nach rechts oben. Als Lichtsignal erscheint ein grünes Licht.

Hauptsignal Hp 2: Langsamfahrt

Die folgende Strecke darf nach dem Hauptsignal befahren werden – jedoch nur mit einer gedrosselten Geschwindigkeit. Im anschließenden Weichenbereich gilt die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h. Abweichungen von dieser Geschwindigkeit werden im sogenannten Buchfahrplan hinterlegt oder werden per Befehl oder durch einen Geschwindigkeitsanzeiger übermittelt.

So sieht das Hp-2-Signal aus: Zwei Signalflügel zeigen schräg nach rechts oben. Als Lichtsignal erscheint ein grünes über einem gelben Licht.

Weitere Signale für schnelle Züge notwendig

Bei schnellen Zügen reicht das Hauptsignal nicht aus, um nach dem Signal noch entsprechend abzubremsen. Ab einer Geschwindigkeit von 160 km/h benötigen die Züge einen Bremsweg von ca. 1000 m. Daher wird das Hauptsignal bereits 1000 m vorab mithilfe eines Vorsignals angekündigt. So kann der Lokführer rechtzeitig die Bremsung einleiten.

Hinweis: Die Vorsignale stellen wir Ihnen in einem gesonderten Beitrag vor.

Da die Ausrüstung des Streckennetzes mit diesen Signalen kostspielig und wartungsintensiv ist, sollen die Informationen künftig direkt in den Führerstand übertragen werden. Bisher werden die Systeme auf ihre Umsetzbarkeit überprüft.

Achten Sie auf Ihrer Bahnfahrt auf die Hauptsignale? Erzählen Sie uns doch im Kommentarfeld, welche Sicherungssysteme Sie bereits kennen.

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automatische Sicherheitseinrichtungen

So sicher ist Ihre Bahnfahrt: Volle Kontrolle durch automatische Sicherheitseinrichtungen

Auf der Strecke Frankfurt am Main nach Paris erreicht der ICE 3 eine Geschwindigkeit von bis zu 330 km/h. Dennoch ist ein Unglück wegen massiv überhöhter Geschwindigkeit in Deutschland sehr unwahrscheinlich. Wir erklären, wie automatische Sicherheitseinrichtungen für eine sichere Bahnfahrt sorgen.

Zugbeeinflussung gewährleistet das Einhalten des Tempolimits

In Deutschland ist es unmöglich, dass ein Lokführer das Tempolimit missachtet und mit überhöhter Geschwindigkeit in eine Kurve rast. Denn das komplette Streckennetz der Bahn ist mit automatischen Sicherungseinrichtungen ausgestattet: die sogenannte Zugbeeinflussung. Dank dieser Systeme kann ein Zug zum Halten gebracht und bei Geschwindigkeiten über 160 km/h auch geführt werden. Das automatische Sicherheitssystem ist ab einer Zuggeschwindigkeit von 100 km/h vorgeschrieben. Ausschließlich auf ausgewiesenen Nebenstrecken wird auf die Zugbeeinflussung verzichtet. Denn hier dürfen Züge in der Regel maximal Tempo 80 fahren.

Diese automatischen Sicherheitseinrichtungen sorgen für eine sichere Bahnfahrt

Im deutschen Streckennetz kommen hauptsächlich die Punktförmige Zugbeeinflussung (PZB) und die Linienzugbeeinflussung (LZB) zum Tragen. Ergänzt werden diese Sicherheitssysteme durch die Sicherheitsfahrschaltung (Sifa). Der Lokführer kann diese Sicherheitseinrichtung während der Bahnfahrt nicht deaktivieren. Er kann also nicht selbst bestimmen, schneller zu fahren, als es für die Strecke erlaubt ist.

Die Punktförmige Zugbeeinflussung (PZB)

Bei der Punktförmigen Zugbeeinflussung erfolgt die Informationsübertragung und die Überwachung punktuell. Zwischen den Schienen sind Kabel und Transponder verlegt. Über Sensoren werden die Geschwindigkeit und der Standort des Zugs ermittelt. Diese Messdaten werden binnen Sekundenbruchteilen an das Triebfahrzeug übertragen. Fährt ein Zugführer mit zu hohem Tempo oder überfährt ein haltzeigendes Signal, wird der Zug notfalls automatisch abgebremst.

