Schulungen und Trainings der Mitarbeiter im Bahnverkehr

Mitarbeiter im Bahnverkehr müssen regelmäßig an verschiedenen Schulungen, Trainings und Weiterbildungen teilnehmen, um den aktuellen Sicherheitsstandards und Vorschriften nachzukommen. Die Ziele dieser Maßnahmen sind unterschiedlich: Grund- und Basiswissen auffrischen, Abläufe festigen oder neue Technologien und Praktiken aneignen. Schlussendlich können sowohl Arbeitgeber und Mitarbeiter als auch die Reisenden davon profitieren.

Die meisten Mitarbeiter im Regionalverkehr absolvieren vor dem Berufseinstieg eine Ausbildung. Mittlerweile kann auch das Angebot der 14 dualen Studiengänge genutzt werden. Die Inhalte aus dieser Grundausbildung müssen jährlich im sogenannten regelmäßigen Fortbildungsunterricht (RFU) aufgefrischt werden. In der Regel dauert diese verpflichtende Maßnahme einen Tag. Dabei werden Themen wie Bahnbetrieb, Unfallverhütung, Gefahrgut, Wagentechnik, Bremstechnik und Arbeitsschutz behandelt. Auch neue gesetzliche Regelungen und Vorschriften sind Teil des RFUs. Zusätzlich können die Bahnunternehmen ihre Mitarbeiter in zahlreichen verschiedenen Bereichen weiterbilden lassen.

Fort- und Weiterbildungsinstanzen

Deutschlandweit existieren zahlreiche Instanzen, bei denen Eisenbahnunternehmen ihre Mitarbeiter weiterbilden lassen können. Diese Instanzen bieten für die verschiedenen Berufsbilder im Bahnverkehr die passende Schulung an. So können Triebfahrzeugführer beispielsweise mit Hilfe eines Simulator-Trainings auf Situationen vorbereitet werden, die im Regelfahrbetrieb nicht alltäglich sind. Rangierbegleiter erhalten wiederum regelmäßige Schulungen im Bereich Sicherheit und Arbeitsschutz. Innerhalb eines erlernten Berufes können sich Mitarbeiter neue Qualifikationen, wie der des Bremsprobeberechtigten, aneignen. Qualifizierte Instanzen für Fort- und Weiterbildungen sind zum Beispiel die SES Aus- und Fortbildung e. K., die Eisenbahn-Technische Bildung GmbH oder die Aus- und Weiterbildungszentrum Verkehrsgewerbe Leipzig GmbH .

Individuell auf die Mitarbeiter zugeschnitten sind sogenannte Inhouse Schulungen. Dabei geben externe Trainer Seminare, die sowohl die Kompetenzen des Einzelnen als auch die Arbeit im Team verbessern. Der Vorteil für die Bahnunternehmen ist dabei, dass die Seminar-Themen individuell zusammengestellt werden können und die Termine und Uhrzeiten sehr variabel sind. Um Reisekosten zu sparen, finden viele Schulungen mittlerweile online statt.

DB Training

Auch die Deutsche Bahn bietet Weiterbildungen an. Der Anbieter „DB Training, Learning & Consulting“ ermöglicht Qualifizierungs- und Beratungsleistungen für verschiedene Mitarbeitergruppen im europäischen Mobilitäts- und Logistikmarkt. Die Themen, die dabei hauptsächlich im Fokus stehen, sind der Bahnbetrieb, die Infrastruktur, die Fahrzeugtechnik und verschiedene Business Skills. Doch auch Veranstaltungen zu erster Hilfe, dem Umgang mit rassistischen Angriffen oder der Unterstützung von Reisenden mit Behinderung werden von DB Training angeboten.
Als neue Weiterbildungs-Sparte sind Umweltschulungen Teil des Angebotes von DB Training. Von rechtlichen Grundlagen zum Naturschutz bei Bauvorhaben, über Einsichten in eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft bis hin zu Maßnahmen im Artenschutz können sich Mitarbeiter zum Thema Umwelt informieren lassen.

Die Schulungen der DB Sicherheit behandeln Themen wie Deeskalation in persönlichen Gefährdungslagen, Methoden zur Informationsgewinnung und -sicherung bei Drohanrufen oder dem taktischen Umgang mit Spurenträgern (zum Beispiel Drohbriefe).

Notfallübungen

Um bei einem Notfall bestens vorbereitet zu sein, führen die einzelnen Bahnunternehmen spezifische Übungen durch, in denen Notfallsituationen nachgestellt werden. An einem solchen Einsatz sind meist nicht nur die Mitarbeiter der Bahn, sondern auch Einsatzkräfte der örtlichen Feuerwehr, des Technischen Hilfswerkes sowie der Bundespolizei dabei. Nur so können die Abläufe im Ernstfall auch reibungslos funktionieren. Ein Szenario könnte beispielsweise sein, dass ein Zug entgleist oder ein Feuer ausbricht.

Photo by J. Kelly Brito on Unsplash

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