Mit dem PZB wird auch die zulässige Geschwindigkeit an verschiedenen Punkten auf der Strecke kontrolliert. So muss der Zug an bestimmten Positionen wie vor einer Kurve seine Geschwindigkeit um mehr als 20 Prozent reduzieren. Fährt der Zug an den Messpunkten zu schnell, wird er automatisch gebremst.

Die Linienzugbeeinflussung (LZB)

Bei Zuggeschwindigkeiten über 160 km/h tritt eine weitere Sicherheitseinrichtung in Kraft. Denn bei dieser Geschwindigkeit benötigt man mehr als den üblichen 1.000-Meter-Abstand zwischen Vor- und Hauptsignal, um den Zug anzuhalten. Mittels eines Anzeigesystems wird der Triebfahrzeugführer über die bevorstehende Strecke informiert. Nähert er sich dem Signalpunkt, wird er zum Bremsen aufgefordert. Hierfür sorgt die LZB, die den Zug permanent führt. Die LZB stellt auch die Einhaltung der korrekten Geschwindigkeit sicher, indem sie das Tempo technisch dauerhaft kontrolliert. Überschreitet der Zugführer die zulässige Geschwindigkeit, springt die LZB automatisch ein und bremst den Zug ab. Sollte dieses Sicherheitssystem ausfallen, wird automatisch das nächste Sicherungssystem aktiviert: die PZB.

Die Sicherheitsfahrschaltung (Sifa)

Die Sicherheitsfahrschaltung (Sifa) ergänzt die PZB und die LZB. Während der Fahrt muss der Lokführer mindestens alle 30 Sekunden ein Pedal oder einen Taster bedienen. Diese Aktion zeigt dem System: Der Zugführer ist handlungsfähig. Wenn das Pedal oder der Taster nicht aktiviert werden, warnt das System den Lokführer. Nach einer optischen Warnung erfolgt ein akustisches Signal. Reagiert der Zugführer auf beide Signale nicht, wird der Zug automatisch durch die Sifa gebremst.

Hinweis: Wie Vorsignale und Hauptsignale neben den automatischen Sicherheitseinrichtungen für eine sichere Bahnfahrt sorgen, lesen Sie in unseren Blogbeiträgen.

Tragen automatische Sicherheitssysteme dazu bei, dass Sie sich während einer Bahnfahrt sicherer fühlen? Wir freuen uns auf Ihre Eindrücke und Erfahrungen. Nutzen Sie hierfür das Kommentarfeld.

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Zugverspätung oder Ausfall – Ihre Rechte im Entschädigungsfall

Natürlich bemühen sich alle Bahnunternehmen Ihnen eine pünktliche und angenehme Fahrt zu ermöglichen. Doch manchmal gelingt dies nicht – Zugverspätung und Zugausfall sind die Folge. Welche Rechte Sie im Entschädigungsfall haben, zeigen wir Ihnen.

Falls sich durch Verspätungen oder Zugausfälle Ihre Reiseplanung ändert, können Sie als Fahrgast von Ihren gesetzlich festgeschriebenen Rechten Gebrauch machen. Laut EuGH-Urteil gelten diese auch bei höherer Gewalt wie Suizid, Unwetter oder Streikauswirkungen. Also dann, wenn nicht das Bahnunternehmen für die Verspätung verantwortlich ist. Welche Rechte Sie im Entschädigungsfall bei einer Zugverspätung haben, haben wir aufgelistet.

Entschädigungsfall bei Zugverspätung am Zielbahnhof

Trifft Ihr Zug am Zielbahnhof 60 Minuten oder mehr zu spät ein, erhalten Sie eine Entschädigung von 25 Prozent Ihrer Fahrkarte. Ab 120 Minuten Verspätung steht Ihnen ein Ausgleich der Fahrtkosten von 50 Prozent zu.

Für Zeitfahrkarten wie Länder-Tickets oder besondere Angebote gelten pauschale Entschädigungsbeträge, die je Verkehrsverbund variieren:

  • Im Nahverkehr sind für die 2. Klasse etwa 1,50 Euro und der 1. Klasse zwischen 2,25 und 2,50 Euro veranschlagt.
  • Im Fernverkehr für die 2. Klasse 5,00 und die 1. Klasse 7,50 Euro.
  • Besitzen Sie eine Abo-Karte wie die BahnCard 100 oder ähnliche Vergünstigungen steht Ihnen im Verspätungsfall ein Ausgleich von 10,00 Euro (2. Klasse) bzw. 15,00 Euro (1. Klasse) zu.

Diese Beträge gelten ab 60 Minuten Verspätung.

Hinweis: Bei Zeitfahrkarten erhalten Sie eine maximale Entschädigung von 25 % des Zeitkartenpreises. Entschädigungsbeträge unter 4,00 Euro werden nicht ausgezahlt. Hier sollten Sie mehrere Zeitkarten gesammelt einreichen.

Weiterfahrt mit einem anderen Zug oder weiteren Verkehrsmitteln

Ist eine Verspätung am Zielbahnhof von mindestens 20 Minuten absehbar, dürfen Sie Ihre Bahnfahrt mit jedem anderen, nicht reservierungspflichtigen Zug fortsetzen. Um Ihre Ankunftszeit zu verringern, dürfen Sie auch höherpreisige Züge nutzten. In diesem Fall müssen Sie jedoch vorerst die Kosten übernehmen und können sich diese im Anschluss erstatten lassen.

Sollte Ihr Zug planmäßig den Zielbahnhof erst zwischen 0 und 5 Uhr erreichen und hierbei 60 Minuten verspätet sein, dürfen Sie auch andere Verkehrsmittel nutzen. Dies gilt auch, wenn Sie mit der letzten planmäßigen Verbindung unterwegs sind und ohne andere Verkehrsmittel Ihr Ziel nicht bis Mitternacht erreichen könnten. Die Kosten werden bis maximal 80 Euro erstattet.

Hinweis: Falls Ihnen das Bahnunternehmen eine Möglichkeit zur Weiterfahrt organisiert, hat diese Vorrang vor selbstorganisierten Alternativen.

Wenden Sie sich daher zunächst an die Mitarbeiter des Bahnunternehmens mit dem Sie unterwegs sind. Diese regeln Ihre Weiterfahrt bzw. Übernachtung. Wenn Sie Ihre Weiterfahrt oder Übernachtung auf eigene Faust organisieren, haben Sie nur auf Kulanzbasis des Unternehmens die Möglichkeit, Ihre Auslagen wieder zu bekommen. Sie können keinen Ersatz der Kosten für ein anderes Verkehrsmittel oder eine Übernachtung verlangen, wenn Sie sich nicht erfolglos um Kontaktaufnahme vor Ort mit der Fahrkartenverkaufsstelle- oder Informationsstelle oder Personal des genutzten Zuges bemüht haben.

Erstattung der Reisekosten bei Reiseabbruch

Wird Ihr Zug am Zielbahnhof mehr als 60 Minuten verspätet eintreffen, können Sie sich einen Teil Ihrer Reisekosten erstatten lassen – bis maximal 80 Euro. Diese Erstattung greift bei Nichtantritt oder Abbruch der Reise wegen Verspätung, Zugausfall oder Anschlussverlust. Eine Erstattung erhalten Sie, wenn Sie aufgrund der Verspätung von Ihrer Reise zurücktreten. Brechen Sie Ihre Fahrt unterwegs ab, da sie durch die Verspätung sinnlos wird, können Sie die Fahrkosten auch für die bereits durchfahrene Strecke sowie die Fahrkarte für die Rückfahrt zum Ausgangsbahnhof beanspruchen. Nutzen Sie hingegen eine Teilstrecke, dann können Sie sich den nicht genutzten Anteil erstatten lassen.

Übernahme Übernachtungskosten

Ist aufgrund einer Verspätung die Weiterreise am selben Tag nicht zumutbar, kann eine Übernachtung erforderlich sein. In diesem Fall werden angemessene Übernachtungskosten erstattet. Die Bahngesellschaft kann Ihnen hierfür eine Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung stellen. Diese hat Vorrang vor selbst organisierten Alternativen.

Achtung: Für die verschiedenen Verkehrsverbünde und Landestarife können abweichende Regelungen gelten. Erkundigen Sie sich daher beim jeweiligen Verbund.

Wie werden Ansprüche Im entschädigungsfall bei zugverspätung geltend gemacht?

Bevor Sie Ihre Ansprüche geltend machen können, muss geklärt werden, wer der Verursacher ist. Ist das Bahnunternehmen in der Verantwortung, wenden Sie sich an den jeweiligen Kundenservice. Um Ihre Ansprüche geltend zu machen, haben Sie verschiedene Möglichkeiten:

  • Ausfüllen des Fahrgastrechteformular (online oder postalisch): Hierbei fügen Sie Ihre Fahrkarte entweder als Scan oder als Original bei.
  • Anspruch im Servicecenter des jeweiligen Verkehrsunternehmens einfordern: Auch hier müssen Sie ein Fahrgastrechteformular ausfüllen und mit Ihrem Fahrschein belegen.

Hinweis: Alle Rechte im Detail finden Sie hier.

Die wichtigsten Fragen rund um Ihre Reise mit dem Zug und wie sicher eine Bahnfahrt ist, erfahren Sie in unserem Blogbeitrag.

Haben Sie schon mal wegen einer Zugverspätung einen Entschädigungsfall wie Übernachtung oder eine Erstattung in Anspruch genommen?  Schreiben Sie uns gerne einen Kommentar und lassen Sie uns an Ihren Erfahrungen teilhaben.

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Wie gefährlich ist eine nächtliche Bahnfahrt für Frauen?

Ist Bahn fahren für Frauen spät am Abend oder nachts gefährlicher als am Tag? Nein! Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie sich am besten bei ihrer nächtlichen Fahrt verhalten sollten.

Als erstes eine Entwarnung: Laut Polizeistatistik sind Haltestellen oder öffentliche Verkehrsmittel für Frauen genauso sicher wie andere öffentliche Orte. Daher müssen sich Frauen vor einer nächtlichen Bahnfahrt nicht per se fürchten – die Gefährdungslage ist in öffentlichen Verkehrsmitteln nicht höher. Dennoch ist bei vielen Frauen das subjektive Sicherheitsgefühl schlecht: Sie empfinden also eine Bedrohungssituation und meiden deshalb Bus und Bahn in der Dunkelheit. Die Gründe hierfür sind vielfältig und reichen bis hin zur Angst vor Belästigung und Übergriffen. Doch wie kann man dieser Kriminalitätsangst begegnen?

Informieren Sie sich vor Ihrer Bahnfahrt

Seien Sie optimal vorbereitet: Suchen Sie bereits vor Ihrer Reise die beste Verkehrsverbindung raus. Wählen Sie eine Verbindung, bei der Sie unnötige Wartezeiten an den Haltestellen vermeiden.

Suchen Sie Rückendeckung

Falls Sie an einem Bahngleis warten müssen, stellen Sie sich mit Ihrem Rücken an eine sichere Abgrenzung wie der Wand des Wartehäuschen, eine Hauswand oder eine Stützmauer. Mit dieser Rückendeckung können Sie Ihre Umgebung sicher beobachten. Stellen Sie sich außerdem ins Licht oder zu anderen Personen.

Hinweis: An einigen Bahnhöfen gibt es eine Notrufsäule – von hier aus können Sie im Notfall einen Hilferuf absetzen.

Beobachten Sie aufmerksam Ihre Umgebung

Bleiben Sie aufmerksam und schauen Sie sich Ihre Umgebung genau an: Wer sind Ihre Mitreisenden? Gibt es Konfliktpotenzial wie etwa größere Reisegruppen, die angetrunken sind? Damit Sie nicht unnötig abgelenkt werden, sollten Sie über Ihre Kopfhörer nur leise Musik hören und sich nicht zu intensiv mit Ihrem Handy beschäftigen.

Tipp: Wie Sie gewaltbereite Mitreisende erkennen, lesen Sie in unserem Blogbeitrag.

Auch wenn die wohlige Wärme im Zug gepaart mit dem gleichmäßigen Rattern über die Schienen Ihre Müdigkeit verstärkt, sollten Sie wach bleiben. Wenn Sie Ihre Umgebung im Blick haben, haben Sie im Ernstfall ausreichend Zeit zum Reagieren.

Hinweis: Vermuten Sie jedoch nicht hinter jeder Person eine Gefahr, sonst steigern Sie sich unnötig in ein Angstgefühl.

Halten Sie Sichtkontakt

Wählen Sie einen Waggon, indem bereits mehrere Fahrgäste sitzen. Optimal sind verschiedene Reisende, die nicht zu einer einzelnen, großen Gruppe gehören. Sollte der Zug jedoch ziemlich leer sein, dann suchen Sie sich einen Sitzplatz im vorderen Wagenteil. Hier sind Sie stets in der Nähe des Fahrpersonals. Generell ist ein Sitzplatz ideal, von dem Sie möglichst den gesamten Waggon überblicken können. Setzen Sie sich außerdem nicht ans Fenster. Auf den Plätzen am Gang können Sie nicht eingekesselt werden und können schneller Ihren Sitzplatz verlassen.

Machen Sie auf sich Aufmerksam

Zeigen Sie deutlich, dass Sie nicht angesprochen werden wollen. Reagieren Sie dabei höflich und doch distanziert. Hier ist ein striktes „Nein!“ und das förmliche „Sie“ hilfreich. Wenn Sie sich belästigt fühlen, machen Sie dies klar: Sagen Sie laut, dass Sie sich belästigt fühlen. So erzeugen Sie bei den anderen Fahrgästen Aufmerksamkeit. Sprechen Sie im Ernstfall die anderen Fahrgäste an oder setzen sich zu ihnen.

Übergriffe nicht bagatellisieren

Mit der Reform des Sexualstrafrechts wurden die Rechte der Frau maßgeblich gestärkt. Wurden bisher ungewollte Berührungen lediglich als Beleidigung geahndet, gilt nun derart überrumpelndes Verhalten als sexuelle Nötigung. Hierzu zählen Berührungen, die sexuell bestimmt sind und durch die sich der Angegriffene belästigt fühlt. Erleben Sie eine derartige Situation haben Sie das Recht, zur Polizei zu gehen und diese Belästigung anzuzeigen. Nutzen Sie Ihre Rechte und verharmlosen Sie das Verhalten nicht.

Wehren Sie sich

Verbal oder körperlich – viele Angreifer erwarten dies nicht und lassen überrascht ab. Für Ihr Selbstwertgefühl ist es wichtig, Ihre persönliche Grenze abzustecken. Machen Sie sich nicht klein! Gemeinsam mit anderen zu reisen schafft zudem Sicherheit. Suchen Sie unter den Reisenden doch eine weitere allein reisende Frau und schließen sie sich zusammen.

Reisen Sie nachts allein mit der Bahn? Haben Sie dabei schon einmal eine brenzlige Situation erlebt oder beobachtet? Wie haben Sie reagiert? Lassen Sie uns an Ihren Erfahrungen teilhaben und schreiben Sie einen Kommentar.

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Sicherheit in Zügen

Statistisch betrachtet – So sicher sind Sie in Zügen

Ob Diebstahl, körperliche Bedrohung oder Gewalt: Die Nachrichten über Gewalttaten in Zügen beherrschen immer wieder die Medien. Was bleibt, ist das Gefühl, Bahn zu fahren sei unsicher. Doch Fakten zur Sicherheit in Zügen belegen das Gegenteil.

Züge sicherer als Busse oder Autos

Züge gelten als das sicherste Verkehrsmittel für die Alltagsmobilität – nur Flugzeuge sind sicherer. Nach einer Aufstellung der Allianz pro Schiene, die sich auf Daten des Statistischen Bundesamts beruft, steht die Bahn als sicherstes Verkehrsmittel vor Bussen und vor allem dem Auto. Demnach kamen im Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2017 in Deutschland pro einer Milliarde Personenkilometer 0,035 Menschen ums Leben. Somit ist das Risiko durch einen Verkehrsunfall zu verunglücken für Bahnreisende 55 mal geringer als für die Insassen eines Pkw. (1)

Risiko für Gewalttaten gesunken

Doch nicht nur Verkehrsunfälle sollten bei einem Blick auf die Sicherheit von Bahnreisenden betrachtet werden: Wie sieht es mit der Bedrohung durch andere Mitreisende aus? Wie sicher sind unsere Züge in Bezug auf Gewalttaten und andere Vorfälle?  Negative Schlagzeilen zu Gewalt- und Straftaten sind immer wieder in den Medien präsent. Doch inwieweit spiegelt dies die tatsächliche Lage wider? Die Anzahl der Gewaltvorfälle gegen Fahrgäste im öffentlichen Verkehr ist nach vorhandenen Daten gering und hat nicht zugenommen, sondern teilweise abgenommen. Lediglich die Zahl der Übergriffe auf Beschäftigte, wie Zugbegleiter und Sicherheitsmitarbeiter sowie Polizisten ist laut den regional vorliegenden Statistiken leicht gestiegen. (2)

Hohes Sicherheitsgefühl in Zügen

Zur Gewalt und Belästigung gegen Fahrgäste in Bahnen gibt es keine offiziellen Statistiken. Jedoch gibt es Zahlen zum allgemeinen Sicherheitsempfinden der Deutschen in öffentlichen Verkehrsmitteln. Demnach fühlen sich nur neun Prozent in öffentlichen Verkehrsmitteln nicht sicher.

 

Statistik zur Sicherheit in öffentlichen Verkehrsmitteln (3)

 

Das Sicherheitsgefühl wird durch einzelne Verkehrsunternehmen, Aufgabenträger und Verbände regelmäßig gemessen. Dabei hat sich herausgestellt, dass das Sicherheitsempfinden der Fahrgäste persönlichkeits- und situationsabhängig ist. Demnach fühlen sich z. B. Fahrgäste in Zügen vor Gewalt und Belästigung in der Regel besser geschützt als wartende Reisende an Busstationen oder Bahnhöfen. Außerdem haben Frauen eher ein unsicheres Gefühl als Männer. Das subjektive Sicherheitsempfinden ist daher nur bedingt auf die tatsächliche Sicherheit in Zügen zurückzuführen. (1)

Zahlreiche Maßnahmen für mehr Sicherheit in Zügen

Länder, Polizei und Bahngesellschaften unternehmen Einiges, um die Sicherheit in Zügen zu verbessern. An Bahnhöfen wird verstärkt geschultes Sicherheitspersonal eingesetzt. Zudem führt die Bundespolizei regelmäßige Kontrollen durch. Die Beamten sind an einigen Bahnhöfen sogar rund um die Uhr präsent. Videotechnik an Bahnhöfen und in Zügen dient zur Abschreckung und der Aufklärung von Straf- und Gewalttaten. Außerdem sind die meisten modernen Züge mit hochauflösenden Videokameras ausgestattet. In Notsituationen dienen sowohl die Zugbegleiter, als auch Sprechstellen oder Hotline-Nummern Ihrer Sicherheit.

Für die Sicherheit in Zügen können auch Sie einen Beitrag leisten: Ihre Zivilcourage kann dazu beitragen, Straftaten zu verhindern oder aufzuklären. So sorgen Sie im Sinne der Gemeinschaft für mehr Sicherheit auf Zugreisen.

Wie ist Ihre Erfahrung? Fühlen Sie sich sicher auf Zugreisen? Teilen Sie es uns gerne in den Kommentaren mit!

 

Quellen:
(1) https://www.allianz-pro-schiene.de/wp-content/uploads/2015/09/positionspapier-sicherheitsempfinden-oeffentlicher-verkehr.pdf

(2) https://www.deutschebahn.com/pr-duesseldorf-de/hintergrund/themenschwerpunkte/themendienst_sicherheit-1339962

(3) Bild: Forsa (2013): Sicherheit in öffentlichen Verkehrsmitteln, 2013, Quelle: Statista (2019) https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1869/umfrage/sicherheit-in-oeffentlichen-verkehrsmitteln/

 

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